One-Shot-Sport-Dokumentation: Das Konzept & Pre-Production

Diese Blogpostreihe befasst sich mit One-Shot-Produktionen und Sport-Dokumentationen. Im Rahmen deren wird nun ein Werkstück erstellt, das beide Bereiche miteinander kombiniert: eine One-Shot-Sport-Dokumentation. Diese soll ungefähr fünf Minuten lang sein und in einem Shot aufgenommen werden, während sie gleichzeitig den Sport näherbringen soll. Der Sport, um den es geht, ist Motorsport. Genauer gesagt geht es um die Rennserie Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland und es wird dabei ein Fahrer eines deutschen Teams (Proton Huber Racing) begleitet. Das Ganze wird am Wochenende des 24. bis 26. Aprils am Red Bull Ring in Spielberg im Zuge des DTM-Rennens gefilmt.  

Warum sich Motorsport gut für eine One-Shot-Sport-Dokumentation eignet

Im Motorsport gibt es selbst viele One-Shots durch die Onboard-Aufnahmen. In fast jedem Auto sind mehrere Kameras angebracht, die für das gesamte Rennen genau dort bleiben und (im Idealfall) nicht bewegt werden. Auch wenn hier aus anderen Gründen mit One-Shot-Aufnahmen gearbeitet wird – nämlich, weil es schlichtweg nicht anders möglich ist, das Cockpit anders zu zeigen bzw. filmen – haben diese für das Publikum eine große Bedeutung. Dies ist im Rahmen dieses Werkstücks allerdings so nicht möglich, da ein Rennen – oder auch ein Training oder Qualifying – viel länger dauert als es der zeitliche Rahmen zulässt. 

Die Idee 

Onboard-Aufnahmen sind zwar ein sehr bedeutender Teil von Motorsport-Dokumentationen und auch für das Publikum, um ihnen eine gewisse Art der Immersion zu ermöglichen. Allerdings sind diese Aufnahmen vor allem für das Renngeschehen wichtig. Die Idee dieses Werkstücks besteht allerdings darin, dass die Momente, bevor der Fahrer (in diesem Fall wird es ein männlicher Fahrer sein) ins Auto steigt, gezeigt werden sollen. Was geht ihm dabei durch den Kopf? Wie bewusst ist er sich, dass theoretisch Schlimmes passieren kann. Erst am 18.04.2026 kam es beim ersten Rennen der ADAC 24-Stunden-Nürburgring-Qualifiers zu einem tödlichen Unfall. Sieben Fahrzeuge kollidierten miteinander, wobei einer der Fahrer seinen Verletzungen im Medical Center erlag. Ende März kam es in einer Porsche-Carrera-Cup Serie ebenfalls zu einem schweren Unfall, in dem sich ein Auto mehrmals überschlug und schließlich in einem Fangzaun kopfüber hängen blieb. Auch wenn dem Fahrer nichts passiert ist, und die Rennautos sich über die letzten Jahre sicherheitstechnisch sehr stark weiterentwickelt haben, ist Motorsport ein gefährliches Unterfangen. Es ist sowohl physisch als auch psychisch anstrengend. Wie geht der Fahrer damit mental um? Was geht ihm in den letzten Minuten – Sekunden – durch den Kopf? 

Das Ziel des Werkstücks ist es, diese Momente festzuhalten und in einer einzigen Einstellung aufzunehmen. Gleichzeitig soll ein gewisses Merkmal von Sport-Dokumentationen aufgegriffen werden: die Interviews. Auch wenn diese die Magie der Immersion einer One-Shot-Production etwas wegnehmen, sind sie ein bedeutender Teil von Sport-Dokumentationen. Allerdings soll das Interview – das die Gedanken des Fahrer widerspiegelt und mehr Einblicke geben soll – sich gut in die alltäglichen Geräusche des Paddocks einblenden. 

Die Kamera folgt dem Fahrer zuerst in die Box. In Spielberg bzw. beim DTM-Wochenende am Red Bull Ring sind diese durch die vielen verschiedenen Support-Serien und Teilnehmer:innen etwas anders als gewöhnlich. Außer den DTM-Autos, haben alle anderen Teams und Serien Zelte (oder aufgebaute Mobile-Homes) als Pits. Dadurch gibt es allerdings auch etwas weniger Platz – zum Filmen und Arbeiten – was eine Schwierigkeit darstellen könnte. Der Fahrer soll seinen normalen Tätigkeiten nachgehen: mit den Mechaniker:innen reden, mithelfen, sich Race-Ready machen. Die Kamera folgt ihm dabei die ganze Zeit und ist in manchen wichtigen Momenten, wie beispielsweise das Anziehen des Helms, näher am Geschehen. Enden soll das Video damit, dass der Fahrer ins Auto einsteigt und die Türe zugemacht wird – der Moment, in dem das Rennen, Training, Qualifying etc. beginnen würde. 

Das Equipment 

Für das Werkstück habe ich mich dazu entschieden, meine eigene Kamera zu verwenden (Sony FX30), da ich damit auch in Zukunft arbeiten muss bzw. darf. Außerdem erweist sich die Sony FX30 nicht nur als klein und handlich, sondern sie ist auch vom Gewicht nicht so schwer. Außerdem wird ein Gimbal (DJI RS 4 Pro) als Unterstützung und Versicherung der Qualität hinzugezogen. Als Mikrofone werden ebenfalls welche von DJI (Wireless) verwendet. 

Vorbereitung 

Zur Vorbereitung wurden die Shots mehrfach geübt, um sich nicht nur mit dem Equipment, sondern auch der Reihenfolge und dem Ablauf bekannt bzw. vertraut zu machen. Bei One-Shot-Productions ist die Vorbereitung das A und O. Trotzdem wird sich eventuell beim Dreh einiges ändern. Das kann an Platz-Gründen und/oder Team-Entscheidungen bzw. -Abläufen liegen. Motorsport hat eine sehr schnelle Arbeitsumgebung (und das nicht nur wegen dem Highspeed der Autos). Alle Abläufe müssen stimmen und Hand in Hand gehen, um Fehler zu vermeiden und Sicherheit und Risiken zu minimieren. Daran muss sich auch während des Drehs angepasst und gehalten werden, weshalb sich gegebenenfalls einige Dinge kurzfristig ändern könnten.

Der Dreh wird am Freitag, 24.04., nachmittags zwischen dem freien Training und dem Renn-Qualifying stattfinden. Als Zeit wurde dafür der gesamte Nachmittag eingeplant. 

Quellen & Abbildungen 

Storyboard: Valentina Lohr 

Kronen Zeitung. (2026, 30. März). Ralf Rangnick ist tipp3-Trainer des Jahres. https://www.krone.at/4092632

ARD Tagesschau. (2026, 18. April). Todesfall nach Unfall am Nürburgring. https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/unfall-nuerburgring-todesfall-100.html

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