Analyse und Fazit des Werkstücks

Im Rahmen dieser Blogbeiträge wurden die Themen „One-Shot-Productions“ und „Sport Dokumentationen“ behandelt. Im Zuge dessen entstand ein Werkstück, dass das Ziel verfolgte, die beiden zentralen Themenbereiche miteinander zu verbinden. Daraus ergab sich ein zweiminütiges One-Shot-Video im Stile einer Sport Dokumentationsserie über ein Motorsport-Team. Dafür haben sich in vergangenen Blogposts einige Merkmale herauskristallisiert, die in das Werkstück eingearbeitet wurden. Trotz sonst großer Unterschiede verfolgen beide Genres ein ähnliches Ziel: Sie wollen eine möglichst hohe Immersion und emotionale Beteiligung bei ihrem Publikum erzielen. Das fertige Werkstück hat diese und weitere Merkmale aufgegriffen und in seiner eigenen Form umgesetzt. Dieser Blogbeitrag stellt eine Analyse dessen dar. 

Merkmale der One-Shot-Productions 

Eines der zentralsten Merkmale von One-Shot-Productions, das sich bereits in mehreren Blogposts dieses Jahres herauskristallisiert hat, ist die Erzeugung von Immersion durch kontinuierliche Kameraeinstellungen auf eine ganz besondere Art und Weise. Für die Zuschauer:innen entsteht durch das Fehlen von (sichtbaren) Schnitten der Eindruck, dass sie die Handlungen in Echtzeit miterleben. Dieses Prinzip wurde natürlich auch in der Produktion des Werkstücks wieder aufgegriffen: Es enthält keine Schnitte und die Kamera begleitet einen Porsche Cup Fahrer in Spielberg ohne Unterbrechung von seinem LKW bis in sein Rennauto. Dadurch wird das Publikum statt als außenstehende Person als Teil des Teams positioniert und man bekommt das Gefühl selbst am Geschehen teilzunehmen. Die kontinuierliche Kameraführung verstärkt sowohl die räumliche als auch zeitliche Nähe dessen. 

Merkmale der Sportdokumentationen 

Auch aus diesem Genre wurden Merkmale aufgegriffen, die wichtig für das Werkstück waren. In der Recherche und theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Sportdokumentationen“ hat sich schnell herausgestellt, dass dabei nicht (nur) das sportliche Ereignis im Vordergrund steht, sondern es vor allem auch um das Storytelling dahinter geht. Sportdokumentationen sind oft emotional aufgeladen und wollen das Publikum damit anstecken. Besonders wichtig ist dabei auch, dass die Athlet:innen und deren Persönlichkeiten, Emotionen und ihr Team im Vordergrund stehen. Das war ein sehr wesentlicher Punkt, der in das Werkstück eingeflossen ist. Auch dabei steht der Athlet – in diesem Fall ein Rennfahrer für das Team Proton Competition – im Vordergrund des Werkstücks und seine Gedanken und Emotionen sollten filmisch übermittelt werden. Dabei behandelt das Werkstück mit dem Thema Unfälle und die Momente vor dem „ins Auto steigen“ auch eine sehr emotional aufgeladene Angelegenheit. Dadurch wird der Motorsport nicht nur als Wettbewerb dargestellt, sondern viel mehr als Ereignis, das geprägt ist von Emotionen, Spannung und menschlichen Erfahrungen.

Ein weiteres Merkmal von Sportdokumentationen ist die Personalisierung des Sports selbst. Wie bereits in den mehreren Blogposts beschrieben wurde, werden Athlet:innen oft zu „Schauspieler:innen“ gemacht und stellen zentrale Identifikationsfiguren für das Publikum dar. Dieses Merkmal verwenden auch viele bekannte und erfolgreiche Sportdokumentationen, wie beispielsweise die Netflix Serie „Drive to Survive“. Da es in dieser Serie ebenfalls über Motorsport geht, wurde sie auch als Inspiration für dieses Werkstück verwendet. 
Zuschauer:innen interessieren sich nicht mehr nur für die sportlichen Ereignisse bzw. Ergebnisse eines Events. Vielmehr geht es ihnen um die Menschen dahinter. Die persönlichen Eindrücke, Gedanken und Gefühle des Rennfahrers Keagan Masters stehen im Vordergrund des Werkstücks. So wirkt das Video zusätzlich wie eine persönliche Geschichte, die dem Publikum von Masters erzählt wird. So wirkt er als Person viel greifbarer und das gesamte Werkstück erzeugt viel mehr Nähe bei den Zuschauer:innen. 

Ein weiterer essenzieller Teil von Sportdokumentationen ist Interviews mit beteiligten Personen – seien das nun Athlet:innen, Teamchefs oder Mitarbeiter:innen. Durch das Filmen einer One-Shot-Aufnahme war dies anfänglich etwas schwierig zum Einarbeiten, ohne dabei die Immersion zu „zerstören“ bzw. ohne, dass ihre Wirkung verloren geht. Als Lösung wurden die Originalsounds aus der Pit ebenfalls im Hintergrund gelassen und in Sprechpausen verstärkt. Dadurch bleibt die visuelle Kontinuität erhalten während gleichzeitig Informationen und Gedanken des Fahrers vermittelt werden können. So werden zwei wichtige Merkmale aus beiden Genres verbunden. 

Sportdokumentationen balancieren häufig zwischen Authentizität und Inszenierung. Es ist ein Spannungsfeld zwischen realen Sportereignissen und dramaturgischer Gestaltung bzw. Storytelling. Auch diese Merkmale zeigt das Werkstück: Es werden reale Abläufe in der Pit gezeigt, die bewusst durch das Interview in einen erzählerischen Zusammenhang gebracht werden. So wird das Publikum bewusst auf den Moment den Qualifying-Start vorbereitet. Außerdem wurde sich stark daran orientiert, dass Motorsport aus mehr als nur Autos und Geschwindigkeit besteht. Es dreht sich vieles – vor allem im sprachlichen Teil – um die psychische Belastung und emotionale/mentale Herausforderungen und Konflikte. Das gibt den Zuschauer:innen auch eine neue Perspektive auf den Motorsport.

Fazit 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Werkstück viele wichtige Merkmale beider Genres erfolgreich miteinander verbindet. Die kontinuierliche Kameraführung bringt Immersion in das Video, während typische Elemente aus Sportdokumentationen, wie beispielsweise die Identifikation mit dem Rennfahrer oder die emotionale Dramaturgie, ebenfalls eingebunden wurden. Damit setzt das Werkstück die theoretischen Grundlagen der Blogbeiträge praktisch um und beantwortet die Forschungsfrage, ob sich beide Genres verbinden lassen. Sportdokumentationen und One-Shot-Productions lassen sich durch gemeinsame erzählerische Ziele zu einem Format zusammenführen. 

Es wurden Dinge aus vergangenen Blogposts „zitiert“ und Informationen daraus bezogen. Die Quellen finden sich dementsprechend dort. Außerdem wurde dieser Text von ChatGPT korrigiert. Alle Inhalte wurden von mir selbst auf Richtigkeit und Relevanz überprüft und der Text selbst wurde von mir erstellt.

Stabilisierung von Videos – Teil 2

Systeme hinter modernen Stabilisierungsverfahren 

In der Medientechnik wird die Videostabilisierung primär in drei technologische Kategorien unterteilt: 

  1. Mechanische/Elektronische Hardware-Gimbals 
  2. Optische Bildstabilisierung (OIS) 
  3. Digitale/Softwarebasierte Videostabilisierung (EIS/Post-Processing) 

Die erste Kategorie umfasst moderne, elektronische 3-Achsen-Gimbals. Das sind sogenannte Closed-Loop Control Systems, also aktive, geschlossene Regelsysteme, die die Kamera entlang ihrer drei klassischen Rotationsachsen des Raumes stabilisiert. Das sind die Z-Achse (Pan), an der ungewollte Drehungen nach links bzw. rechts kompensiert werden, die Y-Achse (Roll), an der der Ausgleich von horizontalen Kippbewegungen stattfindet und die X-Achse (Tilt), an der Kompensationen von Bewegungen nach oben und unten erfolgen.
Dieses System funktioniert aufgrund der Basis von einer permanenten sensorischen Erfassung und gleichzeitig motorischen Gegensteuerung. Innerhalb des Sensors werden Winkelgeschwindigkeiten und Orientierungsänderungen der Kamera im dreidimensionalen Raum gemessen. Ein Mikrocontroller berechnet mithilfe eines Algorithmus und ein Fusionsverfahren (beispielsweise durch den Komplementär- oder Kalman-Filter) die Abweichungen der Position, an der die Kamera eigentlich sein sollte. Durch die vorher genannten bürstenlosen Motoren wird die Kamera im Raum inertial im Gleichgewicht gehalten, in dem diese auf allen drei Achsen gleichzeitig ein exaktes Gegendrehmoment applizieren. 

Die zweite Kategorie umfasst die optische und Sensor-Shift-Stabilisierung, auch OIS oder IBIS genannt. Sie greift direkt in dem Moment der Belichtung ein, bevor jegliche Bildinformationen den Sensor digital verlassen. Dabei gibt es ein Lens-Based OIS und die In-Body-Image-Stabilization (IBIS). Die Lens-Based OIS funktioniert durch bewegliche Linsengruppen, die im Kameraobjektiv integriert sind. Sobald deren integrierte Sensoren eine Erschütterung registrieren, verschieben kleine Elektromagneten die Stabilisierungslinse um 90 Grad zur optischen Achse. Dabei wird der einfallende Lichtstrahl so umgelenkt, dass er trotz einer (unbeabsichtigten) Bewegung trotzdem exakt auf denselben Punkt im Sensor trifft. 
Bei der IBIS ist der Bildsensor selbst mechanisch beweglich gelagert, was man den sogenannten Sensor-Shift nennt. Dabei wird der Sensor durch Aktuatoren in bis zu fünf Achsen verschoben, wodurch sich Vibrationen ausgleichen. 

Die letzte und dritte Kategorie ist die digitale bzw. Software-basierte Videostabilisierung, auch EIS (Electronic Image Stabilization ) genannt. Sie arbeitet auf algorithmischer Ebene und funktioniert entweder in Echtzeit oder nachträglich in der Post-Production. In Echtzeit kann sie auf den Bildprozessor (ISP) durchgeführt werden, während sie nachträglich beispielsweise durch Softwares angewendet werden kann. Unabhängig davon funktioniert die EIS immer durch eine dreistufige Abfolge. Zuerst erfolgt eine Bewegungsschätzung des unstabilen Videos, in dem Trajektorien erkannt werden. Die realen Bewegungen der Kamera werden zwischen aufeinanderfolgenden Frames mathematisch modelliert. Dazu werden entweder das feature-basierte Tracking durch markante Punkte im Bild oder der optische Fluss, wobei für Pixel ein Verschiebungsvektor bestimmt wird, verwendet. Danach erfolgt die Bewegungsglättung durch die Trennung von Rauschen und intentionaler Bewegung. Ziel ist es, eine glatte Trajektorie zu generieren, was durch mathematische Filterverfahren, wie den Kalman-Filter, passiert. Als drittes wird das Bild formiert und geometrische sowie beschneidende Korrekturen vorgenommen, um am Ende ein fertiges Video zu haben. Dafür wird auf jeden Frame eine kompensierende geometrische Transformation angewendet, die den Frame entgegen der Störbewegung verschiebt oder rotiert. Dadurch entstehen oft Löcher an den Rändern des Bildes, weshalb es ebenfalls beschnitten und anschließend wieder auf die Zielauflösung skaliert werden muss.

Die Wahl des Stabilisierungsverfahrens: Vor- und Nachteile 

Die Wahl des perfekten Stabilisierungsverfahrens ist oft schwer zu treffen und bringt meist Kompromisse mit sich – sei es nun technisch, physikalisch oder algorithmisch. 

Die Stabilisierung durch mechanische bzw. elektronische Gimbals bringt die Vorteile einer vollen Sensorenauflösung, keine algorithmischen Bildartefakte und die Kompensation von extrem weiten Bewegungsradien mit sich. Gleichzeitig haben sie den Nachteil eines hohen physischen Gewichts und viel Platzbedarf, sowie Akkuabhängigkeit oder (bei Drohnen) eine Anfälligkeit gegen Windlasten. 

OIS oder IBIS funktioniert direkt bei der Akquisition, eignet sich perfekt für Low-Light-Aufnahmen und es gibt keinen Auflösungsverlust. Allerdings hat man dabei einen physikalisch limitierten Bewegungsspielraum der Linse bzw. der Sensoren. Zusätzlich können starke bzw. hochfrequente Erschütterungen oft nicht vollständig kompensiert werden. 

Digitale Stabilisierungen erfordern keine zusätzliche Hardware, sind extrem flexibel in der Post-Production anpassbar und kostengünstig integrierbar. Allerdings gibt es den Bildbeschnitt sowie oft einen Qualitätsverlust. Gleichzeitig werden falsche Konfigurationen erzeugt, die das Bild trotzdem wabern bzw. wackeln lassen. Ein weiteres zentrales Problem der reinen Software-Stabilisierung ist das Auftreten von Bewegungsunschärfe. Durch das Zittern der Kamera bei der Aufnahme wird direkt in den Frame eine Unschärfe „eingebrannt“. Die Software-Algorithmen können den Frame zwar geometrisch richtig ausrichten, die Bewegungsunschärfe innerhalb bleibt jedoch bestehen. Dies kann zu unnatürlichen Bildern führen. Modernere Ansätze kombinieren deshalb oft OIS mit EIS.

Fazit 

Die Videostabilisierung hat sich über die Jahre durch Ingenieure, Mathematik und Digitalisierung stark weiterentwickelt. Auch in Zukunft soll viel weiter in diesem Bereich geforscht werden. Sowohl in dem Segment des Deep Learnings als auch in integrierten Kamerasensoren wird viel weiterentwickelt. Außerdem ist die Videostabilisierung ein weitaus komplexeres System als man denken könnte.  

Quellen

Awad, O. J. (2020). Image stabilization for video productions: A survey about technologies and methods for counteracting blurry footage (Bachelorarbeit, Fachhochschule St. Pölten).

Cardani, B. (2006). Optical image stabilization for digital cameras. IEEE Control Systems Magazine, 26(2), 21–22. https://doi.org/10.1109/MCS.2006.1611130

Digital Kamera. (2019). Vor- und Nachteile verschiedener Stabilisierungsverfahren bei Videos. digitalkamera.de. https://www.digitalkamera.de/Fototipp/Vor-_und_Nachteile_verschiedener_Stabilisierungsverfahren_bei_Videos/11275.aspx?page=2

Guilluy, W., Oudre, L., & Beghdadi, A. (2021). Video stabilization: Overview, challenges and perspectives. Signal Processing: Image Communication, 90, Article 116015. https://doi.org/10.1016/j.image.2020.116015

Magix. (o. D.). Video stabilisieren in der Postproduktion. Magix Software. https://www.magix.com/at/videos-bearbeiten/postproduktion/video-stabilisieren/

de Souza, M. R., de Almeida Maia, H., & Pedrini, H. (2022). Survey on digital video stabilization: Concepts, methods, and challenges. ACM Computing Surveys, 55(3), 1–37. https://doi.org/10.1145/3494525

Wang, Y., Huang, Q., Jiang, C., Liu, J., Shang, M., & Miao, Z. (2023). Video stabilization: A comprehensive survey. Neurocomputing, 516, 205–230. https://doi.org/10.1016/j.neucom.2022.10.021

Yu, J., & Ramamoorthi, R. (2020). Learning video stabilization using optical flow. In Proceedings of the IEEE/CVF Conference on Computer Vision and Pattern Recognition (CVPR) (S. 8759–8767). Computer Vision Foundation.

Zhao, M., & Ling, Q. (2020). PWStableNet: Learning pixel-wise warping maps for video stabilization. IEEE Transactions on Image Processing, 29, 3582–3595. https://doi.org/10.1109/TIP.2020.2963952

Dieses Literaturverzeichnis wurde von Google Gemini erstellt. 

Stabilisierung von Videos – Teil 1

Nachdem die Welt der One-Shot-Produktionen noch nicht so wissenschaftlich erforscht ist, war die Suche nach Quellen zur Stabilisierung von Videos bzw. Filmen dieses Genres nicht sonderlich erfolgreich. Bei One-Shot-Productions wie beispielsweise Adolescence wurde mit Gimbals oder ähnlichem gearbeitet. 
Deshalb geht es in diesem Blogpost um die Stabilisierung von Videomaterial im Generellen.  

Die Instabilität von Videomaterial stellt nicht nur in der modernen Filmproduktion, sondern auch in der Post-Production oder auch in der alltäglichen Nutzung von Mobiltelefonen eine Herausforderung dar. Dazu zählen menschliches Zittern, unbeabsichtigte Kamera- bzw. Körperbewegungen oder auch andere natürliche Einflüsse, wie beispielsweise Erschütterungen beim Gehen oder gegebenenfalls auch Windverhältnisse. Dadurch wird nicht nur die visuelle Qualität verschlechtert, sondern auch die Nachbearbeitung erschwert sich. 

Definition Videostabilisierung 

Die Videostabilisierung bzw. Video Stabilization wird durch eine Reige an technologischen und algorithmischen Verfahren beschrieben, deren Primärziel es ist, eine unruhige oder störende Kamerabewegung in eine glatte und visuell ansprechende zu verwandeln, ohne die dabei intendierte Bewegung zu verfälschen. Zu diesen intendierten Bewegungen zählt beispielsweise ein bewusster Schwenk.  Dabei ist dieses Verfahren sehr mathematisch (was mir zu Beginn nicht in diesem Ausmaß bewusst war). Die Bewegung einer Kamera lässt sich in zwei physikalische bzw. mathematische Hauptkomponente zerlegen: Die ebene genannte intentionale Bewegung, auch Niederfrequenzkomponente genannt, und die (stochastische) Störbewegung, oder Hochfrequenzkomponente. Durch mathematische Formeln und Filterungen wird versucht, diese Hochfrequenzkomponenten zu eliminieren. 

Historischer Wandel der Videostabilisierung 

Dieser Prozess der Videostabilisierung hat sich über die Jahre hinweg immer weiterentwickelt und verändert. Die Geschichte der Videostabilisierung beginnt bereits mit den ersten Bemühungen, eine Kamera von den physischen Einschränkungen eines menschlichen Körpers zu entkoppeln. Bereits mit dem Aufkommen von Kinos wurde stabile Kamerabewegungen und -Aufnahmen durch Dreibeinstative oder Dollys bzw. Schienenfahrzeuge ermöglicht. 

In den frühen 1970er Jahren ermöglichte Kameramann und Erfinder Garrett Brown jedoch ein technologisch riesiger Fortschritt. Er suchte nach einer Möglichkeit, die Flexibilität einer Handkamera mit der Ruhe eines Schienenwagens zu kombinieren und entwickelte dadurch die Steadicam. Diese wurde auch 1975 bereits patentiert. Das Prinzip dieser Steadicam war recht simpel und basiert auf rein mechanischer Natur und dem Newton’schen Gesetz der Mechanik, insbesondere dem Trägheitsmoment. Mithilfe einer Art von Gimbal (auch: kardanisches Gelenk) entkoppelte sie die Kamera vom Körper des Kameraoperators. Der Schwerpunkt dieses Gesamtsystems wurde durch das präzise Anordnen von Monitor und Batterie am unteren Ende exakt in den Drehpunkt dieses kardanischen Gelenks gelegt. Stoßbewegungen des Kameraoperators, die durch beispielsweise durch Gehen oder Laufen entstehen, wurden durch einen federbalancierten Arm absorbiert. Diese Steadicams waren die Grundlagen für das heutige Konzept der Gimbals und revolutionierten außerdem die Kinoästhetik, wie beispielsweise im Film „Rocky“. 

Mit der Digitalisierung kam auch die rasche Entwicklung von sogenannten MEMS, mikroelektromechanischen Systemen. Dadurch entstand zwischen den späten 2000er und den frühen 2010er Jahren ein Wandel: Die klassischen, passiv-mechanischen Schwebestative wurden von aktiven, elektronisch gesteuerten Systemen nach und nach ersetzt. Der Grund dafür war vor allem auch die große Verfügbarkeit von günstigen, leichten und vor allen Dingen sehr präzisen Trägheitssensoren und bürstenlosen Gleichstrommotoren, die es erlaubten, die dreidimensionalen, kardanischen Gelenke zu automatisieren. Damit entstand der moderne, elektronische 3-Achsen-Gimbal, die wir heute kennen. 

Neue Forschungen in der Videostabilisierung 

Weiterhin wird an der Videostabilisierung geforscht. Jüngere wissenschaftliche Forschungen haben nun datengetriebene Ansätze mittels Deep Learning die klassischen Methoden weitgehend revolutioniert. Beispielswiese gehen neu entwickelte Modelle, wie beispielsweise die Pixel-Wise Warping Stable Networks (PWStableNet) oder Architekturen, die auf gelernten optischen Flüssen basieren, über die bisherigen zweidimensionalen bzw. starren Transformationen hinaus. Solche Netzwerke werden mit riesigen Datensätzen gefüttert und trainiert, die meistens aus Paaren von synchron aufgenommenen instabilen und stabilen Videos bestehen. Diese Datensätze sind meist durch mechanische Robotersysteme oder Simulationen generiert. Diese neuronalen Netzwerke lernen dann, aus dem optischen Fluss einer aufgenommenen Szene die intrinsischen Bewegungskomponenten (von den sich bewegenden/dynamischen Objekten, z.B. ein vorbeigehender Mensch) von der globalen Kamerabewegung zu isolieren. Dabei applizieren sie ihr Netzwerk nicht auf eine einzige globale Matrix, sondern auf ein pixelweises Deformationsfeld, das sogenannte Per-Pixel Warp Field. Dadurch können nicht-lineare Verzerrungen, die beispielsweise bei sehr schnellen Vibrationen erzeugt werden, sehr gut korrigiert werden, ohne dass ein dreidimensionales Modell der Umgebung berechnet werden muss. 

One-Shot-Sport-Dokumentation: Die Post-Production 

Nach der erfolgreichen Produktion meines Werkstücks ging es nun in die Post-Production, die einen entscheidenden Einfluss auf die Wirkung und Qualität des Endprodukts hat. Im Rahmen dieser Blogbeiträge wurde ein etwa zweiminütiges Video über einen professionellen Rennfahrer eines Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland Teams (Proton Competition) erstellt. Das Werkstück orientiert sich stilistisch an Sportdokumentationen bzw. -serien, während es so konzipiert wurde, dass es eine One-Shot-Production war. Das Ziel war es, eine kurze Doku zu erstellen, die den Rennsport näher an das Publikum bringt und die Erkennungsmerkmale einer Sportdokumentation beinhaltet, während sie gleichzeitig die Identifikation des Publikums mit dem Fahrer bzw. dem Sport durch die One-Shot-Einstellung noch zusätzlich verstärkt. Außerdem war die Frage, ob es möglich ist, diese beiden Genres zu kombinieren und eine in nur einer Einstellung gefilmte Sportdokumentation spannend und immersiv zu gestalten. Dazu hat die Post-Production einen entscheidenden Beitrag geleistet.

Sichtung des Materials

Der erste Schritt der Post-Production bestand in der Sichtung des Materials. Durch Zeitstress und eine Verschiebung der Qualifying-Session war bei dem Dreh des Werkstücks nur Zeit für zwei Durchläufe und einen Probeversuch. Dadurch gab es dementsprechend nicht so viel Material, das gesichtet werden musste, und dieser Schritt war nicht so zeitintensiv. Was allerdings schon mehr Zeit in Anspruch genommen hat, war die Sichtung des Interview- bzw. Audiomaterials. Da das fertige Werkstück nur ca. zwei Minuten lang sein sollte und das Interview aber knappe zehn Minuten dauerte, musste dies schon vorab gekürt und aussortiert werden. 

Thematischer Fokus des Werkstücks 

Bei dem Drehen des Interviews wurde Fragen zu vielen bzw. breiteren Themengebieten gestellt, um einen großen Interessensbereich abzudecken. Wie bereits im Konzept-Blogbeitrag beschrieben, war der Fokus des Werkstücks darauf, was einem Fahrer durch den Kopf geht, bevor er in sein Auto steigt. Somit sollte sich der Inhalt um Emotionalität bzw. Mentalität drehen und so einen Identifikationsfaktor für das Publikum darstellen. 

Durch das Sichten des Interviewmaterials hat sich dabei ein thematischer Fokus herauskristallisiert. Es geht dabei um etwas, das im Motorsport Gang und Gebe ist und sich – Gott sei Dank – über die Jahre immer mehr (ins Positive) verändert: Crashes. Rennunfälle passieren zwar immer noch häufig, aber die Fahrzeuge haben sich so verändert, dass Motorsport über die Jahre von einem der gefährlichsten zu einem der sichersten Sportarten geworden ist. Durch Sicherheitsmaßnahmen im Bau der Rennautos wurde bereits zahlreiche Tode und Verletzungen verhindert. Trotzdem gibt es immer noch gefährliche Unfälle, aus denen Verletzungen und Tode entstehen. Beispielsweise verunglückte erst im Mai ein Fahrer, Juha Miettinen, tödlich bei dem Qualifying Rennen der 24 Stunden vom Nürburgring. Der Crash entstand durch eine Ölspur und es waren sieben Fahrzeuge darin verwickelt. Miettinen starb, die sechs anderen wurden verletzt. Er prallte seitlich mit der Fahrertür in das Heck des vor ihm stehende Fahrzeug. Solche „T-Bone“-Unfälle sind die eine der wenigen, die immer noch sehr gefährlich sein können, da nur wenig Knautschzone zur Verfügung steht. Vor einiger Zeit verunglückten ähnlich der Formel 2 Fahrer Anthoine Hubert und der Formula Regional Fahrer Dilano van’t Hoff beide in Spa-Francorchamps, Belgien. 

Solche Unfälle sind auch für die Fahrer:innen anderer Rennklassen schlimm und bleibt allen im Kopf. Sie sind Erinnerungen daran, dass es doch schneller vorbei sein kann, als man glaubt. 

Trotzdem war es auch dem Fahrer dieses Werkstücks wichtig zu betonen, dass alles dafür getan wird, das Fahren bzw. die Fahrzeuge so sicher wie möglich zu bauen. Um eine erhöhte Emotionalität zu erreichen, wurde dieses Thema jedoch für das Video ausgewählt. 

Schnitt und Postproduktion

Der Schnittprozess des Werkstücks war, ähnlich wie die Sichtung des Materials, eher ein kürzerer Prozess, da bei dieser One-Shot-Production nicht mit seamless cuts gearbeitet wurde. Allerdings wurde das Interview geschnitten und passende Ausschnitte gefunden, um diese anzuordnen. 

Durch das Sichten des Materials haben sich zwei kleine Filmfehler gezeigt. Der Erste war ein etwas ungeschickter Kameraschwenk im Vorbeigehen aus Platzproblemen. Der Zweite war ein kurzer Fokusfehler. Durch die Interviewausschnitte entstand aber eine sehr bildliche Vorstellung von Crashes und was passieren kann. Da allerdings kein Material von Unfällen oder ähnlichem vorhanden war, das ohne Urheberrechtsverletzungen verwendbar war, konnte dies nicht overlayed werden. Deshalb wurden Zeitungsartikel-Headlines verwendet, die einige Beispiele von schweren Unfällen aufzeigen. Diese wurden von KI (ElevenLabs) in einer Nachrichtensprecher-Stimme nachgesprochen und ebenfalls unterlegt. Die Headlines wurden über die Kamerabilder, an der ersten fehlerhaften Stelle, mit 50%-iger Deckkraft gelegt. Allerdings wird dafür noch eine eventuell bessere Lösung gesucht, weshalb das Werkstück noch nicht in diesem Beitrag zu sehen sein wird.

Ein weiteres Hindernis, dass sich zeigte, war die Stabilisierung des Materials. Trotz der Verwendung eines Gimbals hat das Video sehr viel von dem Charakter einer Handheld-Kamera. Nach einigen Überlegungen wurde sich dazu entschieden, das Material in diesem Stil zu lassen, da es zu der Erzählweise und dem Gesamteindruck passt. Allerdings kristallisierte sich damit ein weiteres spannendes Thema heraus: Die Stabilisierung von One-Shot-Productions bzw. Filmen und Videos generell. Deshalb wird sich einer der nächsten Blogbeiträge diesem Thema widmen. 

Das Werkstück wurde vollständig in Premiere Pro geschnitten und bearbeitet. So erfolgte auch das Color Grading hier. Allerdings war dies nicht der Hauptfokus des Werkstücks. Trotzdem sollten die Farben natürlich mit einem leichten kühlen Touch sein. Der Hintergrund war durch das Weiß des Zelts und der hellen Sonne sehr überbelichtet, was durch das Color Grading etwas behoben wurde. 

Für die musikalische Untermalung wurde durch die hohe Emotionalität ebenfalls eine dazu passende Musik ausgewählt. Die Piano-Musik ist relativ ruhig und unterstreicht die Gravität des Themas. Der Sound begleitet das Werkstück leise im Hintergrund durch die gesamte Länge. 

Außerdem wurden die natürlichen Sounds einer Boxengasse im Video gelassen, um mehr Immersion zu generieren. In den Sprechpausen sind diese auch lauter, um das Publikum wirklich in die Situation zu versetzen. Allerdings war es durch die laufenden Motoren teilweise sehr laut. Gegebenenfalls werden noch mehr Sound Effekte eingefügt. 

Um das Werkstück etwas einzurahmen, gibt es am Anfang eine Art Intro, in der die Zuschauer:innen etwas in die Szene versetzt werden. Dabei werden nur der Ort, die Zeit und das Setting kurz benannt. Außerdem beginnt das Interview schon bevor das Bild zu sehen ist, um das Publikum neugierig zu machen. 

Das gesamte Video hat Untertitel im Stil einer Serie, um diesen Aspekt einer One-Shot-Sportdokumentationsserie noch stärker einzubringen und (unterbwusst) das Gefühl zu verleihen, dass es auf einer Streamingplattform oder ähnlichem gesehen wird. 

Fazit 

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Postproduktion auf jeden Fall einen entscheidenden Beitrag zur Gesamtwirkung des Werkstücks beigetragen hat. Auch wenn sich einige Schritte kürzer gestaltet haben, war die Nachbearbeitung trotzdem lehrreich und hat eine deutlich qualitative Aufbereitung des Materials gebracht. Insbesondere der Sound – sowohl Interview als auch Musik – haben viel dazu beigetragen. 

Ebenfalls wird in einem der nächsten Blogposts analysiert werden, wie sich die Merkmale und Besonderheiten von beiden Genres – Sportdokumentationen und One-Shot-Productions – in dem Werkstück vereint bzw. wiedergefunden haben. 

Quellen:

Boatman, C. (2013, April). Motor sports: Safer than ever. RGA. https://www.rgare.com/knowledge-center/article/motor-sports-safer-than-ever

Stritzke, H. (2026, 24. April). Juha Miettinen: So kam es zum Unfall auf dem Nürburgring. Motorsport-Total.com. https://www.motorsport-total.com/24-stunden-vom-nuerburgring/news/juha-miettinen-so-kam-es-zum-unfall-auf-dem-nuerburgring-26042401

Dieser Text wurde von ChatGPT korrigiert. Alle Inhalte wurden von mir selbst auf Richtigkeit und Relevanz überprüft und der Text selbst wurde von mir erstellt. Das Literaturverzeichnis wurde von ChatGPT erstellt. 

Erkennungsmerkmale von Sportdokumentationen 

Nach der Produktion meines Werkstücks – einer etwa zweiminütigen Sportdokumentation – geht es nun in die Post-Production. Dafür müssen aber noch die häufigsten Merkmale von Sportdokumentationen herausgearbeitet werden, um diese auch mit in das Video einfließen lassen zu können.

Wie sich bereits in früheren Blogposts herauskristallisiert hat, sind Sportdokumentationen – egal, ob in voller Spielfilmlänge oder im Serienformat – in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Bestandteil der medialen Sportberichterstattung geworden. Sie verbinden nicht nur dokumentarische Elemente mit dramaturgischen und vor allem auch emotionalen Stilmitteln, sondern stellen diese sportlichen Ereignisse zusammen mit den Athlet:innen, Teams und Entwicklungen einem breiten Publikum zur Verfügung. Dabei gibt es bestimmte Erkennungsmerkmale, die das Format „Sportdokumentation“ von fiktionalen Sportfilmen aber auch der klassischen Berichterstattung bzw. anderen Dokumentarfilmen unterscheidet. Charakteristisch sind insbesondere die Inszenierung von Spannung, eine starke emotionale Dramaturgie, die Personalisierung von Sportler:innen und die Verbindung von Informationen und Unterhaltung. 

Inszenierung des Sports

Sportliche Ereignisse werden in Sportdokumentationen sowohl inszeniert und auch dramatisiert. Das ist eines der zentralen Merkmale dieses Formats. Die Sportart wird dabei nicht (nur) als Wettkampf dargestellt, sondern (auch) als eine Geschichte mit Höhe- und Tiefpunkten, Konflikten und Problemen und Wendungen. Oft orientiert sich die Dramaturgie in Sportdokumentationen auch an klassischen Erzählstrukturen mit einem Aufstieg, einer Krise und einem Triumph bzw. Erfolgserlebnis. Es gibt oft eine gezielte Kameraführung (variiert je nach Sportart), Musik und Schnitttechniken, die auch dazu dienen, die Emotionalität zu steigern und die Zuschauer:innen stärker und intensiver an die Ereignisse und die Sportart zu binden. Ein Beispiel dafür sind Zeitlupen, Nahaufnahmen oder dynamische Musik und Soundeffekte, die sportliche Leistungen, Erfolge oder Ereignisse heroischer bzw. in einem anderen Licht erscheinen lassen. Dadurch entsteht eine emotionale Dramatisierung, die über den Sport selbst hinausgeht. 

Gleichzeitig haben Sportdokumentationen auch eine besondere visuelle Gestaltung. Ihre Bildsprache ist entscheidend für die Wirkung des gesamten Formats. Dazu gehören dynamische Kamerabewegungen, schnelle Schnitte oder spektakuläre Perspektiven. All das erzeugt beim Publikum ein Gefühl von Geschwindigkeit, Action und Intensität. Allein Sportübertragungen schaffen bereits eine eigene sogenannte „textuelle Realität“, die sich vom eigentlichen Sportereignis abhebt. Das wird bei Sportdokumentationen als eigenes Format noch zusätzlich verstärkt. Durch ihre Inszenierung wird der Sport gleichzeitig zu einem Unterhaltungsformat. Sportdokumentationen nutzen diese visuellen Mittel gezielt, um Spannung zu erzeugen und emotionale Ereignisse hervorzuheben und zu verstärken. Dabei werden häufig auch Interviews mit Originalaufnahmen und Archivmaterial kombiniert. So verschmelzen Authentizität und Inszenierung miteinander.

Diese Verschmelzung zwischen Inszenierung und Authentizität ist ein weiteres Merkmal von Sportdokumentationen. Das Format ist stark bearbeitet und absichtlich dramaturgisch gestaltet. Trotzdem vermitteln Sportdokumentationen einen Eindruck bzw. ein Gefühl von Realität, Unmittelbarkeit und Menschlichkeit. Dazu verhelfen vor allem exklusive Einblicke hinter die Kulissen, persönliche Interviews oder Originalkommentare aus Wettbewerben. Sportdokumentationen balancieren zwischen dieser dokumentarischen Authentizität und einer kommerziellen Unterhaltung, um reale Ereignisse mit emotionalen, dramaturgischen Erzählstrukturen zu verknüpfen. Allerdings besteht immer die Gefahr, dass gesellschaftliche oder politische Aspekte einer Sportart zugunsten dieser konsum- und unterhaltungsorientierten Perspektive vernachlässigt werden.  

Personalisierung von Athlet:innen 

Ein weiteres Erkennungsmerkmal von Sportdokumentationen ist die Personalisierung der Athlet:innen. Das Format konzentriert sich häufig auf eine bzw. mehrere Personen, die diesen Sport ausüben. Oft stehen auch ganze Mannschaften oder Teams im Rampenlicht. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie erzählen ihre persönlichen Geschichten. Dadurch erscheint der Sport viel individualisierter, zugänglicher, nahbarer und emotionaler.  Zuschauer:innen identifizieren sich mehr mit den Personen hinter dem Sport als nur mit den sportlichen Abläufen davon. Dadurch wird gleichzeitig auch mehr Aufmerksamkeit auf den Sport gelenkt und aber auch zunehmend Unterhaltungselemente integriert. Persönliche Geschichten, Einblicke und Hintergründe sowie emotionale Interviews verstärken die Nähe zwischen Publikum und Sportler:innen, die sonst so unnahbar wirken. Es macht sie menschlicher. Gleichzeitig werden die Athlet:innen zu medialen Figuren, fast schon Schauspieler:innen, deren persönliche Entwicklung genauso wichtig wird, wie deren sportliche Leistungen. 

Infotainment

Ein weiteres Merkmal des Formats ist die Verbindung von Informationen und Unterhaltung – das sogenannte Infotainment. Sportdokumentationen sind eine Mischung aus Informationsvermittlung über den Sport und eine Form der Unterhaltung. Einerseits liefern sie Hintergründe, historische Entwicklungen oder erklären gesellschaftliche Zusammenhänge. Andererseits stehen vermehrt Unterhaltung, Emotionalisierung und Inszenierung im Vordergrund. Die Grenze zwischen journalistischen Dokumentationen und medialer Inszenierung verschwimmt zunehmend. Besonders populärere Sportdokumentationen konzentrieren sich verstärkt auf spektakuläre Geschichten und (emotionale) Konflikte als auf eine kritische, wissenschaftliche Analyse des Sports. 

Sportdokumentationen nutzen diese Spannungen und Konflikte gezielt aus. Dabei kann es sich um verschiedenste Dinge handeln: Rivalitäten zwischen Sportler:innen oder Mannschaften, Niederlagen, Verletzungen oder persönliche Krisen. Diese werden oft ausführlicher dargestellt, so dass ein späteres Erfolgserlebnis umso mehr und stärker wirkt. Sportdokumentationen werden vermehrt zu einem Trend der Streamingkultur, in der solche emotionalen Geschichten oder persönliche Konflikte eine viel zentralere Rolle spielen. Ein gutes und oft angeführtes Beispiel in dieser Blogbeitragsserie, ist „Drive to Survive“. 

Gleichzeitig bieten Sportdokumentationen auch einen Einblick in gesellschaftliche Werte und kulturelle Vorstellungen. Der Sport selbst dient oft als Symbol für Leistungsbereitschaft oder Disziplin. Außerdem wird er als nationale Identität dargestellt (siehe beispielsweise die Fußball-WM 2026). Das wird durch Inszenierungen oder das Infotainment noch zusätzlich verstärkt. Sportereignisse bilden oft eine Art Ritual für Menschen und ermöglichen gesellschaftliche Identifikationen. Besonders durch internationale Ereignisse wie die Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften (wieder: Fußball-WM 2026) wird die Nationalität und Kultur verstärkt dargestellt und inszeniert. Dadurch übernehmen Sportdokumentationen nicht nur eine unterhaltende Funktion, sondern haben auch einen prägenden Einfluss auf die Gesellschaft. 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Inszenierung, die Personalisierung und die Verbindung aus Information und Unterhaltung die zentralen Erkennungsmerkmale von Sportdokumentationen bilden. Auch die Dramatisierung und Emotionalisierung, sowohl das Bieten von gesellschaftlicher, kultureller oder nationaler Identifikation bilden dabei wichtige Punkte. Sportdokumentationen erschaffen eine andere mediale Realität, die Inszenierung eng mit Authentizität verbindet. Durch das Zunehmen von Streamingplattformen und der Serienkultur wird die Popularität des Formats wahrscheinlich weiterhin zunehmen. Gleichzeitig gewinnt es so neue Erzähl- und Darstellungsformen, die von der reinen Informationsverbreitung und Berichterstattung abweichen und sich zu einem eigenen Genre entwickelt. 

In meinem Werkstück sollen einige dieser Merkmale – zusammen mit denen einer One-Shot-Production – verbunden werden und einfließen. 

Quellen:

Bertling, C. (2008). Unterhaltung durch Sport und Medien – Eine Analyse der Darstellung des Sports als nichtfiktives Unterhaltungsangebot in der Bundesrepublik Deutschland. Deutsche Sporthochschule Köln.
https://fis-db.dshs-koeln.de/ws/portalfiles/portal/719607/Dissertation_Bertling_Christoph_2008.pdf

Gleich, U. (2000). Merkmale und Funktionen der Sportberichterstattung: Sport und Medien – ein ForschungsüberblickMedia Perspektiven, 11, 511–516.
https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2000/11-2000_Gleich.pdf

taz. (2021). Trend Sport-Dokumentationen.
https://taz.de/Trend-Sport-Dokumentationen/!5750323/

Umstätter, W. (1995). Sportwissenschaft und Mediendvs-Informationen.
https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/dvs-Info/1995/1995_2_umstaetter.pdf

Filmpuls. (2025.). Dramatisierung Sport im Film – Analyse.
https://filmpuls.info/dramatisierung-sport-im-film-analyse/

McDonald, I. (2007). Situating the sport documentaryJournal of Sport and Social Issues, 31(3), 293–314.
https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0193723507304608

Hesling, W. (1986). Artikel zur medialen Konstruktion des Sports / Sport als textuelle Realität.
https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/101269028602100208

Dieser Text basiert auf Literaturvorschlägen von Perplexity pro und wurde von ChatGPT korrigiert. Alle Inhalte wurden von mir selbst auf Richtigkeit und Relevanz überprüft und der Text selbst wurde von mir erstellt. Das Literaturverzeichnis wurde von ChatGPT erstellt. 

One-Shot-Sport-Dokumentation: Die Production 

Anmerkung: Dieser Blogbeitrag wurde etwas weniger wissenschaftlich und mehr subjektiv bzw. persönlich verfasst

Für den Dreh des Werkstücks der One-Shot-Sportdokumentation ging es am 24. April auf den Red Bull Ring in Spielberg. Das Porsche Cup Deutschland Team „Proton Competition“ hat sich bereit erklärt, für den Dreh einen Fahrer bereitzustellen. Das Team war mit rund 20 Leuten und fünf Fahrern für den österreichischen Bewerb der Rennserie angereist. Am Freitagnachmittag, zwischen freiem Training und den beiden Qualifying-Sessions des Wochenendes, war der Dreh des Werkstücks geplant. 

Die Ankunft 

Bereits sehr früh stellte sich durch diverse Gespräche heraus: Proton Competition ist es ein sehr entspanntes und cooles Team! Alle Planung und jedes Entgegenkommen wurden immer mit einem Satz beantwortet: „Du wirst Teil des Teams sein und wir richten uns nach dir!“. Das erleichterte den organisatorischen Teil des Werkstücks bereits in der Planung um einiges. 

Da das letzte freie Training am Freitag von 13:00 bis 14:00 Uhr stattgefunden hat, aber die beiden Qualifyings für die Rennen am Wochenende erst um 18:00 Uhr geplant waren, bot sich der Nachmittag perfekt für den Filmdreh an. Mit wenigen Erwartungen und viel Freude ging es also an den Red Bull Ring, um für einen Tag einem Traumjob nachzugehen. Bereits am Eingangstor erwartete mich ein Teammitglied von Proton Competition – Theresa. Auch sie ist noch Studentin und kümmert sich an den Rennwochenenden um alle organisatorischen Angelegenheiten. Mit einem Season 2026 Pass und einem Media-Parking-Ticket ging es dann weiter zum Parkplatz direkt vor dem Eingang der Rennstrecke. 

Wie bereits in vorherigen Blogposts erklärt, sind die Pitboxen des Porsche Sixt Carrera Cup Deutschlands in Spielberg durch die vielen Support-Rennserien der DTM „nur“ Zelte. Diese sind für alle Zuschauer:innen erreichbar, was die Rennserie im Allgemeinen sehr nahbar macht. Am Freitagnachmittag war am Red Bull Ring noch nicht so viel los, wie am Rest des Wochenendes, was das Filmen aus Platzgründen im Zelt später erleichtern würde. 

Zuallererst durfte ich das gesamte Team kennenlernen. Proton Competition besteht aus ca. 20 bis 25 Mitglieder, die an den Rennwochenenden dabei sind. Bis auf die CEO und Senior Engineer Positions, sind alle sehr jung und im Alter zwischen 18 und 25 – auch die Fahrer. Proton Competition hat fünf Fahrer: 

  1. Markus Amand, den Porsche Junior
  2. Keagan Masters, mein Interviewpartner und der derzeitige Championship-Leader 
  3. Dylan Yip, der temperamentvolle Rookie 
  4. Gustav Berström, dessen Vater ihm den Rennsport ermöglicht 
  5. Daniel Ros, der etwas ältere Schwede, der nicht in der Teamwertung fährt 

Nicht nur bei der Ankunft, sondern auch über den gesamten folgenden Samstag waren alle Teammitglieder außerordentlich freundlich und herzlich. Alle waren per Du und gaben mir das Gefühl, wirklich Teil des Teams zu sein. Außerdem durfte ich auch am Samstag mit Proton Competition das Rennen aus der Pitlane direkt an der Start-Ziel-Gerade verfolgen, sowie vor dem Start die Rennstrecke betreten. Auch am Freitagabend wurde ich zum Qualifying in die Pit eingeladen, was dem Sport eine ganz andere Bedeutung und Gefühl gibt. 

Der Dreh 

Durch das Post-Scrutineering, was nach jeder Bewegung des Autos auf der Strecke erfolgt, um zu sehen, ob alles regelkonform abgelaufen ist, verspätete sich der gesamte Zeitplan ein wenig. Trotzdem nahm sich Championship-Leader Keagan Masters sofort Zeit für das Projekt. Nachdem die Idee erklärt war, gingen wir in den großen Team-LKW, in dem sich auch das (Gott sei Dank klimatisierte) Büro bzw. Meeting-Raum befand, wo wir das Interview drehen konnten. Da Keagan aus Südafrika stammt, wurde dieses auf Englisch durchgeführt. Bei dem 8-minütigen Interview ging es vor allem um Emotionalität, Mentalität und die Bedeutung des Rennsports, um dem Werkstück einen emotionalen Touch zu verleihen und Gefühle hervorzurufen. Gleichzeitig soll es sowohl den Fahrer als auch den Sport näher an das Publikum bringen und ihn menschlich darstellen. 

Nach einem erfolgreichen Interview waren die Mechaniker des Teams gerade dabei das Auto auf das anstehende Qualifying vorzubereiten. Deshalb folgte ein sehr wichtiger Teil von One-Shot-Produktionen, der vor allem aus Zeitgründen sehr wichtig für das Projekt war: die Proben. Dabei ging es darum, Keagan den Ablauf zu zeigen und den Platz in der Box bestmöglich auszunutzen, ohne jemandem im Weg zu stehen. 

Fotos: Lorenz Rist

Learnings

Das Schrauben am Auto und die Proben führten dann zu einem kleinen Hindernis: Die eigentlich lange Zeit zwischen Training und Qualifying war zu einer beträchtlich kürzeren geschrumpft. Deshalb fehlte dieser wichtige Teil der Proben und der ausreichenden Zeit für einen perfekten Take. Trotzdem gab das Team mir zwei Versuche und die Möglichkeit, am Samstag gegebenenfalls nochmal zu Drehen. 

Ein weiteres Problem stellte die Größe von Keagan dar, die sich mit dem nicht so vorhandenen Platz manchmal im Video zeigt. Gleichzeitig wurde der Gimbal samt Kamera nach einer Zeit etwas schwer. Außerdem war ich trotz Proben zuhause und vor Ort nicht vertraut genug mit dem Gimbal, was das Drehen etwas erschwerte. 

Trotzdem war der Dreh ein Erfolg. Nicht nur war es ein Schnuppern von Traumberuf-Luft, sondern auch das Networken mit der Branche. Das Rohmaterial ist etwas wackelig, was aber gut zur Stimmung des Videos passt, und etwas kürzer als geplant (knappe zwei statt geplanten drei bis fünf Minuten). Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Produktionsteil des Werkstücks. 

Das Wochenende wurde noch mit einem Doppelsieg von Markus und Keagan am Samstag und einem zweiten und dritten Platz der beiden am Sonntag abgerundet. 

One-Shot-Sport-Dokumentation: Das Konzept & Pre-Production

Diese Blogpostreihe befasst sich mit One-Shot-Produktionen und Sport-Dokumentationen. Im Rahmen deren wird nun ein Werkstück erstellt, das beide Bereiche miteinander kombiniert: eine One-Shot-Sport-Dokumentation. Diese soll ungefähr fünf Minuten lang sein und in einem Shot aufgenommen werden, während sie gleichzeitig den Sport näherbringen soll. Der Sport, um den es geht, ist Motorsport. Genauer gesagt geht es um die Rennserie Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland und es wird dabei ein Fahrer eines deutschen Teams (Proton Huber Racing) begleitet. Das Ganze wird am Wochenende des 24. bis 26. Aprils am Red Bull Ring in Spielberg im Zuge des DTM-Rennens gefilmt.  

Warum sich Motorsport gut für eine One-Shot-Sport-Dokumentation eignet

Im Motorsport gibt es selbst viele One-Shots durch die Onboard-Aufnahmen. In fast jedem Auto sind mehrere Kameras angebracht, die für das gesamte Rennen genau dort bleiben und (im Idealfall) nicht bewegt werden. Auch wenn hier aus anderen Gründen mit One-Shot-Aufnahmen gearbeitet wird – nämlich, weil es schlichtweg nicht anders möglich ist, das Cockpit anders zu zeigen bzw. filmen – haben diese für das Publikum eine große Bedeutung. Dies ist im Rahmen dieses Werkstücks allerdings so nicht möglich, da ein Rennen – oder auch ein Training oder Qualifying – viel länger dauert als es der zeitliche Rahmen zulässt. 

Die Idee 

Onboard-Aufnahmen sind zwar ein sehr bedeutender Teil von Motorsport-Dokumentationen und auch für das Publikum, um ihnen eine gewisse Art der Immersion zu ermöglichen. Allerdings sind diese Aufnahmen vor allem für das Renngeschehen wichtig. Die Idee dieses Werkstücks besteht allerdings darin, dass die Momente, bevor der Fahrer (in diesem Fall wird es ein männlicher Fahrer sein) ins Auto steigt, gezeigt werden sollen. Was geht ihm dabei durch den Kopf? Wie bewusst ist er sich, dass theoretisch Schlimmes passieren kann? Erst am 18.04.2026 kam es beim ersten Rennen der ADAC 24-Stunden-Nürburgring-Qualifiers zu einem tödlichen Unfall. Sieben Fahrzeuge kollidierten miteinander, wobei einer der Fahrer seinen Verletzungen im Medical Center erlag. Ende März kam es in einer Porsche-Carrera-Cup Serie ebenfalls zu einem schweren Unfall, in dem sich ein Auto mehrmals überschlug und schließlich in einem Fangzaun kopfüber hängen blieb. Auch wenn dem Fahrer nichts passiert ist, und die Rennautos sich über die letzten Jahre sicherheitstechnisch sehr stark weiterentwickelt haben, ist Motorsport ein gefährliches Unterfangen. Es ist sowohl physisch als auch psychisch anstrengend. Wie geht der Fahrer damit mental um? Was geht ihm in den letzten Minuten – Sekunden – durch den Kopf? 

Das Ziel des Werkstücks ist es, diese Momente festzuhalten und in einer einzigen Einstellung aufzunehmen. Gleichzeitig soll ein gewisses Merkmal von Sport-Dokumentationen aufgegriffen werden: die Interviews. Auch wenn diese die Magie der Immersion einer One-Shot-Production etwas wegnehmen, sind sie ein bedeutender Teil von Sport-Dokumentationen. Allerdings soll das Interview – das die Gedanken des Fahrer widerspiegelt und mehr Einblicke geben soll – sich gut in die alltäglichen Geräusche des Paddocks einblenden. 

Die Kamera folgt dem Fahrer zuerst in die Box. In Spielberg bzw. beim DTM-Wochenende am Red Bull Ring sind diese durch die vielen verschiedenen Support-Serien und Teilnehmer:innen etwas anders als gewöhnlich. Außer den DTM-Autos, haben alle anderen Teams und Serien Zelte (oder aufgebaute Mobile-Homes) als Pits. Dadurch gibt es allerdings auch etwas weniger Platz – zum Filmen und Arbeiten – was eine Schwierigkeit darstellen könnte. Der Fahrer soll seinen normalen Tätigkeiten nachgehen: mit den Mechaniker:innen reden, mithelfen, sich Race-Ready machen. Die Kamera folgt ihm dabei die ganze Zeit und ist in manchen wichtigen Momenten, wie beispielsweise das Anziehen des Helms, näher am Geschehen. Enden soll das Video damit, dass der Fahrer ins Auto einsteigt und die Türe zugemacht wird – der Moment, in dem das Rennen, Training, Qualifying etc. beginnen würde. 

Das Equipment 

Für das Werkstück habe ich mich dazu entschieden, meine eigene Kamera zu verwenden (Sony FX30), da ich damit auch in Zukunft arbeiten muss bzw. darf. Außerdem erweist sich die Sony FX30 nicht nur als klein und handlich, sondern sie ist auch vom Gewicht nicht so schwer. Außerdem wird ein Gimbal (DJI RS 4 Pro) als Unterstützung und Versicherung der Qualität hinzugezogen. Als Mikrofone werden ebenfalls welche von DJI (Wireless) verwendet. 

Vorbereitung 

Zur Vorbereitung wurden die Shots mehrfach geübt, um sich nicht nur mit dem Equipment, sondern auch der Reihenfolge und dem Ablauf bekannt bzw. vertraut zu machen. Bei One-Shot-Productions ist die Vorbereitung das A und O. Trotzdem wird sich eventuell beim Dreh einiges ändern. Das kann an Platz-Gründen und/oder Team-Entscheidungen bzw. -Abläufen liegen. Motorsport hat eine sehr schnelle Arbeitsumgebung (und das nicht nur wegen dem Highspeed der Autos). Alle Abläufe müssen stimmen und Hand in Hand gehen, um Fehler zu vermeiden und Sicherheit und Risiken zu minimieren. Daran muss sich auch während des Drehs angepasst und gehalten werden, weshalb sich gegebenenfalls einige Dinge kurzfristig ändern könnten.

Der Dreh wird am Freitag, 24.04., nachmittags zwischen dem freien Training und dem Renn-Qualifying stattfinden. Als Zeit wurde dafür der gesamte Nachmittag eingeplant. 

Quellen & Abbildungen 

Storyboard: Valentina Lohr 

Kronen Zeitung. (2026, 30. März). Ralf Rangnick ist tipp3-Trainer des Jahres. https://www.krone.at/4092632

ARD Tagesschau. (2026, 18. April). Todesfall nach Unfall am Nürburgring. https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/unfall-nuerburgring-todesfall-100.html

Warum Motorsport? Hintergrundinformationen zum Werkstück 

Für das Werkstück dieser Blogpost-Reihe über One-Shot-Produktionen und Sport-Dokumentationen wurde endlich eine Sportart auserwählt: Motorsport. Motorsport umfasst allerdings eine große Bandbreite an verschiedenen Disziplinen. Eine davon ist der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland, der von 24. bis 26. April als Teil der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) am Red Bull Ring in Spielberg stattfindet. Im Rahmen des Werkstücks wird dabei ein spezifisches Team begleitet und der Protagonist des Videos sein: das deutsche Team Proton Huber Competition.

Was ist der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland? 

Bereits im Jahr 1990 startete die Rennserie „Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland“, wie der Name schon sagt, in Deutschland als Markenpokal des Porsche-Modells 911. Dabei handelt es sich um ein 30-minütiges Sprintrennen in einem professionellen Umfeld. Es ist der älteste Porsche Markenpokal der Welt und ist bekannt für spannende Duelle zwischen ambitionierten Nachwuchstalenten aus dem Motorsport. 

Dieses Jahr gibt es einige Änderungen und der neue Porsche 911 Cup feiert im April in Imola, Italien, im Zuge der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) seine Premiere. Am Start stehen 31 Fahrer:innen von neun Teams, die teilweise an zwei voneinander getrennten Meisterschaften teilnehmen. Im Laufe des Jahres gibt es sechs weitere Stationen im Rennkalender. Unter anderem auch die DTM in Spielberg oder am Nürburg- und Hockenheimring. 

Die neuen Änderungen beziehen sich vor allem auf das Auto selbst: Das neue Porsche 911 Modell erhielt umfangreiche Modifikationen im Design und wird von einem 4.0 Liter großen Sechszylinder angetrieben. Dadurch steigert sich die Performance des Autos. Gleichzeitig gibt es ein vereinfachtes Handling sowohl für die Teams als auch für die Fahrer:innen. 18 der 31 Teilnehmenden stehen zum ersten Mal vor einer vollen Saison im deutschen Carrera Cup. 

Insgesamt gibt es zwölf Porsche Carrera Cup Serien, die in verschiedenen Teilen der Welt. Alle Rennautos dieser Serie sind ident, da sie ausschließlich dem 911 GT3 Cup vorbehalten sind. 

Rennkalender der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland Serie der Saison 2026

Proton Huber Competition 

2016 gründete Christoph Huber „Huber Racing“, nachdem er bei Porsche-Rennlegende Walter Lechner bereits seit sechs Jahren agierte. Lechner half Huber auch dabei den Traum vom eigenen Rennstall wahr werden zu lassen. Seit der Gründung ist Huber Racing ein fester Bestandteil der Porsche Carrera Cup Serie und konnte bereits unzählige Podeste, Siege und Titel einfahren. Mit Beginn der Saison 2024 schloss sich Huber Racing mit Proton Competition in einem Joint Venture zu Proton Huber Competition zusammen. Unter diesem Namen geht das Team seither an den Start. Mit dem Fahrer Larry ten Voorde verlief die Porsche Carrera Cup Deutschland Saison dabei mehr als erfolgreich: Sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung krönte sich der Rennstall zum Champion. Im August 2025 zog sich Teamgründer Christoph Huber aus dem operativen Geschäft zurück, nachdem Huber Racing bzw. Proton Huber Racing mehr als ein Jahrzehnt an der Spitze stand und sah die erfolgreiche Saison als guten Ausstiegspunkt. Für die 2026 Saison gehen Youngster Theo Oeverhaus, Jaap van Lagen und Gustav Burton an den Start. 

Proton Huber Racing Porsche 911

Warum Motorsport? 

Im Jahr 2021 wurde der Dokumentarfilm „Schumacher“ auf Netflix veröffentlicht, die sich um den ehemaligen und erfolgreichsten Formel 1 Fahrer der Geschichte dreht: Michael Schumacher. Die Dokumentation liefert Eindrücke in die Persönlichkeit und das Leben des seit 2013 im Koma liegenden Deutschen. Obwohl ich, die Autorin dieser Blogpostreihe, zuvor wenig mit Motorsport zu tun hatte, fesselte mich diese Dokumentation und noch in derselben Nacht wurde ich eine von Vielen. Denn nach „Schumacher“, schaute ich „Drive to Survive“, die Netflix-Serie über die Formel 1. Seit diesem Tag – bzw. dieser Nacht – ist der Motorsport für mich persönlich nicht mehr wegzudenken. Dabei war ich nicht die einzige: Wie bereits in früheren Blogposts erwähnt, brachte Drive to Survive unzählige Tausend neue Fans in den Sport. Die Formel 1 gilt als Königsklasse des Motorsports und ihre Wurzeln reichen bis in die 1920er Jahre zurück. Seitdem ist nicht nur das Publikum enorm gewachsen, sondern auch die Popularität von Motorsport im Allgemeinen ist gestiegen. Das zeigt sich auch durch die Präsenz in den sozialen Medien bzw. im Internet generell. Außerdem ist Motorsport auch eine der Schlüsselkomponenten im ESport.  

Nachdem ich mit Beginn meines Studiums auch dem Studierendenverein der FH JOANENUM, „Joanneum Racing Graz“, beigetreten bin, war für mich klar, dass ich am liebsten im Motorsport arbeiten würde. Sport im Allgemeinen – dazu gehörten Fußball, Reiten, Turnen, Tennis und Schwimmen – war seit meiner Kindheit ein fester Bestandteil des Unterhaltungs- und Freizeitprogramms. Auch wenn der Motorsport erst viel später dazugekommen ist, ist er nun trotzdem einer meiner liebsten Interessen. Ein weiterer Punkt, der dafürspricht, ist, dass Motorsport neben dem Reitsport die einzige Sportart ist, in der Frauen und Männer gleichberechtigt gegeneinander antreten dürfen (trotzdem gibt es aus biologischen bzw. körperlichen und auch patriarchalen Gründen sehr wenige Frauen im Motorsport). 

Action, Zusammenarbeit, Köpfchen und Teamgeist ist für mich die perfekte Mischung für eine Sportart. Das Werkstück für ein professionelles Racing-Team zu machen (noch dazu für meine liebste Automarke) ist für mich ein großer Schritt in Richtung meines Traumberufs, der nicht nur meine Interessen, sondern auch die Themen meiner Blogposts bestens miteinander vereint. 

Quellen & Abbildungen:

Porsche AG. (2026). Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland: Saison-Vorschauhttps://newsroom.porsche.com/de/2026/motorsport/porsche-sixt-carrera-cup-deutschland-saison-vorschau-42001.html

Porsche AG. (o. D.). Carrera Cup Deutschland – About the serieshttps://racing.porsche.com/de-DE/carrera-cup-deutschland-about-the-series

Porsche AG. (o. D.). International one-make series: Carrera Cupshttps://racing.porsche.com/de-DE/international-one-make-series/carrera-cups

Huber Racing. (o. D.). Über unshttps://huberracing.de/ueber-uns/

Porsche AG. (o. D.). PMSC Proton Huber Competitionhttps://racing.porsche.com/de-DE/teams/pmsc-proton-huber-competition

Motorline.cc. (2022). Warum Motorsport für uns kaum mehr wegzudenken ist – Die Faszination der Geschwindigkeithttps://www.motorline.cc/motorsport/2022/Last-but-not-least/Warum-Motorsport-für-uns-kaum-mehr-wegzudenken-ist-Die-Faszination-der-Geschwindigkeit-259280.html

Dieses Literaturverzeichnis wurde von ChatGPT erstellt. 

Das Besondere an Sportdokumentationen 

Während die Auswahl der Sportart für das Werkstück dieser Blogbeitragsreihe noch ansteht, ist es für das Konzept des One-Shot-Videos wichtig, die zentralen Aspekte und Merkmale von Sportdokumentationen zu kennen. Vor allem in den letzten Jahren hat sich das Genre zu einem festen Bestandteil der audiovisuellen Medienlandschaft, aber auch in der sportlichen Welt entwickelt. Bei Sportdokumentationen werden reale Ereignisse mit narrativen, aus fiktionalen Filmen bekannten Strukturen verknüpft, wodurch Spannung, Authentizität und eine dramaturgische Inszenierung entstehen. Dadurch werden Sportdokumentationen zu einem eigenen, besonderen Genre, was in das Konzept des Werkstücks eingearbeitet wird.

Sport als Geschichte

Wie bereits erwähnt, sind narrative Strukturen und Storytelling ein essenzielles Merkmal von Sportdokumentationen. Wie eben auch viele andere Filmgenres, folgen sie einem klassischen Storytelling-Aufbau mit einem Konflikt und dessen (Auf-) Lösung. Dabei steht der sportliche Wettkampf oft im Mittelpunkt und wird als erzählerischer Kern genutzt. Dies erzeugt Spannung und schafft gleichzeitig eine emotionale Bindung. Gleichzeitig ist die Personalisierung der Sportler:innen ein weiterer wichtiger Aspekt. Die Athlet:innen werden wie Schauspieler:innen inszeniert und ihre Persönlichkeit bzw. ihre persönlichen Geschichten stehen oft im Vordergrund. Diese Individualisierung führt dazu, dass sich das Publikum mit den Sportler:innen identifizieren kann. Außerdem können so Konflikte nicht nur auf der sportlichen, sondern auch auf der persönlichen Ebene durch Verletzungen, Rivalen oder Leistungsdruck behandelt werden. 

Andererseits ist die Balance zwischen Authentizität und Inszenierung ein zentraler Kritikpunkt bei Sportdokumentationen. Es muss ein guter Kompromiss zwischen Realität und das Einsetzen von filmischen Mitteln gefunden werden, um weder den Sport falsch darzustellen noch die erzählerische Wirkung zu verlieren. Oft ist dies in Sportdokumentationen eine Mischung aus Original- oder On-Board-Aufnahmen, sowie Behind-the-Scenes-Material und gezielten Techniken, wie beispielsweise Schnitt, Musik oder Sound-Effekte. 

Das Storytelling wird auch in bei dem Werkstück dieser Blogbeiträge eine entscheidende Rolle spielen. Dabei wird der Fokus daraufgelegt, wie man den Sport durch die One-Shot-Einstellungen und Storytelling möglichst gut inszenieren und emotionalisieren kann. 

Visuelle Gestaltung 

Ein wesentliches Merkmal des Genres ist die dynamische, aktive visuelle Gestaltung: Sportdokumentationen zeichnen sich durch eine intensive und oft einzigartige bzw. innovative Kameraführung aus. Oft werden bewegte Kameras, Slow Motions oder auch Nahaufnahmen gewählt, um die physische Intensität einer Sportart spür- und sichtbarer zu machen. Dabei dient die Bildsprache nicht nur zur Informationsvermittlung, sondern auch der Emotionalität. Zeitlupen werden beispielsweise dann eingesetzt, wenn entscheidende Momente stärker hervorgehoben werden sollen oder mehr Details für das Publikum sichtbar gemacht werden wollen. Ungewöhnliche Perspektiven, wie beispielsweise Kameras in den Helmen von Formel 1-Fahrern erzeugen Immersion, während wiederum andere Einstellungen, wie Kameras auf Augenhöhe, Nähe zu den Sportler:innen schaffen. 

Dieser Aspekt wird im Konzept des Werkstücks nicht so eine große Bedeutung haben, da nur mit einer Kamera gearbeitet werden wird (durch den One-Shot-Aspekt). Trotzdem spielen Perspektiven eine große Rolle.

Der Ton macht die Musik: die Rolle von Interviews

In fast allen Sportdokumentationen gelten Interviews als zentrales Stilmittel. Sie begleiten bzw. untermalen die dynamischen Aufnahmen und bringen wichtige Hintergrundinformationen. Außerdem werden dadurch Emotionen besser vermittelt und die narrative Struktur sowie das Storytelling unterstützt. Gleichzeitig spiegeln sie die Persönlichkeit der Athlet:innen wider. Oft werden Interviews mit anderen Szenen, beispielsweise aus dem Archivmaterial oder aber auch Action-Szenen, kombiniert, um eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. 

Vor allem für die Planung des Werkstücks ist das von großer Bedeutung. Durch die One-Shot-Einstellung ist es schwierig gleichzeitig ein Interview-Setting zu gestalten. Deshalb soll das Footage von einer Audio im Hintergrund begleitet bzw. unterlegt sein, um auch diesen Part von Sportdokumentationen wieder aufzugreifen.

Emotionalität und Identifikation durch Sound 

Eines der wesentlichen Ziele von Sportdokumentationen ist die Erzeugung von emotionalen Reaktionen und Identifikation. Diese wird durch verschiedene Aspekte erzeugt, darunter die Musik und Sound-Effekte, der Schnitt oder die dramaturgische Inszenierung. Insbesondere die Darstellung von Höhe-, Tief- oder Wendepunkten spielt dabei eine zentrale Rolle: Sowohl Siege als auch Niederlagen werden in Sportdokumentationen oft gezielt inszeniert, um eine maximale emotionale Wirkung zu erzielen. Oft wird auch mit Gegensätzen bzw. Kontrasten gearbeitet: Erfolg steht Misserfolg gegenüber, sowie die Hoffnung der Enttäuschung. Durch diese persönlichen Einblicke und emotionale Momente wird Nähe geschaffen, die über den Sport hinausgeht. Somit identifiziert sich das Publikum mit den Athlet:innen.

Der Einfluss der Serien 

In den letzten Jahren gab es vermehrt Sportdokumentationen im Serienformat auf Streaming-Plattformen. Ein Beispiel dafür ist Drive to Survive oder aber auch Break Point. Diese ermöglichen dem Publikum eine noch tiefere Auseinandersetzung mit dem Sport, seinen Akteur:innen und den behandelten bzw. dargestellten Themen. Durch die episodische Struktur können Entwicklungen, (Miss-) Erfolge und Ereignisse ausführlicher dargestellt werden, was zu einer stärkeren Publikumsbindung führt. Außerdem können auch die Athlet:innen besser und näher kennengelernt werden, was wiederum zu einer höheren Identifikation führt. Durch das moderne Serienformat verstärkt sich jedoch auch der Dokus auf narrative Dramaturgie, wodurch die Grenzen zwischen Dokumentation und Unterhaltung weiter verschwimmen.  

Wiederkehrende Themen 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Genre „Sportdokumentation“ durch wiederkehrende Merkmale geprägt ist. Dazu gehören eine klare narrative Struktur und Storytelling, eine Kombination zwischen Authentizität und Inszenierung, eine dynamische und prägende visuelle Gestaltung sowie der gezielte Einsatz von emotionaler Dramaturgie. Sportdokumentationen erfüllen zwei Funktionen gleichzeitig: Sie dokumentieren reale sportliche Ereignisse und interpretieren diese zugleich auf eine emotionale, ansprechende Weise. 

Quellen: 

University of Waterloo. (o. J.). Kinema article. https://openjournals.uwaterloo.ca/index.php/kinema/article/download/1320/1730?inline

Factual America. (o. J.). The art of the sports documentary. https://www.factualamerica.com/filmmaking/the-art-of-the-sports-documentary

Morton, R. C. (o. J.). How to shoot a sports documentary. https://www.robertcmorton.com/how-to-shoot-a-sports-documentary/

Melrose, J. (2025, July 19). Top tips shooting sports documentaries. https://www.jamesmelrosedop.com/2025/07/19/top-tips-shooting-sports-documentaries/

The Guardian. (2025, March 12). Formula 1: Drive to Survive … apex of TV documentaries. https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2025/mar/12/formula-1-drive-to-survive-netfllix-apex-of-tv-documentaries

TasteRay. (o. J.). Sports documentary movies. https://www.tasteray.com/articles/sports-documentary-movies

Dieser Text basiert auf Literaturvorschlägen von Perplexity pro und wurde von ChatGPT korrigiert. Alle Inhalte wurden von mir selbst auf Richtigkeit und Relevanz überprüft und der Text selbst wurde von mir erstellt.

Anmerkung: Post wurde NACH der Erstellung des Werkstücks nochmal überarbeitet

Sportdokumentation als One-Shot-Produktion? 

Die vergangenen zehn Blogbeiträge aus dem ersten Semester haben sich um die zwei großen Themen „Sport-Dokumentationen“ und „One-Shot-Productions“ gedreht. Vor allem die beiden Serien „Drive to Survive“ und „Adolescence“ sind dabei vermehrt vorgekommen und wurden als Vorzeigebeispiele verwendet. Doch wie lassen sich diese beiden Themen zusammenführen und verbinden? Ist es möglich eine Geschichte im dokumentarischen Stil über eine Sportart zu erzählen und das nur einem einzigen Take? Diese Herausforderung wird der Inhalt der nächsten zehn Blogbeiträge sein und am Ende dieses Semester (hoffentlich) zu einem positiven Ergebnis führen. 

Was bisher geschah…

Sowohl One-Shot-Produktionen als auch Sport-Dokumentationen spielen eine wichtige Rolle im Filmgeschehen. One-Shot-Filme gab es schon etwas länger: 1948 kam der Spielfilm „Rope“ von Alfred Hitchcock heraus, der als erste die One-Shot-Einstellung nutzte, auch wenn dabei in mehreren 10-Minuten-Takes gedreht und mit sogenannten invisible cuts gearbeitet wurde. Invisible Cuts sind Schnitte, die das Publikum weder sieht noch bemerkt. Sie dienen dazu, dass eine Aufnahme kontinuierlich und ohne Pause erscheint. One-Shot-Produktionen sind nicht nur für die gesamte Filmcrew extrem anstrengend, sondern auch für die Akteur:innen, die vor der Kamera stehen. Solche Produktionen erfordern viel Aufwand, Logistik und Proben. Die neueste One-Shot-Produktion ist die Netflix-Serie Adolescence, die 2025 auf der Streamingplattform erschien. In Interviews erzählen sowohl die Schauspieler:innen als auch Kameramenschen und der Regisseur von den stundenlangen – bzw. wochenlangen – Proben und den kräftezerrenden Drehtagen. Auch über das verwendete Equipment wurde viel nachgedacht, um es den Kameramenschen so einfach und vor allen Dingen leicht wie möglich zu machen. Für das Publikum haben One-Shot-Produktionen einen immersiven Effekt: Es glaubt Teil des Geschehens zu sein und alles in Echtzeit zu erleben. Gleichzeitig können kontinuierliche Einstellungen auch ein Gefühl der Langeweile hervorrufen, welches es durch gezieltes Storytelling zu vermeiden gilt. 

Auch Sport-Dokumentationen sind sehr beliebt, was beispielsweise die Netflix-Serie „Drive to Survive“ zeigt. Sie zeigt einzigartigen Behind-the-Scences-Content der Formel 1 und brachte hunderttausende neue Fans in den Sport. Auch Sportdokumentationen haben ein hohes Immersionspotenzial. Das Publikum entwickelt eine andere Sichtweise und Identifikationsgefühl gegenüber der Athlet:innen und den dahinterstehenden Teams. Die Sportarten profitieren sowohl von den kommerziellen Aspekten als auch von den neugewonnenen Fans. Gleichzeitig bringt es Publikum und unnahbar scheinende Sportler:innen näher zusammen. Vor allem durch Storytelling lassen sich Sport-Dokumentationen lenken und es beeinflusste die Zuschauer:innen nochmal auf eine intensivere Weise. Auch Sport-Dokumentationen nutzen eine Form von One-Shot durch ihre Onboard- bzw. Go-Pro-Aufnahmen. Auch wenn diese aus anderen Gründen in einem einzigen Take aufgenommen werden, sind es kontinuierliche Aufnahmen. 

Thema des Werkstücks

Sowohl Sportdokumentationen als auch One-Shot-Produktionen profitieren beide von emotionalem Storytelling. Außerdem nutzen Sport-Dokumentationen (ungewollt) ebenso One-Shot-Aufnahmen für eine stärkere Immersion des Publikums, die auch bei ganzen One-Shot-Produktionen eine große Rolle spielt. Somit ist das Ziel des Werkstücks der folgenden Blogbeiträge diese beiden Themen zu verbinden und zusammenzuführen. Am Ende soll ein etwa ein- bis dreiminütiges One-Shot-Dokumentarvideo entstehen, bei dem es um eine Sportart geht. Diese soll dabei auf an Dokumentarserien angelehntes Storytelling dem Publikum nähergebracht werden. Welche Sportart es am Ende des Tages sein wird, steht noch in der Planung und wird in den folgenden Blogbeiträgen genauer erläutert und entschieden. 

Vorläufige Timeline

Da Ende Juni ein kurzer One-Shot-Sport-Dokumentarfilm fertig sein soll (bzw. muss), ist die Timeline etwas knapp. Im Laufe des nächsten Monats soll die Planung und das Storyboard des Videos stehen und eine Sportart ausgewählt sein. Im April werden Kameras, Gimbals und andere technische Mittel ausgetestet und -probiert, um was passende Werkzeug für den anstehenden Dreh zu finden. Auch mit der/dem Sportler:in werden Proben und Meetings durchgeführt, um alle Beteiligten so gut wie möglich vorzubereiten. Der Dreh soll spätestens im Mai stattfinden und so effizient und „leicht“ (auch in Bezug auf das Equipment) wie möglich gestaltet werden. Die verbleibende Zeit bis zur Abgabe des Werkstücks soll für die Postproduktion aufgewendet werden. 

Zusammenfassung und Moods

Das Endprodukt soll ein etwa zweiminütiger One-Shot-Film sein, der einen guten Einblick in die ausgewählte Sportart zeigt und von gutem Storytelling profitiert. Außerdem wird sich gegebenenfalls mit invisible cuts ausprobiert, um etwa andere technische Mittel einzusetzen und das Potenzial von One-Shot-Produktionen weiter auszureizen. Als Moods dient dabei das untenstehende Moodboard. Die Farben bzw. der Stil sollen warm sein und dem „cinematic“-Look folgen. Außerdem soll damit ein Gefühl des Sommers bzw. Frühlings vermittelt werden, sofern es die Sportart zulässt. In der engeren Auswahl stehen zurzeit Rennradfahren, Laufen, Air-Hoop, Akrobatik oder der Reitsport. 

Die Zusammenfassung der vorherigen Blogposts sind mit meinem hängengebliebenen Wissen entstanden und überprüft worden. Die Quellen dazu finden sich in den vergangenen Blogposts zu den Themen .