One-Shot-Sport-Dokumentation: Die Production 

Anmerkung: Dieser Blogbeitrag wurde etwas weniger wissenschaftlich und mehr subjektiv bzw. persönlich verfasst

Für den Dreh des Werkstücks der One-Shot-Sportdokumentation ging es am 24. April auf den Red Bull Ring in Spielberg. Das Porsche Cup Deutschland Team „Proton Competition“ hat sich bereit erklärt, für den Dreh einen Fahrer bereitzustellen. Das Team war mit rund 20 Leuten und fünf Fahrern für den österreichischen Bewerb der Rennserie angereist. Am Freitagnachmittag, zwischen freiem Training und den beiden Qualifying-Sessions des Wochenendes, war der Dreh des Werkstücks geplant. 

Die Ankunft 

Bereits sehr früh stellte sich durch diverse Gespräche heraus: Proton Competition ist es ein sehr entspanntes und cooles Team! Alle Planung und jedes Entgegenkommen wurden immer mit einem Satz beantwortet: „Du wirst Teil des Teams sein und wir richten uns nach dir!“. Das erleichterte den organisatorischen Teil des Werkstücks bereits in der Planung um einiges. 

Da das letzte freie Training am Freitag von 13:00 bis 14:00 Uhr stattgefunden hat, aber die beiden Qualifyings für die Rennen am Wochenende erst um 18:00 Uhr geplant waren, bot sich der Nachmittag perfekt für den Filmdreh an. Mit wenigen Erwartungen und viel Freude ging es also an den Red Bull Ring, um für einen Tag einem Traumjob nachzugehen. Bereits am Eingangstor erwartete mich ein Teammitglied von Proton Competition – Theresa. Auch sie ist noch Studentin und kümmert sich an den Rennwochenenden um alle organisatorischen Angelegenheiten. Mit einem Season 2026 Pass und einem Media-Parking-Ticket ging es dann weiter zum Parkplatz direkt vor dem Eingang der Rennstrecke. 

Wie bereits in vorherigen Blogposts erklärt, sind die Pitboxen des Porsche Sixt Carrera Cup Deutschlands in Spielberg durch die vielen Support-Rennserien der DTM „nur“ Zelte. Diese sind für alle Zuschauer:innen erreichbar, was die Rennserie im Allgemeinen sehr nahbar macht. Am Freitagnachmittag war am Red Bull Ring noch nicht so viel los, wie am Rest des Wochenendes, was das Filmen aus Platzgründen im Zelt später erleichtern würde. 

Zuallererst durfte ich das gesamte Team kennenlernen. Proton Competition besteht aus ca. 20 bis 25 Mitglieder, die an den Rennwochenenden dabei sind. Bis auf die CEO und Senior Engineer Positions, sind alle sehr jung und im Alter zwischen 18 und 25 – auch die Fahrer. Proton Competition hat fünf Fahrer: 

  1. Markus Amand, den Porsche Junior
  2. Keagan Masters, mein Interviewpartner und der derzeitige Championship-Leader 
  3. Dylan Yip, der temperamentvolle Rookie 
  4. Gustav Berström, dessen Vater ihm den Rennsport ermöglicht 
  5. Daniel Ros, der etwas ältere Schwede, der nicht in der Teamwertung fährt 

Nicht nur bei der Ankunft, sondern auch über den gesamten folgenden Samstag waren alle Teammitglieder außerordentlich freundlich und herzlich. Alle waren per Du und gaben mir das Gefühl, wirklich Teil des Teams zu sein. Außerdem durfte ich auch am Samstag mit Proton Competition das Rennen aus der Pitlane direkt an der Start-Ziel-Gerade verfolgen, sowie vor dem Start die Rennstrecke betreten. Auch am Freitagabend wurde ich zum Qualifying in die Pit eingeladen, was dem Sport eine ganz andere Bedeutung und Gefühl gibt. 

Der Dreh 

Durch das Post-Scrutineering, was nach jeder Bewegung des Autos auf der Strecke erfolgt, um zu sehen, ob alles regelkonform abgelaufen ist, verspätete sich der gesamte Zeitplan ein wenig. Trotzdem nahm sich Championship-Leader Keagan Masters sofort Zeit für das Projekt. Nachdem die Idee erklärt war, gingen wir in den großen Team-LKW, in dem sich auch das (Gott sei Dank klimatisierte) Büro bzw. Meeting-Raum befand, wo wir das Interview drehen konnten. Da Keagan aus Südafrika stammt, wurde dieses auf Englisch durchgeführt. Bei dem 8-minütigen Interview ging es vor allem um Emotionalität, Mentalität und die Bedeutung des Rennsports, um dem Werkstück einen emotionalen Touch zu verleihen und Gefühle hervorzurufen. Gleichzeitig soll es sowohl den Fahrer als auch den Sport näher an das Publikum bringen und ihn menschlich darstellen. 

Nach einem erfolgreichen Interview waren die Mechaniker des Teams gerade dabei das Auto auf das anstehende Qualifying vorzubereiten. Deshalb folgte ein sehr wichtiger Teil von One-Shot-Produktionen, der vor allem aus Zeitgründen sehr wichtig für das Projekt war: die Proben. Dabei ging es darum, Keagan den Ablauf zu zeigen und den Platz in der Box bestmöglich auszunutzen, ohne jemandem im Weg zu stehen. 

Fotos: Lorenz Rist

Learnings

Das Schrauben am Auto und die Proben führten dann zu einem kleinen Hindernis: Die eigentlich lange Zeit zwischen Training und Qualifying war zu einer beträchtlich kürzeren geschrumpft. Deshalb fehlte dieser wichtige Teil der Proben und der ausreichenden Zeit für einen perfekten Take. Trotzdem gab das Team mir zwei Versuche und die Möglichkeit, am Samstag gegebenenfalls nochmal zu Drehen. 

Ein weiteres Problem stellte die Größe von Keagan dar, die sich mit dem nicht so vorhandenen Platz manchmal im Video zeigt. Gleichzeitig wurde der Gimbal samt Kamera nach einer Zeit etwas schwer. Außerdem war ich trotz Proben zuhause und vor Ort nicht vertraut genug mit dem Gimbal, was das Drehen etwas erschwerte. 

Trotzdem war der Dreh ein Erfolg. Nicht nur war es ein Schnuppern von Traumberuf-Luft, sondern auch das Networken mit der Branche. Das Rohmaterial ist etwas wackelig, was aber gut zur Stimmung des Videos passt, und etwas kürzer als geplant (knappe zwei statt geplanten drei bis fünf Minuten). Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Produktionsteil des Werkstücks. 

Das Wochenende wurde noch mit einem Doppelsieg von Markus und Keagan am Samstag und einem zweiten und dritten Platz der beiden am Sonntag abgerundet. 

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