Topic: Production Design
Nachdem der Plan für das Set Design einigermaßen erstellt und durchdacht wurde, ist es nun an der Zeit, die groben Skizzen in klarere und genauere Skizzen umzuwandeln.
Die Skizziereigenheit
Lustigerweise habe ich in meinen bisherigen Projekten eine eigene Art entwickelt, wie ich an diese finale Skizze herangehe. Aus irgendeinem Grund hat es sich bei mir eingebürgert, dass ich Einrichtungsgegenstände und teils auch unwichtige Dekoelemente in Blau darstelle und die Requisiten und die für die Szene wichtigeren Set-Dressing-Elemente in Rot hinzufüge. Das gibt mir selbst während der Gestaltungsphase einen besseren Überblick, was bereits vorhanden ist und wie wichtig es für die Szene ist.

Im zweiten Schritt wird dies dann für gewöhnlich in Schwarz umgewandelt, damit die Gesamtheit der Szene und der von Farben unbeeinflusste Eindruck erkennbar wird.

Neue Elemente
Wie auf den fertigen Skizzen zu sehen ist, sind im Vergleich zu den ersten Zeichnungen noch einige weitere Elemente dazugekommen. An der linken Wand wurden noch Bilder hinzugefügt, um das Gleichgewicht der Szene ein bisschen auszupendeln. Davor war die Gestaltung sehr rechtslastig. Durch diese beiden kleinen Bilderrahmen wird die Balance wieder etwas hergestellt.
Auf der gegenüberliegenden Wand wurde außerdem eine Uhr angebracht und an der Vorderseite des Tresens finden sich zwei Plakate wieder. An und für sich hätten noch einige weitere Dekorationselemente hinzugefügt werden können, doch ich habe mich dazu entschieden, den Raum so zu belassen, da ich nicht denke, dass Mrs. Ascher das Geld und die Muße für eine weitere Gestaltung ihres Shops gehabt hätte.
Die Visualisierung
Nachdem die finale Skizze fertiggestellt wurde, stellt sich die Frage, wie dieser Raum nun in Echt aussehen könnte. Da etwa der Bau eines 3D-Modells den Rahmen dieses Projektes sprengen würde, habe ich mich dazu entschieden, die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts zu testen. Mithilfe des AI Tooklits von Artlist.io wurde somit meine Skizze zum Leben erweckt (der Prompt ist am Ende angefügt).

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir nicht besonders viel erwartet habe, doch ich muss zugeben, dass das Ergebnis einigermaßen gut an meine Vorstellung herankommt. Die gewählten Materialien weichen etwas von meiner Vision ab (bei der Farbe des Holzes beispielsweise). Auf den ersten Blick scheint auch die Gestaltung des Set Dressings passabel ausgeführt, doch auch hier schießt die KI an einer guten Umsetzung vorbei. Sowohl die Zeitungen als auch die Plakate weisen teilweise wilde Wortkombinationen auf. Außerdem wurden die Schubladen im Regal nicht erkannt, weitere Waren hinzugefügt und die Gläser mit den Süßigkeiten wurden mit in Plastik vorverpackten Bonbons gefüllt, was in den 1930er Jahren noch nicht so üblich war. Dennoch entsteht ein erster Eindruck, wie der Raum im Film wirken könnte.
Conclusio
Es zeigt sich, dass auch im Bereich des Set Designs KI hilfreich sein kann, um einen ersten Eindruck davon zu vermitteln, wie der Raum im Film wirken wird. Dennoch sollte sie nicht die Planung des Raumes übernehmen (schließlich wäre in diesem Fall ja auch der ganze Spaß für die Set Designer:innen weg 🙂 ) und auch bei der Visualisierung im Zusammenhang mit eigenhändig erstellten Skizzen muss beachtet werden, dass Ungenauigkeiten und Abweichungen immer wieder vorkommen.
KI-Prompt:
Das ist die Skizze eines englischen Tobacco Shops aus dem Jahr 1935. Zu sehen sind Regale mit Zigaretten, Pfeifen sowie sonstigen Tabakwaren. Im linken hinteren Bereich des Bildes ist eine Tür mit einem kleinen Glasfenster im oberen Drittel zu sehen. Auf dem Tresen befinden sich eine alte Registrierkasse, ein aufgeschlagener ABC Railway Guide, Gläser mit Süßwaren sowie ein Zeitungsaufsteller. Die Einrichtung wirkt alt und abgestoßen. Das Licht ist schwach. Erstelle ein realistisches Bild und halte dich dabei vollständig an die dargestellten Elemente sowie die Aufteilung der Skizze.