Diesen letzten Blogbeitrag möchte ich dazu nutzen, um die Posts dieses Semesters noch einmal zusammenzufassen und die wichtigsten Aspekte zu sammeln. Es wurde viel analysiert, recherchiert und skizziert, um schlussendlich einen Gestaltungsvorschlag für eine Szene aus dem Buch The ABC Murders von Agatha Christie präsentieren zu können.
In meinem anfänglichen Konzept habe ich meine Pläne für die Herangehensweise geschildert und meine Ziele für dieses Semester offengelegt. Ein Großteil davon konnte wie geplant umgesetzt werden. Ein paar der Vorhaben wurden jedoch etwas umgestaltet beziehungsweise gänzlich fallen gelassen. Dazu gehört unter anderem der Vergleich meines Set Designs mit dem einer bereits produzierten Filmfassung der Geschichte. Hierzu möchte ich jedoch kurz anmerken, dass in der neuesten Adaption aus dem Jahr 2023 gewisse Aspekte des Mordes teilweise anders dargestellt werden als im Buch, weshalb der Vergleich wahrscheinlich einige Unterschiede gezeigt hätte.
Abgesehen davon habe ich mein Konzept relativ gut eingehalten und bin unter anderem genauer auf die Geschichte eingegangen, habe die wichtigsten Aspekte analysiert und in meine Skizzen einfließen lassen. Außerdem wurde viel recherchiert und Referenzen zur visuellen Gestaltung der 1930er Jahren gesucht, welche einen großen Einfluss auf die Gestaltung des Set Designs hatten. Hierbei wurde mehrfach erwähnt, dass jedes Detail zählt und zur Authentizität der Filmwelt beiträgt. Dies ist besonders wichtig im Genre des Kriminalfilms, da hier ohnehin ständig nach Hinweisen gesucht wird und somit jedes unpassende Element hervorsticht.
Nachdem die finale Skizze angefertigt wurde, ging es dann daran, die Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Ideen zur nachhaltigeren Produktion wurden aufgelistet, wie etwa die Entlehnung gewisser Objekte aus Filmfundi oder die Beschaffung durch Secondhandkäufe. Allgemein zeigte sich, dass dieses Set im Großen und Ganzen relativ gut nachhaltig umgesetzt werden kann.
Zur Visualisierung wurde außerdem mit KI experimentiert, welche auf den ersten Blick einigermaßen gute Ergebnisse lieferte, bei genauerer Betrachtung jedoch einige Fehler enthielt. Im Allgemeinen konnte sie meine Vision oberflächlich, jedoch nicht genau treffen. Und wie vorhin bereits erwähnt wurde, sind es gerade die Details, die ein gutes Set Design ausmachen. Aus diesem Grund sollte die KI nur unterstützend und nicht als primäres Tool für die Gestaltung eingesetzt werden.
Mein eigenes Fazit
Ich persönlich muss sagen, dass ich mit der Gestaltung im Großen und Ganzen zufrieden bin und beinahe ein bisschen enttäuscht bin, dass dieser Plan nun nicht umgesetzt wird. Schließlich steckt der halbe Spaß in der tatsächlichen Umsetzung, wo gebaut, gebastelt und dekoriert wird. Trotzdem fand ich das Projekt sehr spannend und konnte einiges dazulernen.
In den bisherigen Blogbeiträgen ging es vorwiegend um die Gestaltung des Sets. Nun stellt sich jedoch die Frage: „Wie kann das geplante Set umgesetzt werden?“ und „Kann es exakt so umgesetzt werden, wie es geplant wurde?“
Was die zweite Frage betrifft, kann diese sofort beantwortet werden: Es kommt auf das Budget und auf das gewünschte Pensum an Nachhaltigkeit an. Ist sowohl der finanzielle Aspekt als auch der Nachhaltigkeitsaspekt kein Problem, so kann fast alles gebaut und erzeugt werden. Handelt es sich jedoch um eine Green Production, oder wird generell Wert auf eine nachhaltigere Produktion gelegt, so wird man wohl oder übel Kompromisse eingehen müssen. Bei einer guten Planung sollte dies jedoch keinen großen Einfluss auf die Qualität des finalen Sets haben. Am einfachsten ist es in diesem Fall, bereits von Anfang an den Nachhaltigkeitsgedanken im Kopf zu behalten und das Set dementsprechend zu planen, um am Ende unerwartete Probleme zu vermeiden.
Die Umsetzung des Sets
Für die Beantwortung der zweiten Frage muss etwas recherchiert werden. Ganz im Sinne der Green Production sollten für diese Produktion so viele Elemente wie möglich geliehen, oder secondhand beschafft werden. Da es vor allem in Wien Filmverleihe gibt, die einige der gewünschten Elemente lagernd haben, würde es Sinn machen, das Set in einem Studio in Wien aufzubauen. Auf diese Weise können etwa die Transportwege minimiert werden. Natürlich wäre die nachhaltigste Variante, einen bestehenden Tobacco Shop zu verwenden, doch da dieser sowohl einen englischen Stil als auch das Jahr 1935 darstellen soll, ist es in Wien vermutlich eher schwierig, eine passende Location zu finden.
Für die Ladeneinrichtung bestehen zwei Möglichkeiten, wie man mehr oder weniger nachhaltig an die Gestaltung herangehen kann. Die umweltbewusstere Variante umfasst die Entlehnung der benötigten Möbel aus einem Fundus. Beispielsweise gibt es in Wien den props.co Film- und Theaterfundus, der passende Ladeneinrichtungen anbietet (siehe Bilder).
Sowohl Tresen als auch Regale stehen zur Verfügung. (Ladeneinrichtung 1)Auch Tabakwaren sind hier zu finden. (Tabakwaren 1)
Bei der zweiten Variante werden die benötigten Elemente eigenhändig gebaut und dem Set entsprechend angepasst. Dabei wird darauf geachtet, so umweltbewusste Materialien wie möglich zu verwenden. Beispielsweise könnten die Einbauregale aus Holz gebaut und mit einem umweltfreundlicheren Lack (im Vergleich zu anderen Lacken) eingestrichen werden. Da die Schubladen nicht funktionsfähig sein müssen, würde es auch reichen, nur die Schubladenfront zu erstellen und diese fest an dem Regal zu fixieren. Auf diese Weise muss kein weiteres Material für Elemente aufgewendet werden, die gar nicht verwendet werden. Das Motto „Fake it till you make it“ würde diese Situation gut beschreiben. Die zweite Variante ermöglicht eine größere kreative Freiheit, ist jedoch weniger umweltbewusst als die erste Variante und bringt auch ein höheres Arbeitspensum mit sich.
Das Set Dressing
Auch bei den Set-Dressing-Elementen, wie etwa den Tabakwaren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Diese können entweder (1) selbst hergestellt werden, (2) ebenso aus einem Fundus entlehnt werden, oder (3) secondhand beschafft werden. Sowohl bei der Entlehnung aus einem Fundus als auch bei der Secondhand-Beschaffung müssen gewisse Kompromisse bezüglich des Aussehens eingegangen werden. Diese beiden Varianten sind jedoch um einiges nachhaltiger als die Eigenproduktion. Die nachfolgenden Bilder zeigen einige Objekte, die für das geplante Set verwendet werden könnten und aus einem Fundus stammen, oder secondhand beschafft werden können.
Auf Onlinemarktplätzen gibt es einige ABC Railway Guides zu kaufen, jedoch sind diese meist nicht aus der passenden Zeit, oder bereits sehr abgegriffen. Hier macht es vermutlich am meisten Sinn, den Railway Guide selbst zu gestalten und zu produzieren.
Fazit
Das im Zuge dieser Blogbeiträge erstellte Set Design kann relativ gut nachhaltig umgesetzt werden, da ein Großteil der benötigten Elemente aus hiesigen Film- und Theaterfundi entlehnt oder secondhand beschafft werden kann. Dennoch werden auch manche Objekte in Eigenproduktion erstellt, oder neu angeschafft werden müssen. Abschließend kann gesagt werden, dass die Umsetzung eines Set Designs viele Hürden bietet, diese jedoch mit guter Planung gut gemeistert werden können.
Nachdem der Plan für das Set Design einigermaßen erstellt und durchdacht wurde, ist es nun an der Zeit, die groben Skizzen in klarere und genauere Skizzen umzuwandeln.
Die Skizziereigenheit
Lustigerweise habe ich in meinen bisherigen Projekten eine eigene Art entwickelt, wie ich an diese finale Skizze herangehe. Aus irgendeinem Grund hat es sich bei mir eingebürgert, dass ich Einrichtungsgegenstände und teils auch unwichtige Dekoelemente in Blau darstelle und die Requisiten und die für die Szene wichtigeren Set-Dressing-Elemente in Rot hinzufüge. Das gibt mir selbst während der Gestaltungsphase einen besseren Überblick, was bereits vorhanden ist und wie wichtig es für die Szene ist.
Im zweiten Schritt wird dies dann für gewöhnlich in Schwarz umgewandelt, damit die Gesamtheit der Szene und der von Farben unbeeinflusste Eindruck erkennbar wird.
Neue Elemente
Wie auf den fertigen Skizzen zu sehen ist, sind im Vergleich zu den ersten Zeichnungen noch einige weitere Elemente dazugekommen. An der linken Wand wurden noch Bilder hinzugefügt, um das Gleichgewicht der Szene ein bisschen auszupendeln. Davor war die Gestaltung sehr rechtslastig. Durch diese beiden kleinen Bilderrahmen wird die Balance wieder etwas hergestellt.
Auf der gegenüberliegenden Wand wurde außerdem eine Uhr angebracht und an der Vorderseite des Tresens finden sich zwei Plakate wieder. An und für sich hätten noch einige weitere Dekorationselemente hinzugefügt werden können, doch ich habe mich dazu entschieden, den Raum so zu belassen, da ich nicht denke, dass Mrs. Ascher das Geld und die Muße für eine weitere Gestaltung ihres Shops gehabt hätte.
Die Visualisierung
Nachdem die finale Skizze fertiggestellt wurde, stellt sich die Frage, wie dieser Raum nun in Echt aussehen könnte. Da etwa der Bau eines 3D-Modells den Rahmen dieses Projektes sprengen würde, habe ich mich dazu entschieden, die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts zu testen. Mithilfe des AI Tooklits von Artlist.io wurde somit meine Skizze zum Leben erweckt (der Prompt ist am Ende angefügt).
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir nicht besonders viel erwartet habe, doch ich muss zugeben, dass das Ergebnis einigermaßen gut an meine Vorstellung herankommt. Die gewählten Materialien weichen etwas von meiner Vision ab (bei der Farbe des Holzes beispielsweise). Auf den ersten Blick scheint auch die Gestaltung des Set Dressings passabel ausgeführt, doch auch hier schießt die KI an einer guten Umsetzung vorbei. Sowohl die Zeitungen als auch die Plakate weisen teilweise wilde Wortkombinationen auf. Außerdem wurden die Schubladen im Regal nicht erkannt, weitere Waren hinzugefügt und die Gläser mit den Süßigkeiten wurden mit in Plastik vorverpackten Bonbons gefüllt, was in den 1930er Jahren noch nicht so üblich war. Dennoch entsteht ein erster Eindruck, wie der Raum im Film wirken könnte.
Conclusio
Es zeigt sich, dass auch im Bereich des Set Designs KI hilfreich sein kann, um einen ersten Eindruck davon zu vermitteln, wie der Raum im Film wirken wird. Dennoch sollte sie nicht die Planung des Raumes übernehmen (schließlich wäre in diesem Fall ja auch der ganze Spaß für die Set Designer:innen weg 🙂 ) und auch bei der Visualisierung im Zusammenhang mit eigenhändig erstellten Skizzen muss beachtet werden, dass Ungenauigkeiten und Abweichungen immer wieder vorkommen.
KI-Prompt:
Das ist die Skizze eines englischen Tobacco Shops aus dem Jahr 1935. Zu sehen sind Regale mit Zigaretten, Pfeifen sowie sonstigen Tabakwaren. Im linken hinteren Bereich des Bildes ist eine Tür mit einem kleinen Glasfenster im oberen Drittel zu sehen. Auf dem Tresen befinden sich eine alte Registrierkasse, ein aufgeschlagener ABC Railway Guide, Gläser mit Süßwaren sowie ein Zeitungsaufsteller. Die Einrichtung wirkt alt und abgestoßen. Das Licht ist schwach. Erstelle ein realistisches Bild und halte dich dabei vollständig an die dargestellten Elemente sowie die Aufteilung der Skizze.
Wie bereits im vorherigen Blogpost erwähnt, wird in diesem Beitrag die Inneneinrichtung des Tobacco Shops genauer unter die Lupe genommen. Hierbei wird ebenso wie zuvor Inspiration aus den Referenzfotos gezogen und der Input aus der Analyse der Szene eingebaut.
Die Einrichtung
Eine der wichtigsten Informationen, die man aus der Szenenbeschreibung entnehmen kann, ist, dass im Shop alles unauffällig wirkt und vor allem keinerlei Einbruchspuren zu erkennen sind. Dies bedeutet, dass bei der Gestaltung keine bis maximal wenige Spuren des Mordes auf den ersten Blick erkennbar sein dürfen. Daher werden für das Set Dressing nur subtile Details, wie etwa ein paar umgefallene Elemente beim Zigaretten-/Tabakwarenregal, eingebaut, die auf den „Fallweg“ des Opfers hinweisen könnten.
Doch bevor genauer auf das Set Dressing eingegangen wird, muss zuerst der generelle Stil der Einrichtung erläutert werden. Hierbei habe ich mich vor allem an dem nebenstehenden Bild orientiert, welches die gewünschte Stimmung einigermaßen gut zeigt. Geplant ist demnach ein Raum, der neben dem prominenten Tresen vor allem von den dunklen Einbauregalen aus massivem Holz im Hintergrund eingenommen wird. Als Unterschied zu dem Referenzbild sollte die gesamte Inneneinrichtung bei meinem Design jedoch alt und abgegriffen wirken. In den Betrachter:innen soll das Gefühl erweckt werden, dass der Raum einst modern eingerichtet war, nun jedoch offensichtlich in die Jahre gekommen ist.
Tobacco Shop Reference
Die beiden Einbauregale hinter dem Tresen weisen nur mäßig viel Stauraum auf, dennoch sind sie nicht vollkommen gefüllt. In explizit dafür vorgesehenen Fächern finden sich wenige Sorten Zigaretten und Zigarren sowie Schnupftabak und ähnliche Tabakwaren. Außerdem finden sich einige wenige Tabakpfeifen, die zum Verkauf stehen, in der obersten Reihe des Regals wieder.
Prominent auf dem Tresen ist eine alte Registrierkasse zu sehen und direkt daneben liegt der aufgeschlagene und umgedrehte ABC-Fahrplan. Dieser muss gut sichtbar, jedoch unauffällig platziert sein, da er eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt. Es soll so wirken, als hätte jemand vor kurzem nach einer Zugverbindung gesucht und ihn dann dort liegen lassen. Unweit davon entfernt befinden sich ein Zeitungsaufsteller mit den Ausgaben des Vortages und einige Gläser mit Süßigkeiten.
Die Gestaltung der Requisiten und Dekorationselemente
Die Requisiten und Dekorationselemente werden stark an die Inspirationsbilder angelehnt, die während der Recherchephase gespeichert wurden. Da es bei einigen Elementen schwierig sein wird, Originale aus den 1930er Jahren zu erwerben, werden manche der Gegenstände selbst produziert werden müssen. Hierbei gilt es ebenso, so nahe wie möglich an den Stil der Referenzbilder heranzukommen. Besonders beim ABC Railway Guide ist es wichtig, dass dieser dem Original so ähnlich wie möglich sieht. Bei anderen Elementen, wie etwa den Zigarettenpackungen und den Zeitschriften, sind leichte Abweichungen nicht so schlimm, solange sie sich in Grenzen halten.
Quellen:
Tobacco Shop Reference: The London Column (09.06.2011): Londei’s London Shops. Photo & text: John Lonei (3/3). In: The London Column, https://thelondoncolumn.com/tag/tobacconists/ (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)
Nachdem in den letzten beiden Blogbeiträgen sowohl die Informationen aus dem Text analysiert als auch Referenzen bezüglich der Gestaltungsmittel herangezogen wurden, ist es nun an der Zeit, erste Designideen in Form von Skizzen festzuhalten. Hierbei beginne ich mit der Erzeugung eines Grundrisses und handle mich vor bis zu den ersten Ideen für die Einrichtung.
Der Grundriss
Aus dem Buch geht hervor, dass es sich bei dem Tabakshop um einen recht kleinen Raum handelt, der über einen Tresen und mindestens ein Regal mit der Tabakware verfügt. Außerdem muss der Tresen so platziert werden, dass man die Leiche beim Betreten des Shops nicht sofort sieht. Eine weitere Information, die berücksichtigt werden muss, ist die Tür an der Rückwand des Raumes, die in einen kleinen Hinterraum und zu einem Treppenaufgang führt.
Außerdem verfügten englische Shops laut meiner Recherche zu dieser Zeit auch meist über eine kleine Auslage im Eingangsbereich, welche ebenfalls im Grundriss mitbedacht werden muss.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren ist die erste Skizze für den Grundriss entstanden.
Man sieht, dass die Theke und die eingebauten Regale den Großteil des Raumes einnehmen. Um den Platz optimal zu nützen, wurde in der ersten Idee ein Klappelement am Tresen mitbedacht, das mehr Arbeitsfläche schaffen soll. Allerdings ist dies nach genauerer Überlegung im Zusammenhang mit dem Tatvorgang nicht sonderlich logisch, da dem/der Mörder:in somit eine Barriere für den Mord geschaffen wird. Es ist unwahrscheinlich, dass der/die Mörder:in die Zeit hatte, das Klappelement aufzumachen, um dann das Opfer zu erschlagen. Aus diesem Grund wird diese Idee in den weiteren Entwürfen wieder verworfen.
Der Tresen wird so platziert, dass er das Blickfeld auf die Leiche versperrt. Um diese zu entdecken, muss man somit zuerst ein paar Schritte in den Raum und um den Tresen herum machen.
Auch der Eingangsbereich und der Hinterraum wurden im Grundriss miteingeplant, jedoch werden diese in weiterer Folge vermutlich nicht genauer ausgearbeitet werden, da sie in der Szene keine so große Relevanz haben.
Das äußere Erscheinungsbild des Shops
Dennoch wurde auch eine grobe Skizze für das äußere Erscheinungsbild des Shops gemacht. Die Idee hierbei ist es, einen typisch englischen Shop mit einer dunklen, jedoch bereits etwas abgestoßener Holzfront zu kreieren. Im oberen Teil des Eingangsbereiches ist groß „Tobacco“ in Serifenschrift zu lesen. Die Auslage ist, im Gegensatz zu ähnlichen Shops, eher mager ausgestattet. Es werden eventuell die neuesten Magazine und Zeitschriften ausgestellt, sowie die momentan populärsten Tabaksorten. Die Eingangstür befindet sich in der Mitte der Auslage und ist über ein paar wenige Stufen zu erreichen.
Ausblick auf den nächsten Blogbeitrag
Da besonders in Bezug auf die Gestaltung der Inneneinrichtung viele Gedankengänge erläutert werden müssen und dies den Umfang dieses Beitrages sprengen würde, wird diese im folgenden Blogbeitrag genauer unter die Lupe genommen. Hierbei werden sowohl unterschiedliche Platzierungsmöglichkeiten, als auch Designentscheidungen genauer betrachtet und erläutert.
Nachdem die wichtigsten Informationen herausgeschrieben und analysiert wurden, geht es im zweiten Schritt nun darum, die dazugehörigen Fakten zu sammeln. Durch eine ausführliche Recherche werden epochenspezifische Gestaltungselemente und zur Szene passende Objekte gesucht und Informationen zum Jahrzehnt eingeholt.
Das Erscheinungsbild
In diesem Zusammenhang habe ich damit begonnen, mir ein erstes Bild von üblichen englischen Tobacco Shops rund um die 1930er Jahre zu machen. Eine einfache Google-Recherche brachte rasche Erfolge sowohl in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild als auch auf die übliche Inneneinrichtung der Shops des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.
Tobacco Shop 1Tobacco Shop 2Tobacco Shop 3
Die dunklen Holzauslagen waren scheinbar geprägt von prominenten Schriftzügen und einer (meist) organisierten Ausstellung der verfügbaren Waren in Glasvitrinen. Das Innere der entsprechenden Läden war von außen oft nur spärlich durch die ausgestellten Produkte hindurch ersichtlich.
Die Innenräume scheinen von dunklem Holz dominiert zu werden: Sowohl bei der Theke als auch bei Regalen und Wandvertäfelungen wurde auf stabiles Holz gesetzt.
Von der heutigen Selbstbedienung ist noch nichts zu sehen, denn alle Produkte sind feinsäuberlich in den Regalen hinter der Theke verstaut, wo sie der/die Verkäufer:in auf Wunsch schnell erreichen kann. Eine alte Registrierkasse, vereinzelte Aufsteller mit Inseraten und für unsere Verhältnisse minimales Verpackungsdesign sind ebenso gegenwärtig. Man könnte sagen, dass Einfachheit und Praktikabilität zwei Wörter sind, die die Ausstattung bestens beschreiben.
Tobacco Shop Innen 1Tobacco Shop Innen 2Tobacco Shop Innen 3
Die Produkte
Die vorhandenen Produkte triefen geradezu von für uns heute „Vintage“ wirkendem Design. So zeigen etwa Magazine Frauen mit typischer Wasserwelle im gezeichneten/illustrierten Stil. Die Schriftarten beschränken sich vorwiegend auf bleisatzfähige Varianten. Bei Verpackungen wird wenig Farbe genutzt.
Magazine 1Magazine 2
Auch die im Buch genannten Süßigkeiten („barley sugar“ und „peppermint humbugs“) tragen zu diesem Vintage-Feeling bei. Sowohl ihre Form als auch ihre Verpackung in Glasbehältern anstelle von Plastiktüten vermitteln das Gefühl einer anderen Zeit. Dies sind nur wenige Beispiele für das mögliche Erscheinungsbild der vorhandenen Produkte.
Screenshot 1Screenshot 2
Der Railway Guide
Zu guter Letzt habe ich mich noch mit dem ABC Railway Guideauseinandergesetzt, welcher in der Geschichte explizit angesprochen wird und für die Handlung essenziell ist. Dieses Büchlein beinhaltete Fahrpläne, Routen und Haltestellen und listete diese in alphabetischer Reihenfolge auf. (vgl. Royal Collection Trust o.D.)
Ebenso wie die sonstigen Produkte dieser Zeit ist auch der ABC Railway Guide farblich gesehen eher schlicht gehalten und von dicken, schwarzen Lettern und roten Akzenten geprägt. Auch das Papier wirkt im Vergleich zu den heutigen gebleichten Varianten vergilbt und abgegriffen.
Railway Guide 1Railway Guide 2
Conclusio
Was die Charakteristiken der Gestaltungselemente angeht, könnte man noch auf viele weitere Aspekte eingehen. Die in diesem Blogpost ausgewählten Beschreibungen dienen vorwiegend der Erzeugung eines Gefühls für die Elemente, die im frühen zwanzigsten Jahrhundert die Umgebung geprägt haben. Hierbei gibt es einige Punkte, die beachtet werden müssen, um ein authentisches Filmset zu erschaffen.
Tobacco Shop Innen 2: The London Column (09.06.2011): Londei’s London Shops. Photo & text: John Lonei (3/3). In: The London Column, https://thelondoncolumn.com/tag/tobacconists/ (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)
Einer der ersten Schritte auf dem Weg zu einem aussagekräftigen Szenenbild ist die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte und den bereits vorgegebenen Aspekten (Epoche, Jahreszeit, festgeschriebene Charaktereigenschaften, …) sowie das Lesen zwischen den Zeilen, um auch nicht explizit erwähnte Faktoren der Geschichte und der Charaktere zum Leben zu erwecken. In dem vorangegangenen Blogpost wurde die ausgewählte Geschichte bereits kurz vorgestellt und darauf hingewiesen, dass das Buch The ABC Murders einen guten Ausgangspunkt für die Gestaltung des Sets bietet. In diesem Blogbeitrag werden die wichtigsten Punkte, die aus der Szene im Buch hervorgehen, präsentiert und analysiert.
Die Basisinformationen
Bereits auf den ersten Seiten des Buches erfährt man, dass die Geschichte im Juni 1935 in England beginnt. Diese wenigen Informationen haben bereits einen sehr großen Einfluss darauf, in welche Richtung sich das Set Design bewegen wird. Anstelle von Laptops, Handys und Flachbildfernsehern werden somit beispielsweise wohl eher Schreibmaschinen, altmodische Festnetztelefone und Zeitungsaufsteller in der Filmwelt zu finden sein. Das zeigt, dass jede noch so klein wirkende Information einen großen Einfluss darauf haben kann, wie authentisch die erzeugte Umgebung im Film wirken kann. Im ersten Schritt habe ich somit damit begonnen, die Szene aufmerksam durchzulesen und mir Notizen zu den wichtig erscheinenden Aussagen zu machen. Diese gesammelten Informationen und meine Gedanken dazu sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
Informationen aus dem Buch
Gedanken dazu
Location:
There were a certain number of small shops interspersed between private houses of the poorer class.
Es handelt sich um eine ärmere Gegend. Dies spiegelt sich auch im Shop wider. Vielleicht nur magere Ausstattung und eher billigere Produkte. Vielleicht wirkt die Ausstattung etwas heruntergekommen.
Opposite of the shop is a greengrocer’s shop – of the type that has most of its stock outside rather than inside.
Falls die Umgebung durch ein Fenster zu sehen ist, sind kleine Obst- und Gemüseaufsteller auf der anderen Straßenseite, vor einem kleinen Laden zu sehen.
Shop:
TABACCO & NEWSAGENT BUSINESS
Zeitungen, Zigaretten und Tabakwaren im Shop
Quite a tiny place
Kleiner Raum, Platz muss gut genützt werden. Vielleicht hat das Einfluss auf die Platzierung der Produkte (gestapelt?)
Just Cheap cigarettes and a few newspapers
Produkte wirken nicht sonderlich teuer und es sind nur wenige Produkte vorhanden
She just about managed to keep going
Erneut ein Hinweis auf eine eher karge und arme Umgebung
At first look the room appears empty. Behind the counter is a dead body, not visible at first.
Tresen muss so platziert werden, dass man die Leiche beim Betreten des Shops nicht sofort sieht.
Packet of cigarettes on a shelf behind the counter
An der Rückwand des Raumes, hinter dem Tresen, befindet sich ein Regal mit den Tabakwaren
Nothing was missing from the shop. Money still in the till. No signs of robbery.
Alles wirkt unauffällig. Keine Einbruchspuren.
Railwayguide (an ABC) opened and turned face downward on the counter. Looked like someone had been looking up the trains from Andover. The Victim didn’t sell these kinds of things.
Der ABC-Fahrplan muss gut sichtbar auf dem Tresen platziert liegen, darf aber nicht auffällig wirken. Im Shop werden keine Fahrpläne oder ähnliches verkauft!
Weapon wasn’t found.
!
Victim had been standing with her back to the counter when the blow had been struck. She had slipped down in a heap behind the counter quite out of sight of anyone entering the shop casually.
Vielleicht sind ein paar Elemente hinter dem Tresen umgefallen, als das Opfer ermordet wurde. Eventuell nur eine subtile Andeutung des Fallweges durch verschobene Objekte (z.B. umgekippter Zeitungsstapel, …)
Electric light, low-powered bulb (dim light)
Dunkler Raum mit schwachen Glühbirnen
A few cheap magazines strewn about and yesterday’s newspapers – all with a day’s dust on them
Zeitungen vom Vortag liegen herum. Eventuell sind teilweise Elemente verstaubt.
Behind the counter a row of shelves reaching to the ceiling and packed with tobacco and packets of cigarettes
!
There were also a couple of jars of peppermint humbugs and barley sugar
Ein paar vereinzelte Gefäße mit Süßigkeiten sind im Shop vorhanden.
A commonplace little shop, like many others
Der Shop hat keinerlei Besonderheiten
A packet of Player’s down beside her
Eine Packung Zigaretten liegt neben dem Opfer am Boden.
A door at the back (leading up to her flat)
Die Tür am anderen Ende des Raumes könnte ein kleines Glasfenster beinhalten, wodurch man einen Teil des Hinterraumes oder der Treppe sehen kann.
Jedes Detail zählt
Ein Großteil dieser Informationen mag offensichtlich und nicht nennenswert wirken, doch besonders in einem Kriminalfilm kann eine unlogische Platzierung eines Gegenstandes zur Verwirrung des Publikums führen. Während man in anderen Genres womöglich mit einem ungenauen Set Design davonkommt, ist besonders im Kriminalfilm Vorsicht geboten. Schließlich sind die Zuseher:innen hier quasi darauf programmiert, Ungereimtheiten genauer zu betrachten und zu hinterfragen. Bei der Ermittlungsarbeit der Ermittler:innen zählt immerhin auch jedes Detail.
Im letzten Blogeintrag habe ich erwähnt, dass ich mich bereits während des Verfassens meiner Bachelorarbeit mit dem Thema Production Design auseinandergesetzt habe. In diesem Zusammenhang hatte ich die großartige Möglichkeit, mit zwei professionellen Production Designerinnen zu sprechen, wodurch ich einen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewinnen konnte. Bei diesen Interviews habe ich gelernt, dass es zwei Arten gibt, wie man an das Szenenbild herantritt:
Bei der ersten Variante hat man bereits vorab eine Vision, wie der Film aussehen soll und passt darauf dann die Geschichte an. Das beinhaltet beispielsweise die Farbgebung, verwendete Elemente, Orte und vieles mehr.
Die zweite Variante hingegen arbeitet genau umgekehrt: Man nimmt die Geschichte und passt das Szenenbild dementsprechend an. Beide Production Designerinnen waren sich während der Interviews unabhängig voneinander einig, dass für gewöhnlich diese Methode häufiger Verwendung findet. Dies macht objektiv betrachtet auch Sinn, schließlich ist die eigentliche Aufgabe des Production Designs, die Geschichte zu unterstützen und die Zuseher:innen in die Filmwelt zu versetzen.
Die Wahl
Da ich auf die professionelle Meinung meiner beiden Interviewpartnerinnen vertraue, habe ich mich für diese Übung ebenso dazu entschieden, die zweite Variante zu verwenden und mich auf die Suche nach einer passenden Geschichte zu machen. Nach eingehender Recherche rund um Theaterstücke, Kurzgeschichten und Bücher habe ich sie dann gefunden. Hierbei handelt es sich um ein Buch aus dem Jahr 1936, das von niemand Geringerem als der Queen of Crime geschrieben wurde: Agatha Christie’s The ABC Murders.
Mein Umfeld wird es nicht überraschen, dass ich dieses Buch gewählt habe, denn abgesehen davon, dass ich ein großer Agatha-Christie-Fan bin, zählt dieses Werk zu meinen Lieblingslektüren. Die spannende Geschichte ist nicht nur von der ein oder anderen unerwarteten Wendung geprägt, sondern beinhaltet ebenfalls viele unterschiedliche Tatorte, die ausführlich beschrieben werden. Dies bietet ein gutes Fundament, um ein durchdachtes Set Design zu erschaffen.
Die Geschichte
Doch worum geht es in diesem Buch? Die Geschichte handelt von dem berühmten Detektiv Hercule Poirot, der zu Beginn der Handlung eine skurrile Nachricht erhält, die nur mit den Initialen ABC unterzeichnet wurde. Als kurz darauf ein Mord gemeldet wird, der mit der Nachricht übereinstimmt, beginnt Hercules Poirot zu ermitteln. Im Verlauf der Geschichte tauchen immer mehr Briefe des Herrn ABC auf, die kurz darauf in Morden enden. Schnell stellt sich heraus, dass der Serienmörder seine Opfer keineswegs willkürlich auswählt: Alice Ascher in Andover, Betty Barnard in Bexhill und Sir Carmichael Clarke in Churston. Rasch beginnt ein Lauf gegen die Zeit, denn klar ist, dass der ABC-Mörder eine Mission hat, die erst bei dem Buchstaben Z zu enden scheint. Wird es Hercule Poirot schaffen, den ABC-Mörder aufzudecken, bevor er sein nächstes Opfer findet?
Die Szene
Da die Gestaltung des Set Designs für das gesamte Buch etwas den Rahmen dieser Lehrveranstaltung sprengen würde, wurde eine kurze Szene aus der Handlung ausgewählt. Dieser Ausschnitt beschreibt die Begehung des ersten Tatortes in Andover, wobei einige wichtige Hinweise sowohl zum Mörder als auch zum Charakter des Opfers gezeigt werden. Die Szene spielt in einem Tobacco & Newsagent Shop in einer englischen Stadt im Jahr 1935. In den folgenden Blogbeiträgen wird die ausgewählte Szene ausführlicher beschrieben werden.
Conclusio
Wie im Text beschrieben wurde, ist die Geschichte für die Gestaltung des Production Designs essenziell. Das beschriebene Werk wurde nicht nur aufgrund der spannenden Handlung und der unerwarteten Wendungen ausgewählt, sondern auch wegen der detaillierten Beschreibung des Settings. Letzteres bildet einen passenden Ausgangspunkt für die Erstellung des Set Designs und wird in den nächsten Blogbeiträgen genauer analysiert.
In diesem Semester dreht sich alles darum, neue Fähigkeiten zu erlernen, oder bestehende Skills weiter auszuweiten. Jede:r, der/die schon einmal mit mir über die Produktion von Filmen geredet hat, weiß, dass ich fasziniert von Production Design bin. Demnach wird es wenig überraschend sein, dass ich mich sowohl in meiner Bachelorarbeit als auch in Teilen der DesRes-Blogbeiträge des vergangenen Semesters mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. Mit dieser Tradition möchte ich nicht brechen, weshalb ich mich auch dieses Semester erneut mit dem Thema beschäftige. Da ich mich bisher vorwiegend mit theoretischen Inhalten und der Analyse bestehender Production Designs befasst habe, möchte ich nun meine eigenen Fähigkeiten in der Gestaltung der Filmwelt verbessern.
Da Production Design aus vielen Elementen besteht, werde ich mich in den Blogbeiträgen vorwiegend mit dem Set Design auseinandersetzen. Als Ausgangspunkt für dieses Projekt wird eine Szene aus einem bestehenden Theaterstück oder Buch dienen, zu der ich ein passendes Set Design kreieren möchte. Die Frage hierbei ist: „Wie würde ich die Szene umsetzen, wenn ich das Stück oder Buch verfilmen würde?“.
Um diese Frage zu beantworten, werde ich mir zu Beginn einen Überblick über die Szene verschaffen und diese dann genauer analysieren. Dabei werden wichtige Fakten notiert, die einen Anhaltspunkt für den Zeitpunkt der Handlung, die Lebensumstände der vorkommenden Figuren und der Gestaltung der Umgebung geben. Anschließend werden weitere Informationen zu epochenspezifischen Elementen und sonstigen wichtigen Punkten der Geschichte recherchiert und Inspirationen für die Gestaltung gesucht. Nach eingehender Recherche werden schließlich erste Skizzen angefertigt, die dann zu einem detaillierteren Plan des Sets ausgearbeitet werden.
What about Green Production?
Da ich mich in meiner Masterarbeit gerne mit dem Thema „Green Production“ auseinandersetzen möchte, sollte dieser Aspekt auch in diesem Semester berücksichtigt werden. Nachdem ich die Ausstattung der Szene fertig geplant habe, werde ich diese daher erneut analysieren, um herauszufinden, wie ich das gesamte Design umweltbewusster gestalten kann. Wo können Elemente Secondhand gekauft, ausgeliehen, oder durch nachhaltigere Alternativen ausgetauscht werden? Wird dadurch mein geplantes Design erheblich umgekrempelt, oder bleibt es mehr oder weniger gleich? Diese Fragen werden am Ende durch einen Vergleich der originalen Variante und der nachhaltigeren Variante beantwortet.
Falls dann noch ein paar Blogbeiträge übrig sind, wäre es eine spannende Idee, meine Interpretation der Szene mit der bestehenden Verfilmung des Stückes oder Buches zu vergleichen. Es wäre sehr interessant zu sehen, ob sich die beiden Varianten stark ähneln, oder ob es große Unterschiede gibt.
Unabhängig davon, wie das Ergebnis schlussendlich aussieht, freue ich mich sehr darauf, in die Rolle einer Production Designerin zu schlüpfen und meine eigene kleine Filmwelt aufzubauen.
In den vergangenen Blogbeiträgen wurden viele Informationen und Tipps präsentiert, die dabei helfen sollen, die Filmproduktion nachhaltiger zu gestalten. Da diese Menge an Informationen oft überwältigend sein kann, werden in diesem letzten Blogbeitrag noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
Filmproduktionen und die Umwelt
Zu Beginn dieser Blogpost-Reihe wurde festgestellt, dass Filmproduktionenen einen nennenswerten Einfluss auf die Umwelt haben. Bereits kleine Produktionen verursachen im Durchschnitt etwa 391 Tonnen CO2 was in etwa so viel ist wie 52 Österreicher:innen in einem Jahr ausstoßen. Große Tendpole-Produktionen erzeugen bei weitem mehr: durchschnittlich ungefähr 3.370 Tonnen CO2. Umgerechnet ist das so viel wie 449 Österreicher:innen in einem ganzen Jahr verursachen. Um diese Zahlen zu verringern, gibt es Maßnahmen, die dabei helfen die Umwelt zu schützen.
Das sogenannte Green Filming beschäftigt sich mit der Produktion von umweltfreundlicheren Filmen und hat das Ziel, Emissionen einzudämmen und so viele Ressourcen wie möglich zu schonen. Dabei werden alle Phasen und Departments der Filmproduktion miteinbezogen, wodurch von Regie und Kamera bis hin zu Szenenbild und Crew jede Person zu einer nachhaltigeren Produktion beiträgt.
Die Maßnahmen
Vor allem während der Preproduction werden die Weichen für eine umweltbewusste Produktion gelegt. Zu Beginn wird für gewöhnlich ein:e Nachhaltigkeitsbeauftragte:r festgelegt, der/die dafür zuständig ist, die Umsetzung der Umweltstandards zu kontrollieren, das Team zu beraten und die Maßnahmen zu dokumentieren. Während der Planungsphase geht es darum, Drehorte strategisch clever zu wählen, um unnötige Transportwege zu vermeiden, vorzugsweise lokale und nachhaltige Dienstleister:innen zu engagieren und die Drehtage so energieeffizient wie möglich zu planen.
Während der Drehtage wird das Augenmerkt vor allem auf die Mobilität, die Bedienung des Equipments und die Vermeidung von Abfall gelegt. Alle mitwirkenden Personen sollten so gut wie möglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um von A nach B zu gelangen. Dabei helfen beispielsweise möglichst nahgelegene Unterkünfte. Außerdem ist es während der Dreharbeiten wichtig, Energieeffiziente Geräte zu verwenden und Standby-Modi zu vermeiden. Wenn möglich ist das Leihen von Lichtern, Kamera und Co dem Neukauf vorzuziehen. Auch die Müllvermeidung und die Mülltrennung sind in dieser Phase besonders wichtig.
Das Production Design
Die Gestaltung von faszinierenden und ansprechenden Welten zieht oft einen hohen Materialeinsatz mit sich. Sets werden gebaut, Kostüme werden produziert und Spezialeffekte sorgen für den gewissen Nervenkitzel. Das Production Design hat ein großes Verbesserungspotenzial und kann durch gute Planung und Kreativität geschickt nachhaltiger gemacht werden.
Auch hier ist die bedachte Wahl der Locations besonders wichtig, um Transportwege einzuschränken und auch den Naturschutz sicherzustellen. Die verwendeten Materialien sollten recyclebar, zertifiziert und im besten Fall regional beschafft werden. Wird das Set nicht mehr benötigt, sollte dieses wieder so gut wie möglich in seine Einzelteile zerlegt und in weiteren Produktionen wiederverwendet werden können.
Da Spezialeffekte, wie Explosionen, Feuer, oder Kunstschnee oft eine hohe Umweltbelastung mit sich ziehen, sollten diese so gut wie möglich vermieden werden. Als nachhaltigere Option kann hier mit Visual Effects und Virtual Production gearbeitet werden. Dadurch werden die Natur und Biodiversität and den Drehorten geschützt, Ressourcen geschont und Transportwege vermieden.
Auch im Bereich von Kostüm und Maske können einige Maßnahmen getroffen werden, um nachhaltiger zu agieren. Hier sollte vor allem versucht werden, Kostüme aus einem Kostümfundus zu leihen, oder Kleidung Second-Hand zu beschaffen. Ist dies nicht möglich, so sollte bei der Materialwahl auf Umweltzertifikate, recycelte und ökologische Materialien geachtet werden. Die Reinigung der Kostüme sollte energieeffizient und nachhaltig von statten gehen und nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen sind, sollten die Kleidungsstücke weiterverkauft, gespendet, oder wiederverwendet werden.
In Bezug auf die Maske ist der Einsatz von umweltzertifizierten und tierversuchsfreien Produkten und die Reduktion von Einwegmaterial zu beachten.
Green Storytelling
Bereits während des Schreibprozesses des Drehbuchs entscheidet es sich, ob die Produktion das Potenzial hat, nachhaltig umgesetzt zu werden, oder nicht. Je nachdem, ob das Skript umweltschädliche Aktionen beinhaltet, oder auf umweltbewusste Praktiken besteht, können unterschiedliche Dinge bewirkt werden. Mithilfe von Pragmatischen, Impliziten und Expliziten Green Storytelling kann nicht nur die Umweltbilanz verbessert werden, sondern es kann auch eine große Vorbildrolle für die Zuseher:innen entstehen. Das Einbauen von umweltbewussten Charakteren, die durch ihr nachhaltiges Verhalten glänzen, kann das Publikum auf Verbesserungsmöglichkeiten in ihrem eigenen Leben hinweisen und sie zu positiven Veränderungen animieren.
Conclusio
Es mag zwar zu Beginn unmöglich erscheinen, doch mit guter Planung, das Treffen von nachhaltigen Entscheidungen und ein bisschen Kreativität ist die Umsetzung von umweltfreundlicheren Filmproduktionen definitiv möglich. Green Production Maßnahmen ermöglichen es, emotionale, beeindruckende und mitreißende Filme zu produzieren, ohne dabei die Umwelt zu belasten. Das Bedeutet, das es keine Ausreden gibt, weshalb man nicht auf die Umwelt achten sollte. Viele kleine Änderungen können am Ende eine große Wirkung erzielen. Darum ist jeder noch so kleine Schritt in Richtung Green Production, ein guter Schritt in die richtige Richtung.