Topic: Production Design
Im letzten Blogeintrag habe ich erwähnt, dass ich mich bereits während des Verfassens meiner Bachelorarbeit mit dem Thema Production Design auseinandergesetzt habe. In diesem Zusammenhang hatte ich die großartige Möglichkeit, mit zwei professionellen Production Designerinnen zu sprechen, wodurch ich einen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewinnen konnte. Bei diesen Interviews habe ich gelernt, dass es zwei Arten gibt, wie man an das Szenenbild herantritt:
Bei der ersten Variante hat man bereits vorab eine Vision, wie der Film aussehen soll und passt darauf dann die Geschichte an. Das beinhaltet beispielsweise die Farbgebung, verwendete Elemente, Orte und vieles mehr.
Die zweite Variante hingegen arbeitet genau umgekehrt: Man nimmt die Geschichte und passt das Szenenbild dementsprechend an. Beide Production Designerinnen waren sich während der Interviews unabhängig voneinander einig, dass für gewöhnlich diese Methode häufiger Verwendung findet. Dies macht objektiv betrachtet auch Sinn, schließlich ist die eigentliche Aufgabe des Production Designs, die Geschichte zu unterstützen und die Zuseher:innen in die Filmwelt zu versetzen.
Die Wahl
Da ich auf die professionelle Meinung meiner beiden Interviewpartnerinnen vertraue, habe ich mich für diese Übung ebenso dazu entschieden, die zweite Variante zu verwenden und mich auf die Suche nach einer passenden Geschichte zu machen. Nach eingehender Recherche rund um Theaterstücke, Kurzgeschichten und Bücher habe ich sie dann gefunden. Hierbei handelt es sich um ein Buch aus dem Jahr 1936, das von niemand Geringerem als der Queen of Crime geschrieben wurde: Agatha Christie’s The ABC Murders.
Mein Umfeld wird es nicht überraschen, dass ich dieses Buch gewählt habe, denn abgesehen davon, dass ich ein großer Agatha-Christie-Fan bin, zählt dieses Werk zu meinen Lieblingslektüren. Die spannende Geschichte ist nicht nur von der ein oder anderen unerwarteten Wendung geprägt, sondern beinhaltet ebenfalls viele unterschiedliche Tatorte, die ausführlich beschrieben werden. Dies bietet ein gutes Fundament, um ein durchdachtes Set Design zu erschaffen.
Die Geschichte
Doch worum geht es in diesem Buch? Die Geschichte handelt von dem berühmten Detektiv Hercule Poirot, der zu Beginn der Handlung eine skurrile Nachricht erhält, die nur mit den Initialen ABC unterzeichnet wurde. Als kurz darauf ein Mord gemeldet wird, der mit der Nachricht übereinstimmt, beginnt Hercules Poirot zu ermitteln. Im Verlauf der Geschichte tauchen immer mehr Briefe des Herrn ABC auf, die kurz darauf in Morden enden. Schnell stellt sich heraus, dass der Serienmörder seine Opfer keineswegs willkürlich auswählt: Alice Ascher in Andover, Betty Barnard in Bexhill und Sir Carmichael Clarke in Churston. Rasch beginnt ein Lauf gegen die Zeit, denn klar ist, dass der ABC-Mörder eine Mission hat, die erst bei dem Buchstaben Z zu enden scheint. Wird es Hercule Poirot schaffen, den ABC-Mörder aufzudecken, bevor er sein nächstes Opfer findet?
Die Szene
Da die Gestaltung des Set Designs für das gesamte Buch etwas den Rahmen dieser Lehrveranstaltung sprengen würde, wurde eine kurze Szene aus der Handlung ausgewählt. Dieser Ausschnitt beschreibt die Begehung des ersten Tatortes in Andover, wobei einige wichtige Hinweise sowohl zum Mörder als auch zum Charakter des Opfers gezeigt werden. Die Szene spielt in einem Tobacco & Newsagent Shop in einer englischen Stadt im Jahr 1935. In den folgenden Blogbeiträgen wird die ausgewählte Szene ausführlicher beschrieben werden.
Conclusio
Wie im Text beschrieben wurde, ist die Geschichte für die Gestaltung des Production Designs essenziell. Das beschriebene Werk wurde nicht nur aufgrund der spannenden Handlung und der unerwarteten Wendungen ausgewählt, sondern auch wegen der detaillierten Beschreibung des Settings. Letzteres bildet einen passenden Ausgangspunkt für die Erstellung des Set Designs und wird in den nächsten Blogbeiträgen genauer analysiert.