Sportdokumentation als One-Shot-Produktion? 

Die vergangenen zehn Blogbeiträge aus dem ersten Semester haben sich um die zwei großen Themen „Sport-Dokumentationen“ und „One-Shot-Productions“ gedreht. Vor allem die beiden Serien „Drive to Survive“ und „Adolescence“ sind dabei vermehrt vorgekommen und wurden als Vorzeigebeispiele verwendet. Doch wie lassen sich diese beiden Themen zusammenführen und verbinden? Ist es möglich eine Geschichte im dokumentarischen Stil über eine Sportart zu erzählen und das nur einem einzigen Take? Diese Herausforderung wird der Inhalt der nächsten zehn Blogbeiträge sein und am Ende dieses Semester (hoffentlich) zu einem positiven Ergebnis führen. 

Was bisher geschah…

Sowohl One-Shot-Produktionen als auch Sport-Dokumentationen spielen eine wichtige Rolle im Filmgeschehen. One-Shot-Filme gab es schon etwas länger: 1948 kam der Spielfilm „Rope“ von Alfred Hitchcock heraus, der als erste die One-Shot-Einstellung nutzte, auch wenn dabei in mehreren 10-Minuten-Takes gedreht und mit sogenannten invisible cuts gearbeitet wurde. Invisible Cuts sind Schnitte, die das Publikum weder sieht noch bemerkt. Sie dienen dazu, dass eine Aufnahme kontinuierlich und ohne Pause erscheint. One-Shot-Produktionen sind nicht nur für die gesamte Filmcrew extrem anstrengend, sondern auch für die Akteur:innen, die vor der Kamera stehen. Solche Produktionen erfordern viel Aufwand, Logistik und Proben. Die neueste One-Shot-Produktion ist die Netflix-Serie Adolescence, die 2025 auf der Streamingplattform erschien. In Interviews erzählen sowohl die Schauspieler:innen als auch Kameramenschen und der Regisseur von den stundenlangen – bzw. wochenlangen – Proben und den kräftezerrenden Drehtagen. Auch über das verwendete Equipment wurde viel nachgedacht, um es den Kameramenschen so einfach und vor allen Dingen leicht wie möglich zu machen. Für das Publikum haben One-Shot-Produktionen einen immersiven Effekt: Es glaubt Teil des Geschehens zu sein und alles in Echtzeit zu erleben. Gleichzeitig können kontinuierliche Einstellungen auch ein Gefühl der Langeweile hervorrufen, welches es durch gezieltes Storytelling zu vermeiden gilt. 

Auch Sport-Dokumentationen sind sehr beliebt, was beispielsweise die Netflix-Serie „Drive to Survive“ zeigt. Sie zeigt einzigartigen Behind-the-Scences-Content der Formel 1 und brachte hunderttausende neue Fans in den Sport. Auch Sportdokumentationen haben ein hohes Immersionspotenzial. Das Publikum entwickelt eine andere Sichtweise und Identifikationsgefühl gegenüber der Athlet:innen und den dahinterstehenden Teams. Die Sportarten profitieren sowohl von den kommerziellen Aspekten als auch von den neugewonnenen Fans. Gleichzeitig bringt es Publikum und unnahbar scheinende Sportler:innen näher zusammen. Vor allem durch Storytelling lassen sich Sport-Dokumentationen lenken und es beeinflusste die Zuschauer:innen nochmal auf eine intensivere Weise. Auch Sport-Dokumentationen nutzen eine Form von One-Shot durch ihre Onboard- bzw. Go-Pro-Aufnahmen. Auch wenn diese aus anderen Gründen in einem einzigen Take aufgenommen werden, sind es kontinuierliche Aufnahmen. 

Thema des Werkstücks

Sowohl Sportdokumentationen als auch One-Shot-Produktionen profitieren beide von emotionalem Storytelling. Außerdem nutzen Sport-Dokumentationen (ungewollt) ebenso One-Shot-Aufnahmen für eine stärkere Immersion des Publikums, die auch bei ganzen One-Shot-Produktionen eine große Rolle spielt. Somit ist das Ziel des Werkstücks der folgenden Blogbeiträge diese beiden Themen zu verbinden und zusammenzuführen. Am Ende soll ein etwa ein- bis dreiminütiges One-Shot-Dokumentarvideo entstehen, bei dem es um eine Sportart geht. Diese soll dabei auf an Dokumentarserien angelehntes Storytelling dem Publikum nähergebracht werden. Welche Sportart es am Ende des Tages sein wird, steht noch in der Planung und wird in den folgenden Blogbeiträgen genauer erläutert und entschieden. 

Vorläufige Timeline

Da Ende Juni ein kurzer One-Shot-Sport-Dokumentarfilm fertig sein soll (bzw. muss), ist die Timeline etwas knapp. Im Laufe des nächsten Monats soll die Planung und das Storyboard des Videos stehen und eine Sportart ausgewählt sein. Im April werden Kameras, Gimbals und andere technische Mittel ausgetestet und -probiert, um was passende Werkzeug für den anstehenden Dreh zu finden. Auch mit der/dem Sportler:in werden Proben und Meetings durchgeführt, um alle Beteiligten so gut wie möglich vorzubereiten. Der Dreh soll spätestens im Mai stattfinden und so effizient und „leicht“ (auch in Bezug auf das Equipment) wie möglich gestaltet werden. Die verbleibende Zeit bis zur Abgabe des Werkstücks soll für die Postproduktion aufgewendet werden. 

Zusammenfassung und Moods

Das Endprodukt soll ein etwa zweiminütiger One-Shot-Film sein, der einen guten Einblick in die ausgewählte Sportart zeigt und von gutem Storytelling profitiert. Außerdem wird sich gegebenenfalls mit invisible cuts ausprobiert, um etwa andere technische Mittel einzusetzen und das Potenzial von One-Shot-Produktionen weiter auszureizen. Als Moods dient dabei das untenstehende Moodboard. Die Farben bzw. der Stil sollen warm sein und dem „cinematic“-Look folgen. Außerdem soll damit ein Gefühl des Sommers bzw. Frühlings vermittelt werden, sofern es die Sportart zulässt. In der engeren Auswahl stehen zurzeit Rennradfahren, Laufen, Air-Hoop, Akrobatik oder der Reitsport. 

Die Zusammenfassung der vorherigen Blogposts sind mit meinem hängengebliebenen Wissen entstanden und überprüft worden. Die Quellen dazu finden sich in den vergangenen Blogposts zu den Themen .

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