Insgesamt habe ich meine Ziele weitgehend erreicht: Ich wollte Color Grading nicht nur theoretisch verstehen, sondern praktisch an einem eigenen Video lernen, und genau das ist mir gelungen. Besonders wichtig war für mich dabei, dass ich am Ende nicht nur ein fertiges Video habe, sondern auch deutlich besser nachvollziehen kann, was die einzelnen Einstellungen im Bild bewirken.
Was ich gelernt habe
Am meisten gelernt habe ich darüber, wie stark einzelne Einstellungen die Wirkung einer Videodatei verändern können. Vor allem Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Farbstimmung sind für mich jetzt viel greifbarer als vorher. Ich verstehe jetzt besser, dass kleine Änderungen große Auswirkungen haben können und dass man beim Grading sehr bewusst arbeiten muss.
Ein besonders wichtiger Lernschritt war für mich auch die Waveform. Am Anfang war sie für mich eher verwirrend, aber inzwischen verstehe ich viel besser, wie ich sie lesen und für meine Korrekturen nutzen kann. Dadurch arbeite ich nicht mehr nur nach Gefühl, sondern kann meine Entscheidungen viel genauer kontrollieren.
Zusätzliche Fähigkeiten
Neben dem eigentlichen Color Grading habe ich auch organisatorisch und technisch dazugelernt. Ich bin sicherer im Umgang mit Schnitt und Vorbereitung geworden und weiß jetzt besser, wie wichtig ein sauberer Workflow ist. Auch das genaue Beobachten von Bildwirkung, Licht und Farbzusammenhang ist für mich viel stärker geworden.
Außerdem habe ich gelernt, geduldiger mit einem Projekt umzugehen. Gerade am Anfang wollte ich zu viel auf einmal ausprobieren, was zwar interessant war, aber auch viel Zeit gekostet hat. Durch diese Erfahrung habe ich verstanden, dass kreative Arbeit nicht nur aus Experimenten besteht, sondern auch aus klaren Entscheidungen.
Was ich heute anders machen würde
Wenn ich das Projekt heute noch einmal beginnen würde, würde ich mir früher einen klaren Plan machen und dann auch konsequent dabei bleiben. Genau dieses viele Hin und Her hat mich am meisten Zeit gekostet. Ich habe zwar dadurch viel ausprobiert, aber ich habe auch gemerkt, dass zu viele Richtungswechsel den Arbeitsprozess unnötig erschweren.
Heute würde ich also früher entscheiden, welche Story ich erzählen will, welchen Look ich anstrebe und wie ich das Projekt technisch umsetzen möchte. Dann würde ich diesen Plan auch durchziehen, statt immer wieder neu anzufangen. Das würde mir wahrscheinlich mehr Ruhe geben und das Ergebnis noch klarer machen.
Nächste Schritte
Als Nächstes möchte ich mich noch tiefer mit Color Grading beschäftigen. Besonders spannend finde ich für mich die Idee, eigene Color Themes oder bewusstere Looks zu entwickeln. Ich möchte lernen, wie man bestimmte Stimmungen gezielter aufbaut und nicht nur technisch korrekt arbeitet, sondern auch stilistisch sicherer wird.
Außerdem möchte ich mich insgesamt mehr trauen. Durch dieses Projekt habe ich gemerkt, dass Color Grading nicht nur aus Regeln besteht, sondern auch viel mit persönlichem Geschmack und kreativen Entscheidungen zu tun hat. Genau da möchte ich weiterkommen: mutiger werden, mehr ausprobieren und gleichzeitig ein besseres Gefühl für Wirkung entwickeln.
Persönliches Fazit
Für mich war dieses Semesterprojekt sehr wertvoll, weil ich nicht nur ein Thema bearbeitet, sondern wirklich etwas gelernt habe, das ich in zukünftigen Projekten weiterverwenden kann. Ich sehe jetzt Farben, Bildwirkung und technische Zusammenhänge viel bewusster. Vor allem habe ich verstanden, dass gutes Color Grading aus Geduld, Beobachtung und klaren Entscheidungen besteht.
Auch wenn am Anfang vieles chaotisch war, war dieser Prozess für mich wichtig. Ich habe Fehler gemacht, Zeit verloren und viel ausprobiert, aber genau daraus habe ich am meisten gelernt. Am Ende nehme ich vor allem mit, dass ich mich im Bereich Color Grading deutlich weiterentwickelt habe und dass ich jetzt eine viel bessere Grundlage habe, um weiterzumachen.