Die Geschichte darüber, wie ich mich auf die künstlerische Bühne bringen will ._. (Part 6. Chancen??)

Hallo again 🙂 Ich habe bereits recherchiert, wie verschiedene Forscher:innen Self-Branding definieren und welche Kritik am Konzept geäußert wird. All das bildet eine gute Grundlage, um anschließend die Chancen von Self-Branding zu diskutieren. Soll ich mir wirklich die Mühe geben oder sollte ich lieber etwas anderes aussuchen? Let’s see!

In der von mir recherchierten Literatur finden sich viele unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Self-Branding. Dabei zeigen die Autor*innen sowohl die neuen Chancen als auch die Herausforderungen, die mit einer strategischen Selbstdarstellung verbunden sind.

Self-Branding gibt Menschen neue und starke Möglichkeiten, sich beruflich zu positionieren und sichtbar zu werden. Es ermutigt dazu, sich selbst wie ein kleines Unternehmen zu betrachten und sich aktiv auf einem unsicheren Arbeitsmarkt zu präsentieren (vgl. Whitmer 2018). Gleichzeitig bringt diese strategische Selbstinszenierung aber auch große persönliche und strukturelle Herausforderungen mit sich. (Das kommt in Part 7..)

Self-Branding hat sich von einem reinen Marketingbegriff zu einer wichtigen Strategie für das eigene Karriere-Management entwickelt – besonders als Antwort auf die wachsende Unsicherheit am heutigen Arbeitsmarkt (Whitmer 2018).

Die persönliche Marke wird mittlerweile als das wertvollste „Karriere-Asset“ betrachtet (vgl. Arruda 2019):

  • Sich von anderen abheben: Self-Branding hilft dabei, die eigene Einzigartigkeit sichtbar zu machen, damit man nicht einfach austauschbar wirkt. Wer sich nur auf das konzentriert, was er mit anderen gemeinsam hat, wird zur „Ware“. Wer dagegen seine Besonderheiten klar zeigt, weckt Interesse. Eine starke Marke sollte sich immer um ein paar spezifische Eigenschaften drehen – nicht um hundert verschiedene Dinge (vgl. Arruda 2019).
  • Als Expert*in wahrgenommen werden: Eine klare Personal Brand stärkt die Glaubwürdigkeit und hilft dabei, sich als Experte oder Vordenker in der eigenen Branche zu positionieren. Sie sorgt dafür, dass Chancen zu einem kommen, anstatt dass man ständig hinter ihnen herlaufen muss (vgl. Walker 2024 ).
  • Wirtschaftlicher Erfolg: Eine starke persönliche Marke kann zu Beförderungen, erfolgreichem Business, höheren Gehältern oder sogar zu lukrativen Kooperationen führen. Sie ist eine Art kommunikative Antwort auf wirtschaftliche Unsicherheit (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler 2020).
  • Vorteil im Bewerbungsprozess: Google-Suchergebnisse gelten heute oft als die „erste Visitenkarte“ (Arruda). Arbeitgeber recherchieren die Online-Profile von Bewerbern (vgl. Walker 2024). Menschen mit einem erkennbaren Personal Brand werden als „leistungsfähig, gut vernetzt, mächtig, kompetent und aktuell“ wahrgenommen (vgl. Resnik/Cheng/Simpson 2016).

Durch Web 2.0 und soziale Medien ist Self-Branding zu einem alltäglichen Phänomen geworden und hilft sichtbarkeit in einer digitalen Welt zu steigern (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler 2020):

  • Aufmerksamkeit in der Attention Economy: Mit Social Media können Menschen ihre eigenen digitalen Räume schaffen und damit ein viel größeres Publikum erreichen (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler 2020).
  • Wichtiger denn je im virtuellen Arbeitsalltag: In einer digital geprägten Arbeitswelt müssen viele Mitarbeitende stärker dafür sorgen, nicht übersehen zu werden. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ – und genau hier hilft digitales Self-Branding (vgl. Arruda 2019).
  • Beziehungsnetzwerke aufbauen: Self-Branding ermöglicht es, Beziehungen aufzubauen und diese auch für berufliche Chancen zu nutzen. Dabei werden persönliche Beziehungen zunehmend emotional und gleichzeitig wirtschaftlich eingesetzt (vgl. Whitmer 2018).

Die Literatur zeigt, dass Self-Branding heute weit mehr ist als ein Trend: Es hat sich zu einer wichtigen Strategie entwickelt, um in einem unsicheren und digitalen Arbeitsmarkt sichtbar zu bleiben und neue Chancen zu nutzen. Eine starke persönliche Marke kann berufliche Möglichkeiten eröffnen, Orientierung geben und die eigene Position im Wettbewerb stärken. Gleichzeitig bringt der Druck zur ständigen Selbstpräsentation auch deutliche Herausforderungen und Belastungen mit sich. Self-Branding bewegt sich damit im Spannungsfeld zwischen Empowerment und Erwartungsdruck. Welche konkreten Herausforderungen dabei entstehen können, werde ich im nächsten Beitrag näher erläutern 🤐

Aloha 🫡!

Ah ja und die Quellen:

Whitmer, Jennifer M.: You are your brand: Self‐branding and the marketization of self. In: Sociology Compass (2019), https://doi.org/10.1111/soc4.12662

Arruda, William: Digital you. Real Personal Branding in the Virtual Age. Alexandria: ATD Press 2019

Walker, Dain: The 90 day brand plan. How to Unleash Your Personal Brand to Dominate the Competition and Scale Your Business. Willen:New Jersey 2024

Resnik/Cheng/Simpson: Marketing in SMEs: A ‘4Ps’ self-branding model. In: International Journal of Entrepreneurial Behaviour and Research (2016), https://doi.org/10.1108/IJEBR-07-2014-0139

Scheidt/Gelhard/Henseler: Old Practice, but Young Research Field: A Systematic Bibliographic Review of Personal Branding. In: Frontiers in Psychology (2020), doi: 10.3389/fpsyg.2020.01809

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