*9 Wie schreibe ich ein Kinderbuch? PART3

Es ist einfach so ein spannender und umfangreicher Blog von Dr. Anette Huesmann, da gibt’s gleich noch einen dritten Blogpost: 

*Erzählstruktur von Kinderbüchern

Der Aufbau und die Erzählstruktur einer Geschichte variieren je nach dem Alter der Kinder. Bei Kinderbüchern für die Kleinsten ist es meistens so, dass Geschichten kurz gehalten werden und nur auf wenigen Seiten erzählt wird. Hier ist eine einzelne Hauptfigur im Fokus, welche die Leser:innen das ganze Buch lang begleitet. EIn Beispiel hierfür könnte sein, dass die Figur zu Beginn eine Frage stellt oder vor einem Problem steht, welches im Verlauf der Geschichte gelöst wird. 

Bei Vorlesebüchern hingegen lassen sich zwei unterschiedliche Formen unterscheiden. Einerseits gibt es Bücher mit mehreren abgeschlossenen Geschichten, die sich jeweils als kurze Gutenachtgeschichte eignen und ungefähr fünf bis zehn Minuten dauern. Andererseits haben manche Vorlesebücher mehrere Kapitel, in denen jeweils eine Episode einer zusammenhängenden Geschichte erzählt wird, wie beispielsweise „Der kleine Drache Kokosnuss“. Auch diese Kapitel sind meistens so aufgebaut, dass sie innerhalb von fünf bis zehn Minuten vorgelesen werden können.  

Auch bei Kinderromanen, die ab acht Jahren sind, zeigt sich oftmals noch eine episodische Struktur. Mit zunehmenden Alter der Leser:innen ähneln die Bücher jedoch immer stärker Jugendromanen und erzählen fortlaufende Geschichten über mehrere Kapitel, wie zum Beispiel bei „Hier kommt Lola!“. Einige  Kinderromane kombinieren beide Ansätze und erzählen eine große zusammenhängende Geschichte, wo aber jedes Kapitel gleichzeitig eine weitgehend abgeschlossene Episode bildet, wie beispielsweise bei „Harry Potter und der Stein der Weisen“. 

*Dialoge

Dialoge sind ein wichtiger Teil um eine Geschichte lebendig zu erzählen. Dialoge leben aber gar nicht unbedingt von dem gesprochenen sondern viel mehr davon was unausgesprochen bleibt. Häufig passiert es, das Figuren zu viel reden. Hierbei hilft es dir Dialoge so zu kürzen, dass nur noch das nötigste zum Verstehen übrig bleibt. Da Kinder oft nur wenige Wörter brauchen, um einer Geschichte folgen zu können. 

Am Beispiel von Hänsel und Gretel kann man das hier gut sehen: 

Hier wird viel zu viel geredet: 

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab. „Es ist so kalt hier und wir wissen doch gar nicht, wo wir sind. Außerdem bin ich müde“, flüsterte sie. 

Hänsel wischt sich mit dem Handrücken die Nase. „Bald ist es Mitternacht und wenn wir nicht schnell den Weg nach Hause finden müssen wir im Wald übernachten. Dort sind wir den wilden Tieren ausgeliefert. Wir haben keine Zeit, wir müssen weiter“, drängt er.

Wenn man das Gesprochene aufs Minimum reduzieren würde, wäre es: 

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab. „Ich bin müde“, flüstere sie. 

Hänsel wischt sich mit dem Handrücken die Nase. „ Wir müssen weiter“, drängt er. 

In Dialogen ist es nicht untypisch „sagte er“ oder „sagte sie“ zu wiederholen. Stattdessen könnte man aber Wörter wie flüstern, zischen, schrieen, erwidern oder meinen nehmen oder diese Wörter auch ganz weglassen. Um deutlich zu machen, wer gerade spricht, folgt häufig eine kleine Aktion auf das Gesprochene, wie zum Beispiel „Das ist mein Platz.! Paul blickte ihn finster an. 

*Zeitstufen 

Wann und in welchem Zeitraum eine Geschichte spielt, sollte gut überlegt sein. Entscheidend ist auch, wie viel Zeit von Anfang an bis zum Ende vergeht, also die Zeitausdehnung, und welche Auswirkungen das auf die Handlung hat. Denn bei längeren Zeiträumen müssen oft Zeitsprünge eingebaut werden, damit die Geschichte stimmig bleibt. In Kinderbüchern werden Rückblenden eher selten eingesetzt, weil sie den Lesefluss stören.  

Bücher für Erwachsene werden meistens im Präteritum (sie sagt, er roch, sie las) geschrieben. Ebenso wird diese Zeitform in Kinderbüchern verwendet, wobei Bücher für 6 bis 12 Jährige häufig im Präsens (sie sagt, er riecht, sie liest) verfasst werden.

Bei einer Rückblende muss sich die Zeitstufe aber ändern, so dass die Vergangenheit zur Vorvergangenheit und die Gegenwart zur Vorgegenwart wird. Das kann für Kinder herausfordernd sein und wird daher nicht oft eingesetzt. 

*lebendig und anschaulich erzählen

Jugendbücher ähneln beim Erzählen oft den Erwachsenenbüchern, während Kinderromane sich stärker auf die entscheidenden Ereignisse fokussieren. Lange Beschreibungen von Kleidung, Aussehen sowie Orte werden meistens weggelassen. Trotzdem gilt für alle Altersklassen, das Geschichten lebendig geschrieben werden müssen, also das sogenannte szenische Erzählen, im Englischen auch „show don’t tell“. 

Bei fiktiven Geschichten gibt es zwei verschiedene Formen des Erzählers: narrative Erzählweise und szenische Erzählweise. Während bei der narrativen Form Informationen und Inhalte kurz berichtet werden, soll die szenische Erzählweise Bilder im Kopf der Leser:innen erzeugen. Hier geht es auch darum, die Handlung lebendig wirken zu lassen. Statt nur zu berichten wird hier „gezeigt“ was passiert. Dafür müssen alle fünf Sinne angesprochen werden, also was die Figuren sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Genau zu sagen bedeutet das, dass man nicht sagt „Jürgen war wütend ( =tell), sondern man beschreibt wie er die Augenbrauen zusammenzieht und die Faust ballt ( =show). 

In Romanen und Kurzgeschichten werden diese beiden Erzählformen meist abwechselnd eingesetzt, wobei der szenische Teil oft eine größere Rolle spielt, damit die Ergebnisse lebendig sind. Wichtige Momente einer Geschichte werden szenisch erzählt, um die Ereignisse lebendiger und emotionaler zu machen. Mit narrativen Teilen werden Überleitungen oder zeitliche Abläufe zusammengefasst. Daher sollte man sich beim Schreieben einer Geschichte darauf fokussieren beide Erzählweisen einzubauen. Unwichtige Informationen können hier narrativ vermittelt werden und zentrale Situationen szenisch dargestellt, um im Kopf der Leser:innen ein einprägendes Bild zu gestalten. 

*Schauplatz 

Der Schauplatz in einer Geschichte bestimmt, wo eine Szene spielt und hat einen entscheidenden Einfluss auf die Stimmung. Ein Spielplatz zum Beispiel kann sehr unterschiedlich sein, vielleicht ist er zwischen Wolkenkratzern oder mitten im Wald. Deshalb sollte der Ort so gewählt werden, dass er die Atmosphäre der Szene unterstützt. Bei der Beschreibung von einem Schulplatz in Kinder- und Jugendbüchern sollten verschieden Sinne angesprochen werden um die Szene lebendig zu machen. Man soll erklären was die Figuren sehen, hören riechen oder fühlen, wobei aber nicht alle Sinneseindrücke immer auf einmal beschrieben werden müssen, sonst könnte die Geschichte monoton wirken. Wichtig ist es die prägnantesten Gefühle in den Fokus zu stellen. 

Huesmann Anette (2022): Kinderbuch schreiben. In: Die Schreibtrainiern. https://www.die-schreibtrainerin.de/kinderbuch-schreiben/ (zuletzt abgerufen am 12.1.2026)

*8 Wie schreibe ich ein Kinderbuch? PART2

… und hier ist der versprochene Part 2

*Menschen oder Tiere als Hauptfigur?

Kinder lesen Geschichten lieber, wenn die Hauptfigur ein bisschen älter ist als sie. Darum sind diese in den meisten Fällen ein bis zwei Jahre älter als die Leser:innen. Bei Kinder- und Jugendromanen sollte das Alter der Figuren jedoch zur Zielgruppe passen. So sind Hauptfiguren in Kinderromanen ab acht Jahren meistens neun Jahre, während bei Jugendromanen ab 14 Jahren Figuren meist 16 Jahre alt sind. Jüngere Hauptfiguren interessieren die Leser:innen meist nicht. 

Tiere sind häufig ein wesentlicher Teil des Figurenensembles von Kinderbüchern, übernehmen aber je nach Altersgruppe unterschiedliche Rollen. In Bilderbüchern für 3-5-Jährige oder Vorlesebücher nfür 6-7-Jährige sind Tiere oftmals menschliche Stellvertreter:innen, die sprechen können, auf zwei Beinen gehen oder wie Menschen handeln können. Da können nicht nur Tierkinder mit ihren Eltern die Hauptrolle übernehmen, sondern auch erwachsene Tiere, wie beispielsweise Heule-Eule, die kleine Hummel Bommel, Frederick oder Der Grüffelo. 

Bei Kinderromanen ab acht Jahren kommt es ebenfalls vor dass Tiere Teil der Geschichte sind aber meistens nicht als menschliche Stellvertreter:innen sondern als Begleiter:innen der Hauptfigur, wie zum Beispiel Hunde, Pferde oder andere Tiere die wie Freund:innen oder Helfer:innen sind. In den Büchern ab 10 Jahren können Tiere auch als Gegner:innen vorkommen oder selbst die Hauptrolle übernehmen. In diesen Geschichten erleben die Tiere komplexe Abenteuer oder bewegen sich zwischen zwei Welten. 

*Phantasiewelten 

Kinderbücher können sowohl in realen Welten als auch in Fantasiewelten spielen, denn beides kommt bei Kindern gut an. Sie lieben es, sich in Geschichten wiederzufinden und ihre eigene Welt zu entdecken aber empfinden es auch spannend in neue und für sie fremde Abenteuer einzutauchen.  

Sowohl Kinder als auch Eltern lesen gerne Geschichten, die in der normalen Alltagswelt spielen, denn diese beschreiben das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen und all die lustigen und traurigen Momente. Kinder erkennen alltägliche Probleme wieder und können mithilfe der Geschichte über ihre Probleme lachen, reden und auch weinen. Dadurch können diese Bücher Kindern und Eltern helfen über komplexe Themen wie Ängste, Sorgen, Tod oder Krankheiten zu reden. Durch Bilderbücher werden Kindern Situationen nähergebracht, welche sie noch nicht erlebt haben und so ihr Wissen über die Welt und das Leben erweitern. 

Zudem lieben es Kinder auch, wenn ihnen unbekannte Welten vorgestellt werden, weshalb phantasievolle Geschichten und außergewöhnliche Figuren, wie zum Beispiel Hexen, Feen, Tiere, spezielle Gegenstände oder übernatürlichen Fähigkeiten, sehr beliebt sind. Aber auch hier ist das Alter der Leser:innen ein entscheidender Punkt. Denn jüngere Kindern bevorzugen beispielsweise die Welt der Prinzessin Lilifee während ältere sich schon mehr für gruselige Gespenstergeschichten interessieren. 

*Die Erzählperspektive 

Kurzgeschichten, Bilderbücher oder Vorlesebücher für Kinder sind in den meisten Fällen in einer auktorialen Erzählperspektive verfasst. Damit ist gemeint, dass eine Erzählstimme, die alles weiß, die Geschichte erzählt. 

Bei Kinderromanen ist es so, dass sie in der Regel in der ersten oder dritten Person geschrieben sind, die sogenannte Erzählperspektive. Dabei wird die Geschichte aus der Sicht einer einzelnen Person erzählt, sodass ihre Gedanken und Gefühle sehr intensiv vermittelt werden können. In Büchern für Erwachsene kann diese Perspektive sich wechseln, dann spricht man von einer Multiperspektive. Diese zeigen sich manchmal in Jugendbüchern auch, sind aber in Kinderbüchern sehr untypisch. Kinderbücher sind hauptsächlich aus der Sicht von einer Figur und selten aus der eines Erwachsenen. 

*Einsatz von Bildern 

Grundsätzlich gilt, dass bei jüngeren Kindern, Geschichten mehr Bilder und weniger Text haben, wie bei Älteren. Für die Kleinsten bestehen Bilderbücher fast ausschließlich aus Illustrationen, während bei 3-5-Jährigen die Bilder die Handlung erzählen und nur wenig Text ergänzend dazukommt. In Vorlesebüchern gibt es weiterhin viele Bilder, jedoch wird der Text hier deutlich umfangreicher und erzählt längere Geschichten oder mehrere Episoden. Auch bei den Erstlesebüchern zeigen sich noch viele farbige Illustrationen, welche die Kinder zum weiterlesen animieren sollen. Erst mit zunehmendem Alter spielen Bilder immer mehr eine kleinere Rolle. Kinderromane haben meist nur noch wenige Bilder und die sind oft kleine schwarz-weiße Zeichnungen oder Symbole. In Büchern ab ungefähr 10 Jahren kommen keine Bilder mehr vor. 

Wenn man sein Kinderbuch bei einem Verlag einreichen möchte, muss man nicht unbedingt Illustrationen mitbringen. Die meisten Verlage organisieren und finanzieren diese selber. Daher reichen Autor:innen meist nur Texte bei Agenturen beziehungsweise Verlagen ein. Bei einer Selbstveröffentlichung hingegen muss der:die Autor:in sich selber um die passenden Illustrationen kümmern beziehungsweise gezielt nach Illustratoren:innen suchen. 

Huesmann Anette (2022): Kinderbuch schreiben. In: Die Schreibtrainiern. https://www.die-schreibtrainerin.de/kinderbuch-schreiben/ (zuletzt abgerufen am 10.1.2026)

*7 Wie schreibe ich ein Kinderbuch?

Ein Kinderbuch zu schreiben ist eine große Herausforderung, weil Kinder sehr dankbare aber auch sehr kritische Zuhörer:innen sind. Wenn sie eine Geschichte langweilig finden zeigen sie es sofort und lehnen diese ab. Jedoch können starke Held:innen ihre Kindheit sehr beeinflussen. Diese Figuren und Geschichten können ein Leben lang im Gedächtnis der Leser:innen bleiben. Damit Kinder wirklich gefesselt werden, braucht es bewundernswerte Charaktere, spannende Handlungen und eine lebendige Sprache. Man kann sagen, dass ein Kinderbuch zu gestalten gleich anspruchsvoll ist wie einen Roman für Erwachsene zu schreiben.  

Im heutigen Blog gehe ich auf ein paar Punkte ein, auf die man beim Gestalten eines Kinderbuches achten sollte: 

*Für welches Alter wird das Kinderbuch geschrieben?  

Zu Beginn ist es wichtig sich die Frage zu stellen, für welches Alter das Kinderbuch gedacht ist. Davon ausgehend wird entschieden, welches Thema, Sprache, Textlänge und Anzahl der Bilder gewählt werden. Denn 6-Jährige wollen andere Geschichten erleben als 8-Jährige. Je älter die Kinder sind, desto komplexer kann die Sprache sein und Texte können länger werden und Bilder werden weniger wichtig. 

Standard Altersgruppen für Kinderbücher: 

0–2 Jahre: Bilderbücher für die Kleinsten

3–5 Jahre: Bilderbücher

6–7 Jahre: Vorlesebücher und Erstlesebücher 

8–11 Jahre: Kinderromane 

Ab 12 Jahren: Jugendromane 

Die Altersangaben bei Kinderbüchern passen nicht immer genau zu den individuellen Interessen und Fähigkeiten der Kinder, bieten für Eltern und junge Leser:innen aber eine hilfreiche erste Orientierung. Auch Verlage und Buchhandlungen nutzen diese Einteilung als Richtwert und beurteilen Bücher dann nach Thema, Textlänge und Bildanteil. Es gibt aber auch Bücher, welche nicht eindeutig in eine Altersgruppe passen. Je nachdem wie bekannt ein:e Autor:in ist dürfen die Altersangaben variieren. Daher sollte sie bei unbekannten Namen genauer sein, weil sie für Eltern ein wichtiger Entscheidungspunkt beim Kauf sind.

*Sprache von Kinderbüchern

Die Sprache von Kinderbüchern passt sich dem Alter genau an. Für jüngere Kinder, bis ungefähr fünf Jahre sind Bilderbücher in einfacher Sprache gehalten, mit kurzen Sätzen und klaren Wörtern geschrieben. Zudem werden hier Reime, Geräusche, Wortwiederholungen und neue Wortschöpfungen vermehrt eingesetzt. 

Vorlesebücher ab sechs Jahren werden beispielsweise inhaltlich und sprachlich etwas komplexer, weil sie von Erwachsenen vorgelesen werden. 

Erstlesebücher sind für Kinder, die die Geschichte schon selbst lesen und müssen sich daher stark an deren Kenntnissen orientieren. Diese Texte sind kurz und einfach gebaut, weil Erstleser:innen noch sehr langsam lesen. Hier ist es vor allem wichtig, dass jeder Satz interessant, spannend oder witzig ist, damit die Freude und Interesse am Lesen erhalten bleiben. 

Bücher ab acht Jahren werden herausfordernder, jedoch werden auch hier schwere Wörter oder anspruchsvollere Satzstellungen vermieden. Jugendromane nähern sich schon der Erwachsenenliteratur an. Sprachlich ähneln sie schon sehr erwachsenen Romanen und fokussieren sich daher auf ein umfangreicheres Publikum.   

*altersgerechte Themen für Kinderbücher

Kinderbücher fokussieren sich inhaltlich auf die jeweiligen Interessen ihrer Leser:innen. Bereits kleine Altersunterschiede haben einen großen Einfluss darauf, welche Themen aufgegriffen werden, da sie sich an den unterschiedlichen Entwicklungsständen der Kinder orientieren. 

Beispiele dafür: 

  • Gute Nacht Geschichten 
  • Mut mach Bücher
  • Körperhygiene 
  • Schulgeschichten 
  • Pferdegeschichten 
  • Problemthemen
  • Freundschaften 
  • Scheidung, Patchwork Familie, Hochzeit
  • Älter werden
  • Krankheiten, Tod, Hass
  • Weihnachten, Ostern
  • Urlaub 
  • Geburtstag 

Für jüngere Kinder werden oftmals vertraute Alltagssituationen, wie beispielsweise Essen, Zähneputzen, Gefühle oder schlafen thematisiert. Wobei mit zunehmendem Alter Themen wie Freundschaften, Schule, Freizeit oder Ferien interessant werden. Grundsätzlich gibt es wenig Themen, die nicht kindergerecht aufgefasst werden können. Wenn ein Buch sich mit komplexen Inhalten beschäftigt, werden meistens Lösungsvorschläge beschrieben, welche Kinder stärken können. Dabei sollen diese Bücher aber nicht zu belehrend sein. Ab acht Jahren werden in Kinderromanen zunehmend genrespezifische Themen aufgefasst, wie zum Beispiel Abenteuer, Detektivgeschichten oder Fantasiegeschichten. Bei Jugendbüchern hingegen werden sehr ähnliche Themen wie bei der Erwachsenenliteratur verwendet, wie Identitätsfragen, Beziehungen oder Freundschaften.  

*Umfang von Kinderbüchern

Bilderbücher, Kinder- und Jugendbücher unterscheiden sich stark in ihrem Umfang, der immer angepasst an die Altersgruppe ist. Bei kleinen Kindern ( 0-2 Jahre) haben die Bücher meistens wenig Seiten mit eindeutigen Bildern und wenig beziehungsweise keinem Text. Dadurch können erste Wörter gelernt werden. Bei 3 bis 5-Jährigen werden ungefähr 24 bis 30 Seiten gestalten, welche mit kurzen Texten und begleitenden Bildern eine Geschichte erzählen. Die Gesamtlänge liegt hier meistens bei unter 10.000 Zeichen. Vorlesebücher haben hier schon mehr Text und haben ungefähr 50 bis 100 Buchseiten mit 40.000 bis 120.000 Zeichen. Kinderromane haben noch mehr Seiten, um die 100 bis 150 Seiten, während Jugendbücher oft schon ähnlich wie Erwachsenenbücher mit 250 bis 350 ungefähr sind.  

Nochmal ein kurzer Überblick: 

  • 0-2 Jahre, Bilderbücher: 6 bis 12 Seiten, kaum/kein Text, einfache Bilder 
  • 3-5 Jahre, Bilderbücher: 24 bis 30 Seiten, wenig Sätze, komplexere Bilder (können Doppelseite sein)
  • 6-7 Jahre, Vorlesebücher: 70 bis 130 Seiten, längere Texte  (80 Normseiten Text), komplexere Bilder
  • Ab 8 Jahren, Kinderromane: 100 bis 200 Seiten (100-150 Normseiten), keine Bilder, schwarz-weiß
  • Ab 12 Jahren, Jugendromane: Umfang wie bei Erwachsenenbüchern, keine Bilder 

Weils so spannend ist gibts Part 2 in einem weiteren blogpost 😉 stay continued

Huesmann Anette (2022): Kinderbuch schreiben. In: Die Schreibtrainiern. https://www.die-schreibtrainerin.de/kinderbuch-schreiben/ (zuletzt abgerufen am 10.1.2026)