*20 Auswertung + Fazit

Jetzt ist der Test durchgeführt und auch der Papa hat alle Fragen im Fragebogen beantwortet. Ich habe während dem Test auch einiges notiert und das haben die Antwort im Fragebogen größtenteils bestätigt, jedoch gab es auch ein paar Dinge die mich überrascht haben. Die Texturenseite mit dem Igel war eindeutig das Element was am meisten Begeisterung ausgelöst hat. Der Bub hat sie am längsten in der Hand gehalten, ist mehrfach über die verschiedenen Texture gefahren und hat sich die Seite am Ende des Test nochmals genommen. Der Papa hat im Fragebogen ebenso bestätigt, dass dieses Element, seinem Sohn am meisten begeistert hat. Dieses Ergebnis habe ich nicht erwartet, da ich dachte, dass dieses Element nicht mehr ansprechend für die Altersgruppe ist. Das hat mich persönlich am meisten überrascht. 

Der Papa hat ebenfalls angegeben, dass sein Kind zu keinem Zeitpunkt überfordert wirkte. Ich hatte beim dritten Element, der Entscheidungsseite, den Eindruck, dass der Bub nicht wirklich wusste, was er mit der Seite jetzt machen soll. Erst habe ich gedacht er wäre etwas überfordert aber genau da ist der Blickwinkel von Eltern besonders wertvoll, da die ihre Kinder kennen und besser abschätzen können wie ihr Kind darauf reagiert. Der Papa meinte dann, es wirkte so als hätte sein Sohn in diesem Moment einfach auf was anderes gehofft. Die Entscheidungsseite hat der Papa im Fragebogen auch nur mit 2 von 5 Sternen bewertet also eher unbeliebt. Das deckt sich aber auch mit meiner Beobachtung, denn der Bub hat mit dieser Seite am wenigsten interagiert. Ich denke, dass das Konzept in dieser Altersgruppe noch einen zusätzlichen Anker braucht, irgendwas Physisches, das die Entscheidung greifbarerer macht. Eine reine Illustration mit einer Frage reicht hier nicht aus um Interaktion auszulösen. Im Nachhinein habe ich auch das Gefühl, dass diese Seite sehr schwer gestaltet war beziehungsweise bei Entscheidungsfragen mehr Kontext da sein sollte.  

Nach dem Test hat der Bub auch gesagt, dass der Igel lustig war. Kein großes Designfeedback einfach eine ehrliche Antwort wie er es empfunden hat. Daraus kann ich schließen, dass das Element Emotionen ausgelöst hat. Der Papa hat am Ende des Fragebogens noch einen Wunsch geäußert, denn er meinte, dass mehr interaktive Elemente für die Altersgruppe passender wären, also zum Beispiel nicht nur eine Klappkarte sonder drei, vier. Das ist ein Hinweis, dass das Konzept zwar gut ankommt aber definitiv noch verbessert werden muss. Eine Erkenntnis die ich mir für die weitere Entwicklung des Projekts im Hinterkopf behalten werde. 

Durch die Blogeinträge habe ich dieses Semester einiges mitnehmen können, und haben mir auch den Raum gegeben, Dinge auszuprobieren die mir später bei meiner Masterarbeit wirklich helfen können und ich auch so Fehler vermeiden kann. Vor allem die Umfragen und auch das kleine Interview haben mir dabei geholfen mein Thema noch mehr zu konkretisieren und auch ein Verständnis zu bekommen, was wirklich gewünscht wird. In einigen Punkten wurde ich auch bestärkt, dass mein Gedankenzug schon gut passt und ich dort noch weiter arbeiten kann. In anderen Punkten hat mich das Semester auch in eine Richtung gelenkt, die ich gar nicht im Kopf hatte mit den interaktiven Elementen. Auch der Test hat mir wirklich spannende Erkenntnisse gegeben und mich auch sehr überrascht, was dieser Altersgruppe denn eigentlich so gefällt. 

Das Semester hat mir einige Antworteten gegeben aber auch sehr viele weitere Fragen fürs nächste Semester beziehungsweise meine Masterarbeit geliefert, wie „Wie viel interaktive Elemente braucht ein Buch wirklich, damit es fesselnd ist?“, „Wie kann ich Diversität und Inklusion in der Vordergrund bringen ohne es tatsächlich in den Vordergrund zu stellen?“ Oder „wie kann die Geschichte ausschauen“ Da werde ich definitiv noch viel weitere Recherchen und Tests machen können.

Das wars, schönen Sommer! :)) 

*19 Erster Test + Fragebogen

Diese Woche habe ich den Test zu den drei interaktiven Seiten gemacht und diese das erste Mal einem Kind gezeigt. Es wurde mit einem dreijährigen Buben und seinem Papa getestet. Dadurch, dass es meine Familie war, war eine entspannte und natürliche Atmosphäre und das war mir für diesen Probetest auch sehr wichtig. Einmal die ersten Erfahrungen sammeln können, um herauszufinden wie es überhaupt ist mit einem Kind einen Test durchzuführen. Da lag der Fokus, darauf eine Situation zu schaffen die sich sich für alle Beteiligten normal anfühlt. 

Bevor es losging habe ich dem Papa kurz erklärt, worum es geht. Nicht zu viel, nicht zu wenig, aber er sollte wissen, dass die drei Elemente Teil meines Projektes sind und dass ich diese an dem Tag testen möchte. Ich wollte herausfinden wie ein Kind in diesem Alter damit umgeht. Ich habe ihm erklärt, dass er seinem Sohn Zeit lassen soll, so wenig wie mögliche eingreifen soll und nicht erklären soll, auch wenn es vielleicht einen Moment dauert. Außerdem hab ich ihm gesagt, dass er nach jeder Seite eine vorbereitete Frage stellen soll. Der Bub selbst hat keine Informationen bekommen, wusste nur dass er heute etwas anschauen wird. 

Zu Beginn wollte der Bub gleich alle auf einmal anschauen. Er hat gleich alle drei Seiten geschnappt und sie sich angeschaut. Dann hat der Papa begonnen die erste Seite vorzulesen. Er hat mit der Fisch Seite begonnen und da hat sich die Klappkarte leider etwas verbogen und man konnte die Antwort sofort sehen. Jedoch hat er trotzdem noch neugierig gewirkt und Karte ganz aufgeklappt. Das war jedoch ein klarer Hinweis für mich: die Klappkarte muss Stabiler und besser befestigt sein, damit er Überraschungsmoment wirklich funktioniert. Ohne diesen Moment verliert das Element seinen klaren Reiz. 

Der Papa hat dann die vorbereitete Frage gestellt, was wohl noch unter einer anderen Klappkarte sein kann. Der Bub hat jedoch bemerket, dass ich mitgeschrieben haben und dadurch dass wir uns gut kennen mich gleich gefragt was ich da mache. Darauf hin habe ich ihm eine kurze Erklärung geben, warum ich denn mitschreiben. Das war eine kleine Herausforderung, weil ich wollte mich eigentlich raushalten und dem Kind nicht zu viele Informationen geben. Für den nächsten Test nehme ich mit, dass ich generell vielleicht besser wäre nicht im direkt Blickfeld zu sitzen. 

Bei der Igel Karte war definitiv mehr Begeisterung da, denn der Bub hat die Seite genommen und ist direkt über die verscheiden Materialien gefahren. Besonders das Glitzerpapier hat ihn fasziniert. Dort ist er immer wieder mit dem Finger drüber gegangen. Ich glaube sogar, dass ihn das mehr interessiert hat als der Igel selber. Danach hat der Papa die Frage gestellt, welche Stelle sich am komischen anfühlt und der Bub ist dabei über den Moosgummi gefahren und dann gesagt der Stachel, der ist so weich. Das war ein schöner Moment, weil er gezeigt hat, dass das haptische Erlebnis auch Sprache auslöst. 

Bei der dritten Karte, der Entscheidungsseite, war die Reaktion etwas anders. Der Bub hat die Seite angeschaut, aber nicht mehr wirklich damit interagiert. Auch auf die Frage war nicht mehr eine wirkliche Reaktion, es hat so gewirkt als würde er noch drauf warten, dass er etwas öffnen oder berühren kann. Das war für mich aber eine spannende Erkenntnis, denn vielleicht braucht eine Entscheidungsseite für Kinder in diesem Alter auch etwas, was man zusätzlich berühren oder öffnen kann. 

Am Ende hat der Bub noch mal über das Glitzerpapier gegriffen und ist dann wo anders hin gegebnen. Der Papa hat dann in Ruhe den online Fragebogen ausgefüllt. 

*18 Vorbereitung Test und Fragebogen

Bevor die drei Testseiten das erste Mal wirklich von der Zielgruppe getestet werden, muss ich noch eine klare Struktur definieren, damit ich aus dem Test möglichst viel mitnehmen kann. Getestet wird mit einem Kind im Kindergartenalter und einem Elternteil. Die Situation ist bewusst zu zweit geplant, weil es eine normale und realitätsnahe Umgebung des Kindes wieder spiegelt. Ich werde während dem Test als Beobachterin dabei sein und währenddessen mitschreiben. Ich greife aber nicht ein, erkläre nichts und reagiere nicht auf das was das Kind tut oder sagt. Meine Aufgabe ist es zu beobachten und festzustellen, wie die Testperson reagiert, welche Körpersprache sie hat, wird gezögert, ist sie begeistert etc..? 

Ich werde dem Kind davor keine Information geben und nicht erkläre, dass das hier ein Test ist. Das Kind soll sich wohlfühlen und nicht das Gefühl haben eine Aufgabe lösen zu müssen. Der erste Kontakt mit dem Element soll so unbeeinflusst wie möglich sein, weil mich genau dieser erste Moment interessiert, was passiert, wenn ein Kind etwas in die Hand bekommt, ohne zu wissen, was genau das ist? Die erwachsene Person bekommt von mir vorab allerdings das Wichtigste erklärt, aber ohne zu viel wegzunehmen. Konkret soll der Erwachsene die drei Testseiten mit dem Kind nacheinander anschauen. Nach jeder Seite soll das Elternteil dem Kind ein Frage dazustellen, nicht um zu testen ob das Kind alles richtig macht hat sondern ein Gespräch zu eröffnen um bisschen herauszufinden wie diese Element funktionieren. Die Fragen sind vorgegeben. Zudem werde ich dem Elternteil sagen, er soll dem Kind alle Zeit lassen, denn das ist für meinen Test besonders wichtig. Der Erwachsen soll nicht sofort Hilfe geben oder eingreifen sondern auch wenn es etwas ungewohnt ist, einfach abwarten, wie das Kind reagiert. Diese Reaktionen sind für meinen Test besonders interessant. 

Die Fragen nach jedem Element: 

  1. Klappkarte: „Was glaubst du, was noch unter einer anderen Klappe versteckt ein könnte.“
    Damit kann ich herausfinden, wie das Kind über diesen Mechanismus denkt und anhand der Reaktion sehen, wie groß die Begeisterung ist. 
  2. Textur Seite: „Welche Stelle hat sich am komischen angefühlt, warum?“
    Dadurch kann ich herausfinden, was das Kind von den Materialien denkt, wie sie sich für das Kind anfühlen und ob sie zugeordnet werden können. 
  3. Entscheidunssgfrage: „Warum hast du diesen Weg gewählt“
    So kann ich entdecken, wie ein Kind darüber denkt und auch sehen welcher Gedankenzug dahinter ist. 

Die Fragen sind etwas offener formuliert, damit das Kind nicht das Gefühl bekommt hier etwas unnatürliches zu machen und offen und ehrlich antworten kann. 

Am Ende des Testes bekommt das Elternteil dann einen kurzen online Fragebogen. Hier kann die Person sich genauer Gedanken machen, mir noch mehr Input geben und genauer erklären wie er:sie den Test empfunden hat. Somit richtet sich der Fragebogen nicht ans Kind sondern die erwachsen Begleitperson. Denn Eltern sehen viel mehr und können die Reaktionen ihrer Kinder viel mehr einschätzen als ich als außenstehende Person. Dadurch konnte ich gezielter erfahren ob die Reaktion eher typisch oder ungewöhnlich ist oder ob Interesse und Neugier da war und ob etwas gefehlt hat. Insgesamt hat die Umfrage zehn Fragen und beinhaltet alles rund um den Test. Die Umfrage starten mit Fragen zu den einzelnen Elementen: Bei welchem Element war es am längsten, wirkte es überfordert, welches Elemente wirkte am anspruchsvollsten. Daraufhin gibt es Fragen zur Gesamtwahrnehmung, wie und ob das Kind diese Seiten eher als Spiel oder als Aufgabe gesehen hat und ob sich die Stimmung währenddessen verändert hat und ob das Elternteil sich vorstellen könnte, diese interaktiven Elemente im Alltag Zuhause zu verwende. Am Ende sind die Fragen noch etwas offener, hat das Kind noch etwas gesagt, gibt es Elemente die so nicht funktionieren und was würde der:die Erwachsene sich noch wünscht.

Die konkrete Fragen: 

  1. Bei welchem Element war dein Kind am längsten?
  2. Gab es einen Moment, wo dein Kind überfordert wirkte, wenn ja welchen?
  3. Hat dein Kind irgendwas getan oder gesagt, das dich überrascht hat?
  4. Wirkte dein Kind eher neugierig, vorsichtig oder desinteressiert? 
  5. Welches Element hat dein Kind zweimal angegriffen?
  6. Würdest du solche interaktiven Elemente mit deinem Kind auch im Alltag nützen?
  7. Gibt es ein Element, welches dich gestört hat?
  8. Wie hat dein Kind die Entscheidungsreife empfunden? 
  9. Was hat dein Kind nach dem Test gesagt?
  10. Weiter Wünsche, Anregungen, Kommentare?

Mein Ziel ist es möglichst wenig in den Test einzugreifen, damit ich sehen kann was wirklich beim Lesen und Erleben von Büchern passiert.

*17 Entscheidungsfrage

Für das dritte Testelement habe ich mich für eine Entscheidungsseite entschieden. Das interaktive Element habe ich nicht ohne Grund entscheiden, denn in der Umfrage wurde dieses Element am besten bewertet, noch vor Klappseite und Texturen. Das hat mich neugierig gemacht, denn gleichzeitig ist es das konzeptuell anspruchsvollste der drei Elemente. Klappen aufdecken und Materialen befühlen sind Handlunge, die Kinder intuitiv machen. Hier habe ich mich gefragt ob Kinder im Kindergartenalter, eine Wahl innerhalb einer Geschichte überhaupt schon übernehmen können oder ob hier die Hilfe der Erwachsenen benötigt wird.

Als Motiv habe ich eine Szene entwickelt, die einfach und klar lesbar ist: ein Mädchen steht an einem Wegweiser, rechts an einen See und links der Wiese entlang, zwei Umgebungen die Kindern meist vertraut ist und die sie sich gut vorstellen können. Die Frage dazu lautet ganz schlicht: „Wo willst du hingehen?“ 

Illustrativ habe ich die Szene warum und einladend gehalten. Das Mädchen steht nachdenklich vor dem Wegweiser mit dem Finger ans Kinn gelegt. Eine Geste die Kinder kennen und sofort zuordnen können. Jeder Weg wird mit einem Tier unterstützt, links am See sitz ein Otter und rechts am Stein ein Frosch. Zwei Tiere die still dabei sind, als würden sie gespannt warten, wohin die Reise geht. Ebenfalls habe ich eine Sonne dargestellt und eine grüne Wiese damit die Szene selbst schon Lust auf eine Entscheidung macht und eine annehmen Atmosphäre kreiert. Wichtig war mir dabei beide Richtungen ansprechend zu gestalten. Es sollte keine offensichtlich richtige Wahl gaben, keine Illustration die schöner oder aufregender als die andere wirken soll. Denn sobald eine Option optisch dominiert ist, ist es keine echte Entscheidung mehr. Das Kind folgt in diesem Fall dann einfach dem stärkeren Reiz und das wäre für meinen Test wertlos.

Auch bei diesem Element habe ich zuerst skizziert, bevor ich die die digitale Illustration gemacht habe. Die Kompositionen mussten stimmen: Wo steht die Figur? Wie groß ist der Wegweiser? Was sagt der Wegweiser aus? Wie viel Platz brauchen beide Seiten? Erst wie das gut gepasst hat habe ich die Illustration ausgearbeitet und gedruckt.

Bei diesem Text möchte ich meine Beobachtung darauf fokussieren, herzufinden wie Kinder mit dieser Entscheidung umgehen. Vertatet es sofort was es  machen soll? Wie geht es weiter? Was fragt das Kind? Zögert es oder entscheidet sich spontan und sicher? Und ist das Wählen ein spielerisch Element oder eher eben Überforderung? Vielleicht erklär da Kind auch warum es sich so entscheiden hat. Das wäre eine sehr spanten Erkenntnis, denn es würde mir zeigen ob Kinder nur schnell reagieren oder wirklich drüber nachdenken. 

Auf diesen Test bin ich besonders gespant, weil ich zu dieser Interaktion am wenigsten Ahnung habe und wie dieses Element für Kinder Interesse wirkt.

*16 Verschiedene Texturen & Materialien

Für das zweite Testelement habe ich mich für unterschiedliche Texturen und Materialien entscheiden. Ein Element, das besonders bei jüngeren Kindern oft sehr gut funktioniert, weil es nicht nur visuell, sondern auch haptisch erlebbar ist. Gerade im Kindergartenalter lernen Kinder vieles über das Tasten und Begreifen und der Körper ist hier das erste Werkzeug, mit dem sie die Welt verstehen. Texturen bieten deshalb eine ganz eigne, sehr direkte Form von Interaktivität, nämlich eine die ohne Sprache auskommt und trotzdem sofort funktioniert. 

Als Motiv habe ich mich für einen Igel entschieden mit der einfachen Aufforderung: ich bin Igel Ida, kannst du mich fühlen? Der Satz ist kurz, direkt und lädt ein, ohne zu erklären. Er gibt dem Kind eine Aufgabe, ohne dabei den Zeigefinger zu heben. Was mir daran wichtig war ist, dass Kinder in diesem Alter keine lange Einleitung brauchen, ein Satz reicht, wenn er richtig formuliert ist. 

Bevor irgendein Material zum Einsatz kam, habe ich zuerst auf den Papier skizziert wie das überhaupt ausschauen könnte. Ich wollte verstehen, wie die Form des Igels funktioniert und vor allem wie ich die Stacheln so gestalten kann, dass sie sowohl Illustrative als auch haptische Sinn ergeben. Die Lösung war, die Zacken des Igels als einzelne Dreiecke auszuschneiden, eine Form die schon optisch an Stacheln erinnert und sich dann durch das Material auch so anfühlt. Erst als die Grundform auf Papier stimmte, habe ich den nächsten Schritt gemacht und zwar die Illustration sauber ausgearbeitet, drucken lassen und dann sorgfältig die Zacken ausgeschnitten.

In die einzelnen Zacken habe ich anschließend drei verschieden Materialien eingeklebt: Rollpappe für eine harte, gewölbte Fläche, Moosgummi für etwas Weiches und leicht Federndes und raues Glitzerpapier für eine körnige, etwas kratzige, bunte Oberfläche. Die drei Materialien bilden einen klaren Kontrast zueinander, was mir besonders wichtig war. Denn der Unterschied muss auch für kleine Finger gut spürbar sein, denn ein zu feiner Materialienunterschied würde nicht dieses Effekt erzeigen. Gleichzeitig habe ich drauf geachtet, dass alle Materialien fest genug aufgeklebt sind, damit auch bei intensiven Angreifen nichts abreißt oder sich löst. Stabilität wär hier ein zentrales Kriterium, denn aus der Umfrage weiß ich, dass Eltern und Pädagog:innen sehr unzufrieden mit fragilen Materialien sind. 

Bewusst habe ich bei diesen Elementen auf ausführlichen Text verzichtet. Das Motiv und die Materialien sprechen schon für sich und ich wollte testen ob Kinder auch ohne langer Anleitung von sich aus anfangen zu tasten und zu vergleichen. Das ist auch die Frage, die mich für die jüngeren Kinder meiner Zielgruppe interessieren: Braucht ein Kind in diesem Alter überhaupt Worte, um mit einem Buch zu integrieren? Oder reicht die Form, die Farbe und das Material allein? Die Igel-Seite ist für mich nicht nur ein Testelement, sondern ein kleines Experiment zu der Frage, wie viel Sprache ein interaktives Kinderbuch wirklich braucht. 

Was ich mit dieser Seite konkret testen will ist, wie greift ein Kind von selbst nach den unterschiedlichen Stellen? Berührt es eine Textur immer wieder oder ist es nur eine kurze Berührung? Mich interessiert auch ob Kinder anfangen über die Materialien zu reden oder sie zu vergleichen. Also ob das haptische Erlebnis auch Sprache auslöst, ohne das man bestimmt danach fragt?

*15 Klappseiten &Aufdeckelemente

Nachdem ich durch die Umfrage und das Interview ein klares Bild davon bekommen habe, was bei interaktiven Elementen gut funktioniert und was eher skeptisch gesehen wird, habe ich das erste Element selbst ausprobiert. Ich habe mich für eine Klappseite entschieden beziehungsweise ein Aufklapp-Objekt, weil es eines der klassischen interaktiven Elemente in Kinderbüchern ist und in der Umfrage besonders gut bewerten wurden. Außerdem ist es ein Element, das ich selbst aus Kinderbüchern kenne. Ziel ist es die Spannung zu erschaffen, dass hinter jeder Seite noch etwas steckt, das man erst entdecken muss. Die Idee dahinter ist eigentlich ganz einfach, denn Kinder lieben es, selbst etwas zu entdecken, statt es nur präsentiert zu beklommen. Eine Klappe macht sie aktiv zu Mitgestalter:innen der Geschichte. Genau das ist auch der Unterschied zu einem klassischen Bilderbuch: Das Kind trifft auf eine Interaktion, es öffnet es und es entscheidet wann es schaut. Dadurch bekommt er:sie eine ganz andere Rolle als der:die passive Zuhörer:in beim Lesen.

Bevor ich irgendetwas gedruckt oder geklebt habe, bin ich einen Schritt zurück gegangen und habe zuerst Skizzen erstellt. Ich wollte herausfinden, wie groß die Klappe sein sollte, wo sie sitzt und wie sie sich im Verhältnis zum restlichen Motiv verhält. Dabei habe ich auch überlegt, wie viel von der verstecken Illustration schon sichtbar sein darf, ohne die Antwort vorwegzunehmen. Das war für mich gar nicht so leicht… Zeige ich zu viel, ist das Rätsel spannend genug?, ist das Kind interessiert?, findet es das Thema spannend? Erst nachdem es auf Papier funktionierte, habe ich angefangen, den Text zu formulieren und anschließend die Illustration zu gestalten. Die Reihenfolge war mir dabei wichtig, denn ich wollte, dass erst die Mechanik funktioniert und dann die Geschichte drum herum gebaut wird. Ich habe mich dann dazu entschieden, die Illustration nicht zu zeigen, sonder ganz versteckt zu halten. Die klappe hab ich eher kleiner gehalten aber auch nicht zu klein, damit Kinder sie öffnen könne.

 Für das Motiv habe ich mich bewusst für etwas Einfaches entschieden: einen Fisch. Ein Tier, das Kinder kennen, das aber trotzdem genug Spielraum lässt, um überrascht zu werden. Die Frage darüber: „Was hat er gegessen?“, ist kurz und offen gehalten, damit das Kind selbst raten kann, bevor es die Klappe öffnet. Das kleine Rätsel ist hier genauso wichtig wie das Aufdecken selbst. Das ist auch der Moment, der mich an diesem Element am meisten interessiert, denn eine gute Klappseite lebt nicht nur vom AHA-Moment dahinter sondern von der Spannung davor. Ich habe mir dabei auch überlegt, was passiert, wenn das Kind falsch liegt, also wenn seine:ihre Vermutung nicht stimmt. Ich habe mir dann gedacht, dass auch das ein wertvoller Moment ist, denn manchmal liegt man nicht richtig und ist ebenfalls ein Lernmoment der unterhaltsam umgesetzt wird.

Technisch is das Element bewusste einfache gehalten, eine Klappe aus dickerem Papier, mit einem kleine Klebestreifen fixiert, sodass sie sich leicht auf uns zuklappen lässt. Kein komplizierter Mechanismus, der kaputt gehen kann, denn genau das wurde in der Umfrage als größtes Risiko bei interaktiven Elemente genannt und das wollte ich von Anfang an vermeiden. 

Auch das Format war eine bewusste Entscheidung. Ich habe eine Größe gewählt, die Kinder selbst gut in der Hand halten können oder auf den Boden legen können, ohne das ihnen das Objekt sofort aus der Hand fallt oder zu unförmig wirkt. Ich habe dafür auch verschieden Papiergrößen nebeneinander gelegt und ausprobiert, was sich richtig anfühlt und was gut wirkt. Die fertige Testseite habe ich dann auf extra dickem Papier gedruckt, sodass es stabil genug ist, um mehrfach beansprucht zu werden. 

 Später möchte ich diese Testseiten testen und dabei beobachten, wie das Kind zur Klappe greift?, Ratet es vorher, was dahinter sein könnte?, Funktioniert es? Wirkt es spannend? Hat das Kind spaß?

*14 Interview mit Grafik Designerin 

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung hatten wir die Möglichkeit, ein Interview mit jemanden aus dem Design Bereich zu führen. Ich habe mich für Selina Pichler entschieden, eine Designerin, die einen klaren Blick für das hat, was gestalterisch funktioniert und wo ich wusste sie hat einen Bezug zu Illustrationen, Storytelling  und interaktiven Elementen. Sie geht regelmäßig durch Buchhandlungen, stöbert in der Kinderbuchabteilung und hat sich schon selbst Gedanken dazu gemacht was ein gutes Kinderbuch ausmacht. Genau das sie für mein Projekt interessant gemacht, denn ich wollte nicht nur die Perspektive von Eltern oder Pädagog:innen hören, sondern auch von jemanden, der gestalterisch denkt.

Das Interview hat in einer ruhigen Atmosphäre stattgefunden und Selina war von Beginn an offen und gesprächsbereit. Ich habe ihr ähnliche Fragen gestellt wie schon in der Umfrage nur diesmal mit den Fokus durch das persönliche Gespräch mehr erfragen zu können. Die Fragen waren: „Hast du noch manchmal Kinderbücher in der Hand?“, “Hast du Kinder in deinem Umfeld?“, „Glaubst du, dass Kinderbücher einen Einfluss haben, wie Kinder die Welt sehen?“, „Stört es dich, wenn Inklusion und Diversität in Kinderbüchern als zentrales Thema eingesetzt werden?“, „Sollten Kinderbücher deiner Meinung nach erkläre oder einfach zeigen?“, „ Glaubst du, dass interaktive Kinderbücher das Verständnis vin Kindern beeinflusst?“, „Wenn du ein Kinderbuch gestalten würdest, welche interaktive Elemente würdest du einbauen?“

Was mich an Selinas Antworten am meisten überrascht hat, war wie klar sie zwischen zwei verschiednen Arten von Büchern unterschiedet. Sie sagte, es soll ruhig Bücher geben, die Inklusion aktiv erklären und ins Zentrum stellen. Aber es soll auch Bücher geben, die Diversität einfach zeigen, ohne es jedes Mal extra herausheben. Ihre Formulierung dazu war sehr direkt und hat mich zum nachdenken gebracht: “Wenn Inklusive Details jedes Mal herausgepusht werden, normalisieren sie sich nie.“ Das ist im Grunde genau das, was ich mit meinem Projekt erreichen will, und es war sehr spannend, dass jemand der sich nicht tagtäglich mit Kinderbüchern beschäftigt, die gleiche Meinung hat.

Beim Thema interaktive Elemente hatte Selina eine klare Meinung. Am liebsten mag sie Dinge, die Kinde selbst und alleine bedienen können. Sie hat die rot-blauen Lupenelemente erwähnt, mit denen man Dinge verschieben und entdecken kann, also Sachen bei denen keine Erwachsenen helfen müssen. Das deckt sich gut mit meiner Überlegung, denn auch die Umfrage hat gezeigt, dass einfache Klappmechanisemen als besonders beliebt gelten.

Was das Interview für mich außerdem wertvoll gemacht hat, war das Feedback danach. Für meine Masterarbeit werde ich auch Interviews führen und hier ist es dann sehr wertvoll, wenn ich davor schon Erfahrungen sammeln kann und Feedback bekomme um Fehler zu vermeiden. Im Nachgespräch wurde mir gesagt, dass ich manchmal Dinge doppelt formulier habe oder zu viel Inhalt auf einmal gefragt habe. Zum Beispiel habe ich gefragt, ob ein Buch Inklusion erklären doer zeigen soll, aber die Frage war eigentlich schon  in sch zweigeteilt. Selina hat das im Interview beantwortet, aber in einem anderen Gespräch hätte das vielleicht zu Verwirrungen geführt. Für die nächste Interviewsituation nehme ich mit, dass ich Fragen klar und einzeln stollen soll und schauen muss ob eine Antwort schon in der nächsten Frage steckt. 

Insgesamt war das Interview für mich eine Bestätigung. Die Gedanken, die Selina mitgebracht hat decken sich mit dem, was ich auch in der Umfrage analysiert habe und mit der Richtung, die ich für das Projekt einschlagen machte. Inklusion zeigen, nicht erklären und Interaktivität so gestalten, dass sie Kindern Selbstständigkeit bietet und nicht Abhängigkeit

*13 Recherche im Buchgeschäft

Nachdem ich durch die Umfrage ein gutes Bild bekommen habe, was Erwachsene sich für Kinder wünschen, war mein nächster Schritt, mir Kinderbücher genauer anzuschauen. Ich wollte recherchieren, welche Bücher es gerade gibt, wie Geschichten geschrieben werden, wie die Bücher illustriert sind und auch welche gestalterischen Möglichkeiten es im Kinderbuch überhaupt gibt. 

Was mir beim Durchblättern als erstes aufgefallen ist, ist dass sehr viele Bücher Diversität als zentrales, explizites Theme einsetzten. Zum Beispiel bei „Glitzer für alle“ dreht sich die gesamte Gesichte um Geschlechterrollen, bei „das ist doch nur für Mädchen“ genauso. Das ist ja prinzipiell nicht falsch oder schlecht aber es bedeutet, dass das Thema immer im Vordergrund steht und aktiv erklärt wird. Kinder merken sofort, worum es geht. Genau das ist der Punkt, an dem ich mich frage, ob dass die Art und Weise ist, wie ich gestalten möchte. Denn mein Ziel wäre es, Vielfalt so zu gestalten, dass sie als selbstverständlicher Teil einer Gesichte gesehen wird nicht als Botschaft, die vermittelt werden muss. 

Gestalterisch ist aber so einiges möglich. Auf der einen Seite gibt es Bücher mit weichen, handgezeichnete Illustrationen in warmen Farben, viele Figuren im Bild, viel Bewegung und Ausdruck. Gruppen von Kindern, die sich alle voneinander unterscheiden: unterschiedliche Hautfarben, Haartypen, Körper, Figuren mit Beeinträchtigungen und das alles ohne größer Erklärung. Auf der anderen Seite gibt es Bücher mit deutlich reduzierten grafischen Stil, der fast schon plakativ wirkt. Beides funktioniert, aber für unterschiedliche Stimmungen und Zielgruppen.

Was mit außerdem besonders aufgefallen ist, ist dass bei Büchern für jüngere Kinder, die Illustrationen die eigentlichen Träger der Gesichte sind. Der Text ist oft sehr kurz, manchmal nur eins Satz pro Seiten und die Illustration erzählt den Rest. Das bedeutet, dass gestalterische Entscheidungen hier besonders viel Gewicht haben.

Beim Format und er Haptik gab es ebenfalls viele unterschiedliche Ansätze. Zum Beispiel bei dem Buch „Las dich drücken kleiner Dino! hatte eine ausgestanzte Seite, durch die man die Figuren der nächsten Seite schon durch sehen kann. Ein einfaches Mittel was sofort Neugierde erzeugt. Bei einem anderen Buch gab es Klappseiten, die die Gesichte in zwei Ebenen erzählt haben was man auf den ersten Blick sieht und was sicher dahinter verbirgt. Das hat mir besonders gut gefallen, weil das Aufklappen nicht nur Spaß macht, sondern inhaltlich Sinn ergibt. 

Was ich aus der Recherche vor allem mitgenommen habe, ist dass es schon viele Bücher zu diesem Thema gibt, aber nicht alle lösen das gleich gut. Und der Unterschied liegt meistens nicht im Thema selbst, sondern darin wie es erzählt und gestaltet wird, Das ist auch der Ansatz, von dem ich für mein eigenes Projekt am meisten mitnehmen kann. 

*12 Auswertung

Im heutigen blogpost geht es um die Auswertung der Umfrage: 


Der Großteil der Teilnehmer:innen waren Eltern mit 77,8%, 22;2% sind Großeltern und ebenfalls 22,2% Verwandte. Zusätzlich haben auch einige pädagogische Fachkräfte und Babysitter:innen teilgenommen. Die Kinder, über die berichtet wurde, waren überwiegend im Alter zwischen zwei und sieben Jahren, also genau die Altersgruppe, für die das Buch gedacht ist. 

Was das Leseverhalten betrifft, zeigt sich ein gemischtes Bild: Rund 40% der Befragten lesen täglich mit Kindern, etwa 20% mehrmals pro Woche und der Rest eher selten. Das hat mich daran erinnert, dass ein Buch auch dann funktionieren muss, wenn es nicht jeden Tag in die Hand genommen wird, es sollte also beim erneuten Aufschlagen sofort wieder einladen. 

Besonders interessant war die Frage, was ein Kinderbuch zu einem guten Buch macht. Hier kamen sehr ähnliche Antworten: Die Geschichte soll spannend sein, die Illustrationen ansprechend und die Sprache kindergerecht, aber nicht kindisch. Mehrere Personen betonen außerdem, dass das Buch auch für die vorlesenden Erwachsenen angenehm sein soll. Ein Punkt, der mich persönlich sehr gefreut hat, ist der Wunsch, dass Kinder als Publikum ernst genommen werden und der Text nicht übertrieben vereinfacht oder verniedlicht wird. 

Beim Thema Inklusion und Diversität war die Übereinstimmung besonders eindeutig. Ungefähr 75% der Befragten haben bereits Bücher zu diesem Thema genutzt oder kennen zumindest welche. Hier wurden Beispiel wie die Conny Geschichten genannt aber auch spezifische Bücher zu Körper, wie Jeder hat einen Popo, Familienformen wie das Mädchen mit den vier Namen oder Bücher über Beeinträchtigungen. Eine Sache die dabei am häufigsten positiv hervorgehoben wurde ist, dass Diversität in diesen Büchern als selbstverständlich vorkommt, ohne es jedes Mal explizit zu betont zu werden. Eine Person brachte es besonders gut auf den Punkt, denn wenn inklusive Details jedes Mal extra hervorgehoben werden müssen, verlieren sie ihre Normalität. Genau das ist auch mein Ansatz. 

Die am häufigsten genannten Themen, die Befragten für Kinder als besonders wichtig sehen, waren Gefühle und Emotionen, Beeinträchtigungen sowie Familienformen, diese Themen wurden jeweils von über 80% der Befragten angekreuzt. Auch Hautfarbe und Herkunft, Geschlechterrollen sowie Körper und Aussehen als ebenfalls wichtig eingestuft. Bei der Frage, ob Kindern selber über Unterschiede zwischen Menschen reden haben 88,9% mit Ja abgestimmt und 11,1% mit selten aber niemand mit Nein. Des Weiteren gaben 66,7% an, bereits Kinderbücher zum Thema Inklusion und Diversität zu kennen, 22,2% verneinten und 11,1% meinten, sie kennen nicht so wirklich welche.

Was Erwachsene für Kinder klar ablehnen, war ebenfalls sehr eindeutig, denn das Buch soll auf keinem Fall belehrend wirken. Nahezu alle Befragten sagten das als zentralen Kritikpunkt. Ein Buch zu diesem Thema soll kein Lehrbuch sein sondern eine Geschichte, wo Diversität einfach sichtbar ist und als normal gilt. Diese Rückmeldung hat meine Richtung für das Projekt klar bestätigt 

Bei den interaktiven Elementen war die Begeisterung besonders groß. Alle Befragten gaben an, diese Art von Büchern bereits zu kennen. Entscheidungsseiten, also Seiten auf denen Kinder selber wählen können wie die Geschichte weitergeht, sowie Klappseiten wurden am besten bewertet. Verschieden Texturen und Materialien, Spiegel- und Schiebelemente wurden als durchschnittlich gut bewertet und eher skeptisch waren viele gegenüber Pop-ups und 3D-Elementen. Die meisten Elemente wurden als gut bis sehr praktisch im Kindergartenalltag und Zuhause eingeschätzt, die diese als hinderlich beschrieben wurden. Das sind Wichtige Hinweise für die gestalterische Umsetzung

Im letzten Abschnitt der Umfrage ging es um konkrete Wünsche und Anregungen. Hier zeigte sich, dass sich die Befragten vor allem Lebensnähe wünschen. Kindern sollen Situationen und Figuren begegnen, mit den sie sich identifizieren können, Geschichten erleben die ihre Realität Wiederspiegeln und Dialoge hören die sie selbst anwenden können. Mehrere Personen wünschen sich außerdem, dass Stereotypen aktiv gebrochen werden und eine Vielfalt an Lebensformen, Körpern und Familienformen ganz selbstverständlich abgebildet wird. Eine Antwort hat mich dabei besondre zum Nachdenken gebracht: „Wenn alle Bücher etwas von der Norm abweichen würden und unterschiedliche Familienkonstellationen, Körper etc. abbilden, wären extra Diversitätsbücher nicht notwendig…“ Das ist letztendlich auch da Ziel, ein Buch zu machen, das irgendwann gar nicht mehr als besonders gilt, weil das was es zeigt längst selbstverständlich ist. 


Ingesamt hat mir die Umfrage ein sehr klares Bild gegen, was für diese Zielgruppe passend und gewünscht wird: Ein Buch, was Kinder begeistert und das Vielfalt ganz selbstverständlich gezeigt werden soll, ohne den gesamten Fokus darauf zu legen. Mit diesen Erkenntnissen kann ich jetzt in den gestalterischen Teil des Projekts starten. 

*11 Umfrage Erstellung

In diesem Semester möchte ich mich darauf fokussieren zu recherchieren und vor allem zu testen, wie ich ein Kinderbuch gestalten kann, das für Kinder interaktiv sowie ansprechend und spannend ist. Zudem soll das Buch gleichzeitig Themen wie Inklusion und Diversität für Kindergartenkinder auf eine altersgerechte Art und Weise präsentieren. Die zentrale Frage dieses Semesters ist daher, was brauchen Kinder in diesem Alter wirklich und was interessiert sie überhaupt. Um das heraus zu finden, habe ich zu Beginn des Projekts eine Umfrage erstellt, die an Eltern, Großeltern, Verwandte und pädagogische Fachkräfte gerichtet ist. Also an all jene die tagtäglich mitbekommen, was Kinder begeistert, was sie beschäftigt und welche Themen in ihrem Alltag eine Rolle spielen. Ihre Perspektive ist für mein Projekt besonders wichtig, weil sie nicht nur wissen, was Kinder mögen, sondern auch, was im Alltag wirklich funktioniert. 

Der Einstieg der Umfrage ist bewusst allgemein gehalten, um ein Gefühl für die Zielgruppe zu bekommen. Daher startet die erste Frage mit: „Welche Rolle hast du im Leben eines Kindes? Direkt gefolgt von der Frage nach dem Alter des Kindes. Denn ein Buch, das für einen Dreijährigen funktioniert, sieht ganz anders aus als eines für Sechsjähriger, sowohl inhaltlich als auch gestalterisch. Wo das eine Kind noch klar Bilder und kurze Sätze braucht, kann das andere schon komplexeren Gesichten folgen, Witze verstehen oder Rätsel lösen. Deshalb war es mir wichtig, von Beginn an zu wissen, über welche Altersgruppe die Befragten sprechen.

Von dort aus werden die Fragen etwas konkreter wie beispielsweise: „welche Themen sind im Alltag mit Kinder präsent?“ oder „Was macht ein Kinderbuch zu einem Guten?“. Außerdem wollte ich wissen, was Eltern und Pädagogen:innen bei schon bestehenden Büchern gefällt und was ihnen fehlt. Denn bestehende Bücher können zeigen, wo Lücken sind und wo es vielleicht schon viele Angebote gibt. Beides ist für mein Projekt seht wichtig, denn was fehlt zeigt mir, wo ich ansetzten kann und and dem was bereits gut funktioniert, kann ich mich orientieren.

Der dritte Schwerpunkt liegt auf Inklusion und Diversität. Mit diesen fragen wie: „Welche Fragen Rund um Inklusion und Diversität findest du für Kinder besonders wichtig“ oder „Sprechen Kinder von sich aus über Unterschiede zwischen Menschen“ wollte ich herausfindend, welche Inhalte besonders präsent sind und ob es für mich hilfreiche Referenzmaterialien gibt. Denn das Ziel dieses Projektes ist es, eine Geschichte zu schaffen, die Inklusion und Diversität nicht als belehrendes Thema verpackt, sonder als selbstverständlichen Teil der Handlung. Kinder sollen nicht das Gefühl haben, dass ihnen etwas erklärt wird, sondern sie sollen eine Geschichte erleben in der Vielfalt ganz normal ist. 

Der vierte Abschnitt fokussiert sich auf interaktive Elemente. Mein Ziel ist es, ein Buch zu machen, das nicht nur gut ausschaut, sondern eines, das wirklich begeistert und funktioniert, eines das Kinder neugierig macht, Gesprächsstoff bietet und das im Alltag einfach praktisch ist. 

Im letzten Abschnitt geht die Umfrage noch auf Wünsche und Anregungen ein und drauf was ein Buch auf keinem Fall machen sollte. Mit den Ergebnissen habe ich einen guten Überblick über das Thema gewonnen und kann mit dem gestalterischen Teil  des Projekts starten.