*12 Auswertung

Im heutigen blogpost geht es um die Auswertung der Umfrage: 


Der Großteil der Teilnehmer:innen waren Eltern mit 77,8%, 22;2% sind Großeltern und ebenfalls 22,2% Verwandte. Zusätzlich haben auch einige pädagogische Fachkräfte und Babysitter:innen teilgenommen. Die Kinder, über die berichtet wurde, waren überwiegend im Alter zwischen zwei und sieben Jahren, also genau die Altersgruppe, für die das Buch gedacht ist. 

Was das Leseverhalten betrifft, zeigt sich ein gemischtes Bild: Rund 40% der Befragten lesen täglich mit Kindern, etwa 20% mehrmals pro Woche und der Rest eher selten. Das hat mich daran erinnert, dass ein Buch auch dann funktionieren muss, wenn es nicht jeden Tag in die Hand genommen wird, es sollte also beim erneuten Aufschlagen sofort wieder einladen. 

Besonders interessant war die Frage, was ein Kinderbuch zu einem guten Buch macht. Hier kamen sehr ähnliche Antworten: Die Geschichte soll spannend sein, die Illustrationen ansprechend und die Sprache kindergerecht, aber nicht kindisch. Mehrere Personen betonen außerdem, dass das Buch auch für die vorlesenden Erwachsenen angenehm sein soll. Ein Punkt, der mich persönlich sehr gefreut hat, ist der Wunsch, dass Kinder als Publikum ernst genommen werden und der Text nicht übertrieben vereinfacht oder verniedlicht wird. 

Beim Thema Inklusion und Diversität war die Übereinstimmung besonders eindeutig. Ungefähr 75% der Befragten haben bereits Bücher zu diesem Thema genutzt oder kennen zumindest welche. Hier wurden Beispiel wie die Conny Geschichten genannt aber auch spezifische Bücher zu Körper, wie Jeder hat einen Popo, Familienformen wie das Mädchen mit den vier Namen oder Bücher über Beeinträchtigungen. Eine Sache die dabei am häufigsten positiv hervorgehoben wurde ist, dass Diversität in diesen Büchern als selbstverständlich vorkommt, ohne es jedes Mal explizit zu betont zu werden. Eine Person brachte es besonders gut auf den Punkt, denn wenn inklusive Details jedes Mal extra hervorgehoben werden müssen, verlieren sie ihre Normalität. Genau das ist auch mein Ansatz. 

Die am häufigsten genannten Themen, die Befragten für Kinder als besonders wichtig sehen, waren Gefühle und Emotionen, Beeinträchtigungen sowie Familienformen, diese Themen wurden jeweils von über 80% der Befragten angekreuzt. Auch Hautfarbe und Herkunft, Geschlechterrollen sowie Körper und Aussehen als ebenfalls wichtig eingestuft. Bei der Frage, ob Kindern selber über Unterschiede zwischen Menschen reden haben 88,9% mit Ja abgestimmt und 11,1% mit selten aber niemand mit Nein. Des Weiteren gaben 66,7% an, bereits Kinderbücher zum Thema Inklusion und Diversität zu kennen, 22,2% verneinten und 11,1% meinten, sie kennen nicht so wirklich welche.

Was Erwachsene für Kinder klar ablehnen, war ebenfalls sehr eindeutig, denn das Buch soll auf keinem Fall belehrend wirken. Nahezu alle Befragten sagten das als zentralen Kritikpunkt. Ein Buch zu diesem Thema soll kein Lehrbuch sein sondern eine Geschichte, wo Diversität einfach sichtbar ist und als normal gilt. Diese Rückmeldung hat meine Richtung für das Projekt klar bestätigt 

Bei den interaktiven Elementen war die Begeisterung besonders groß. Alle Befragten gaben an, diese Art von Büchern bereits zu kennen. Entscheidungsseiten, also Seiten auf denen Kinder selber wählen können wie die Geschichte weitergeht, sowie Klappseiten wurden am besten bewertet. Verschieden Texturen und Materialien, Spiegel- und Schiebelemente wurden als durchschnittlich gut bewertet und eher skeptisch waren viele gegenüber Pop-ups und 3D-Elementen. Die meisten Elemente wurden als gut bis sehr praktisch im Kindergartenalltag und Zuhause eingeschätzt, die diese als hinderlich beschrieben wurden. Das sind Wichtige Hinweise für die gestalterische Umsetzung

Im letzten Abschnitt der Umfrage ging es um konkrete Wünsche und Anregungen. Hier zeigte sich, dass sich die Befragten vor allem Lebensnähe wünschen. Kindern sollen Situationen und Figuren begegnen, mit den sie sich identifizieren können, Geschichten erleben die ihre Realität Wiederspiegeln und Dialoge hören die sie selbst anwenden können. Mehrere Personen wünschen sich außerdem, dass Stereotypen aktiv gebrochen werden und eine Vielfalt an Lebensformen, Körpern und Familienformen ganz selbstverständlich abgebildet wird. Eine Antwort hat mich dabei besondre zum Nachdenken gebracht: „Wenn alle Bücher etwas von der Norm abweichen würden und unterschiedliche Familienkonstellationen, Körper etc. abbilden, wären extra Diversitätsbücher nicht notwendig…“ Das ist letztendlich auch da Ziel, ein Buch zu machen, das irgendwann gar nicht mehr als besonders gilt, weil das was es zeigt längst selbstverständlich ist. 


Ingesamt hat mir die Umfrage ein sehr klares Bild gegen, was für diese Zielgruppe passend und gewünscht wird: Ein Buch, was Kinder begeistert und das Vielfalt ganz selbstverständlich gezeigt werden soll, ohne den gesamten Fokus darauf zu legen. Mit diesen Erkenntnissen kann ich jetzt in den gestalterischen Teil des Projekts starten. 

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