Nachdem ich durch die Umfrage ein gutes Bild bekommen habe, was Erwachsene sich für Kinder wünschen, war mein nächster Schritt, mir Kinderbücher genauer anzuschauen. Ich wollte recherchieren, welche Bücher es gerade gibt, wie Geschichten geschrieben werden, wie die Bücher illustriert sind und auch welche gestalterischen Möglichkeiten es im Kinderbuch überhaupt gibt.
Was mir beim Durchblättern als erstes aufgefallen ist, ist dass sehr viele Bücher Diversität als zentrales, explizites Theme einsetzten. Zum Beispiel bei „Glitzer für alle“ dreht sich die gesamte Gesichte um Geschlechterrollen, bei „das ist doch nur für Mädchen“ genauso. Das ist ja prinzipiell nicht falsch oder schlecht aber es bedeutet, dass das Thema immer im Vordergrund steht und aktiv erklärt wird. Kinder merken sofort, worum es geht. Genau das ist der Punkt, an dem ich mich frage, ob dass die Art und Weise ist, wie ich gestalten möchte. Denn mein Ziel wäre es, Vielfalt so zu gestalten, dass sie als selbstverständlicher Teil einer Gesichte gesehen wird nicht als Botschaft, die vermittelt werden muss.
Gestalterisch ist aber so einiges möglich. Auf der einen Seite gibt es Bücher mit weichen, handgezeichnete Illustrationen in warmen Farben, viele Figuren im Bild, viel Bewegung und Ausdruck. Gruppen von Kindern, die sich alle voneinander unterscheiden: unterschiedliche Hautfarben, Haartypen, Körper, Figuren mit Beeinträchtigungen und das alles ohne größer Erklärung. Auf der anderen Seite gibt es Bücher mit deutlich reduzierten grafischen Stil, der fast schon plakativ wirkt. Beides funktioniert, aber für unterschiedliche Stimmungen und Zielgruppen.
Was mit außerdem besonders aufgefallen ist, ist dass bei Büchern für jüngere Kinder, die Illustrationen die eigentlichen Träger der Gesichte sind. Der Text ist oft sehr kurz, manchmal nur eins Satz pro Seiten und die Illustration erzählt den Rest. Das bedeutet, dass gestalterische Entscheidungen hier besonders viel Gewicht haben.
Beim Format und er Haptik gab es ebenfalls viele unterschiedliche Ansätze. Zum Beispiel bei dem Buch „Las dich drücken kleiner Dino! hatte eine ausgestanzte Seite, durch die man die Figuren der nächsten Seite schon durch sehen kann. Ein einfaches Mittel was sofort Neugierde erzeugt. Bei einem anderen Buch gab es Klappseiten, die die Gesichte in zwei Ebenen erzählt haben was man auf den ersten Blick sieht und was sicher dahinter verbirgt. Das hat mir besonders gut gefallen, weil das Aufklappen nicht nur Spaß macht, sondern inhaltlich Sinn ergibt.
Was ich aus der Recherche vor allem mitgenommen habe, ist dass es schon viele Bücher zu diesem Thema gibt, aber nicht alle lösen das gleich gut. Und der Unterschied liegt meistens nicht im Thema selbst, sondern darin wie es erzählt und gestaltet wird, Das ist auch der Ansatz, von dem ich für mein eigenes Projekt am meisten mitnehmen kann.





