Ich beschäftige mich seit ein paar Monaten intensiv mit dem Thema Trauer, da ich selbst davon betroffen bin, daher hat es mich sehr gefreut auch eine designbasierte Masterarbeit zu diesem Thema von der Fachhochschule Potsdam zu finden. Die Arbeit ist von Giuliana Mei verfasst und heißt „On the Future of Grief: An Exploration on Mourning in the Digital Age.“ und ist im Jahr 2025 erschienen. Es geht darum, neue digitale Varianten zu erschaffen, um mit Trauer umzugehen.
Diese Arbeit besteht aus zwei Teilen: der theoretischen Ausarbeitung des Themas, sowie einem Prototypen für ein digitales Erinnerungssystem mit einem sensorischem Polster. Dieses System soll dabei helfen Trauer zu reflektieren, Erinnerungen zu archivieren und der Polster hilft dabei die Gefühle zu regulieren.
Während der Prototyp hohe gestalterische Qualität vorweist, scheint die Arbeit selbst teilweise in einem seltsamen Raster gestaltet zu sein, dass das Lesen manchmal erschwert. Das sieht man zum Beispiel auf Seite 90.
Der digitale Prototyp nutzt bereits bekannte Oberflächennavigation und Konzepte, stellt diese aber für den Bereich Trauer auf eine neue Art und Weise zur Verfügung und bleibt durch den sensorischen Polster nicht nur auf digitaler Ebene nutzbar, sondern verbindet die digitale und analoge Welt miteinander, um nicht nur ein visuelles, sondern auch ein spürbares Erlebnis zu schaffen.
Die vorgestellten Untersuchungen sind in ausreichendem Maße erforscht. Hier und da hätte man noch tiefgreifendere Analysen machen können.
Die Autorin hat eigene Fragestellungen entwickelt und diese durch Grundlagenliteratur, eigene Rückschlüsse und eine Umfrage beantwortet. Außerdem wurden gängige Konzepte grundlegender Theorien hinterfragt und ergänzt, siehe Seite 36-41.
Die Aufteilung der Themen ist plausibel und alle Bereiche bekommen ihren adäquaten Raum.
Die vorgestellten Konzepte sind nachvollziehbar und verständlich, bei manchen Verteidigungen auf Basis der Umfrage hätten tiefgreifendere Argumente mehr Sinn ergeben, siehe Kapitel 05, ab Seite 84.
Die Arbeit könnte besser kontrolliert werden, es befinden sich noch ein paar Rechtschreibfehler im Dokument. Ein Beispiel findet man auf Seite 53 im Titel, dort steht „Excersize“ statt „Exercise“.
Es wurde extensive Literaturrecherche betrieben und die gewählten Texte passen zum Kontext der Arbeit und werden gut mit der Praxis verknüpft.
Im Werkstück werden Forschungsfrage, Theorie und praktische Umsetzung verbunden und die gewählten Designideen werden begründet und sind nachvollziehbar. Außerdem wird auf Basis der Umfrage nochmal das ganze Design erklärt und mögliche Veränderungen für die Zukunft des Stückes werden angesprochen. Die Dokumentation des Werkstücks macht Sinn und ist ausreichend und die Qualität des Werkstücks entspricht einer Masterarbeit.
Zusammenfassend kann man diese Arbeit mit einem Gut (2) bewerten, da die Arbeit Theorie und Praxis gut miteinander verbindet und neue Erkenntnisse teilt. In einer immer mehr digitalisierten Welt braucht es genügend adäquate digitale Trauerorte, dieser könnte einer davon sein. Die minimalistische Grafik hilft durch die Farbgebung zu beruhigen und trotzdem kann der Ort personalisiert werden. Der Polster schafft eine Verbindung von der digitalen in die analoge Welt und macht den Ort dadurch noch persönlicher. Einige Begründungen könnten noch nachgeschärft werden und die Arbeit müsste etwas besser lektoriert werden, da noch ein paar Rechtschreibfehler vorhanden sind. Ansonsten ist die Arbeit gut.
Ich bin selbst am Überlegen eine Arbeit im Bereich Trauerdesign zu schreiben, dadurch hat mir das Thema schon ein wenig geholfen, um mehr über meine eigene Arbeit nachzudenken. Zudem habe ich gelernt, dass man eine Arbeit lieber mehr als weniger lektorieren lassen sollte, denn Rechtschreibfehler sind nicht zu unterschätzen und sie können auch den Lesefluss stören oder sogar zu Verständnisproblemen führen. Außerdem ist es wichtig eine klare und sinnvolle Aufteilung der Arbeit zu haben, um Leser*innen durch die Arbeit zu führen und nicht zu verlieren. Ich glaube auch, dass die Analyse und Bewertung dieser Arbeit mir geholfen hat noch genauer hinzuschauen und festzustellen, welche Details bei einer Masterarbeit wichtig sind.





