Die Geschichte darüber, wie ich mich auf die künstlerische Bühne bringen will ._. (Part 7. Herausforderungen 🥵)

Hey! Wie ich im letzten Post schon angekündigt habe, geht es heute um die HERAUSFORDERUNGEN im Self-Branding. Welche möglichen Probleme können auf dem Weg auftreten und wie finde ich gute Lösungen, um sie zu vermeiden? All das habe ich in diesem Beitrag für euch (und für mich natürlich) zusammengefasst!

Die Idee, sich selbst als „Me Inc.“ zu inszenieren – also als konsistentes, authentisches und zugleich profitables Produkt – klingt zunächst erfolgversprechend, führt aber in der Praxis zu tiefen inneren Spannungen und Risiken (vgl. Whitmer 2018).

Persönliche und psychologische Herausforderungen:

  • Das Authentizitäts-Dilemma: Der Diskurs rund um Self-Branding verspricht, dass ein authentisches Selbst automatisch auch ein vermarktbares Selbst ist. Authentizität gilt als zentral für eine starke Marke. Doch sobald Authentizität strategisch inszeniert wird, verwandelt sie sich in eine Art „berechnete Authentizität“. Wenn die eigene Marke zu bewusst gestaltet wirkt, kann sie schnell als unauthentisch wahrgenommen und dadurch unglaubwürdig werden (vgl. Whitmer 2018).
  • Dauerhafte Anspannung: Self-Branding bedeutet ständige Selbstbeobachtung, Anpassung und Präsentation. Menschen werden dazu angehalten, kontinuierlich an ihrer Marke zu arbeiten und sie zu bewerben – was dazu führt, dass man eigentlich nie wirklich „aus“ ist (vgl. Whitmer 2018).
  • Existentielle Angst: Der Treibstoff hinter Self-Branding ist häufig eine tiefe Angst, im beruflichen Umfeld zurückzufallen oder übersehen zu werden. Wer seine „Human Brand“ nicht aktiv aufbaut, fürchtet, abgehängt zu werden (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler 2020).
  • Konflikte durch multiple Identitäten: Idealerweise soll die Personal Brand ein stabiles, klares Selbst darstellen, das über alle Kanäle hinweg konsistent bleibt. In der Realität passen Menschen ihre Selbstdarstellung ständig an verschiedene Plattformen an – etwa anders auf LinkedIn als auf Facebook. Die öffentliche Struktur sozialer Medien lässt unterschiedliche soziale Kontexte jedoch ineinander zusammenfallen, was das Risiko erhöht, als widersprüchlich oder unglaubwürdig zu wirken (vgl. Whitmer 2018). Psychologisch kann eine starke Variabilität zwischen verschiedenen Identitäten zu geringerem Wohlbefinden und einem Gefühl mangelnder innerer Kohärenz führen (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler 2020).

Strukturelle und berufliche Risiken:

  • Ungewisse Belohnung: Trotz hohem Zeit- und Gefühlsaufwand gibt es keine Garantie für Erfolg. Sichtbarkeit und Einfluss sind begrenzt – und werden oft weiterhin von traditionellen cultural gatekeepers gesteuert (vgl. Whitmer 2018).
  • Das Wettbewerbsdilemma: Je mehr Menschen aktiv an ihrem Personal Brand arbeiten, desto schwieriger wird es, sich wirklich abzuheben. Wenn alle eine „Human Brand“ sind, verliert dieser Status an Wert (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler 2020).
  • Interne Bedrohung im Arbeitsumfeld: Eine sehr starke oder auffällige Human Brand kann im Unternehmen als Bedrohung wahrgenommen werden – von Kolleg*innen ebenso wie von Vorgesetzten. Das kann zu Misstrauen und Skepsis führen (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler 2020).

Self-Branding ist in der modernen Arbeitswelt ein wichtiges Werkzeug geworden, um Risiken zu bewältigen und beruflich sichtbar zu bleiben. Es hilft, sich als einzigartige Expert*in zu positionieren und Chancen zu nutzen. Gleichzeitig fordert diese strategische Selbstinszenierung jedoch ihren Preis: Sie verlangt eine Form von kontinuierlicher, fast unerreichbarer Authentizität und geht mit psychischer Belastung, hohem Konkurrenzdruck und permanenter öffentlicher Beobachtung einher.
Im Grunde gleicht Self-Branding der Entscheidung, ob man in einem überfüllten Markt ein außergewöhnliches, aber zerbrechliches Kunstwerk (die eigene Human Brand) ausstellt – oder ob man eine austauschbare Massenware bleibt. Man riskiert immer entweder, in der Menge unterzugehen oder durch die helle Beleuchtung Risse sichtbar zu machen.

Also, wenn ich am Ende dieses Experiments nicht durchdrehe, wird es eine echte Win-win-Situation :)! Aber wie man in Belarus sagt: „Wer kein Risiko nimmt, trinkt keinen Champagner“ 🥂🍾 (a little multi-kulti vibe stört nie ❤️)

Quellen:

Whitmer, Jennifer M.: You are your brand: Self‐branding and the marketization of self. In: Sociology Compass (2019), https://doi.org/10.1111/soc4.12662

Scheidt/Gelhard/Henseler: Old Practice, but Young Research Field: A Systematic Bibliographic Review of Personal Branding. In: Frontiers in Psychology (2020), doi: 10.3389/fpsyg.2020.01809

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