Topic: Green Filming
In den vergangenen Blogbeiträgen wurden viele Informationen und Tipps präsentiert, die dabei helfen sollen, die Filmproduktion nachhaltiger zu gestalten. Da diese Menge an Informationen oft überwältigend sein kann, werden in diesem letzten Blogbeitrag noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
Filmproduktionen und die Umwelt
Zu Beginn dieser Blogpost-Reihe wurde festgestellt, dass Filmproduktionenen einen nennenswerten Einfluss auf die Umwelt haben. Bereits kleine Produktionen verursachen im Durchschnitt etwa 391 Tonnen CO2 was in etwa so viel ist wie 52 Österreicher:innen in einem Jahr ausstoßen. Große Tendpole-Produktionen erzeugen bei weitem mehr: durchschnittlich ungefähr 3.370 Tonnen CO2. Umgerechnet ist das so viel wie 449 Österreicher:innen in einem ganzen Jahr verursachen. Um diese Zahlen zu verringern, gibt es Maßnahmen, die dabei helfen die Umwelt zu schützen.
Das sogenannte Green Filming beschäftigt sich mit der Produktion von umweltfreundlicheren Filmen und hat das Ziel, Emissionen einzudämmen und so viele Ressourcen wie möglich zu schonen. Dabei werden alle Phasen und Departments der Filmproduktion miteinbezogen, wodurch von Regie und Kamera bis hin zu Szenenbild und Crew jede Person zu einer nachhaltigeren Produktion beiträgt.
Die Maßnahmen
Vor allem während der Preproduction werden die Weichen für eine umweltbewusste Produktion gelegt. Zu Beginn wird für gewöhnlich ein:e Nachhaltigkeitsbeauftragte:r festgelegt, der/die dafür zuständig ist, die Umsetzung der Umweltstandards zu kontrollieren, das Team zu beraten und die Maßnahmen zu dokumentieren. Während der Planungsphase geht es darum, Drehorte strategisch clever zu wählen, um unnötige Transportwege zu vermeiden, vorzugsweise lokale und nachhaltige Dienstleister:innen zu engagieren und die Drehtage so energieeffizient wie möglich zu planen.
Während der Drehtage wird das Augenmerkt vor allem auf die Mobilität, die Bedienung des Equipments und die Vermeidung von Abfall gelegt. Alle mitwirkenden Personen sollten so gut wie möglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um von A nach B zu gelangen. Dabei helfen beispielsweise möglichst nahgelegene Unterkünfte. Außerdem ist es während der Dreharbeiten wichtig, Energieeffiziente Geräte zu verwenden und Standby-Modi zu vermeiden. Wenn möglich ist das Leihen von Lichtern, Kamera und Co dem Neukauf vorzuziehen. Auch die Müllvermeidung und die Mülltrennung sind in dieser Phase besonders wichtig.
Das Production Design
Die Gestaltung von faszinierenden und ansprechenden Welten zieht oft einen hohen Materialeinsatz mit sich. Sets werden gebaut, Kostüme werden produziert und Spezialeffekte sorgen für den gewissen Nervenkitzel. Das Production Design hat ein großes Verbesserungspotenzial und kann durch gute Planung und Kreativität geschickt nachhaltiger gemacht werden.
Auch hier ist die bedachte Wahl der Locations besonders wichtig, um Transportwege einzuschränken und auch den Naturschutz sicherzustellen. Die verwendeten Materialien sollten recyclebar, zertifiziert und im besten Fall regional beschafft werden. Wird das Set nicht mehr benötigt, sollte dieses wieder so gut wie möglich in seine Einzelteile zerlegt und in weiteren Produktionen wiederverwendet werden können.
Da Spezialeffekte, wie Explosionen, Feuer, oder Kunstschnee oft eine hohe Umweltbelastung mit sich ziehen, sollten diese so gut wie möglich vermieden werden. Als nachhaltigere Option kann hier mit Visual Effects und Virtual Production gearbeitet werden. Dadurch werden die Natur und Biodiversität and den Drehorten geschützt, Ressourcen geschont und Transportwege vermieden.
Auch im Bereich von Kostüm und Maske können einige Maßnahmen getroffen werden, um nachhaltiger zu agieren. Hier sollte vor allem versucht werden, Kostüme aus einem Kostümfundus zu leihen, oder Kleidung Second-Hand zu beschaffen. Ist dies nicht möglich, so sollte bei der Materialwahl auf Umweltzertifikate, recycelte und ökologische Materialien geachtet werden. Die Reinigung der Kostüme sollte energieeffizient und nachhaltig von statten gehen und nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen sind, sollten die Kleidungsstücke weiterverkauft, gespendet, oder wiederverwendet werden.
In Bezug auf die Maske ist der Einsatz von umweltzertifizierten und tierversuchsfreien Produkten und die Reduktion von Einwegmaterial zu beachten.
Green Storytelling
Bereits während des Schreibprozesses des Drehbuchs entscheidet es sich, ob die Produktion das Potenzial hat, nachhaltig umgesetzt zu werden, oder nicht. Je nachdem, ob das Skript umweltschädliche Aktionen beinhaltet, oder auf umweltbewusste Praktiken besteht, können unterschiedliche Dinge bewirkt werden. Mithilfe von Pragmatischen, Impliziten und Expliziten Green Storytelling kann nicht nur die Umweltbilanz verbessert werden, sondern es kann auch eine große Vorbildrolle für die Zuseher:innen entstehen. Das Einbauen von umweltbewussten Charakteren, die durch ihr nachhaltiges Verhalten glänzen, kann das Publikum auf Verbesserungsmöglichkeiten in ihrem eigenen Leben hinweisen und sie zu positiven Veränderungen animieren.
Conclusio
Es mag zwar zu Beginn unmöglich erscheinen, doch mit guter Planung, das Treffen von nachhaltigen Entscheidungen und ein bisschen Kreativität ist die Umsetzung von umweltfreundlicheren Filmproduktionen definitiv möglich. Green Production Maßnahmen ermöglichen es, emotionale, beeindruckende und mitreißende Filme zu produzieren, ohne dabei die Umwelt zu belasten. Das Bedeutet, das es keine Ausreden gibt, weshalb man nicht auf die Umwelt achten sollte. Viele kleine Änderungen können am Ende eine große Wirkung erzielen. Darum ist jeder noch so kleine Schritt in Richtung Green Production, ein guter Schritt in die richtige Richtung.
