Topic: Green Filming
In dem vorhergehenden Blogbeitrag Storytelling und narrative Einbindung von Umweltthemen – Part 1 wurde das Konzept des Green Storytelling, sowie der Begriff Planet Placement erklärt und genauer auf die Methode des Pragmatisches Green Storytelling eingegangen. Wie sich dabei gezeigt hat, versucht diese Methode den negativen Einfluss der Filmproduktion auf die Umwelt in der realen Welt zu minimieren, indem beispielsweise nur wenige Ortwechsel niedergeschrieben werden.
Aber mithilfe des Storytellings kann nicht nur die Umweltbilanz der Filmproduktion verbessert werden, sondern es kann auch ein positiver Einfluss auf die Zuseher:innen bewirkt werden. Durch eine kreative Einbindung wichtiger Umweltthemen in die Geschichte kann die Wahrnehmung der Öffentlichkeit aktiv auf diese Themen gelenkt und Handlungsbeispiele gezeigt werden. Filme können auf diese Weise einen wichtigen Vorbildcharakter einnehmen. (vgl. Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein o.D., S.1) In diesem Blogbeitrag werden die zwei Methoden genauer beleuchtet, die sich mit dieser Vorbildfunktion beschäftigen: Implizites Green Storytelling und Explizites Green Storytelling.
Implizites Green Storytelling
Beim Impliziten Green Storytelling werden wichtige Umweltthemen zwar gezeigt und miteinbezogen, jedoch stehen diese nicht im Vordergrund und werden auch nicht aktiv angesprochen. (vgl. Dordel 2024, S.2) Hierbei geht es vor allem darum, die Welt und Handlungen der Figuren so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten, ohne das dies ein Hauptthema des Filmes ist. Das bedeutet, dass beispielsweise die Charaktere einer RomCom während des Handlungsstranges immer wieder mit Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, anstatt das Auto zu nehmen. Dies passiert jedoch nebenbei, ohne aktiv Part des Hauptthemas zu werden. (vgl. Dordel 2024, Initiative S.3)
Weitere Einbindungen in die Geschichte können auch Alltagsaktivitäten wie der Kauf und die Verwendung von nachhaltigen, fairen und/oder veganen Produkten sein. (vgl. Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein o.D., S. 1) Auch ein Bewusster Einkauf und die Unterstützung von lokalen Unternehmen, die regionale Produkte anbieten, können den Charakteren eine umweltfreundlichere Persönlichkeit verschaffen. Bei der Wahl von Alltagsgegenständen wird auch auf wiederverwendbare Materialien, wie Glas anstatt Plastik, geachtet und nach nachhaltigen Alternativen in unterschiedlichen Aspekten der Geschichte gesucht. (vgl. Dordel 2024, S.3)
Fahren die Hauptpersonen in den Urlaub, entscheiden sie sich vielleicht nicht für eine weitentfernte Urlaubsdestination mit langen Flügen und umweltschädlichem Ferienprogramm, sondern vielleicht für einen Campingurlaub, oder einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Familienpension. (vgl. Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein o.D. S.1) Die Figuren handeln allgemein nachhaltig, indem sie beispielsweise auf Mülltrennung und Recycling achten, Strom sparen und sich für vegetarische oder vegane Gerichte entscheiden. Auf diese Weise nehmen die Charaktere des Films eine Vorbildfunktion ein, ohne das dies explizit angesprochen wird. (vgl. Dordel 2024, S. 3)
Explizites Green Storytelling
Im Gegensatz zum Impliziten Green Storytelling macht es sich das Explizite Green Storytelling auf jeden Fall zur Aufgabe, Umweltthemen aktiv anzusprechen und diese in den Vordergrund zu bringen. Diese Themen haben für gewöhnlich einen direkten Einfluss auf die Hauptpersonen des Filmes und regen zu Handlungsmaßnahmen an. (vgl. Dordel 2024, S.2)
Hier treffen die Charaktere beispielsweise umweltfreundliche Entscheidungen, setzen sich aktiv für den Umweltschutz ein und streben danach, die Welt zu verbessern. Es finden immer wieder Szenen und Dialoge statt, die sich mit Themen wie Klimawandel, Biodiversität oder umweltfreundliche Innovationen auseinandersetzen. (vgl. Dordel 2024, S. 4)
Im Laufe der Geschichte werden die Auswirkungen von umweltschädlichen Handlungen sichtbar gemacht und Charaktere, die nicht umweltfreundlich agieren, werden mit einem negativen Beigeschmack dargestellt. Das Ziel der Geschichte ist es, den Zuseher:innen Denkanstöße zu geben und ihnen Verbesserungsmöglichkeiten zu zeigen. Aus diesem Grund sollten die Handlungen und das Schicksal der Protagonisten auch immer einen Einfluss auf die Entstehung, oder Lösung von Umweltproblemen haben. Ganz im Sinne der Heros Journey machen die Charaktere eine positive Veränderung durch und verstärken, oder ändern ihre Einstellung zu nachhaltigen Praktiken. Es geht darum, den Zuseher:innen zu zeigen, dass auch kleine Änderungen oft großes bewirken können. (vgl. Dordel 2024, S.4)
Conclusio
Wie die Blogbeiträge zu diesem Thema zeigen, bringen bereits kleine Einbindungen von Green Storytelling Elementen einen großen Mehrwert für die Umweltbilanz der Filmproduktion und die Kommunikation von Nachhaltigen Praktiken an die Zuseher:innen. Duch die Darstellung der Konsequenzen, die ein ignorieren der Umweltthemen mit sich ziehen, können die Zuseher:innen auf bestehende Probleme hingewiesen werden. Mithilfe von positiven Handlungsbeispielen und motivierenden Ergebnissen werden sie im besten Fall dazu inspiriert, selbst Änderungen vorzunehmen und ihr eigenes Leben nachhaltiger zu gestalten.
Literaturverzeichnis
| Dordel 2024 | Dordel, Julia (01.02.2024): Green Storytelling Checkliste. In: Film & Medienbüro Niedersachsen, https://filmbuero-nds.de/service/news/green-storytelling.html# (zuletzt aufgerufen am 03.02.2026) |
| Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein o.D. | Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (o.D.): Grüner Filmpass. Leitfaden Green Storytelling. In: MOIN, https://moin-filmfoerderung.de/green-filming (zuletzt aufgerufen am 03.02.2026) |