Topic: Green Filming
Der Begriff Fast Fashion und die damit einhergehende Umweltverschmutzung sind kein Geheimnis. Jährlich werden unzählige Mengen Kleidung produziert. Bedauerlicherweise werden viele dieser Kleidungsstücke nur für kurze Zeit verwendet, bevor sie im Müll landen.
Abgesehen von diesem unbedachten Umgang mit Kleidung gibt es noch weitere Gründe, weshalb Fast Fashion und in weiterem Sinne auch Kostüme einen so großen Einfluss auf die Umwelt haben. Sowohl die Material Beschaffung und der Herstellungsprozess als auch die Transportation und die Entsorgung der Kleidungsstücke haben einen negativen Einfluss auf die Umwelt. (vgl. Narayanan/Swetha/Sathya 2024, S.3745)
Genauso wie jede Privatperson sollte sich auch die Filmbranche eingehend mit diesem Thema auseinandersetzen und bei der Beschaffung von neuen Kostümen auf umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen. Auch im Bereich der Maske gibt es viele Verbesserungsmöglichkeiten. Worauf genau geachtet werden sollte und welche alternativen Optionen es in diesen beiden Bereichen der Filmproduktion gibt, wird in diesem Blogpost beschrieben.
Kostüme
Kostüme spielen eine große Rolle in der Filmproduktion. Sie dienen nicht nur der Dekoration, sondern tragen auch dazu bei, die Charakterzüge der Filmfiguren sichtbar zu machen und zu unterstreichen. Außerdem sind sie ein wichtiges Tool für Schauspieler:innen, um sich besser in die Rolle versetzen und diese passend portraitieren zu können.
Diese Vorzüge werden durch durchdachte Kostümdesigns mit Freude angenommen und herausgearbeitet. Dabei gerät die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit jedoch leider oft in den Hintergrund oder wird gar vollkommen vergessen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die sowohl die Umwelt unterstützen als auch die gestalterische Freiheit ermöglichen.
Die nachhaltigste Weise der Kostümbeschaffung ist das Ausleihen und Mieten der Bekleidung bei einem Kostümfundus. Diese Option ermöglicht eine wiederholte Verwendung der Kostüme bei unterschiedlichen Filmproduktionen und verhindert dadurch vermehrte Neuanschaffungen. (vgl. MFG Baden-Württemberg 2018, MFG S.21) Der Nachteil hierbei ist, dass die Kleidung nicht nach Belieben verändert und umgenäht werden kann. Auch die beschränkte Auswahl sowie die Verfügbarkeit der Kostüme zur Drehzeit könnten in gewissen Fällen zu Komplikationen führen. Mit etwas Geschick, einer guten Planung und Kreativität können Leihartikel dennoch genauso gut wie neuangekaufte Elemente zu einem aussagekräftigen Gesamtbild beitragen.
Können die gesuchten Elemente aus bestimmten Gründen nicht aus einem Kostümfundus bezogen werden, so sollte ein Second-Hand-Kauf in Erwägung gezogen werden. Besonders in Bezug auf Alltagskleidung und Accessoires lassen sich in Second-Hand-Shops oder auf Flohmärkten oft wahre Fundstücke entdecken. (vgl. BMLUK 2025, S.23-24) Hier ist der Nachteil, dass man länger suchen muss, um das gewünschte Kleidungsstück in der passenden Größe zu finden. Allerdings ist hier ein großer Vorteil, dass die gekauften Stücke ganz nach Belieben umgestaltet und abgewandelt werden können.
Ist auch ein Second-Hand-Kauf nicht möglich, so sollten bei einem Neukauf oder bei der Produktion neuer Kostüme einige Dinge beachtet werden, um die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Zum einen sollte die Qualität der Kleidung hinterfragt werden. Welche Materialien wurden verwendet? Wie wurde diese Hergestellt? Wo wurde sie produziert? All das sind Fragen, die hierbei wichtig sind. Vorzugsweise sollte auf Recyclebare Materialien, oder Materialien aus ökologischer Herstellung zurückgegriffen werden. (vgl. MFG Baden-Württemberg 2018, S.21) Die Berücksichtigung von Umweltzeichen und Zertifikaten ist hier empfehlenswert. Dazu zählen etwa mit Cradle to Cradle ausgezeichnete Produkte, oder Kleidung aus fairtrade-zertifizierter Baumwolle. Außerdem sollte bei einer Neuproduktion der Kostüme auf regionale Schneider:innen gesetzt werden, um auch hier die Transportwege gering zu halten. (vgl. BMLUK 2025, S.23-24)
Auch nachdem die Kostüme beschafft wurden, gibt es noch Punkte auf die geachtet werden muss. Bei der Reinigung sollte beispielsweise sowohl auf Energieeffizienz, als auch auf eine maximale Auslastung der Waschmaschine geachtet werden. (vgl. MFG Baden-Württemberg 2018, S.21) Auch
Bei der Wahl der Waschmaschine, des Trockners und des Waschmittels sollte auf umweltfreundliche Modelle zurückgegriffen werden. (vgl. BMLUK 2025, S. 23)
Nachdem die Dreharbeiten Abgeschlossen sind, ist es wichtig, dass die Kostüme nicht weggeworfen werden. Diese können entweder für den zukünftigen Gebrauch aufbewahrt werden, wieder an Second-Hand-Shops bzw. Kostümfundi weiterverkauft, oder gespendet werden. (vgl. MFG Baden-Württemberg 2018, S.21) Können die Kleidungsstücke nicht mehr weiterverkauft werden, so besteht die Möglichkeit, den Stoff für anderweitige Zwecke zu verwenden. Beispielsweise könnte der Stoff zur Fertigung neuer Kostüme, oder für Dekorationselemente im Set Design nachfolgender Produktionen eingesetzt werden. (vgl. Narayanan/Swetha/Sathya 2024, S. 3741)
Maske
Auch im Bereich der Maske können gewisse Maßnahmen ergriffen werden, um die Nachhaltigkeit zu unterstützen. Auch hier ist es wichtig, dass auf Umweltzeichen geachtet wird. Dies kann beispielsweise bei Kosmetik- und Pflegeprodukten ungesetzt werden. Aber auch bei Verbrauchsmaterialien wie Wattepads, Wattestäbchen und Kosmetiktücher kann die Auswahl mithilfe von Zertifizierungen getroffen werden. (vgl. BMLUK 2025, S. 23)
Ebenso wie bei anderen Bereichen der Filmproduktion ist auch hier die Reduzierung und Vermeidung von Wegwerfmaterialien und Verpackungen essenziell. (vgl. MFG Baden-Württemberg 2018, S.21) Abgesehen davon sollte bei der Auswahl der verwendeten Produkte darauf geachtet werden, dass diese ohne Tierversuche produziert wurden. (vgl. Blynk o.D.)
Conclusio
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gezielte und durchdachte Auswahl von Kostümen und Kosmetikprodukten sehr wichtig ist, um den ökologischen Einfluss der Produktion so gering wie möglich zu halten. Bei der Beschaffung von Kostümen sollte so beispielsweise immer zuerst versucht werden, die benötigten Elemente über einen Kostümfundus oder Second-Hand zu erhalten. Ist dies nicht möglich sollte die Qualität der Materialien und die Art der Herstellung hinterfragt und beachtet werden. Auch im Bereich der Maske soll eine gezielte Auswahl von umweltfreundlichen Produkten vorgenommen werden.
Literaturverzeichnis
| Blynk o.D. | Blynk (o.D.): Green Production. SO geht nachhaltige Filmproduktion. In: Blynk, https://blynk.de/green-production/ (zuletzt aufgerufen am 03.01.2026) |
| BMLUK 2025 | Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) (01.01.2025): Green Producing: Neue Anforderungen an Film- und TV-Produktionen. In: Österreichisches Umweltzeichen, https://www.umweltzeichen.at/de/kultur/filmproduktion/green-producing-neue-anforderungen-an-film-und-tv-produktionen# (zuletzt aufgerufen am 05.10.2025) |
| MFG Baden-Württemberg 2018 | MFG Baden-Württemberg (01.06.2018): Green Shooting Handlungsleitfaden für Filmproduktionen. In: Green Culture Anlaufstelle, https://www.greenculture.info/wissen/green-shooting-handlungsleitfaden-fuer-filmproduktionen/ (zuletzt aufgerufen am 04.01.2026) |
| Narayanan/Swetha/Sathya 2024 | Narayanan, J./Swetha, N./Sathya, V.: Eco-Friendly Cinematic Practices. The Sustainable Use of Film Costumes. In: International Research Journal on Advanced Engineering and Management (IRJAEM) 2, (2024), S. 3736-3747. <10.47392/IRJAEM.2024.0555> |