Filme und ihr Einfluss auf die Umwelt

Topic: Green Filming

Alle kennen sie, viele lieben sie, aber nur wenigen ist ihr Einfluss auf die Umwelt bewusst: Film-, Fernseh- und Videoproduktionen. Hinter dem schönen Schein des emotional aufgeladenen Storytellings und der akribisch durchdachten Inszenierungen verbergen sich oft Produktionsprozesse, deren ökologischer Fußabdruck sogar Bigfoot Konkurrenz machen könnte.

Der Umwelteinfluss von Filmproduktionen

Die Sustainable Production Alliance (SPA) veröffentlichte 2021 einen Bericht, der sich mit dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 161 Spielfilmen und 266 Fernsehserien auseinandersetz. Dieser Bericht umfasst den gesamten Bereich zwischen großen Tentpole1 Filmen bis hin zu kleinen Filmproduktionen, welche allesamt den Production Evironmental Accounting Report (PEAR) verwendeten. (vgl. SPA 2021, S.1)

Aus diesem Bericht geht hervor, dass der durchschnittliche CO2-Fußabdruck von Tentpole Produktionen bei 3.370 Tonnen lag. Pro Drehtag sind das in etwa 33 Tonnen. Bei großen Filmproduktionen lag der Wert bei 1.081 Tonnen, bei mittelgroßen Filmen waren es 769 Tonnen und bei kleinen Filmproduktionen ergaben sich 391 Tonnen. (vgl. SPA 2021, S.2)

Chart showing the average emissions per feature film.

Abb. 1: Durchschnittliche Emissionen pro Film. (Quelle: SPA 2021, S.2)

Um diese Zahlen besser einordnen zu können ist hier ein Vergleich: Die durchschnittlichen CO2-Äquivalenten Emissionen in Österreich lagen 2023 pro Kopf bei 7,5 Tonnen. (vgl. Statistik Austria 2025, S. 32) Das bedeutet, dass eine Tentpole Produktion pro Tag in etwa so viel CO2 ausstößt, wie 4,4 Personen in Österreich in einem Jahr. Rechnet man das auf den gesamten Produktionszeitraumes einer Tendpole Produktion auf, so stößt diese ungefähr so viel CO2 aus, wie 449 Österreicher:innen in einem ganzen Jahr. Auch kleine Filmproduktionen verbrauchen in diesem Vergleich bereits eine nennenswerte Anzahl an Emissionen und zwar 391 Tonnen. Das ist in etwa so viel wie 52 Personen in einem Jahr ausstoßen.

Wie diese Beispiele zeigen, haben Filmproduktionen einen signifikanten Einfluss auf die Ausschüttung von CO2 und anderen Treibhausgasen, welche wiederum bekannterweise den Klimawandel beeinflussen. Aus diesem Grund ist es essenziell, dass bei Filmproduktionen vermehrt ein Augenmerk auf nachhaltigere Produktionsabläufe gelegt wird. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte sich die Begriffe Green Production und Green Filming.

Was ist „Green Filming“ / „Green Production“?

Das Green Filming hat das Ziel, die Filmproduktion so nachhaltig wie möglich umzusetzen. Dabei sollen vor allem die Kohlenstoff-Emissionen bzw. CO2-Äquivalente maßgeblich verringert werden und ein „[…] schonende[r] Umgang mit Ressourcen, Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft, Umwelt und Naturschutz“ (LAFC o.D.) implementiert werden.

Hierbei werden sowohl ökologische als auch wirtschaftliche und soziale Belange berücksichtigt und es wird ein Augenmerk auf das Treffen von verantwortungsvollen Entscheidungen während aller Phasen der Filmproduktion gelegt.
Das bedeutet, dass sowohl während der Preproduction, der Produktion und der Postproduction die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung eingebunden werden. Beim Green Filming arbeiten im besten Fall alle Abteilungen der Filmproduktion Hand in Hand zusammen, um das Ziel der nachhaltigen Produktion zu erreichen. Das bedeutet, dass von Regie, und Kamera über das Szenen- und Kostümbild bis hin zur gesamten Crew alle Personen eingebunden werden. (vgl. LAFC o.D.)

Aber Green Filming befasst sich nicht nur mit der ökologischen, sondern auch mit der sozialen Komponente der Nachhaltigkeit. Aus diesem Grund wird auch darauf geachtet, dass alle Abläufe der Filmproduktion mit möglichst geringen Auswirkungen auf die betroffenen Personen durchgeführt werden. Hierbei wird nicht nur auf die während des Drehs involvierten Mitwirkenden geachtet, sondern auch auf die Menschen Rücksicht genommen, die in der Nähe der Drehorte leben und direkt oder indirekt von den Dreharbeiten betroffen sind. (vgl. LAFC o.D.)

Conclusio

Es ist erkenntlich, dass die Filmproduktion ein großes Verbesserungspotenzial im Bereich der Nachhaltigkeit hat. Bereits kleine Produktionen stoßen in etwa so viel CO2 aus, wie 52 Österreicher:innen in einem ganzen Jahr. Das Green Filming hat sich zum Ziel gemacht, diese Emissionen maßgeblich zu verringern und die Filmproduktion in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft so viele Filmschafende wie möglich auf die Maßnahmen des Green Filmings umsteigen und somit zur Schadstoffreduzierung und Umweltverschmutzung beitragen. Auf diese Weise können in Zukunft beeindruckende und mitreißende Filme erschaffen werden, ohne dabei die Umwelt in Mitleidenschaft zu ziehen.

1 Der Begriff Tentpole Production beschreibt einen Film, der einen großen Profit erzielen soll. Außerdem ist das Ziel, durch diesen Film weitere Investition für zukünftige Produktionen zu erlangen. (vgl. Cambridge Dictionary o.D.)

Literaturverzeichnis

Cambridge Dictionary o.D.Cambridge Dictionary (o.D.): tentpole. In: Cambridge Dictionary, https://dictionary.cambridge.org/fr/dictionnaire/anglais/tentpole (zuletzt aufgerufen am 24.11.2025)
LAFC o.D.LAFC (o.D.): Wissensschatz Nachhaltigkeit. Was bedeutet Green Filming? In: LAFC Evergreen Prisma, https://www.lafc.at/greenguide/pool.php?ggid=4&aid=1172&cp=0 (zuletzt aufgerufen am 24.11.2025)
Statistik Austria 2025Statistik Austria: Umweltgesamtrechnungen. Modul – Luftemissionsrechnung 1995 bis 2023. Wien: Statistik Austria 2025
SPA 2021Sustainable Production Alliance (01.03.2021): Carbon Emissions of Film and Television Production. In: Sustainable Entertainment Alliance, https://greenproductionguide.com/wp-content/uploads/2021/04/SPA-Carbon-Emissions-Report.pdf (zuletzt aufgerufen am 26.11.2025)

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