Erste Skizzen – Teil 2

Topic: Production Design

Wie bereits im vorherigen Blogpost erwähnt, wird in diesem Beitrag die Inneneinrichtung des Tobacco Shops genauer unter die Lupe genommen. Hierbei wird ebenso wie zuvor Inspiration aus den Referenzfotos gezogen und der Input aus der Analyse der Szene eingebaut. 

Die Einrichtung

Eine der wichtigsten Informationen, die man aus der Szenenbeschreibung entnehmen kann, ist, dass im Shop alles unauffällig wirkt und vor allem keinerlei Einbruchspuren zu erkennen sind. Dies bedeutet, dass bei der Gestaltung keine bis maximal wenige Spuren des Mordes auf den ersten Blick erkennbar sein dürfen. Daher werden für das Set Dressing nur subtile Details, wie etwa ein paar umgefallene Elemente beim Zigaretten-/Tabakwarenregal, eingebaut, die auf den „Fallweg“ des Opfers hinweisen könnten. 

Doch bevor genauer auf das Set Dressing eingegangen wird, muss zuerst der generelle Stil der Einrichtung erläutert werden. Hierbei habe ich mich vor allem an dem nebenstehenden Bild orientiert, welches die gewünschte Stimmung einigermaßen gut zeigt. Geplant ist demnach ein Raum, der neben dem prominenten Tresen vor allem von den dunklen Einbauregalen aus massivem Holz im Hintergrund eingenommen wird. Als Unterschied zu dem Referenzbild sollte die gesamte Inneneinrichtung bei meinem Design jedoch alt und abgegriffen wirken. In den Betrachter:innen soll das Gefühl erweckt werden, dass der Raum einst modern eingerichtet war, nun jedoch offensichtlich in die Jahre gekommen ist. 

Tobacco Shop Reference

Die beiden Einbauregale hinter dem Tresen weisen nur mäßig viel Stauraum auf, dennoch sind sie nicht vollkommen gefüllt. In explizit dafür vorgesehenen Fächern finden sich wenige Sorten Zigaretten und Zigarren sowie Schnupftabak und ähnliche Tabakwaren. Außerdem finden sich einige wenige Tabakpfeifen, die zum Verkauf stehen, in der obersten Reihe des Regals wieder.

Prominent auf dem Tresen ist eine alte Registrierkasse zu sehen und direkt daneben liegt der aufgeschlagene und umgedrehte ABC-Fahrplan. Dieser muss gut sichtbar, jedoch unauffällig platziert sein, da er eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt. Es soll so wirken, als hätte jemand vor kurzem nach einer Zugverbindung gesucht und ihn dann dort liegen lassen. Unweit davon entfernt befinden sich ein Zeitungsaufsteller mit den Ausgaben des Vortages und einige Gläser mit Süßigkeiten. 

Die Gestaltung der Requisiten und Dekorationselemente

Die Requisiten und Dekorationselemente werden stark an die Inspirationsbilder angelehnt, die während der Recherchephase gespeichert wurden. Da es bei einigen Elementen schwierig sein wird, Originale aus den 1930er Jahren zu erwerben, werden manche der Gegenstände selbst produziert werden müssen. Hierbei gilt es ebenso, so nahe wie möglich an den Stil der Referenzbilder heranzukommen. Besonders beim ABC Railway Guide ist es wichtig, dass dieser dem Original so ähnlich wie möglich sieht. Bei anderen Elementen, wie etwa den Zigarettenpackungen und den Zeitschriften, sind leichte Abweichungen nicht so schlimm, solange sie sich in Grenzen halten.


Quellen:

Tobacco Shop Reference: The London Column (09.06.2011): Londei’s London Shops. Photo & text: John Lonei (3/3). In: The London Column, https://thelondoncolumn.com/tag/tobacconists/ (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Erste Skizzen – Teil 1

Topic: Production Design

Nachdem in den letzten beiden Blogbeiträgen sowohl die Informationen aus dem Text analysiert als auch Referenzen bezüglich der Gestaltungsmittel herangezogen wurden, ist es nun an der Zeit, erste Designideen in Form von Skizzen festzuhalten. Hierbei beginne ich mit der Erzeugung eines Grundrisses und handle mich vor bis zu den ersten Ideen für die Einrichtung. 

Der Grundriss

Aus dem Buch geht hervor, dass es sich bei dem Tabakshop um einen recht kleinen Raum handelt, der über einen Tresen und mindestens ein Regal mit der Tabakware verfügt. Außerdem muss der Tresen so platziert werden, dass man die Leiche beim Betreten des Shops nicht sofort sieht. Eine weitere Information, die berücksichtigt werden muss, ist die Tür an der Rückwand des Raumes, die in einen kleinen Hinterraum und zu einem Treppenaufgang führt. 

Außerdem verfügten englische Shops laut meiner Recherche zu dieser Zeit auch meist über eine kleine Auslage im Eingangsbereich, welche ebenfalls im Grundriss mitbedacht werden muss. 

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren ist die erste Skizze für den Grundriss entstanden.

Man sieht, dass die Theke und die eingebauten Regale den Großteil des Raumes einnehmen. Um den Platz optimal zu nützen, wurde in der ersten Idee ein Klappelement am Tresen mitbedacht, das mehr Arbeitsfläche schaffen soll. Allerdings ist dies nach genauerer Überlegung im Zusammenhang mit dem Tatvorgang nicht sonderlich logisch, da dem/der Mörder:in somit eine Barriere für den Mord geschaffen wird. Es ist unwahrscheinlich, dass der/die Mörder:in die Zeit hatte, das Klappelement aufzumachen, um dann das Opfer zu erschlagen. Aus diesem Grund wird diese Idee in den weiteren Entwürfen wieder verworfen. 

Der Tresen wird so platziert, dass er das Blickfeld auf die Leiche versperrt. Um diese zu entdecken, muss man somit zuerst ein paar Schritte in den Raum und um den Tresen herum machen. 

Auch der Eingangsbereich und der Hinterraum wurden im Grundriss miteingeplant, jedoch werden diese in weiterer Folge vermutlich nicht genauer ausgearbeitet werden, da sie in der Szene keine so große Relevanz haben. 

Das äußere Erscheinungsbild des Shops

Dennoch wurde auch eine grobe Skizze für das äußere Erscheinungsbild des Shops gemacht. Die Idee hierbei ist es, einen typisch englischen Shop mit einer dunklen, jedoch bereits etwas abgestoßener Holzfront zu kreieren. Im oberen Teil des Eingangsbereiches ist groß „Tobacco“ in Serifenschrift zu lesen. Die Auslage ist, im Gegensatz zu ähnlichen Shops, eher mager ausgestattet. Es werden eventuell die neuesten Magazine und Zeitschriften ausgestellt, sowie die momentan populärsten Tabaksorten. Die Eingangstür befindet sich in der Mitte der Auslage und ist über ein paar wenige Stufen zu erreichen. 

Ausblick auf den nächsten Blogbeitrag

Da besonders in Bezug auf die Gestaltung der Inneneinrichtung viele Gedankengänge erläutert werden müssen und dies den Umfang dieses Beitrages sprengen würde, wird diese im folgenden Blogbeitrag genauer unter die Lupe genommen. Hierbei werden sowohl unterschiedliche Platzierungsmöglichkeiten, als auch Designentscheidungen genauer betrachtet und erläutert.