Die Welt des Analogen (Part 9)

Nachdem die Umfrage aus meinem vorherigen Blogpost gezeigt hat, dass die meisten Menschen mich entweder mit einer Kombination aus digitalen und analogen Techniken oder ausschließlich mit analogen Arbeitsweisen verbinden, wollte ich mich in diesem Semester verstärkt mit analogen Methoden auseinandersetzen. Mein Ziel war es, Techniken zu finden, die sich später für mein persönliches Branding, Visitenkarten oder andere gestalterische Projekte eignen könnten.

Eine der ersten Techniken, die ich ausprobiert habe, war die Herstellung von Druckplatten mit dem 3D-Drucker. Die gedruckten Platten erinnerten optisch an Linolschnitte und wurden anschließend mit Acrylfarbe auf Papier gedruckt. Daraus entstanden Postkarten, die später beim Funzine Festival verkauft wurden und dort auf großes Interesse stießen.

Besonders spannend fand ich die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Texturen und Oberflächen zu experimentieren. Gleichzeitig zeigte sich, dass diese Technik gewisse Grenzen hat: Sehr feine Details lassen sich nur schwer umsetzen, und auch die Anzahl der verwendeten Farben sollte eher reduziert bleiben, um ein sauberes Druckergebnis zu erzielen.

Ein weiteres Experiment wurde durch das OpenPress Project inspiriert, auf das ich während meiner Recherche im Internet gestoßen bin. Da ich schon lange ein großer Fan von Blindprägungen bin, wollte ich diese Technik selbst ausprobieren. Dabei testete ich sowohl reine Blindprägungen als auch Blindprägungen in Kombination mit Farbe. Für mich persönlich funktionierte die reine Blindprägung am besten. Die Ergebnisse wirkten überraschend hochwertig und erinnerten an professionelle Druckerzeugnisse aus einer Druckerei.

Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie gut diese Technik mit farbigem Papier funktionieren würde. Für ein optimales Ergebnis muss das Papier vor dem Prägen angefeuchtet werden, was bei manchen farbigen Papieren möglicherweise zu Problemen führen könnte.

Außerdem beschäftigte ich mich mit dem Risodruck. Im Vergleich zu den anderen Techniken bietet er deutlich mehr gestalterischen Spielraum und eignet sich besonders gut für die Produktion größerer Auflagen. Trotz des technischen Druckverfahrens behalten die Ergebnisse eine handgemachte und experimentelle Ästhetik, die mich sehr anspricht. Allerdings ist Risodruck für mich derzeit eher eine Technik, die ich in Werkstätten oder Druckstudios nutzen würde, da die Anschaffung eines eigenen Risographen mit hohen Kosten verbunden ist.

Die Auseinandersetzung mit diesen unterschiedlichen analogen Verfahren hat mir gezeigt, dass jede Technik ihre eigenen Möglichkeiten und Einschränkungen mit sich bringt. Gleichzeitig haben die Experimente neue Ideen für zukünftige Projekte eröffnet und mir geholfen, besser zu verstehen, welche analogen Elemente langfristig Teil meiner gestalterischen Handschrift werden könnten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *