Charakterinszenierung und -konsistenz in der Animation am Beispiel von Arcane – 2025 – Nadine Celine Schütz, BA
Die Masterarbeit befasst sich mit der Charakterinszenierung und – konsistenz bei Animationsprojekten im spezifischen auf Jinx von Arcane bezogen. Es wurde als Ziel gesetzt eine Orientierung oder eine Art Leitfaden zu generieren, womit die konsistente Darstellung von einem Charakter gewehrleistet werden kann. Es wurden drei Forschungsfragen gestellt. Diese beziehen sich auf gängige Hilfsmittel in der Animationsbranche, wiederkehrende Bewegungsmuster sowie die Rolle von Kameradarstellungen dabei. Aufgebaut ist die Arbeit in fünf Teilen.
Zunächst wird mit der Einleitung gestartet in welchem Ziele, Fragestellung, Methoden und Basisbegriffe abgeklärt werden. Darauffolgend werden Grundlagen gelegt, welche durch Literaturrecherche erarbeitet wurden. Der größte Teil der Arbeit fließt in eine detaillierte Animationsanalyse. Hier werden ausführlich Bewegungsmuster und Eigenheiten des Charakters Jinx analysiert und beschrieben. Ausgewählte Szenen werden auf Kameraeinstellungen untersucht und interpretiert. Als vorletzten Punkt wurden zwei Experteninterviews geführt. Hierfür wurden zwei Animatoren von Fortiche – dem Animationsstudio von Arcane – befragt. Diese geben einen Einblick in die Branche sowie die spezifische Vorgangsweise im Bezug auf Arcane. Im Fazit werden die Erkenntnisse zusammengefasst, wodurch ein Leitfaden für die eigene Anwendung entsteht.
Ein Werkstück gab es bei dieser Arbeit nicht. Es handelt sich um ein rein theoretisches Werk. Begleitend hätte ein kurzer Animationsfilm Sinn gemacht, insbesondere wenn mehrere Animatoren einen Charakter animieren. Dies war hier aber nicht erforderlich.
Gestaltungshöhe
Die Arbeit ist in einem Standardisiertem Design gehalten. Ein Werkstück ist nicht vorhanden. Alles ist gut lesbar und die gewählten Bilder sind passend.
Innovationsgrad
Der Innovationsgrad ist vorhanden in dem Bezug, dass auf eher versteckte Arbeitsprozesse eingegangen wird. Vollkommen neu sind die erlangten Kenntnisse nicht und variieren von Animationsteam zu Animationsteam sowie der jeweiligen Projekte. Es wurden konventionelle Techniken beschrieben und ausgeführt.
Selbstständigkeit
Für die Grundlagen wurde auf andere Werke zurückgegriffen. Der größte Teil der Arbeit sind selbst erarbeitete Analysen und Interviews, welche zwar auf Theorien zurückgreifen, jedoch alle eigenständig erstellt und bearbeitet wurden. Die Arbeit besitzt ein hohes Maß an Originalität in diesem Bezug.
Gliederung und Struktur
Die Gliederung und Struktur sind klar und übersichtlich. Die Autorin gibt den Analysen des Charakters Jinx den meisten Raum. Dies macht spezifisch für ihre Arbeit jedoch Sinn, um den Zusammenhang von wiederkehrenden Bewegungsmustern und der Persönlichkeit des Charakters zu veranschaulichen.
Kommunikationsgrad
Die Sprache der Arbeit ist einfach zu lesen. Die aufgestellten Theorien kommen dabei nicht zu kurz. Die genannten Beispiele unterstützen diese.
Umfang der Arbeit
Die Arbeit behandelt alle selbst gestellten Fragestellungen. Dabei ist keines der Themengebiete zu kurz gefasst oder zu wenig behandelt.
Orthographie sowie Sorgfalt und Genauigkeit
Ein paar Rechtschreibfehler haben sich in die Arbeit eingeschlichen, allerdings sind es sehr wenige. Die Arbeit ist im großen und ganzen sorgfältig und genau bearbeitet.
Literatur
Literatur und Abbildungsverzeichnis entsprechen den Vorgaben. Die benutzen Quellen sind meist Fachbücher. Zudem wurden Interviews und Behind the Scenes von Arcane und anderen Animationswerken verwendet.
Bewertung Werkstück
Wie bereits erwähnt ist diese Arbeit ein reines Theoriewerk. Deshalb möchte ich hier kurz auf die Analysen und Interviews eingehen. Die Analysen sind sehr genau durchgeführt. So wurden spezifische Episoden von Arcane als auch der gesamte Kontext der Serie beachtet. Die Eingrenzung auf bestimmte Episoden der ersten Staffel war nachvollziehbar begründet. Im Bezug auf die Interviews viel besonders die genaue Vorarbeit vor den Interviews auf, sowie die Bereitschaft nachher die neuen nicht spezifisch erfragten Kenntnisse zu gliedern und zu veranschaulichen.
Fazit
Die Masterarbeit behandelte ein Thema, welches wenig selbst erforscht wird. Dabei wurden gängige Konzepte benutzt. Die Interviews und Analysen erzeugten ein stimmiges Gesamtbild mit der Theorie. Alles in allem eine gute, wenn auch nicht zwingend sehr gute Masterarbeit.
Nutzen für die eigene Abschlussarbeit
Den meisten Nutzen für meine eigene Masterarbeit werde ich aus der Herangehensweise im Bezug auf die Interviews ziehen. Die Autorin schrieb, wie sie einfach blind und die Animatoren über LinkedIn anschrieb. Die Aufarbeitung in der Mitschrift ist ebenfalls sehr ansprechend. Die verschiedenen Themengebiete wurden farbig hervorgehoben. Somit kann gut nachvollzogen werden woher die Schlüsse gezogen werden.
Es war zwar nicht Teil dieser Arbeit aber ein Werkstück, in welchem das Erforschte versucht wird umzusetzen, wäre, meiner Meinung nach interessant gewesen. Dennoch in einem kurzen Animationsfilm ist nicht so viel Zeit bestimmte Ticks im Bewegungsablauf der Charaktere zu etablieren. Die Zusammenarbeit selbst ist hier der größere Schwierigkeitsfaktor. Deshalb kann die Arbeit auch ohne ein Werkstück funktionieren.
Quelle Masterarbeit: https://phaidra.ustp.at/detail/o:7605