1_ Vorstellung der Masterarbeit
Für diesen Task habe ich mir die Masterarbeit „Geschichte im Podcast – (zeit-)historisches Podcasting in Theorie und Praxis“, welche im Jahr 2021 von Maximilan Brockhaus an der Universität Wien im Rahmen seines interdisziplinären Masterstudiums „Zeitgeschichte und Medien“ verfasst wurde.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Potenzialen (zeit-)historischer Podcasts für Forschungs- und Anwendungsbereiche von Wissenschaftskommunikation und Public History und dokumentiert einen auf Basis der theoretischen Überlegungen erarbeiteten Praxisteil. Dieser wurde. in Form von Konzeption und Produktion eines studentischen Podcastprojekts umgesetzt. Dieses Projekt ist Teil einer Lehrveranstaltung an der Universität Wien und trägt den Titel Geschichtspolitik der Bundesländer 1918-2021 – „Das Erbe der Erinnerung“. Aus dem Podcastkonzept setzte der Autor die Folge „Franz Murer – Ein Urteil über eine ganze Nation“ als Beispielepisode auf.
2_ Bewertung der wissenschaftlichen Qualität der Masterarbeit
(1) Gestaltungshöhe
Nachdem die Arbeit grundsätzlich nicht von einem Designstudierenden verfasst wurde, entspricht sie in ihrer Gesamtgestaltung eher einer klassischen Masterthesis. Sie ist also nicht visuell gestaltet, was aber im Kontext mit dem Studiengang möglicherweise auch nicht die Aufgabe war bzw. es dazu eventuell gar nicht die Möglichkeit gab. Aus diesem Grund würde ich davon absehen, den Gestaltungsaspekt des Layouts etc. zu bewerten und mich mehr auf die inhaltlichen und strukturellen Komponenten zu fokussieren. Formal und strukturell wurde gut gearbeitet, der Aufbau ist schlüssig.
(2) Innovationsgrad
Die Arbeit weist einen hohen Innovationsgrad auf, da nicht nur das Thema Podast, sondern das sehr spezifische Thema des (zeit-)geschichtlichen Podcasts erarbeitet wird, welches dann im Bildungskontext und im Rahmen eines realen Projektes eine praktische Ausführung findet. Die Aktualität ist definitv gegeben und auch die verwendeten Mittel sind zeitgemäß und eröffnen eine neue Möglichkeit der Wissenschaftskommunikation im geschichtlichen Kontext.
(3) Selbstständigkeit
Die Eigenständigkeit des Autors ist deutlich spürbar und die Umsetzung des Werkstückes erfolgte erkennbar selbstständig und im aktiven Austausch mit relevanten Partner:innen.
(4) Gliederung und Struktur
Die Gliederung und Struktur der Arbeit ist nachvollziehbar und schlüssig. Alle relevanten Teilbereiche werden analysiert und erklärt und führen die Leser:innen von der Erläuterung des Forschungsvorhabens über die Definition von zentralen Begriffen hin zu Methodik, Theorie und Analysematerial worauf wiederum die Ausführungen des Praxisprojektes folgen.
(5) Kommunikationsgrad
Die Darstellung ist nachvollziehbar, die Sprache schlüssig und gut lesbar, wichtige Begriffe werden angemessen erläutert und der Lesefluss bleibt durchgehend bestehen.
(6) Umfang der Arbeit
Die Arbeit weist mit rund 80 Seiten einen angemessenen Umfang auf und nutzt auch eine Vielzahl an Literatur und weiterführenden Quellen.
(7) Orthographie sowie Sorgfalt und Genauigkeit
Die Sorgfalt in der Orthografie lässt leider etwas zu wünschen übrig – immer wieder sind Grammatik- und Rechtschreibfehler vorhanden. außerdem wird nicht einheitlich gegendert – an und für sich wird das Gendersternchen (*) verwendet, jedoch wird wiederholt davon abgewichen.
(8) Literatur
Das Literaturverzeichnis ist grundsätzlich sehr ausführlich und bezieht sehr viele verschiedene Quellen mit ein, jedoch gibt es auch hier ein paar Auffälligkeiten:
Alle Internetquellen werden mit „abgerufen 30.4.2021“ genannt, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht den tatsächlichen Daten entspricht und damit vermuten lässt, dass der Autor die Zugriffe nicht entsprechend dokumentiert hat. Außerdem wird eine Quelle doppelt genannt. Eine andere Quelle hat im Literaturverzeichnis immer noch das Kürzel „Vgl.“ stehen.
Etwas verwirrend ist auch die Gliederung in „Literaturverzeichnis“ und „Quellenverzeichnis“, zweiteres bezieht sich ausschließlich auf die analysierten Podcasts.
Positiv fällt jedoch die gute Dokumentation und detaillierte Auflistung sämtlicher referenzierten und analysierten Werke auf. Auch der Anhang ist sehr zufriedenstellend, da er sowohl das Podcast-Konzept als auch das Manuskript enthält und auch innerhalb dieser die genutzten Quellen referenziert. Auch das Curriculum, in welchem das Podcastprojekt umgesetzt wurde, wird zur Verfügung gestellt und auch Informationen zu technischen Komponenten, Hard- und Software sind enthalten.
3_ Bewertung des Werkstücks
Die visuelle Ästhetik des Werkstücks ist schwierig zu bewerten, da das finale Werk ein auditives Produkt in Form einer Podcastepisode ist. Das Konzept sowie das Skript für die Folge sind im Anhang der Arbeit zu finden, diese sind logisch aufbereitet und ausführlich erklärt. Jedoch war es nicht möglich, die Audiodatei anzuhören, da die in der Arbeit verlinkte Datei nicht mehr vorhanden ist, wodurch eine Bewertung von Klangqualität, Schnitt und Gesamtaufbereitung schlichtweg nicht möglich ist.
Positiv hervorzuheben ist die Dokumentation des Werkstückes und die Verbindung von Theorie und Praxis. Basierend auf den zunächst erforschten theoretischen Aspekten sowie der Analyse anderer Podcasts aus dem Bereich erfolgt die Erläuterung der Idee, Konzeption sowie Umsetzung der Podcastepisode, deren Entstehung, Dokumentation und inhaltlichen Aspekte durch die Dokumentation sowie ausführlichen Dokumente im Anhang detailliert ergänzt werden.
4_ Abschließendes Fazit/Feedback
Die Arbeit widmet sich einem aktuell relevanten Thema mit großem Zukunftspotenzial und schafft es, im Rahmen eines doch eher geisteswissenschaftlichen Studiums einen interessanten Zugang für die Kommunikation der Inhalte zu finden. In Umfang und Struktur ist die Arbeit absolut einwandfrei, jedoch führen die Ungenauigkeiten in der Orthografie und die Auffälligkeiten im Literatur- und Quellenverzeichnis dazu, dass die Arbeit für mich persönlich insgesamt an Glaubwürdigkeit verliert. Vielleicht ist das ein persönliches Empfinden und entspricht auch nicht völlig den Tatsachen, trotzdem lässt es mich vermuten, dass der Autor in manchen Bereichen nicht sorgfältig gearbeitet hat und dadurch möglicherweise auch in anderen Bereichen Fehler gemacht hat, die jetzt auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Wäre ich die Beurteilende dieser Arbeit würde es mich die Hintergründe der Quellen etc. um einiges kritischer und aufmerksamer überprüfen lassen als eine orthografisch weitestgehend einwandfreie Arbeit mit vollständig korrektem Literatur- und Quellenverzeichnis. Die Analyse dieser Arbeit hat mir nochmal deutlich vor Augen geführt, wie schade es ist, wenn diese Faktoren nicht angemessen erfüllt sind, da die Arbeit eigentlich ein tolles Thema und nachvollziehbare Ausführung hat, beim Lesen und Bewerten jedoch immer wieder diese kleinen Fehler auffallen und damit die gesamte Leistung geschmälert wird.
Trotzdem widmet sich die Arbeit (soweit für mich beurteilbar ob des fehlenden Zugangs zum tatsächlichen Werkstück) einem spannenden Thema und erfüllt, wenn auch mit einigen Fehlern, auch die Anforderungen an eine wissenschaftliche Abschlussarbeit.
Masterarbeit: https://phaidra.univie.ac.at/api/object/o:1396570/download