Die Geschichte darüber, wie ich mich auf die künstlerische Bühne bringen will ._. (Part 3. Theory)

Hallo 👊


Letzte Woche habe ich mich mit der Definition von Self-Branding beschäftigt. Diese Woche wollte ich herausfinden, welche Ziele und Funktionen Self-Branding eigentlich hat. Dafür habe ich einen sehr interessanten Artikel gefunden von Scheidt/Gelhard/Henseler, der viele meiner Fragen beantwortet hat. Was mir gleich aufgefallen ist: Self-Branding arbeitet auf mehreren Ebenen gleichzeitig – beruflich, persönlich und sozial. Einer der wichtigsten Punkte ist, dass man die eigene Persönlichkeit, also Stärken, Werte und Fähigkeiten, so klar formuliert, dass daraus eine erkennbare Markenpersönlichkeit entsteht. Authentizität spielt dabei die größte Rolle, denn je glaubwürdiger jemand wirkt, desto stärker baut sich Vertrauen auf. Das ist im Grunde der Kern einer persönlichen Marke.

Ein weiteres Ziel ist die Differenzierung. Self-Branding hilft uns dabei, uns im eigenen Feld sichtbar abzuheben und einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Interessant fand ich, dass es dabei nicht nur um Unterschiede geht, sondern auch um Gemeinsamkeiten mit der eigenen Community oder Branche – beides zusammen macht eine Marke verständlich und dennoch besonders. Auch provozierende oder normabweichende Eigenschaften können hier eine Funktion erfüllen, weil sie Aufmerksamkeit erzeugen und die Positionierung schärfen. (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler, 2020)

Eine sehr praktische Funktion ist die Herstellung von Sichtbarkeit. Ohne Präsenz kann keine persönliche Marke entstehen. Sichtbarkeit entsteht durch Vorträge, Publikationen, Netzwerken oder Social Media. Dadurch stärkt man nicht nur die eigene Reputation im Berufsfeld, sondern baut gleichzeitig eine öffentliche Persona darüber hinaus auf. Heute passiert das oft transmedial: Man erzählt seine Geschichte auf mehreren Plattformen gleichzeitig, aber im besten Fall immer konsistent und wiedererkennbar.(vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler, 2020)

Der Artikel erklärt auch, dass Self-Branding stark mit der eigenen narrativen Identität zu tun hat. Wenn wir über unsere Erfahrungen, Ziele oder Wendepunkte sprechen – egal ob online oder offline –, entsteht eine fortlaufende Geschichte, die uns selbst erklärt und anderen Orientierung gibt. Das Online- und Offline-Selbst verschmelzen dabei immer stärker. Gleichzeitig gibt es im digitalen Raum eine klare Beziehungsfunktion: Menschen bauen emotionale Nähe zu einer Marke auf, identifizieren sich damit und entwickeln eine Art Loyalität. Durch Social Media wird das eigene Selbst sogar zu einer Art „digitalem Arbeitsmaterial“, das sozialen und symbolischen Wert produziert. (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler, 2020)

Spannend ist auch die Rolle von Co-Branding. Self-Branding passiert nie isoliert, denn persönliche Marken stehen ständig im Austausch mit Organisationen, Medien, Unternehmen, Fans oder Kolleg*innen. Dadurch können positive Netzwerkeffekte entstehen, aber auch Risiken, wenn Bedeutungen nicht zueinander passen. Zusätzlich wird im Artikel betont, dass eine weitere Funktion die Bewertung des eigenen Markenwerts ist. Obwohl es schwer messbar ist, zeigt Forschung, dass Self-Branding sowohl die berufliche Reputation als auch die öffentliche Sichtbarkeit verbessert. Es gibt verschiedene Modelle, die versuchen, Faktoren wie Führung, Performance, Charakter oder Sichtbarkeit zu erfassen – ein umfassendes Werkzeug existiert aber noch nicht. (vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler, 2020)

Kurz gesagt: Self-Branding ist weit mehr als Selbstdarstellung. Es hilft, die eigene Persönlichkeit sichtbar zu machen, sich im eigenen Feld zu unterscheiden, Beziehungen aufzubauen und die eigene Geschichte zu erzählen. Wer seine Marke bewusst gestaltet, steigert nicht nur die berufliche Reputation, sondern schafft auch eine klare, authentische Identität, die andere wahrnehmen und nachvollziehen können.(vgl. Scheidt/Gelhard/Henseler, 2020)

Quelle (heute nur eine, aber so informative)

Scheidt/Gelhard/Henseler: Old Practice, but Young Research Field: A Systematic Bibliographic Review of Personal Branding. In: Frontiers in Psychology (2020), doi: 10.3389/fpsyg.2020.01809

Tschüß 👣

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *