Kritische Analyse und Bewertung der Masterarbeit “The Casette: Documentary Film about Music and Personal Transformation” by Zachary Fernandez 

Die Arbeit von Herrn Zachary Fernandez besteht aus zwei Teilen: einem literarischen Teil, der sich theoretisch mit Dokumentationsfilmen und den Einflüssen von Recherchearbeit befasst, sowie einem praktischen Teil in Form eines Dokumentarfilms. Herr Zachary hat diese Masterarbeit auf Englisch und an der HAW Hamburg am Department Design, Media und Information im Jahr 2019 verfasst. Bereits im Abstract der Arbeit kommen die persönlichen Absichten und Hintergründe deutlich hervor. Dementsprechend handelt es sich bei dem Werkstück um einen Dokumentarfilm des Autos selbst und seiner persönlichen Verbindung zu Musik. 

Bewertung der wissenschaftlichen Qualität der Masterarbeit

Das erste Kriterium des Studiengangs Communication, Media, Sound and Interaction Design ist „Gestaltungshöhe“. Nachdem damit ein ästhetisches Urteil der Arbeit gemeint ist, konnte ich diesen Punkt nicht bewerten. Die Masterarbeit von Herrn Fernandez beinhaltet zwar das Werkstücks eines Dokumentarfilms über den Autor und seine Musik selbst, allerdings konnte ich keinen Link, QR-Code oder Hinweis auf das Verbleiben dieses in der digitalen Version der Masterarbeit finden. Dementsprechend kann dieser Punkt in der Analyse nicht berücksichtigt werden. 

Nach einiger Recherche konnte ich das Werkstück allerdings auf YouTube auffinden. Es wurde 2020 bei Filmfestivals eingereicht, was ein Grund für das vorherigen Nicht-Veröffentlichens sein könnte. Trotzdem findet sich in der Arbeit selbst kein Link o.ä. zu dem Werkstück. 

Das zweite Kriterium ist der Innovationsgrad. Der von Herrn Fernandez realisierte Dokumentarfilm nutzt kein gängiges oder modernes Kameraequipment. Das genutzte Equipment besaß der Autor bereits seit mehreren Jahren selbst. Außerdem gibt er an, wenig Erfahrung im Bereich der Videoproduktion zu haben und deshalb ein einfaches, billiges Equipment („Video Kit“) benutzt haben. 

Das dritte Kriterium behandelt den Umfang der Masterarbeit. Der vorgestellte literarische Teil ist eher kürzer gefasst und der Fokus liegt stark auf den persönlichen Aspekten des Inhalts. Die Projektdokumentation ist etwas ausführlicher als der literarische Theorieteil, allerdings umfasst die gesamte Arbeit nur knapp 40 (geschriebene) Seiten (ohne Anhang). Es gibt keine tiefgreifenden Analysen, Statistiken oder ein Eintauchen in ein bestimmtes Themengebiet. 

Der vierte Punkt ist die Selbstständigkeit des Autors. Die Arbeit von Herrn Fernandez ist sehr selbstständig verfasst und beinhaltet nur drei Quellen, die allerdings zum Zeitpunkt der Arbeit relativ neu waren. Zusätzlich gibt es noch drei Interviews, allerdings mit derselben Person. Es wurde wenig Initiative gezeigt, eine tiefere Literaturrecherche zu betreiben, was auch auf die eher persönliche und weniger wissenschaftliche Absicht der Arbeit hinweist. 

Die Gliederung bzw. Struktur der Arbeit macht zwar Sinn, allerdings fällt auch hier erneut auf, dass wenig Literaturrecherche bzw. Merkmal auf einen Theorieteil gelegt wurde. Es fehlt theoretischer Hintergrund. Der Autor gibt sich selbst einen unverhältnismäßig breiten Raum. Es fehlt der wissenschaftliche Vorteil bzw. Aspekt in der gesamten Arbeit. 

Das letzte Kriterium – der Kommunikationsgrad – ist klar erkennbar. Man spürt, dass dieses Thema und die gesamte Ausarbeitung der Masterarbeit Herrn Fernandez sehr am Herzen gelegen sind. Allerdings sind die vorgestellten Theoretisierungen sehr kurzatmig (wie bereits mehrmals erwähnt). Die Intentionen, etwas sehr Persönliches zu kreieren, sind jedoch von Anfang an klar erkennbar. 

Bewertung des Werkstücks 

Wie bereits im vorherigen Kapitel erwähnt, war das Werkstück in der Arbeit selbst nicht auffindbar. Allerdings konnte ich es hier auf YouTube finden. Ich bin mir nicht sicher, was die Forschungsfrage der Masterarbeit ist, da es keine Einleitung gibt und sie nicht (nochmals) im Fazit behandelt wird. Die Dokumentation ist eher kurz ausgefallen. Es gibt beispielsweise kein Storyboard, Drehbuch, Dokumentation vom Dreh selbst o.ä. Trotzdem hat sich der Autor bemüht, den für ihn noch unbekannten Prozess darzustellen. Die Qualität und Ausarbeitung des Werkstücks entspricht meiner Meinung nach nicht vollständig den Anforderungen an eine Masterarbeit, da noch viel Luft nach oben ist. Berücksichtigt man jedoch den Aspekt, dass der Autor zuvor noch sehr wenig Erfahrung mit der Produktion eines Films hatte, ist es in Ordnung. 

Abschließendes Fazit 

Ich habe zuvor noch keine Masterarbeit gesehen, die so einen persönlichen Bezug hatte, wie diese. Allerdings finde ich, dass eine Abschlussarbeit schon einen gewissen wissenschaftlichen Aspekt auch behandeln sollte, der hier deutlich gefehlt hat. Außerdem sind auch der Theorieteil und die Quantität und Qualität der genutzten Quellen nicht (gut genug) vorhanden. Das Werkstück ist sehr persönlich und die Hintergründe/Absichten sind gut dargestellt worden. 

Für meine eigene Abschlussarbeit nehme ich mit, dass ein persönlicher Touch dabei sein kann und auch als „Handschrift“ cool sein kann. Allerdings würde ich mir definitiv besser auf den Literaturteil und die Qualität/Quantität der Quellen fokussieren. Außerdem ist es mir wichtig, dass die Arbeit auch mein Werkstück (oder einen Hinweis darauf) beinhaltet, sowie ästhetisch ansprechend und nicht langweilig ist.

Masterarbeit:  

https://reposit.haw-hamburg.de/bitstream/20.500.12738/11045/3/MA_Cassette_Documentary_film.pdf

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