Vorstellung der Masterarbeit
In dem folgenden Text wird die Diplomarbeit „Der Dokumentarfilm als Kommunikationsmittel historischer Inhalte (1900 bis 1920). Eine Analyse zur Dramaturgie, Gestaltung und dokumentarischen Aufarbeitung historischer Phänomene“ von Michael Plank untersucht und bewertet. Zu Beginn muss bereits angemerkt werden, dass in der PDF-Version der Arbeit kein Erscheinungsjahr angeführt wird. Laut der Bibliothekseite der FH Wien ist die Diplomarbeit 2015 erschienen. (vgl. FH Wien 2026)
In seiner Arbeit befasst sich Michael Plank mit der Kunst des Dokumentarfilmes, besonders im Zusammenhang mit der Vergangenheitsrepräsentation, und den unterschiedlichen Gestaltungs- und Dramaturgie Methoden, die hier Verwendung finden. In seinem Werkstück „Stadt unter der Stadt“ geht er in diesem Zusammenhang auf die Geschichte der sogenannten „Kanalstrotter“ ein. (vgl. Plank o.J., Abstract)
Er untersucht die Fragestellung „[…], wie die Erinnerungskultur in Bezug auf Medien funktioniert und welche dramaturgischen sowie gestalterischen Mittel der Film kennt [sic!] um darauf Einfluss zu nehmen.“ (Plank o.J., Abstract) Aufgebaut ist die Arbeit in Einleitung, Theorieteil, Werkstückbeschreibung und Conclusio.
Bewertung der wissenschaftlichen Qualität der Masterarbeit
Gestaltungshöhe
Die Arbeit weist eine standartmäßige Gestaltung, jedoch kein herausragendes Design vor. Dennoch ist der Text gut strukturiert, so werden beispielsweise Einrückungen von längeren Zitaten vorgenommen und der Text wird gut erkennbar in die einzelnen Abschnitte unterteilt. Es scheint, als verfüge der Autor über keine spezielle Ausbildung im Bereich Typografie und Grafikdesign.
Außerdem werden vereinzelt Bilder und Grafiken verwendet. Auch das Werkstück wird mit ein paar Bildern dargestellt, welche ein einigermaßen gutes Gefühl zur Bildsprache des Filmes liefern. Allerdings gibt es keinen Verweis zum finalen Film, um diesen ansehen zu können. Aus diesem Grund ist die Menge der gezeigten Filmausschnitte zu wenig, um das Werk beurteilen zu können.
Innovationsgrad
Die Arbeit beschäftigt sich mit Dokumentarfilmen und auch das Werkstück ist daran angepasst. Da Dokumentarfilme keine Neuheit sind und besonders im historischen Kontext schon oft eingesetzt wurden, ist der Innovationsgrad in diesem Zusammenhang gering. Die Besonderheit, mit der sich diese Arbeit hervorhebt, ist lediglich das Thema Rund um die „Kanalstrotter“, das im Werkstück behandelt wird und womit ein Stück von Wiens Geschichte aufgearbeitet und zugänglich gemacht wird.
Selbstständigkeit
Die Arbeit zeigt, dass sich der Autor gut mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Teilweise gibt es Abschnitte, die eventuell noch genauer ausgeführt werden hätten können, dennoch wird das Thema verständlich dargestellt. Besonders für das Werkstück wurde eine scheinbar tiefe Recherchearbeit getätigt und sowohl Literaturquellen als auch Experteninterviews eingebunden. Da auch hier das Problem vorliegt, dass das Werkstück nicht begutachtet werden kann, kann keine genauere Auskunft über die eigene Handschrift des Autors gegeben werden. Die wenigen verfügbaren Stills des Werkstückes weisen jedoch eine hohe Kompetenz Rund um die Bildsprache auf.
Gliederung / Struktur
Die Gliederung und Struktur der Arbeit ist sehr klar und nachvollziehbar gewählt. Herr Plank leitet die Leserschaft gekonnt durch die einzelnen Kapitel und macht Themenwechsel gut erkennbar. Die Beschreibung des Werkstückes ist ebenso klar und verständlich aufgebaut, allerding endet dieser Teil der Arbeit recht abrupt. Im Vergleich zum restlichen Text ist hier der Übergang zur Conclusio nicht so gut geglückt.
Kommunikationsgrad
Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen und den Beschreibungen von Sachverhalten kann gut gefolgt werden. Fachtermini sind fließend in den Text eingebettet und wichtige Fachbegriffe, die in den darauffolgenden Abschnitten vorkommen, werden oft kurz erklärt, um Missverständnisse zu vermeiden.
Aus dem Text geht klar hervor, welche Informationen im Laufe der Arbeit übermittelt werden sollen und die einzelnen Themen werden logisch aneinandergereiht. Wie bereits zuvor erwähnt, wird die Leserschaft gut durch den Text geleitet. Die Tiefe der Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen könnte jedoch noch etwas ausgebaut werden. Teils wirken die Beschreibungen etwas oberflächlich.
Umfang der Arbeit
Wie soeben erwähnt ist der Umfang des theoretischen Teils ausreichend, könnte jedoch noch etwas mehr in die Tiefe gehen. Die Analyse des Dokumentarfilms „Kinderjahre in der Monarchie“ wurde hingegen ausführlich und gut strukturiert durchgeführt. Trotz gewisser oberflächlicher Behandlung, wird im ganzen theoretischen Teil der Arbeit ein gutes Gesamtbild des Themas vermittelt.
Die Beschreibung des Werkstückes ist im Vergleich dazu etwas tiefgehender. Es werden die einzelnen Arbeitsschritte ausführlich beschrieben und teilweise werden für die Filmproduktion wichtige Elemente, wie etwa das Exposee oder die Erzählstruktur, gezeigt. Dennoch gäbe es ein paar Elemente, die noch zusätzlich hinzugefügt werden hätten können, um das Werkstück und den Produktionsablauf ganz aufzuzeigen. Was beispielsweise nicht miteingebunden wird, sind diverse Iterationsphasen.
Orthografie / Sorgfalt / Genauigkeit
Der Text weist vereinzelt Rechtschreibfehler, wie etwa „Reencatment“ (Plank o.J., S.28) anstatt „Reenactment“, auf. Stilistisch wird bei der Werkstückbeschreibung vorwiegend in der Ich-Form geschrieben, was in wissenschaftlichen Arbeiten vermieden werden sollte. Direkte Zitate werden im Text einheitlich durch Einrückungen gekennzeichnet und die verwendeten Bilder sind mit Querverweisen versehen, die zu den Quellen führen.
Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis ist gut strukturiert und logisch aufgebaut. Die Wahl der Quellen umfasst eine breite Menge an unterschiedlichen Werken zu unterschiedlichen Themengebieten. Hierbei sind um einiges mehr Literaturquellen zu finden als Online-Quellen. Was die Aktualität der Literatur angeht, so wurde hier vorwiegend auf Werke innerhalb der vorangegangenen 10 Jahre zurückgegriffen. Die Quellen wurden im Text einheitlich zitiert.
Bewertung des Werkstücks
In Bezug auf das Werkstück wurde bereits einiges an Bewertung niedergeschrieben. Hauptproblem bei der Auseinandersetzung mit dem Werkstück ist, dass dieses nicht abrufbar ist, weshalb die Bewertung nur anhand der mäßig vorhandenen Bilder und der Beschreibung des Autors vorgenommen werden muss.
Das Werkstück, die Theorie und die Forschungsfrage stehen in direktem Zusammenhang miteinander, heißt, die Umsetzung des Themas entspricht den theoretischen Grundlagen. Die im Theorieteil der Arbeit behandelten Elemente wurden in das Werkstück integriert und somit die gewonnene Expertise praktisch umgesetzt.
Die Beschreibung und Dokumentation des Projektablaufes ist nachvollziehbar und ausführlich, dennoch hätten sowohl mehr Stills und Grafiken eingebunden als auch diverse Iterationsphasen beschrieben werden können.
Abschließendes Fazit
Zusammenfassend bietet die Arbeit eine gute Möglichkeit, einen Überblick über den Dokumentarfilm zu historischen Themen zu erhalten und einen Einblick in einen weitläufig unbekannten Teil der Wiener Geschichte zu bekommen. Dennoch könnten gewisse Themenbereiche tiefgehender beschrieben werden. Die Arbeit ist gut strukturiert und der angenehme Schreibstil führt die Leserschaft gut durch den Text. Auch die Qualität und Anzahl der verwendeten Quellen wirken angemessen.
Die Dokumentation des Werkstückes wird im Großen und Ganzen ausführlich und nachvollziehbar dargestellt, allerdings kann das Werkstück an sich nicht bewertet werden, da dieses nicht abrufbar ist. Dies ist ein großer Negativpunkt der Arbeit. Außerdem finden sich teilweise Rechtschreibfehler wieder und die visuelle Gestaltung der gesamten Arbeit ist sehr schlicht gehalten. Das Design wirkt nicht so, als hätte der Autor besondere Kenntnisse von Graphic Design und Typographie. Dennoch ist eine gewisse Sorgfalt in der Anordnung der Elemente und der Strukturierung erkennbar.
Aufgrund der erwähnten Punkte, insbesondere in Bezug auf Umfang, orthographische Korrektheit und die Tiefe der Auseinandersetzung mit der Thematik wird diese Arbeit mit einem Befriedigend bewertet.
Ein letzter Punkt, der die Aufmerksamkeit erregt, ist ein am Ende der Arbeit angefügter Lebenslauf des Autors. Da ich nicht beurteilen kann, ob dies den Anforderungen der FH Wien verschuldet ist, oder ob es eine Eigeninitiative des Autors ist, fließt dieser Aspekt nicht in meine Bewertung mit ein. Dennoch macht es mich stutzig, da an und für sich so wenig persönliche Daten wie möglich preisgegeben werden sollten.
Nutzen für die eigene Abschlussarbeit
Durch die Analyse der Arbeit ist mir die Wichtigkeit eines durchgehend abrufbaren Werkstückes bewusst geworden. Auch wenn dieses in der Arbeit gut beschrieben wird, macht es dennoch einen Unterschied, ob man das Werkstück selbst begutachten kann, oder nicht. Daraus ziehe ich die Lehre, dass die Einbindung von beispielsweise einem Link zu einer Webseite, auf der das Werkstück präsentiert wird, sinnvoll ist, um einen dauerhaften Zugriff darauf zu gewähren.
Außerdem werde ich bei meiner eigenen Arbeit besonders auf eine gute Gestaltung und die orthographische Korrektheit achten. Was mir an dieser Arbeit sehr gut gefällt, ist der durchgängige rote Faden, der die Leserschaft durch den Text führt und die klare Strukturierung der einzelnen Kapitel. Diese Punkte möchte ich auch in meiner Masterarbeit umsetzen.
Quellenverzeichnis:
| FH Wien 2026 | FH Wien: Der Dokumentarfilm als Kommunikationsmittel historischer Inhalte (1900 bis 1920). Eine Analyse zur Dramaturgie, Gestaltung und dokumentarischen Aufarbeitung historischer Phänomene. In: FH Wien, https://search-fww.obvsg.at/primo-explore/fulldisplay?docid=FWW_alma215687360004507&context=L&adaptor=Local%20Search%20Engine&vid=FWW&lang=de_DE&search_scope=default_scope&tab=default_tab&query=addsrcrid,exact,AC13081909(zuletzt aufgerufen am 03.11.2026) |
| Plank o.J. | Plank, Michael: Der Dokumentarfilm als Kommunikationsmittel historischer Inhalte (1900 bis 1920). Eine Analyse zur Dramaturgie, Gestaltung und dokumentarischen Aufarbeitung historischer Phänomene. Diplomarbeit. Ungedr. Diplomarbeit FH Wien. o.O. O.J. |