Art styles across universes

Warning: There will be some spoilers for the animated Spider-Man movies, don’t read if you haven’t watched it

In a previous blog post the aspects of contrast were discussed. One of these aspects talked about the change of art styles. An art style change may occur to separate present and past of a character. A different subject to art style changes happens in combination with space. Specifically, if the narrative depicts different dimensions.

Spider-Man – across dimensions

The most popular and well known example of different art styles for other dimensions are the Sony Spiderman movies. In the first movie Spider-People from other dimensions end up in Miles Morales’ world. Each one of them with their own art and animation style. A few characters such as Peter Parker and Gwen share a similar style. One plausible reason for this is that their worlds are similar, thus they themselves are. Another reason could be to surprise the viewer. Gwen is established as a character at the beginning of the movie before the plotline of different dimensions. Therefore, a too unique style would have either spoiled or confused the viewer. Later in the movie, when the other Spider-People are introduced, the viewer has had time to familiarize themselves with the concept of multiverses and other dimensions. Seeing a 2D animated character in a 3D movie is at this point less surprising and offers a visual contrast to the world around strengthening the concept of multiverses.

The first movie took place, for the most part, in Miles Morales’ dimension. Therefore, the art style changes were only present in the characters themselves. In the second movie, however, the narrative lead outside of the established dimension and dove into the multiverse. As a style concept the producers wanted the movies to look like a comic book, honouring the source material in the process. Now with new dimensions in mind, they decided to look at new art styles as well. The first dimension the viewer dives into is Gwen’s universe. The creators decided on a look like watercolour paintings. Gwen’s universe was not the only visited dimension. For the most part they all had their unique style. With this the viewers were provided with an aid to know where the movie was currently taking place. Now that the viewers have this confidence in their surroundings, the creators can use this as a story device. When the viewers see a dimension, which looks and feels like Miles’ world, they assume it is his. Therefore, at the end not being in Miles’ universe ends up being a surprising plot twist.

Other dimensions and their depictions

The theme of other dimensions or multiverses is not a new one. For example, in the movie “Pleasantville” from 1998 the main characters travel into their favourite TV-series. However, the contrast is limited to a switch from coloured to black and white. In “Tron” from 1982 the main characters land in a Computerworld. Fitting to that the scenes in the computer the creators are using a lot of CG, creating a contrast. In Marvel as well as DC Comics traveling through the multiverse is a common occurrence. In “Doctor Strange: Multiverse of Madness” shows traveling through many unique dimensions in a quick sequence, which span from close to ours to colour splashes or comic book styled worlds, just to name a few. The switches happen fast and are used to create disorientation because of the little time spent in each world. The viewers don’t have enough time to adjust. Another example of a rapid style changes, though not directly with dimensions is a scene from “Gravity Falls” were Dipper and Wendy travel through the bubbles of madness, which leads to various style changes. Similar to the Doctor Strange scene the goal is to confuse and overwhelm the viewers.

Conclusion

Changing styles can help viewers to orient themselves in movies with different dimensions or realities. It creates a clear cut between the familiar world and the new unknown. If the dimensions are very similar to the established one some confusion might occur, which can be used as a plot device like in “Spider-Man – Across the Spiderverse”. A very quick change of dimensions and art styles can have a disorientating result.

Die Darstellung der Vergewaltigung von Amo in Gachiakuta

Staffel 1 – Folge 13

Gachiakuta ist ein Anime aus dem Jahr 2025 basierend auf dem gleichnamigen Manga von Kei Urana. In der Welt von Gachiakuta ist die gesamte Erde mit Müll überhäuft. Die Luft ist in vielen Teilen der Welt giftig und kann nicht eingeatmet werden. Hoch über den Müllhalden der Erde, befindet sich eine Sphäre, eine letzte Bastion weit entfernt von dem vermüllten Untergrund und gleichzeitig der Verursacher des Müllproblems. Die Gesellschaft ist in mehrere sozialen Schichten geteilt, sowohl in der Sphäre als auch auf dem Untergrund. Gachiakuta ist trotz seiner typischen Anime Tropen ­­– magisch anmutende Kräfte, Monster zum Bekämpfen, junger weißhaariger Protagonist – gesellschaftskritisch. Zum einen beschäftig sich der Anime mit Umweltverschmutzung und deren Folgen, zum anderen mit dem Zyklus von Gewalt, Wut und Rache, sowie einer Gesellschaft durchwachsen mit Kriminalität.

Besonders sticht hier die Geschichte des Charakters Amo hervor. Amo begegnet dem Zuseher, der Zuseherin zuerst als eine Antagonistin der Hauptcharaktere. Sie besitzt eine Fähigkeit, womit sie ihre Gegner für sich kämpfen lassen kann. Diese verzauberten Gegner agieren, als wären sie in Amo verliebt und wollen sie um jeden Preis beschützen. In Folge 13 wird dem Zuseher, der Zuseherin Amos Leben gezeigt. Amo wurde als Kind von ihrer Mutter an einen Mann verkauft. Es wurde im Anime angedeutet, dass dieser sie missbraucht und vergewaltigt hatte. Besonders ist hierbei die Darstellung, die hierfür gewählt wurde. Der Anime ist ab 18 Jahren freigegeben. Dementsprechend wäre eine direkte Darstellung nicht ausgeschlossen. Stattdessen wechselt die Animation zwischen dem normalen Animationsstil zu einem Stil, welcher an Kinderzeichnungen erinnert. Jedes Mal, wenn Amo etwas Traumatisches zustößt, wechselt es in den kindlichen Zeichenstil.

Der normale Animationsstil von Gachiakuta
Amos Käufer mit rosa Blumen aus Amos Sicht

Dabei befindet sich der Zuseher, die Zuseherin im Kopf von Amo und wie sie die Situationen zu der Zeit interpretiert hatte. Als sie verkauft wurde, wusste sie nicht, was das hieß. Ihre Mutter sagt ihr, dass dieser Mann sie liebte und sich um sie kümmern würde, weshalb sie ihren Käufer als jemand positiven wahrnahm. Um Amos rosarote Brille darzustellen, wurden gezeichnete rosa Blumen eingefügt. Der Gesichtsausdruck ihres Käufers wirkt nicht vertrauenswürdig, weshalb die rosa Blumen einen umso stärkeren Kontrast zwischen Realität und kindlicher Vorstellung bilden. Der Verkauf selbst ist vollständig in dem kindlichen Animationsstil gehalten. Hierbei wird ihr Käufer als fröhlich und freundlich dargestellt, wohingegen das Gesicht ihre Mutter nur aus schwarzen Strichen und einem immer wieder aufblinkenden breiten lächelnden Mund besteht.

Die kindliche Sicht von Amo von der Kaufsituation
Amos Mutter bei dem Kauf

Ein möglicher Grund, warum die Mutter unkenntlich ist, wäre, dass sich Amo nicht mehr an ihre Mutter erinnern kann oder sich nicht mehr an sie erinnern will. Ebenfalls wäre es möglich, dass Amo unterbewusst negative Gefühle ihrer Mutter gegenüber hegt.

Nach dem Kauf wechselt der Animationsstil wieder zurück in den Anime Stil. Amo kommt in ihrem neuen Zuhause an und ein Zeitsprung findet statt. Wie alt genau Amo ist, wird nicht klargestellt. Es wird online spekuliert, dass sie zu diesem Zeitpunkt möglicherweise 15 Jahre alt wäre. In anderen Worten immer noch ein Kind in vielen Aspekten. Dabei wird, ohne es direkt auszusprechen, angedeutet, dass Amo von ihrem Käufer regelmäßig vergewaltigt wird. Als sie versucht Unbehagen auszudrücken, wird ihr eingeredet, dass was sie fühlt, Liebe ihres Vergewaltigers gegenüber wäre. In diesem Moment wechselt der Animationsstil wieder. Dieses Mal wird eine Vergewaltigung in Amos romantisierter Sicht gezeigt. Die Sequenz wird begleitet von verzerrtem Audio, was einen starken Kontrast zu den niedlichen Visualisierungen bildet und verdeutlicht, was gerade passiert ist keineswegs positiv. Der kindliche Animationsstil könnte zu dem andeuten, dass Amo in diesem Moment dissoziiert.

Amo wird eingeredet, dass sie verliebt sei
Amos Version der Geschehnisse

Durch das Gestaltungselement von diesem Stilwechsel können komplexe Themen und Gedanken sowie Gemütszustände angedeutet und erzählt werden. Da die Abgrenzung zur Realität klar erkennbar ist, entsteht auch keine Verwirrung zwischen Fantasie und echtem Geschehen. Wäre diese Sequenz ohne den Stilwechsel gezeigt worden, wäre es immer noch schwer anzusehen gewesen, allerdings würde Amos Sichtweise verloren gehen. Durch den Zeichenstil wird zudem dem Zuseher, der Zuseherin noch einmal klar gemacht, dass Amo noch ein Kind ist und auch so denkt, was diese Sequenz umso verstörender und schrecklicher macht.

Ein weiterer Faktor ist die Fantasie der Zuseher, der Zuseherinnen. Ähnlich wie bei Horrorfilmen ist das Unbekannte, das Nicht-Gezeigte unheimlicher. Ein Monster ist weniger unheimlich, wenn es offen gezeigt wird, als wenn darauf hingedeutet wird und der Zuseher, die Zuseherin seine/ihre eigenen Erfahrungen und Ängste mit hineininterpretiert.

Fazit

Durch einen Animationswechsel kann Realität und Fantasie klar abgegrenzt werden, was erlaubt tiefer in die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere einzutauchen. Amos Vergewaltigung wird dadurch nicht verschönert. Das Gegenteil ist teils der Fall.

Mir ist diese Szene jedenfalls nicht wieder aus dem Kopf gegangen. Zum einen, weil das Thema schwer und etwas überraschend in dem Anime auftauchte, obwohl viele andere schwierige Themen schon davor vorkamen. Zum anderen, weil die kindlichen Bilder mich nicht losgelassen haben. Mit einfachen Mittlen wurde ein einprägendes Bild geschaffen, welches einen nicht so schnell wieder loslässt.

Kontrast als erzählerisches und gestalterisches Werkzeug in Filmen und Serien

Kontrast als erzählerisches und gestalterisches Werkzeug in Filmen und Serien

In vielen Bereichen spielen Kontraste eine wichtige Rolle. Zum Beispiel müssen Verkehrsschilder genug herausstechen, um wahrgenommen zu werden. Text muss sich vom Hintergrund abheben, um gelesen werden zu können. Musik hat schnelle und langsame, leise und laute Passagen, was Spannung bei den Zuhörerinnen und Zuhörern erzeugt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich Kontraste ebenso in Filmen und Serien finden lassen.

Dabei lassen sich Kontraste in vielen Aspekten entdecken. Dabei lassen sich Kontraste in vielen Aspekten finden. Sie können visuell, auditiv, erzählerisch oder thematisch auftreten. Kontraste lenken Aufmerksamkeit, helfen Emotionen zu erzeugen oder Bedeutungen zu strukturieren. In Filmen und Serien kann es helfen Szenen voneinander abzugrenzen, Charaktere hervorzuheben oder symbolische Gegenstände zu betonen.

Hell-Dunkel

Ein Hell-Dunkel-Kontrast ist eine häufig eingesetzte Gestaltungstechnik. Der Fokuspunkt – oder in diesem Fall oft der Protagonist bzw. die Protagonistin – ist heller beleuchtet als der Hintergrund. Das Auge orientiert sich zuerst an den hellsten Punkten in einem Bild, bevor es zu weiteren Elementen springt.

Ein Filmgenre, das sich durch einen hohen Hell-Dunkel-Kontrast auszeichnet, ist Film Noir. Film Noir ist eine Filmrichtung, die ihren Ursprung um etwa 1940 in den USA hatte. Meistens sind diese Filme in Schwarz-Weiß gehalten, wobei es auch farbige Vertreter des Genres gibt. Film Noir Filme behandeln oft zwielichtige Moral. Dementsprechend können Hell und Dunkel innere Konflikte widerspiegeln.

Bei Schwarz-Weiß-Filmen ist ein Hell-Dunkel-Kontrast besonders wichtig, da Farbkontraste wegfallen. So können beispielsweise Grün und Rot im fertigen Filmmaterial die gleiche Graustufe besitzen.

Beispiel aus The Third Man ein Film Noir

Farbkontrast

Um Kontraste in einem Bild zu erzeugen, können durch die Anwendung der Farbenlehre ausdrucksstarke Effekte geschaffen werden. Für den stärksten Kontrast können Komplementärfarben eingesetzt werden, wie zum Beispiel Blau und Gelb. Auch bewusst gesetzte Akzentfarben können als Gestaltungselement dienen. Ebenfalls kann ein Warm-Kalt-Kontrast zum Einsatz kommen.

Bei Der Zauberer von Oz (1939) wird ein starker Farbkontrast eingesetzt, um die beiden Welten, in denen die Geschichte spielt, voneinander abzuheben. Zu Beginn, wenn sich Dorothy noch in ihrer Welt befindet, ist der Film schwarz-weiß. Mit Dorothys Ankunft in Oz wird die Welt um sie herum bunt und magisch.

Dorothy in Kansas – Film ist in schwarz-weiß
Dorothy in Oz – Film ist in Farbe

Fokus

Der Fokuspunkt selbst kann ebenfalls als Mittel zur Erzeugung von Kontrast genutzt werden. Ist das gesamte Bild durchgehend scharf, wird die Aufmerksamkeit der Betrachterin oder des Betrachters nicht gelenkt. Durch den gezielten Einsatz von Schärfe und Unschärfe kann beispielsweise Vorder- und Hintergrund voneinander getrennt werden. Ein Wechsel der Schärfe kann die Aufmerksamkeit innerhalb eines Bildes gezielt steuern.

Stilistisch

Ein Kontrast kann sich auch auf die Stilisierung beziehen. Besonders bei Animationswerken ist dies eine wirkungsvolle Möglichkeit, einen Kontrast zu erzeugen. Ein solcher optischer Kontrast kann aus verschiedenen Gründen gewählt werden.

Bei SpongeBob Schwammkopf erfolgt die Stiländerung oft als optischer Witz, wenn ein Wechsel zwischen der Unterwasserwelt und der Oberfläche stattfindet – der Sprung zwischen den Welten wird also durch einen Stilwechsel unterstützt.

Ähnlich wird ein Stilwechsel bei Spider-Man: Into the Spider-Verse eingesetzt. In der Geschichte spielt das Zusammenkommen mehrerer Paralleluniversen eine zentrale Rolle. Die Charaktere aus diesen anderen Universen besitzen unterschiedliche Stile sowie Animationstechniken; selbst die Framerate, in der sie animiert sind, kann sich unterscheiden.

Solche Stilbrüche treten nicht nur bei Reisen in andere Welten auf. In Gatchiakuta wird eine Änderung des Animationsstils verwendet, wenn eine innere Gefühlswelt gezeigt oder wenn ein schwieriges Thema abstrahiert werden soll.

Bei Rückblenden kann ebenfalls ein Stilwechsel stattfinden. Bei Kill Bill: Vol. 1 wird zum Beispiel von Realfilm zu Anime gewechselt, um die Hintergrundgeschichte von O-Ren Ishii zu erzählen. Durch den Kontrast in den Stilen ist es für den Zuseher, die Zuseherin einfacher die aktuellen Geschehnisse von der Rückblende zu unterscheiden.

Auch abstrakte Themen wie Träume oder Halluzinationen können durch einen Stilwechsel unterstützt werden.

Rückblende in Kill Bill
SpongeBob auf Land
Verschiedene Animationsstile für unterschiedliche Charaktere

Narrative Kontraste

Innerhalb eines Films oder einer Serie können Kontraste auch in der Narration selbst eingesetzt werden. Ein typisches Beispiel ist der Kampf zwischen Gut und Böse oder Leben und Tod. Charaktere selbst können auch Kontraste bilden. Ein Beispiel ist der junge, unerfahrene, optimistische Held mit seinem älteren, weisen, zynischen Mentor. Gegensätzliche Ziele, Themen oder Charaktereigenschaften erzeugen Spannung innerhalb einer Geschichte.

Fazit

Kontraste sind in keiner Gestaltung unverzichtbar. Sie helfen, Inhalte zu strukturieren und zu gewichten, Emotionen zu transportieren und Geschichten visuell sowie erzählerisch greifbar zu machen. Ob durch Licht, Farbe, Stil oder Handlung – Kontraste sind das Werkzeug, mit dem sich Balance, Spannung und Bedeutung erschaffen lassen.

Quellen:
Film Noir:
https://www.youtube.com/watch?v=kriakwVrxs4
https://books.google.at/books?hl=de&lr=&id=WHzDEAAAQBAJ&oi=fnd&pg=PA70&dq=film+noir+style&ots=FigKCBNL1S&sig=Dmv19u2GhFrRtA5Qb49DE52VOQw&redir_esc=y#v=onepage&q=film%20noir%20style&f=false

Farbkontrast:
https://www.interaction-design.org/literature/topics/color-theory?srsltid=AfmBOorzN1PxkzZYGwr-mTRMFvdWnu14naOroRw-fxWK7LVHBftcwaGI