#6 Katharsis – Das Geheimnis jeder guten Geschichte

Eine gut geschriebene und emotionale Geschichte kann man klischeehaft unter anderem metaphorisch in das gespannte Einatmen sowie das erleichternde Ausatmen des Publikums einteilen. Dabei steht das Einatmen für die Aufregung im Zuschauer und der Zuschauerin die kurz vor dem finalen Höhepunkt am stärksten auftritt und das Ausatmen für einen Begriff, der das Geheimnis jeder guten Geschichte ausmachen soll – der Katharsis. (vgl. Deguzman 2025)

Katharsis stammt aus dem alten Griechenland und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie Reinigung. Definiert wurde er von dem griechischem Philosophen Aristoteles und bedeutet je nach dem Einsatzbereich teilweise etwas leicht Verschiedenes. So steht der Begriff in den Literaturwissenschaften für die Reinigung der Seele während in der Psychologie Katharsis für aufgestaute Emotionen steht, die schlussendlich freigesetzt werden und man sich von dieser Last befreit. Weiteres soll die Katharsis laut Aristoteles im Publikum eine Tragödie auslösen, ähnlich zu dem Konzept der aristotelischen Poetik. (vgl. Studyflix o.J.)

In anderen Worten ist die Katharsis nach Aristoteles das zu erreichendes Ziel jeder Tragödie. Um dies zu erreichen werden teils dramatische Darstellungen gewählt. Dabei werden Emotionen aber auch Menschliche Schwächen und Fehler der Charaktere hervorgehoben um das Publikum diese Gefühle, aber auch selbst in die Situation interpretierte Gefühle, intensiv durchleben zu lassen. Schlussendlich soll dieses Durchleben den Zuschauer und die Zuschauerin lehren, spirituell reinigen aber auch den Verstand und die Akzeptanz rund um moralischer und ethischer Prinzipien zu erhöhen. (vgl. Hulatt 2024)

Zum Beispiel kann die Katharsis das zuvor erwähnte lehren und reinigen durch die Emotionen Furcht und Mitleid einfach erzielen: Wenn es eine Geschichte und ihre Charaktere schaffen Furcht und Mitleid im Publikum auszulösen, haben die Zuschauer und Zuschauerinnen Angst, die gleichen oder ähnliche Fehler wie der Charakter zu begehen, die den Charakter in der Geschichte zu einem Unglück leitet, das extremes Mitleid in der Zuschauerschaft auslöst. Somit würde das Publikum im Optimalfall von dieser Geschichte gereinigt und vor allem gelehrt werden. (vgl. ebda.)

Natürlich ist die Katharsis eine sehr subjektive Eigenschaft, die von jeder Person anders interpretiert werden kann. Jedoch kann man übergreifend sagen, dass die meisten Menschen bei den folgenden Beispielen das gleiche empfinden. Die Katharsis gibt es nämlich natürlich auch in narrativen Filmen. Hierbei wird sie als Freisetzung emotionaler Reaktionen am Ende einer Geschichte beschrieben. Dabei muss es sich jedoch nicht um eine Tragödie handeln, auch wenn das der klassische Einsatzbereich einer Katharsis ist. In Tragödien unterscheidet Aristoteles vier verschiedene Arten, die alle eine unterschiedlich starke Wirkung haben:

  • Bewusst und gestoppte Taten: Diese Option ist laut Aristoteles die am wenigsten Wirkung mit sich bringt. Hierbei weiß der Charakter genau, was er tut und was die Konsequenzen sein werden und macht es schlussendlich auch nicht. Er stoppt. Die Zuschauerschaft erfährt eine kleine Erleichterung jedoch handelt es sich in solcher Situation um leere Drohungen, die das Erlebnis verkleinern.
  • Bewusst und durchgeführte Taten: Hier weiß der Charakter ebenfalls, was er falsch macht, und ist seinen Konsequenzen bewusst, macht es aber trotzdem. 
  • Unbewusst und durchgeführte Taten: Der Charakter durchschaut die Handlung ist sich jedoch nicht über die Konsequenzen bewusst. Zum Beispiel im Film Oppenheimer führt der gleichnamige Darsteller seine Handlungen bewusst und ohne böse Absichten durch, weiß jedoch nicht was die Konsequenzen der Erschaffung der Atombombe mit sich bringt. In dem Moment als er sich dessen bewusst wird entsteht Katharsis im Publikum, da dieses zutiefst mit ihm fühlt. 
  • Unbewusst und gestoppte Taten: Der Charakter weiß nicht, dass er gleich was Schlimmes begeht, aber stoppt sich im letzten Moment selbst. Diese Option bietet die größte Katharsis, da der Charakter selbst Raum und einen Moment für eine eigene Reflexion hat. In Batman vs. Superman stoppt Batman im letzten Moment Superman zu töten, da dieser den Namen der Mutter von Batman erwähnt. In der kurzen Denkpause, indem Batman sich selbst reflektiert, entsteht eine große Katharsis, da der Zuschauer und die Zuschauerin von der Menge an Emotionen und Aufregung entkommen können.

(vgl. Deguzman 2025)

Eine andere Art der Katharsis ist das Ende mit Triumph beziehungsweise ein Happy End. Um in dieser Situation Katharsis zu erzählen, ist nur die Auflösung der zentralen Spannung der Geschichte notwendig. So ist in When Harry met Sally die klare Spannung der Geschichte die benötigte Überwindung der Freundschaft zwischen Harry und Sally, um endlich ein Liebespaar zu werden. Als sie das zum Schluss schaffen, löst das auch Katharsis im Publikum aus, da die Zuschauerschaft ein höchst emotionales Ende miterlebt.  

Ein tragisches Ende kann mithilfe von Katharsis ebenfalls in ein triumphales Ende umgewandelt werden. In Gladiator ist das Ende aufgrund des Todes von Maximus sehr tragisch, der Film zeigt jedoch, dass er erst jetzt seinen Frieden gefunden hat und wieder metaphorisch wieder zu seiner Familie kann. Auch hier erleben die Zuschauer und Zuschauerinnen ein sehr starkes emotionales Ende das somit auch Katharsis auslöst. 

Gewisse Reaktionen von den Charakteren auch können die Katharsis jedoch auch erschweren oder sogar fehlend erscheinen lassen. So sollte am Ende von Schindlers Liste die objektive Stimmung eigentlich den Umständen entsprechend gut sein, dass Schinder so viele Menschen gerettet hat, jedoch wird an seiner emotionalen und selbst vorwerfenden Reaktion bewusst, dass diese Rettung aufs große gesehen viel zu wenig war. Die Katharsis also die emotionale Entladung das alles gut gegangen ist und so viele Menschen gerettet worden sind kann für das Publikum somit gar nicht stattfinden, da durch den Dialog noch viel mehr Sorgen und Emotionen dazu kommen. (vgl. ebda.)

Schlussendlich zeigt aber auch genau das Beispiel von Schindlers Liste das Katharsis dem Publikum Emotionen lehrt, die sonst nicht typisch sind. Deswegen kann die Katharsis wie nach Aristoteles auch Menschen lehren und dazu bewegen, dass Geschichten wie Schindlers Liste nie wieder passieren.


Deguzman, Kyle (13.01.2025): What is Catharsis. Definition & Examples for Storytellers. In: StudioBinder, https://www.studiobinder.com/blog/what-is-catharsis-definition/ (zuletzt aufgerufen am 31.10.2025)

Studyflix (o.J.): Katharsis. In: Studyfix, https://studyflix.de/deutsch/katharsis-7061 (zuletzt aufgerufen am 31.10.2025)

Hulatt, Lily (06.08.2024): Katharsis. In: StudySmart, https://www.studysmarter.de/schule/griechisch/griechische-dichter-und-dramatiker/katharsis/ (zuletzt aufgerufen am 31.10.2025)

#5 Konflikt- Das Leben jeder guten Geschichte

„Conflict is the soul of storytelling; it’s the spark that ignites the narrative fire“ (StudioBinder 2024)

Der Drehbuchautor Christopher Vogler, befasst sich seit Jahren mit Storytelling und fasst mit diesem Statement jeden Film perfekt zusammen. Gibt es in einem Film auch nicht den Hauch eines Konfliktes, in welcher Form auch immer, so gibt es keine wirkliche Geschichte. Ein Film lebt von Konflikten und deswegen ist dies auch ein unumgänglicher Faktor für das Schreiben des Drehbuches und später auch für den Film selbst. (vgl. Pepersack 2016)

Im Grunde können Konflikte so beschrieben werden, dass zwei verschiedene Kräfte aufeinandertreffen. Dabei ist es egal in welcher physischen Form diese zwei Kräfte sind und vor allem wird keineswegs in jeder Geschichte ein Konflikt in einem offensichtlichen Streit oder sogar einem Kampf ausgetragen. Schlussendlich steht irgendetwas oder irgendwer zwischen dem Charakter und seinen Zielen oder Träumen. (vgl. StudioBinder 2024)

Dabei sind diese Konflikte im Film viel größer ausgeprägt, teilweise sogar übermenschlich schwierig, im Vergleich zu Konflikten des echten Lebens. Grund dafür ist der Fakt, dass diese Konflikte nicht zu leicht überwindbar sind und somit auf genügend Zündstoff für einen ganzen Film bieten, um den Zuschauer und die Zuschauerin nicht zu langweilen. Des Weiteren wird die Verbindung zwischen Publikum und dem Charakter um ein Vielfaches gestärkt, wenn dieser eine schwierige Zeit hat, seine Ziele zu erreichen. So fiebert die Zuschauerschaft noch mehr mit und der Charakter bleibt somit auch länger im Gedanken. (vgl. Pepersack 2016)

Im Großen und Ganzen können Konflikte in innere Konflikte und äußere Konflikte eingeteilt werden. Um eine genauere Einteilung zu schaffen, werden die äußere Konflikte noch auf einen „personal conflict“ und einen „extrapersonal conflict“ aufgeteilt. 

Innerer Konflikt

Im Falle des inneren Konfliktes steht der Charakter sich selbst im Weg, um das Ziel oder die Träume zu erreichen. Hierbei ist es unumgänglich das die Figur einen mehrdimensionalen Charakter besitzt, der komplex und mit Widersprüchen gefüllt ist. Einem eindimensionalen Charakter würde hier die nötige Tiefe fehlen, um einen inneren Konflikt visuell darzulegen. (vgl. StudioBinder 2024)

Denn die schwierigkeit eines inneren Konfliktes besteht darin, dass dieser Konflikt irgendwie für den Zuschauer sichtbar gemacht werden muss. Dies kann mittels Dialoge, bestimmte Taten, Darstellung von Emotionen, Voice Overs, … gelingen. Kurz gesagt: Der innere Konflikt muss sehr gut für das Publikum aufbereitet sein, da man diesen nicht so leicht erkennt wie einen äußeren Konflikt. Deswegen werden diese zwei Arten auch oft miteinander verbunden. (vgl. Pepersack 2016)

Innere Konflikte können in verschiedensten Formen auftreten. Grundsätzlich tritt der Innere Konflikt aber vor allem in Geschichten auf, die sehr charakterbasiert sind, da man viel über die Person und dessen Leben erfahren will und vor allem muss, um all die Taten und Handlungen zu verstehen. Beispielhaft für innere Konflikte sind folgende:

  • Innerer Konflikt mit der eigenen Identität

Wenn sich ein Charakter mit der eigenen Identität auseinandersetzt, kommt dieser oft in einen Inneren Konflikt. Hierbei sind oft das Akzeptieren von sich selbst so wie man ist oder der wahren Sexualität Themen, die behandelt werden. Dabei muss man sich selbst überwinden sich selbst zu akzeptieren. Zum Beispiel im Film Moonlight, indem der Protagonist seine wahre Sexualität akzeptieren und seine Abwehrhaltung dagegen ablehnen muss.

  • Innerer Konflikt durch ein moralisches Dilemma

Ein Charakter muss sich zwischen zwei Optionen entscheiden oder kann nur eins von zwei Leben retten. Zum Beispiel im Film Sophie’s Choice muss sich der Protagonist entscheiden welches der 2 Kinder dieser rettet.

  • Innerer Konflikt aufgrund der Vergangenheit oder Hintergrundgeschichte

Schlechte Erfahrungen oder Erinnerungen können zu Hindernissen werden, die man selbst überwinden muss. In Planet der Affen: Revolution muss Koba sich aufgrund seiner Hintergrundgeschichte mit Menschen selbst überwinden, um Caesar zu folgen.

(vgl. StudioBinder 2024)

Äußerer Konflikt

Persönlicher Konflikt

Ein personal conflict oder persönlicher Konflikt ist eine Spannung zwischen zwei physischen Personen sowie ausgelöst von einer physischen Person. Klassisches Beispiel hierfür wären die Antagonisten eines Filmes, die das direkte Gegenteil des Protagonisten erreichen wollen. Dabei muss dies, wie die folgenden Beispiele zeigen, aber nicht immer ein Klassischer Helden gegen Bösewichte Kampf sein:

  • Persönlicher Konflikt durch Romantik

Die klassische Romanze beginnt immer mit einem persönlichen Konflikt zwischen zwei Personen, die sich nicht aushalten jedoch doch immer etwas gemeinsam machen müssen. Der Fakt, dass diese beiden Personen sich gegenseitig nerven, baut Spannung auf, die das schlussendliche Zusammenkommen noch dramatischer und süßer macht, wenn beide dafür ihren Schatten überspringen.

  • Persönlicher Konflikt aufgrund eines familiären, arbeitstechnischen oder freundschaftlichen Verhältnisses

Der Konflikt ergibt sich daraus, da Personen, die sich warum auch immer überhaupt nicht mögen, zusammenarbeiten müssen, um an das Ziel zu kommen und dies nur machen, weil sie verwandt, Arbeitskollegen oder Freunde sind. Wenn dieses Ziel erreicht wird, ist hierbei, vor allem bei Freundschaften, das Ergebnis eine stärke Bindung als am Anfang.

(vgl. StudioBinder 2024)

Außerpersönlicher Konflikt

Bei einem extrapersonal conflikt oder außerpersönlichen Konflikt ist das zu überwindene Hindernis ein externes, das größer als ein Mensch ist. Das kann in Form von Naturkräften wie Umweltkatastrophen auftreten oder zum Beispiel die Gesellschaft sein. Bei letzterem können echte kulturelle Fehler wie Rassismus, Sexismus, Unterdrückung, … aufgedeckt und klar benannt werden. (vgl. StudioBinder 2024)

Abschließend wird klar, dass es fast keinen Film ohne Konflikte gibt, da dieser dramaturgisch stark davon lebt. In den allermeisten Fällen werden in Filmen die verschiedensten Konflikte dargestellt und auch gemischt, um somit die Spannung noch weiter zu steigern, als wenn nur eine dieser Konfliktarten auftritt. Damit ist auch das Ergebnis der Filme klar. Entweder der Konflikt wird überwunden oder es wird das Scheitern mit all den daraus resultierenden bösen Folgen gezeigt. In beiden Fällen, ob Happy End oder tragisches Ende, ist der Zuschauer und die Zuschauerin mehr oder weniger befriedigt. Problematisch wird es, wenn der Konflikt nicht überwunden oder daran gescheitert wird und am Ende noch präsent ist. Dieses Szenario ist für die Zufriedenheit des Publikums ziemlich schlecht, weil der Mensch, in Bezug auf Filme, die Illusion nicht loswird, dass der Zustand ohne Konflikte der absolute Standard ist. Auch wenn dies selbst im echten Leben nicht möglich ist. (vgl. Filmkreis o.J.)



StudioBinder (07.10.2024): How to Write the Main Conflict of the Story. The Engine of a Narrative. In: YouTube, https://www.youtube.com/watch?v=CsfLB79qhCY (zuletzt aufgerufen am 02.12.2025)

Pepersack, Christine (05.09.2016): Figuren spannend gestalten. Innerer Konflikt und andere Hindernisse. In: filmschreiben, https://filmschreiben.de/figuren-innerer-konflikt/ (zuletzt aufgerufen am 02.12.2025)

Filmkreis (o.J.): Soziale Konflikte im Film. In: Filmkreis, https://filmkreis.de/programm/reihenarchiv/94/Soziale+Konflikte+im+Film (zuletzt aufgerufen am 02.12.2025)

#4 Charaktere die im Gedächtnis bleiben – 4 Types of Charakters

Charaktere haben das Potential, das sich Zuschauer und Zuschauerinnen an ihnen festhalten können und diese somit lange nach der Geschichte im Gedächtnis bleiben. Während das Aussehen sowie das äußere Verhalten schnell Aufschluss über viele Charaktermerkmale geben kann, sind es die versteckten inneren Eigenschaften, die einen Charakter genauer typisieren. Dies geschieht durch klassische Eigenschaften wie zum Beispiel Stärken und Schwächen, generelle Eigenheiten aber auch durch die Vergangenheit, Beziehungen und Geheimnisse der verschiedenen Figuren. Für mehr Dynamik braucht es auch Entwicklungen und Konflikte, die mittels Dialoge und Handlungen überwindet werden können. (vgl. Weithofer 2024)

Generell unterscheidet man zwischen 4 verschiedenen Arten von Charakteren:

  • Flat vs. Round beziehungsweise eindimensionale oder mehrdimensionale Charaktere: 

Eindimensionale Charaktere sind wie der Name schon sagt, ziemlich flach und besitzen meist nur wenige Eigenschaften, die allesamt sehr ähnlich sind. Oft ist es sogar nur ein einziges wirkliches Merkmal. 

Mehrdimensionale oder Runde Charaktere sind komplex. Sie sind voll mit menschlichen Fehlern, Widersprüchen und verschiedenen Eigenschaften, die sich teils auch selbst widersprechen. Diese Figuren sind im klassischen Sinne immer von hoher Bedeutung für die Geschichte eines Filmes. (vgl. Studienkreis 2022)

  • Static vs. Dynamic beziehungsweise statische oder dynamische Charaktere:

Statische Charaktere bleiben von Anfang bis Ende gleich oder ändern sich nur minimal. Diese sind oft die nötige Konstante im Film, an denen man die Veränderung Dynamischer Charaktere noch besser visualisieren kann.

Dynamische Charaktere durchlaufen irgendeine Art von Veränderung während der Geschichte. Meistens steht ein Konflikt im Weg und dadurch müssen sich ihre Taten ändern. Diese Art von Figuren treiben die Geschichte voran. (vgl. Literaturwelt 2021)

Diese je 2 Eigenschaften sind jedoch nicht nur zweiteilig beziehungsweise vierteilig. Bei der Erschaffung eines Charakters eines Filmes besitzt man das ganze Potential eines Spektrums dieser vier Eigenschaften und kann somit eine unverwechselbare Figur kreieren. Dabei ist die Bestimmung wie der Charakter auf die Zuschauer und Zuschauerinnen wirkt ein sehr subjektives Unterfangen. (vgl. Deguzman 2024)

Flat / Eindimensionale und Round / Mehrdimensionale Charaktere

Wie zuvor beschrieben sind flache Charaktere ziemlich wenig vielseitig. Diese Eigenschaft kann aber helfen, um einen Kontrast zu den Protagonisten zu schaffen. In „Herr der Ringe“ zum Beispiel ist Samwise Gamgee, im Vergleich zu Frodo, ein relativ eindimensionaler Charakter. Er hat nicht ganz so viele und vor allem unterschiedliche Eigenschaften wie Frodo, sondern könnte runtergebrochen als loyal und beschützend beschrieben werden. Dies macht ihn zu einem flachen Charakter, während Frodo durch seine unzähligen inneren Konflikte eine mehrdimensionale Figur ist. Dieser Kontrast bietet eine hervorragende Möglichkeit die zwei Charaktere zu unterscheiden. (vgl. Deguzman 2024)

In Komödien sieht man häufig, dass alle Protagonisten eindimensionale Charaktere sind. Somit ist es meisten möglich, die gewünschte Satire universell auf alle anzuwenden. (vgl. ebda.)

Die James Bond Filme zeigen jedoch auch, dass sich ein Charakter über die Jahre von einem flachen zu einem runden Charakter verwandeln kann: Während in den alten Filmen der Geheimagent als unerschütterlich gilt und keine großen inneren Konflikte bewältigen muss, bleibt hier mehr Platz für die ausgearbeiteten Bösewichte sowie aufwendigen Pläne. Erst in den neuen Filmen wird James Bond immer mehr zu einem Runden Charakter, da mehr auf seine Menschlichkeit und Konflikte eingegangen wird. 

Genau dieser Fall bestätigt die Aussage, dass in den meisten Fällen Protagonisten mehrdimensional sein sollen, um eine tiefere Ebene aufzumachen sowie weniger durchschaubar und somit auch spannender für die Zuschauerschaft zu sein. In einer Welt in die Filme immer mehr Charakter fokussiert sind ist dies unumgänglich. Schlussendlich sind es ihre inneren Gefühle, die für den Konflikt der gesamten Geschichte verantwortlich sind. (vgl. ebda.)

Statische und Dynamische Charaktere

Grundsätzlich wird in vielen Screenwriting Guides beschrieben, dass ein wichtiger Protagonist immer dynamisch sein sollte. Das stimmt auch, da diese Figuren die Geschichte vorantreiben jedoch sind auch statische Charaktere extrem wichtig.

Statische Charaktere können eine Konstante bilden, die entlang der Geschichte immer gleiche bleibt. Somit werden die Veränderungen von Dynamischen Charakteren noch sichtbarer: In Good Will Hunting bleibt Chucky Sullivan fast unverändert, hebt somit aber die dynamische Veränderung von Will hervor. Ein anderes Beispiel sind Antagonisten. Diese sind meist statische Figuren, ansonsten würde sich bei einer persönlichen Veränderung der Konflikt auflösen. Nicht zu verwechseln ist hierbei, dass Antagonisten, die schlussendlich bekehrt werden und auf die Seite der Protagonisten wechseln, wie zum Beispiel Darth Vader in Star Wars, dynamische und nicht statische Antagonisten sind.

Sitcoms sind ein weiteres Beispiel indem Statische Charakter wichtig sind. Diese dürfen sich nämlich von Folge zu Folge nicht stark ändern, ansonsten wäre der Vorteil einer Sitcom, bei jeder Folge einsteigen zu können, nicht gegeben. 

(vgl. Deguzman 2024)

Natürlich sind es jedoch klassischer- und teils logischerweise die dynamischen Charaktere, die für einen interessanten Bogen der Geschichte sorgen, indem sie eigene Konflikte und Fehler überwinden. In Little Miss Sunshine zum Beispiel ist dies genau der Fall als Olive endlich lernt, die Fixierung der Gedanken auf das ständige Gewinnen zu überkommen, da das nicht gesund ist. 

Dabei kann diese Veränderung irgendwann im Film passieren: Am Anfang, Ende oder irgendwann dazwischen, je nachdem wie es in die Handlung passt. In manchen, sehr charaktergetriebenen, Geschichten bildet jedoch häufig einfach der dynamische Charakterbogen den Handlungsbogen. 

(vgl. ebda.)

Eine gute Geschichte besteht aus den verschiedensten Mischungen der 4 Typen. Unterschiedliche Kombinationen bilden meist eine interessante Formation und je nach dem, wie stark welcher Faktor ausgebaut ist, können Charakter fast nie exakt ident sein.




Weithofer, Monika (2024): Figuren, die im Gedächtnis bleiben. In: Buchwandlerin, https://www.buchwandlerin.at/figuren-die-im-gedachtnis-bleiben/#:~:text=Figuren%20sind%20der%20Anker,%20an%20dem%20sich,Tiefe,%20machen%20sie%20glaubwürdig%20und%20emotional%20fesselnd(zuletzt aufgerufen am 1.12.2025)

Studienkreis (09.08.2022): Figurenanalyse. Die Figur im Film. In: Studienkreis, https://www.studienkreis.de/deutsch/figurenanalyse-figur-im-film/#die-figuren (zuletzt aufgerufen am 1.12.2025)

Literaturwelt (01.12.2021): Charakterisierung. In: Literaturwelt, https://www.literaturwelt.com/charakterisierung/ (zuletzt aufgerufen am 1.12.2025)

Deguzman, Kyle (11.02.2024): Static vs Dynamic Characters and why writers use them. In: StudioBinder, https://www.studiobinder.com/blog/static-vs-dynamic-character-definition/?utm_source=youtube&utm_medium=video&utm_campaign=content-marketing-promotion&utm_term=character-types&utm_content=the-four-types-of-characters (zuletzt aufgerufen am 1.12.2025)

#3 Das Geheimnis großartiger Charaktere

Wie schon in den ersten zwei Blogeinträgen erwähnt, ist der Mensch, der Charakter, mit Abstand der wichtigste Faktor für die Gefühlsübermittlung an den Zuschauer und die Zuschauerin. 

Anfangs kann ohne Bedenken behauptet werden, dass ein narrativer Film höchst auf die Charaktere beziehungsweise Schauspieler und deren Leistung und Taten beruht. Nur ein gut geschriebener Charakter und die dazu passenden Taten können einen Film abrunden. Die Charakterisierung sowie die Motivation der Charakter und die Figurenentwicklung sind somit unumgänglich für ein gutes und vor allem funktionierendes Storytelling. (vgl. Heckmann 2023)

Schlussendlich existiert keine Geschichte ohne Charaktere, in From von Menschen, Tiere, Objekte sowie alles weiter, und dessen Taten. Dieses Storytelling beruht auf den Informationen, die die Zuschauer und Zuschauerinnen bekommen. Das sind charakterliche Eigenschaften, der Job, das Alter aber auch Stärken und Schwächen sowie Beziehungen und Wünsche. Genau kann die Charakterisierung jedoch in 2 Teile geteilt werden: die direkte und die indirekte Charakterisierung. (vgl. Blome u.a. 2024)

Direkte Charakterisierung:

Die direkte Charakterisierung zeichnet sich dadurch aus, dass die Zuschauerschaft diese direkt erkennt. Das kann in der einfachsten Form eine Beschreibende Voice Over Stimme sein, die etwas genauer beschreibt. Jedoch ist hierbei die Gefahr groß, dass sich die Menschen schnell zu langweilen beginnen. Ebenfalls sehr einfach zu erkennen, jedoch ein wenig spannender, als wenn man alles nur erzählt, bekommt sind die einfachen Details des Erscheinungsbildes. Ganz oberflächlich wird dem Zuschauer durch Faktoren wie das Kostüm, das Umfeld um die Person, Setting und Ausstattung eine Geschichte zu dieser Person erzählt. Man erfährt sofort, ob es sich um eine reiche oder arme, unheimliche oder fröhliche Person oder überhaupt um einen Antihelden handelt. (vgl. Heckmann 2023)

Indirekte Charakterisierung:

Die indirekte Charakterisierung erzählt Eigenschaften, die ein bisschen versteckt sind. Zum Beispiel wird sie durch das Verhalten der Person ausgezeichnet. Was und wie macht der Charakter irgendetwas? Wie sind die Gestik und Körperhaltung? Für das Publik sehr interessant wird es, wenn bei einem Charakter die Direkte und indirekte Charakterisierung unterschiedliche Sachen aussagen. Screenwriter Robert McKee erklärt: „The revelation of true character in contrast or contradiction to characterization is fundamental to all fine storytelling“ (McKee 2020). Demnach ist ein kleiner Konflikt oder Widerspruch der direkten und indirekten Charakterisierung eine perfekte Grundlage für ein gutes Storytelling. Han Solo in Star Wars 4 ist hierfür beispielhaft: Er behauptet immer er würde alles nur für sich machen und lieber sich als alle anderen retten – seine Taten jedoch zeigen das komplette Gegenteil auf, da er schlussendlich immer zur Stelle ist, um zu helfen. (vgl. Heckmann 2023)

Nach einer Charakterisierung bleibt dieser nicht stehen. Für ein gute Geschichte sollte sich der Charakter weiterentwickeln. Die Figur muss eine Reise durchleben, die schlussendlich eine Veränderung in zum Beispiel physischer oder emotionaler Form hervorruft. Dies hat die Möglichkeit aus einem normalen Film einen Unvergesslichen zu machen. Dabei teilt sich die Reise der Figur in drei Teile auf, die von subtilen bis drastischen Entwicklungen reichen kann:

  • Der Aufbau beschreibt den Charakter am Anfang. Es ist schlussendlich die -Charakterisierung. 
  • Die Veränderung befindet sich im Höhepunkt des Filmes. Der Charakter hat die Probleme oder Herausforderungen überwunden und ist daran gewachsen. 
  • Die Auflösung beschreibt am Ende was sich verändert hat. (vgl. Lucia 2023)

Dabei kann eine Entwicklung positiv sein und somit eine Verbesserung der aktuellen Situation hervorrufen wie zum Beispiel bei Forrest Gump. Anfangs ist er ein einfacher Mann mit niedrigem IQ, der aber durch seine Erlebnisse im Vietnamkrieg und dem Verlust eines Freundes zu einem sehr klugen, sympathischen und erfolgreichen Mann wird. Dies Beschreibt die klassische Heldenreise, während die Reise eines Bösewichts oder Antihelden durch eine negative Entwicklung beschrieben wird. Als dritte und letzte Möglichkeit gibt es die flache Entwicklung, die für Nebenfiguren von Wichtigkeit ist, da sie kaum Entwicklung durchleben. (vgl. ebda.)

Abschließend bleibt noch neben der Charakterisierung und der Charakterentwicklung die Charaktermotivation. „A character comes to life the moment we glimpse a clear understanding of his desire“ (Fischer 2018). Denn wie Robert McKee erklärt, brauchen alle Taten und Dinge, die eine Figur im Film macht, eine Motivation, denn nur so gibt es die Chance auf einen Charakter, in den sich das Publikum hineinversetzen kann. Hinzu kommt eine Form von Hindernis oder Probleme, die dabei erscheinen müssen, da ansonsten das Ziel viel zu schnell und ohne Lernkurve für die Charakterentwicklung erreicht werden würde. (vgl. Deguzman 2020)

Diese Motivation kann durch verschiedene Möglichkeiten für das Publikum sichtbar gemacht werden:

  • Dialoge können die Motivation hinter Taten perfekt beschreiben. Hinzu kommt, dass man diese auch zwischen den Zeilen der Gespräche verstecken kann um der Zuschauerschaft dennoch ein wenig Platz zur eigenen Interpretation lässt 
  • Ähnlich wie bei Dialogen spricht manchmal die Figur seine Motivation laut aus oder murmelt sie vor sich hin. Dies ist die einfachste jedoch auch für den Zuschauer die langweiligste Form. 
  • Das Verhalten des Charakters selbst kann auch schon ausreichen, um seine Motivation darzustellen. 
  • Die Vergangenheit kann wie in Batman auch Auslöser für eine Motivation sein. Bruce Wayne hat als Kind ein Verbrechen hautnah miterlebt und bekämpft deswegen dies jetzt. 
  • Das Umfeld der Figur sagt ebenfalls extrem viel über Motivation aus. (vgl. ebda.)

Die Motivation wird aufgeteilt in äußere Ziele und innere Ziele beziehungsweise Bedürfnisse. Während die äußeren Ziele die Handlung klar vorantreiben, können innere Ziele sich eher auf persönliches Wachstum und Heilung konzentrieren. Das Äußere Ziel kann jedoch auch der Wunsch nach etwas sein, das versteckt im Inneren fehlt. Zum Beispiel kann der äußere Wunsch nach Reichtum mit einem zu geringen Selbstwertgefühl im inneren zusammenhängen. (vgl. Weingartner 2025)


Heckmann, Chris (21.05.2023): What is Characterization. A Guide to Character Building. In: StudioBinder, https://www.studiobinder.com/blog/what-is-characterization-definition/?utm_source=youtube&utm_medium=video&utm_campaign=content-marketing-promotion&utm_term=what-is&utm_content=what-is-characterization (zuletzt aufgerufen am 30.10.2025)

Blome, Gabriele u.a. (2024): Filmanalyse. Einleitung zum Filmbildungskurs Sekundarstufe 2. In: Lernbausteine.Visionskino, https://lernbausteine.visionkino.de/filmbildungskurse/s2_start/index.html (zuletzt aufgerufen am 30.10.2025)

McKee, Robert (24.11.2020): Structure and Character. Excerpted with permission form the book „story“. In: Writers Store, https://writersstore.com/blogs/news/structure-and-character-excerpted-with-permission-from-the-book-story-part-one (zuletzt aufgerufen am 30.10.2025)

Lucia, Victoria (20.06.2023): Drehbuch-Blog. Beispiele für Charakterentwicklung. In: SoCreate, https://www.socreate.it/de/blogbeiträge/drehbuchschreiben/beispiele-fur-charakterentwicklung (zuletzt aufgerufen am 30.10.2025)

Deguzman, Kyle (17.08.2020): What is character motivation in storytelling. In: StudioBinder, https://www.studiobinder.com/blog/what-is-character-motivation-definition/ (zuletzt aufgerufen am 30.10.2025)

Weingartner, Gabriela (08.08.2025): Die Kunst der Figurenentwicklung für Film und Serien. Zwischen Klischee und Komplexität. In: Filmpuls, https://filmpuls.info/filmcharakter-figurentwicklung-spielfilm-serien/(zuletzt aufgerufen am 30.10.2025)

The remembrance of the dead pt.1

During the peer review, the idea raised to compare the remembrance of the dead of “my” culture to others. With that I want to preface, that I am not religious, I just grew up conservative Christian. In the future I will refer to the personification of death “Grim Reaper” so when talking about death, it refers to people that passed.

Samhain

The Celts believed in an afterlife, with souls journeying to an Otherworld sometimes called “Tir na tSamhraidh” or “Land of the Sumer”. They believed that once a year, on Samhain, the boundary between this world and the Otherworld opened. Samhain marked the end of summer and the beginning of winter, and began when the sun set on October 31st. The festival included a feast celebrating the harvest and the temporary abundance of food.

Samhain was a major Celtic festival marking the new year and served important administrative purposes, like a mix of Tax Day and Halloween. People gathered at Tara for feasting, games, debt repayment, and trials, and all home fires were replaced with embers from a sacred Druid bonfire. Samhain also appears throughout Celtic mythology as a night when the barrier between worlds weakens. In one tale, the Fomorians demand a cruel Samhain tax until divine heroes drive them away. Another story tells of Angus Og, who finds his dream-lover transformed into a swan each Samhain, and joins her by turning into a swan himself. The hero Finn mac Cumhaill defeats a magical attacker who burns Tara every Samhain, and in the eerie tale of Nera, a man follows a corpse into the Otherworld and returns just in time to stop a future fairy attack.

Allerheiligen / All Saints’ Day

First, a personal story (which I had to dig for A LOT to find stuff on the internet): I didn’t grow up with Halloween, but with “Heilignstrizlfedern”. Kids from my (really small) village meet on the 1st of November at 5 a.m. in the village centre and walk together from house to house singing “Gelobt sei Jesus Christus, wir bitten um ein’ Heiligenstriezel”. They get sweets from each house and leave by saying “Vergelt’s Gott, Allerheilgen”. At the end, each kid gets an Allerheiligenstriezel. This is a tradition I haven’t seen anywhere else, however in the research I found that something similar, but with different names like “Striezelbettler” or “Krapfenschnaggeln” is done throughout Austria.

https://www.tirol.tl/de/highlights/brauchtum-kultur/krapfenschnappen

https://bauernladen.at/artikel/regionalitaet/fur-striezelbettler-und-verliebte

The Heiligenstriezel, which is a braided yeast bread, apparently originated from an old tradition, where the widow’s hair was braided, cut off and burned with the deceased husband. The hair then got replaced by the braided bread.

https://www.hager.co.at/warum-es-zu-allerheiligen-einen-eigenen-striezel-gibt/

After that, at around 3 p.m., there is the “Totenmesse” or “Requiem Mass” which is a Mass of the Catholic Church offered for the repose of the souls of the deceased. The theme of sorrow and grief was made to emphasise the whole community’s worship of God, in which the deceased is entrusted to God’s mercy. After the mass, there is a procession to the cemetery, where the graves got decorated with floral arrangements, wreaths, candles and existing plants were covered with fir branches, that symbolize the hope of eternal life. The cemetery turns into a sea ​​of ​​lights due to the candles or “eternal lights” which is a symbol for the presence of God.

https://www.steirische-spezialitaeten.at/brauchtum/allerheiligen-allerseelen.html

Halloween

Celebrated on October 31st, Halloween has become a heavily commercialized holiday in the United States, though it is rooted in earlier traditions such as Samhain and later Christian practices like All Hallows’ Eve. Modern Halloween revolves around costumes, trick-or-treating, house decorations, and themed parties. One of its most iconic symbols is the jack-o’-lantern. The tradition is based on the legend of Jack, a clever blacksmith who outwits the Devil. After Jack dies, he is denied entry to both Heaven and Hell and is forced to wander the earth with only an ember placed in a carved-out turnip to light his way. When Irish immigrants brought the story to America, pumpkins replaced turnips due to their abundance and larger size, creating the familiar glowing jack-o’-lanterns seen today.

Source

Morton, L. (2012). Trick or treat: A history of Halloween. Reaktion Books.​

Die unsichtbaren Transitions am Beispiel One-Shot-Filme

Mittlerweile gibt es schon einige One-Shot-Filme bzw. -Serien, wie die letzten Blogposts gezeigt haben. Allerdings sind einige von ihnen nicht in einem Take gedreht, sondern die Schnitte sind durch sogenannte invisible cuts, also unsichtbare Schritte, getarnt. So vermitteln Filme, oder auch nur einzelne Szenen, den Eindruck einer einzigen, durchgehenden Einstellung, obwohl das Material aus mehreren Takes zusammengesetzt wurde. Diese invisible cuts dienen dabei nicht nur als technische Lösung, sondern sind auch ein stilistisches Mittel. Diese Form der Darstellung vermittelt ein anderes Gefühl von Zeit und Raum, während es gleichzeitig eine durchgehende Erzählform aufzeigt. 

Begriffsdefinition und Theorie

Der Begriff „invisible cut“ statt aus dem „continuity editing“, also dem Kontinuitätsschnitt. Unsichtbare Schnitte beschreiben die Technik, bei der Übergänge zwischen zwei Einstellungen für die Zuschauer:innen nicht mehr erkennbar sind. Das Ziel ist es, eine kontinuierliche, „echte“ Wahrnehmung von Handlung und Raum zu erzeugen. Dabei werden diese Schnitte absichtlich unsichtbar platziert, damit offensichtliche Schnitte nicht die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen. Unter invisible cuts versteht man sowohl die einfachen Matching-Techniken, die einen Schnitt unsichtbar machen, als auch das Planen und komplexe Choreographieren der Übergänge während des Filmens. 

Invisible Cuts in One-Shot-Filmen 

Besonders One-Shot-Filme bzw. -Serien (oder einzelne Szenen) profitieren von dieser Art der Transition, da sie den Eindruck erzeugen wollen, dass die Kamera eine durchgehende Handlung ohne Unterbrechungen zeigt. Durch invisible cuts wird die Montage verschleiert und die narrative Kohärenz und Kontinuität wird beibehalten; die Aufmerksamkeit des Publikums bleibt bei der Handlung.

Die Illusion eines One-Shot-Films wirkt auf Zuschauer:innen immer immersiv und realitätsnah. Kontinuierliche Takes vermitteln Authentizität, Dynamik und auch emotionale Nähe zu den handelnden Figuren. Das wird entweder durch ein kontinuierliches Filmen hergestellt oder eben durch invisible cuts, die technische Unterbrechungen kaschieren. 

Gleichzeitig haben invisible cuts bzw. unsichtbare Transitions auch Vorteile im Bezug aufs Geld, vor allem bei Low-Budget-Produktionen. Durch präzise Planung und gezielte Kameraarbeiten lässt sich ein One-Shot-Film auch ohne teures Equipment o.ä. erzeugen, ohne dass die Professionalität verloren geht. Das eröffnet auch Newcomer:innen, Content-Creators oder Independent-Filmemacher:innen neue Möglichkeiten, etwas Neues auszuprobieren. 

Die Techniken hinter invisible cuts 

Es gibt natürlich verschiedene Techniken, die invisible cuts bzw. Transitions zwischen Takes ermöglichen. 

  1. Match-Cuts 

Ein Match-Cut nutzt visuelle Übereinstimmungen zwischen zwei Einstellungen, wie beispielsweise Farben, Formen, Bewegungen oder Kompositionen. Diese werden über den Schnitt hinaus synchronisiert. So wirkt der Übergang für Zuschauer:innen fließend. Match-Cuts gehören zu den klassischen Werkzeugen des Continuity-Editing und wird auch häufig bei One-Shot-Filmen eingesetzt. 

  • Maskierungen durch Objekte 

Eine weitere Möglichkeit der invisible Transitions ist das Maskieren des Bildes durch bewegliche Objekte. Dabei verdeckt irgendwas – eine Figur, ein Gegenstand, ein Element der Umgebung oder ein Gebäude – kurzzeitig die Kamera, wodurch ein Schnitt gemacht werden kann, ohne dass er auffällt. Solche Übergänge lassen sich auch in der Postproduktion umsetzen. Sie dienen dazu, räumliche oder zeitliche Sprünge zu kaschieren. 

  • Motion Blur 

Eine weitere Art der invisible Transitions ist das Kombinieren von schnellen Kamerabewegungen, wie Whip Pans oder Schwenks, mit Bewegungsunschärfe bzw. Motion Blur. Durch die schnellen Bewegungen verschwimmen Details, wodurch ein Schnitt weniger auffällt. Dabei ist allerdings auch Präzision gefordert: Kamerabewegung, Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung müssen genau aufeinander abgestimmt sein, damit eine nahtlose Illusion erzeugt werden kann.

  • Planung 

Was natürlich einer der wichtigsten Faktoren für unsichtbare Übergänge bzw. Schnitte ist, ist die Planung. Bereits in der Pre-Production müssen diese invisible cuts geplant werden, damit Farben, Licht, Bewegungen und Bildkompositionen zwischen den einzelnen Takes übereinstimmen und konsistent sind. Außerdem muss es zum Storytelling bzw. der Narration passen.  

  • Einsatz von Editing-Softwares

In den heutigen Editing-Softwares, wie beispielsweise Adobe After Effects oder DaVinci Resolve, gibt es zahlreiche Werkzeuge, die es ermöglichen, invisible cuts bzw. Transitions zu realisieren. Masking, Motion Blur oder Matching-Werkzeuge erleichtern die nahtlose Umsetzung und senken die Risiken für technischen Schwierigkeiten erheblich. 

Narration und Storytelling von invisible cuts 

Wie bereits erwähnt erfüllen invisible Transitions neben den technischen Funktionen auch zentrale narrative Aufgaben. Sie vermitteln den Eindruck, dass alle Ereignisse in einem kontinuierlichen Raum und in Echtzeit stattfinden. Gleichzeitig bleibt die emotionale Bindung der Zuschauer:innen durch das Vermeiden abrupter Schnitte erhalten, während gleichzeitig Platz für kreative Inszenierungen bleibt. Einige Forschungen zeigen, dass sorgfältig geplante aber unsichtbare Transitions selbst bei geringem Filmbudget eine überzeugende Wirkung haben und die visuelle Qualität steigern können. 

Herausforderungen 

Trotz der viele Vorteile, die in diesem Artikel aufgezeigt wurden, gibt es auch einige Herausforderungen und Grenzen, die die unsichtbaren Transitions mit sich bringen. Dazu gehören ein hoher Planungsaufwand und viel Vorbereitungszeit, um alles perfekt umzusetzen und die Wirkung nicht zu verlieren. Gleichzeitig sind schnelle Bewegungen erforderlich, die wiederum Stabilisierung benötigen. Auch die Narration muss weiterhin verständlich bleiben – es ist eine Balance zwischen Unsichtbarkeit und Verständlichkeit, um die Zuschauer:innen nicht zu verwirren. Auch trotz der entwickelten Softwares bedarf es trotzdem an viel Know-How, Übung und Erfolg. 

Quellen

Pfenninger, J. (2014). Invisible Cuts in One-Shot Films. Liberty University. Retrieved from https://digitalcommons.liberty.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1341&context=masters

Kween Media. (n.d.). Invisible Cuts: Video Editing Techniques for Seamless Transitions. Retrieved from https://kweenmedia.in/invisible-cuts-video-editing/

Content Fries. (n.d.). How to Create Seamless Transitions: Mastering the Art of Dynamic Video Editing. Retrieved from https://www.contentfries.com/blog/how-to-create-seamless-transitions-mastering-the-art-of-dynamic-video-editing

Dieser Text basiert auf Literaturvorschlägen von Perplexity pro und wurde von ChatGPT korrigiert. Alle Inhalte wurden von mir selbst auf Richtigkeit und Relevanz überprüft und der Text selbst wurde von mir erstellt.

Filme und ihr Einfluss auf die Umwelt

Topic: Green Filming

Alle kennen sie, viele lieben sie, aber nur wenigen ist ihr Einfluss auf die Umwelt bewusst: Film-, Fernseh- und Videoproduktionen. Hinter dem schönen Schein des emotional aufgeladenen Storytellings und der akribisch durchdachten Inszenierungen verbergen sich oft Produktionsprozesse, deren ökologischer Fußabdruck sogar Bigfoot Konkurrenz machen könnte.

Der Umwelteinfluss von Filmproduktionen

Die Sustainable Production Alliance (SPA) veröffentlichte 2021 einen Bericht, der sich mit dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 161 Spielfilmen und 266 Fernsehserien auseinandersetz. Dieser Bericht umfasst den gesamten Bereich zwischen großen Tentpole1 Filmen bis hin zu kleinen Filmproduktionen, welche allesamt den Production Evironmental Accounting Report (PEAR) verwendeten. (vgl. SPA 2021, S.1)

Aus diesem Bericht geht hervor, dass der durchschnittliche CO2-Fußabdruck von Tentpole Produktionen bei 3.370 Tonnen lag. Pro Drehtag sind das in etwa 33 Tonnen. Bei großen Filmproduktionen lag der Wert bei 1.081 Tonnen, bei mittelgroßen Filmen waren es 769 Tonnen und bei kleinen Filmproduktionen ergaben sich 391 Tonnen. (vgl. SPA 2021, S.2)

Chart showing the average emissions per feature film.

Abb. 1: Durchschnittliche Emissionen pro Film. (Quelle: SPA 2021, S.2)

Um diese Zahlen besser einordnen zu können ist hier ein Vergleich: Die durchschnittlichen CO2-Äquivalenten Emissionen in Österreich lagen 2023 pro Kopf bei 7,5 Tonnen. (vgl. Statistik Austria 2025, S. 32) Das bedeutet, dass eine Tentpole Produktion pro Tag in etwa so viel CO2 ausstößt, wie 4,4 Personen in Österreich in einem Jahr. Rechnet man das auf den gesamten Produktionszeitraumes einer Tendpole Produktion auf, so stößt diese ungefähr so viel CO2 aus, wie 449 Österreicher:innen in einem ganzen Jahr. Auch kleine Filmproduktionen verbrauchen in diesem Vergleich bereits eine nennenswerte Anzahl an Emissionen und zwar 391 Tonnen. Das ist in etwa so viel wie 52 Personen in einem Jahr ausstoßen.

Wie diese Beispiele zeigen, haben Filmproduktionen einen signifikanten Einfluss auf die Ausschüttung von CO2 und anderen Treibhausgasen, welche wiederum bekannterweise den Klimawandel beeinflussen. Aus diesem Grund ist es essenziell, dass bei Filmproduktionen vermehrt ein Augenmerk auf nachhaltigere Produktionsabläufe gelegt wird. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte sich die Begriffe Green Production und Green Filming.

Was ist „Green Filming“ / „Green Production“?

Das Green Filming hat das Ziel, die Filmproduktion so nachhaltig wie möglich umzusetzen. Dabei sollen vor allem die Kohlenstoff-Emissionen bzw. CO2-Äquivalente maßgeblich verringert werden und ein „[…] schonende[r] Umgang mit Ressourcen, Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft, Umwelt und Naturschutz“ (LAFC o.D.) implementiert werden.

Hierbei werden sowohl ökologische als auch wirtschaftliche und soziale Belange berücksichtigt und es wird ein Augenmerk auf das Treffen von verantwortungsvollen Entscheidungen während aller Phasen der Filmproduktion gelegt.
Das bedeutet, dass sowohl während der Preproduction, der Produktion und der Postproduction die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung eingebunden werden. Beim Green Filming arbeiten im besten Fall alle Abteilungen der Filmproduktion Hand in Hand zusammen, um das Ziel der nachhaltigen Produktion zu erreichen. Das bedeutet, dass von Regie, und Kamera über das Szenen- und Kostümbild bis hin zur gesamten Crew alle Personen eingebunden werden. (vgl. LAFC o.D.)

Aber Green Filming befasst sich nicht nur mit der ökologischen, sondern auch mit der sozialen Komponente der Nachhaltigkeit. Aus diesem Grund wird auch darauf geachtet, dass alle Abläufe der Filmproduktion mit möglichst geringen Auswirkungen auf die betroffenen Personen durchgeführt werden. Hierbei wird nicht nur auf die während des Drehs involvierten Mitwirkenden geachtet, sondern auch auf die Menschen Rücksicht genommen, die in der Nähe der Drehorte leben und direkt oder indirekt von den Dreharbeiten betroffen sind. (vgl. LAFC o.D.)

Conclusio

Es ist erkenntlich, dass die Filmproduktion ein großes Verbesserungspotenzial im Bereich der Nachhaltigkeit hat. Bereits kleine Produktionen stoßen in etwa so viel CO2 aus, wie 52 Österreicher:innen in einem ganzen Jahr. Das Green Filming hat sich zum Ziel gemacht, diese Emissionen maßgeblich zu verringern und die Filmproduktion in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft so viele Filmschafende wie möglich auf die Maßnahmen des Green Filmings umsteigen und somit zur Schadstoffreduzierung und Umweltverschmutzung beitragen. Auf diese Weise können in Zukunft beeindruckende und mitreißende Filme erschaffen werden, ohne dabei die Umwelt in Mitleidenschaft zu ziehen.

1 Der Begriff Tentpole Production beschreibt einen Film, der einen großen Profit erzielen soll. Außerdem ist das Ziel, durch diesen Film weitere Investition für zukünftige Produktionen zu erlangen. (vgl. Cambridge Dictionary o.D.)

Literaturverzeichnis

Cambridge Dictionary o.D.Cambridge Dictionary (o.D.): tentpole. In: Cambridge Dictionary, https://dictionary.cambridge.org/fr/dictionnaire/anglais/tentpole (zuletzt aufgerufen am 24.11.2025)
LAFC o.D.LAFC (o.D.): Wissensschatz Nachhaltigkeit. Was bedeutet Green Filming? In: LAFC Evergreen Prisma, https://www.lafc.at/greenguide/pool.php?ggid=4&aid=1172&cp=0 (zuletzt aufgerufen am 24.11.2025)
Statistik Austria 2025Statistik Austria: Umweltgesamtrechnungen. Modul – Luftemissionsrechnung 1995 bis 2023. Wien: Statistik Austria 2025
SPA 2021Sustainable Production Alliance (01.03.2021): Carbon Emissions of Film and Television Production. In: Sustainable Entertainment Alliance, https://greenproductionguide.com/wp-content/uploads/2021/04/SPA-Carbon-Emissions-Report.pdf (zuletzt aufgerufen am 26.11.2025)

Moving images and their ability to create change

In the landscape of media production, the main focus is often put on the creation of breathtaking visuals, engaging stories and on reaching as many people as possible. In the advertising area all of this is used to help companies promote themselves and their products. In the film industry it is utilized to create the experience for the audience. On social media it is used to influence people to keep watching the video, follow the accounts or buy any kind of product. No matter what part of the media production sector you look at, usually the main goal is to generate a good amount of profit.

But what if profit wasn’t the main goal? What if filmmakers and video producers used their skills to help the society and the environment? What if these breathtaking visuals and engaging stories were used to make a difference for everybody rather than just generating profit for big companies?

There is an answer to these questions, and it is called: Impact Production.

What is Impact Production

The term “Impact Production” is used to describe a certain type of filmmaking, where the centre of attention is the achievement of “[…] social and cultural change that has been driven by a documentary film and its associated campaign strategy.” (Finneran o.D., S.4)

The core thought behind impact production is to create strategies and take advantage of storytelling in movies (especially documentaries) to drive positive change regarding crucial areas like human rights, social justice and the climate crisis. (cf. Loader/Maasdorp 2024, S.41)

With the help of movies, such important topics can be made more accessible for people, information can be provided and most importantly: empathy can be evoked. Liani Maasdorp and Reina-Marie Loader state: “Impact is achieved not just by a film’s own power to make people aware of and care about an issue. It requires thinking strategically about how to channel that emotion into meaningful and measurable change.” (Maasdorp/Loader 2025)

Impact productions want to enlighten certain groups of people about a topic, show them what the problem is and maybe even give them approaches on how to solve these problems. The main goal is to give them a reason to think about the topic and empower them to do something about it. Sometimes the goal is also just to view the issue from another angle and show the audience a new perspective on a topic they might already be familiar with (e.g. climate change).

To achieve this two of the most important questions the filmmakers have to ask themselves is “Who is my target audience?” and “What do they have to do, to create the change?”. The target audience is so important, because depending on who the movie reaches, different effects can be achieved. For example, documentaries targeted to politicians have a different impact than movies targeted to educators. Both are very important groups who can achieve change in different kind of ways. The politicians can influence policies, while the educators can bring the topic to the classroom and shape future generations in this way. And with these different groups of people in mind, the movie or documentary must be created accordingly to the needs and desires of the audience. (cf. docsociety 2019, 1.2 The Power of Film)

Change

What impact producers have to think about is what kind of change they want to reach and how this can be achieved. There are two systems that describe how change can be evoked: Top down and Bottom Up.

Top down change targets the politicians and people who are in charge of lawmaking as well as CEOs, boards and stakeholders of corporations. The underlying concept here is, that the overall system has to be changed, to create a difference for the individual people. (cf. docsociety 2019, 1.4 How Change Happens)

Bottom up change on the other hand works the other way around. It targets the individual people and groups that are affected by the topic to create a movement of many people which eventually lead to achieving the overall desired goal. (cf. docsociety 2019, 1.4 How Change Happens)

Reaching the Audience

No matter which of the two possibilities is chosen, the important thing is, that the documentary or movie matches the needs and desires of the chosen group. Even though the documentary film is the go-to genre when it comes to impact production, sometimes it is not the most effective option to drive change. Thinking about the decreasing attention span, sometimes shorter films and videos might have a bigger impact on some groups of people. This is one of the reasons why some impact producers started to focus on the production of documentary shorts rather than full-length documentaries. (cf. docsociety 2019, 5.1 Why Shorts)

Thinking about this, another field comes to mind where impact production could be implemented to reach a large amount of people: Social Media. By using free Platforms like TikTok, Instagram and YouTube the general public could be reached in a rather easy way. However, since the framework conditions regarding social media contents are different to the conditions in the field of documentaries, the impact producers would have to adjust their workflow accordingly. But even with the need of adjustment, the overall idea of creating impact through film and videos could as well be implemented in the social media sector.

Implementing Impact Production

Whichever medium of contribution is chosen, the important thing is, that, when possible, filmmakers should start to incorporate important social and environmental topics into their work. They should use their skills to create artwork, that does not only look good but also gives the people something to think about.

With the power of filmmaking, the audience can get a new view on important topics and can be moved to take action. That’s why incorporating the idea of impact productions in the filmmaking process is a very crucial step towards creating a better world.

Bibliography

docsociety 2019docsociety (2019): The Impact Field Guide & Toolkit. From Art to Impact. In: Impact Field Guide, https://impactguide.org (zuletzt aufgerufen am 06.10.2025)
Finneran (o.D.)Finneran, Patricia (o.D.): Documentary Impact: Social Change Through Storytelling. In: hotDOCS, http://assets.hotdocs.ca/doc/HD14_Documentary_Impact_Report.PDF
(zuletzt aufgerufen am 06.10.2025) 
Loader/Maasdorp 2024Loader, Reina-Marie/Maasdorp, Liani: Impact production in higher education: shaping future change makers through film education. In: Film Education Journal 7,1 (2024), S. 40-57.< https://doi.org/10.14324/
FEJ.07.1.05.>
Maasdorp/Loader 2025Maasdorp, Liani/Loader, Reina-Marie (19.01.2025): Films can change the world – why universities and film schools should teach impact strategies. In: The Conversation, https://theconversation.com/films-can-change-the-world-why-universities-and-film-schools-should-teach-impact-strategies-242043 (zuletzt aufgerufen am 26.10.2025)

Individual Colours in a Cultural Comparison: The colour WHITE

History

White has been used since ancient times as one of the most basic colours, created from chalk, lime and other pale minerals for painting houses, pottery and religious objects. Because it is the colour of daylight, bone and milk, many early cultures linked white to life, clarity and physical purity, while also noticing its association with death through pale skin and the bleaching of remains.

In Europe, the symbolic weight of white grew in Greece and Rome, where white garments signalled civic virtue and philosophical simplicity. Over centuries, this connections between white, moral cleanliness and high status evolved into the white wedding dress tradition, which became firmly established in the 19th century and spread to many Western countries through fashion and media. At the same time, some Catholic communities in southern Europe, such as parts of Italy and Spain, kept the older idea of white as a mourning colour alongside black, using pale fabrics to express humility and remembrance.

In East Asia, especially in China and Japan, white developed with a different historical emphasis. Traditional Chinese cosmology associates white with metal and autumn, a phase of decline and the approach of death, so white clothing gradually became standard at funerals and ancestral rites. Japan adopted similar practices; white shrouds and simple white garments were used to dress the dead or to mark those who symbolically “died” to the ordinary world, such as pilgrims or certain religious practitioners.

Religion

Religion strongly shapes the meaning of white around the world. In Christian tradition, white symbolises purity, holiness and divine light, which explains its use in baptismal gowns, first communion dresses and the white robes of clergy during major feasts. Angeles and resurrected figures are often depicted in white, reinforcing the link between the colour, innocence and spiritual rebirth.

In East Asian religious contexts, white is more ambivalent. In Chinese folk religion and ancestor worship, white paper, flowers and clothing appear at funerals to mark mourning and the separation between the world of the living and the world of spirits. At the same time, white is still connected to purity in a ritual sense, because it is used to create a clear, unadorned space where contact with the dead or the divine can take place without distraction. Japanese Shinto shrines often use white paper streamers and ropes to indicate sacred boundaries and invite the presence of kami, the spiritual beings of nature.

In the Middle East and wider Muslim world, the description of white as a colour of peace, humility and equality is particularly visible in religious dress. During the Hajj pilgrimage to Mecca, men wear simple white garments called ihram, symbolising purity of intention and the equality of all believers before God, regardless of wealth or social status. White mosques and interiors, with minimal decoration, underline the idea that worship should focus on inner sincerity rather than outward luxury.

Everyday Culture

In everyday Wester life, white appears in many contexts that echo religious and historical symbolism. White wedding dresses, white cakes and white flowers signal a fresh start and the hope for an unblemished future. In hospitals, laboratories and kitchens, white uniforms and tiles evoke hygiene and transparency, suggesting that nothing is hidden and everything is kept clean. White interiors in Scandinavian and minimalist design trends also communicate calm, order and simplicity.

In East Asia, everyday uses of white often revolve around mourning or formal seriousness. In China, white clothing and decorations are common at funerals, and white envelopes may be used to offer condolence money, clearly distinguishing them from the red envelopes used for celebrations. In Japan, white flowers and white ribbons serve similar roles at memorials and grave visits, expressing quiet respect for ancestors. Yet white is not limited to grief; white ceramics, paper and textiles are also prized in both China and Japan for their simplicity and elegance, especially in calligraphy, tea ceremony and interior design.

In the Middle Eastern and North African climates, white clothing has a very practical everyday function; it reflects sunlight and helps keep the body cool. Long white robes and head coverings are therefore both religiously meaningful and physically comfortable, blending symbolism with environmental adaption. In many Gulf countries, white cars and buildings are also popular because they heat up less, which subtly reinforces the association between white, comfort and a sense of openness.

Meanwhile, in parts of Europe like Italy, your note about white and mourning still survives in certain regional traditions. Older woman may wear dark clothing with a white scarf or white elements during periods of mourning, and cemeteries often combine white statues and flowers with darker stones to balance hope and grief. These practices show how white can communicate remembrance and dignity instead of celebrations.

Contrast to Europe/USA

When comparing Europe and the USA with many Asian and Middle Eastern cultures, white clearly demonstrates how one colour can carry opposite meanings. In a typical Western mindset, white means “good”, “safe” and “pure”: brides wear white, doctors’ coats are white and white doves symbolises peace. People might associate a white room with cleanliness and calm, even if it feels a bit cold or impersonal.

In China, Japan and other parts of East Asia, the same colour is strongly linked with funerals, ghosts and the world of the dead, so a completely white outfit or bouquet can feel unsettling in a celebratory context. Giving a white flower arrangement for a birthday or wedding might be interpreted as inappropriate, because it visually echoes funeral offerings. This is almost the mirror image of Western practices, where white flowers are common gifts for weddings and births.

The middle East again shows a different angle: white is widely respected as a colour of modesty, unity and religious devotion, especially in the garments worn for prayer and pilgrimage. For some Western viewers, these outfits may simply look “traditional” or “plain” without immediately understanding the deep symbolism of equality and spiritual focus they are meant to express.

Conclusion:

For global branding, design and travel, these contrasts matter a lot. A Western company might choose white packaging to suggest luxury and minimalism, but in an East Asian market the same packaging could unintentionally evoke sterility, emptiness or even mourning. Conversely, using white as a main colour of a celebration or event in Europe usually feels joyful and elegant, while in some Asian settings it might need to be combined with brighter colours like red or gold to avoid associations with death. Understanding these nuances allows designers, marketers and travellers to avoid cultural missteps and to use white in ways that respect local values and emotions.

Quellen:
“The Role of Color in Cultural Identity and Symbolism.” EC Innovations. Accessed November 27, 2025.
https://www.ecinnovations.com/blog/the-role-of-color-in-cultural-identity-and-symbolism/
“Colour Semiotics and What They Mean in Other Cultures.” Buzzword Creative. Accessed November 27, 2025. https://buzzwordcreative.co.uk/colour-semiotics-and-what-they-mean-in-other-cultures/
“Color, Culture, and Communication.” Eriksen Translations Inc. Accessed November 27, 2025. https://eriksen.com/marketing/color_culture/
McCandless, David. “Colours in Cultures.” Information is Beautiful. Accessed November 27, 2025. https://informationisbeautiful.net/visualizations/colours-in-cultures/
“Color Symbolism and Meanings in Different Cultures.” Color-Meanings. Accessed November 27, 2025. https://www.color-meanings.com/color-symbolism-different-cultures/

Individual Colours in a Cultural Comparison: The colour RED

History:

Red has been one of the earliest colours used by humans, created from natural pigments such as ochre and cinnabar that appeared on prehistoric cave paintings, pottery and ritual objects. Because red resembles blood and fire, many ancient societies saw it as a sign of life, energy and protection, which made it a favourite for weapons, royal items and ceremonial spaces.

In East Asia, especially China, red slowly became a colour of imperial authority and social status. During dynasties such as the Han and Ming, red lacquer and red textiles were reserved for palaces, city walls and high-ranking officials, signalling power, wealth and the connection to the life-giving sun and the elements of fire. Over time this associated with success and prosperity moved from the imperial court into everyday life, so that red began to mark not only rulers but also important life events like marriages and the birth of children.

In India, red also carries a long historical connection to marriage and social status. Traditional red bridal saris and red borders on everyday clothing developed as visible symbols of a woman’s married life, wealth and fertility, while changes in the amount of red a woman wears could signal widowhood or different stages of life. Across the Middle East and parts of Latin America, red was adopted in banners, flags and military garments, where it represented bravery, revolution and the willingness to shed blood for a cause.

Religion:

Religion deepens many of these historical meanings. In Buddhism, which is influential in China, Japan, Korea and parts of South and Southeast Asia, red is one of the sacred colours linked to the Buddha’s enlightened qualities, such as achievement, wisdom and protection from evil. This one reason why temple walls, pillars and gates in China and Japan are often painted vibrant vermillion: the colours should welcome positive energy and keep negative spirits away.

In Hinduism, which shapes much of the Indian culture, red is associated with Shakti, the divine feminine energy, and therefore symbolises fertility, strength and positive beginnings. Brides wear red saris, families decorate altars with red powders and flowers, and married woman mark their hairline with red sindoor to show their marital status and invoke blessings for their husbands. During major festivals such as Durga Puja or Holi, red pigments appear everywhere, blending celebration with strong religious emotion.

In Latin America, where Catholicism is central, red often represents both the love of Christ and the suffering of martyrdom. Martyrdom refers to the death a person suffers because they refuse to renounce their faith or other beliefs. Church vestments, processions and religious art use red to express sacrifice, deep devotion and the intensity of faith, which is why the colour can feel both joyful and solemn at the same time. In the Middle East, Islamic and regional traditions sometimes use red in religious flags or shrines to indicate courage, loyalty and the blood of those who defended the community.

Everyday culture:

In your text you already describe red as a symbol of luck and prosperity in many Asian societies, and this becomes especially visible in everyday celebrations. In Chins, red paper lanterns, decorations and envelopes filled with money appear at Lunar New Year, weddings and birthdays, turning streets and homes into glowing red spaces that are meant to attract fortune and chase away misfortune. People avoid red at funerals, however, because the colour is so strongly tied to happiness that using it in mourning would feel disrespectful.

Japan offers similar but distinct everyday uses. Vermilion torii gates at Shinto shrines, red bridges in temple gardens and red amulets show how the colour marks a transition from the everyday world into sacred space and is believed to protect visitors from illness and evil spirits. Red also appears in traditional clothing and accessories, where it signals youth, beauty and emotional warmth, especially in seasonal festivals and coming-of-age ceremonies.

In India, red is omnipresent in weddings, festivals and home decoration. Bridal outfits, flower garlands, bangles and rangoli patterns on the floor all use red to signal joy, fertility and the hopeful beginning of a new life chapter. Across the Middle East, red fabrics, carpets and embroidery add warmth to interiors and clothing, expressing hospitality and strength, but in some settings the same colour may also hint at danger or strong temper. In many Latin American countries, red is visible in national flags, football jerseys and street art, symbolising passion, struggle and national pride in everyday scenes.

Contrast to Europe/USA:

In European and North American culture, red tends to highlight extremes of emotions. On the positive side, it stands for romance, attraction and sensuality, which is why hearts, roses and Valentine’s Day marketing almost always use red as the main accent colour. At the same time, red is the default colour for warnings and prohibitions: stop signs, traffic light, emergency buttons and error messages rely on red because it grabs attention instantly and signals danger. The same shade that celebrates love can therefore also feel aggressive or threatening, depending on context.

Conclusion:

These Western associations create strong contrasts when compared with many Asian meanings. In China, Japan or India, a red wedding dress or red envelope is seen as joyful and respectful, while a Western visitor might still instinctively link bright red to “too loud”, “too aggressive” or “warning”. In design and branding, this can lead to misunderstandings: a red package that feels festive and lucky for Chinese New Year might look like a sale or danger sign in Europe or the USA. For international communication, it helps to remember that red is not simply a universal symbol of passion and danger, but a colour whose story changes with each culture’s history, religion and everyday life.

Quellen:
“The Role of Color in Cultural Identity and Symbolism.” EC Innovations. Accessed November 27, 2025.
https://www.ecinnovations.com/blog/the-role-of-color-in-cultural-identity-and-symbolism/
“Colour Semiotics and What They Mean in Other Cultures.” Buzzword Creative. Accessed November 27, 2025. https://buzzwordcreative.co.uk/colour-semiotics-and-what-they-mean-in-other-cultures/
“Color, Culture, and Communication.” Eriksen Translations Inc. Accessed November 27, 2025. https://eriksen.com/marketing/color_culture/
McCandless, David. “Colours in Cultures.” Information is Beautiful. Accessed November 27, 2025. https://informationisbeautiful.net/visualizations/colours-in-cultures/
“Color Symbolism and Meanings in Different Cultures.” Color-Meanings. Accessed November 27, 2025. https://www.color-meanings.com/color-symbolism-different-cultures/