Erste Skizzen – Teil 1

Topic: Production Design

Nachdem in den letzten beiden Blogbeiträgen sowohl die Informationen aus dem Text analysiert als auch Referenzen bezüglich der Gestaltungsmittel herangezogen wurden, ist es nun an der Zeit, erste Designideen in Form von Skizzen festzuhalten. Hierbei beginne ich mit der Erzeugung eines Grundrisses und handle mich vor bis zu den ersten Ideen für die Einrichtung. 

Der Grundriss

Aus dem Buch geht hervor, dass es sich bei dem Tabakshop um einen recht kleinen Raum handelt, der über einen Tresen und mindestens ein Regal mit der Tabakware verfügt. Außerdem muss der Tresen so platziert werden, dass man die Leiche beim Betreten des Shops nicht sofort sieht. Eine weitere Information, die berücksichtigt werden muss, ist die Tür an der Rückwand des Raumes, die in einen kleinen Hinterraum und zu einem Treppenaufgang führt. 

Außerdem verfügten englische Shops laut meiner Recherche zu dieser Zeit auch meist über eine kleine Auslage im Eingangsbereich, welche ebenfalls im Grundriss mitbedacht werden muss. 

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren ist die erste Skizze für den Grundriss entstanden.

Man sieht, dass die Theke und die eingebauten Regale den Großteil des Raumes einnehmen. Um den Platz optimal zu nützen, wurde in der ersten Idee ein Klappelement am Tresen mitbedacht, das mehr Arbeitsfläche schaffen soll. Allerdings ist dies nach genauerer Überlegung im Zusammenhang mit dem Tatvorgang nicht sonderlich logisch, da dem/der Mörder:in somit eine Barriere für den Mord geschaffen wird. Es ist unwahrscheinlich, dass der/die Mörder:in die Zeit hatte, das Klappelement aufzumachen, um dann das Opfer zu erschlagen. Aus diesem Grund wird diese Idee in den weiteren Entwürfen wieder verworfen. 

Der Tresen wird so platziert, dass er das Blickfeld auf die Leiche versperrt. Um diese zu entdecken, muss man somit zuerst ein paar Schritte in den Raum und um den Tresen herum machen. 

Auch der Eingangsbereich und der Hinterraum wurden im Grundriss miteingeplant, jedoch werden diese in weiterer Folge vermutlich nicht genauer ausgearbeitet werden, da sie in der Szene keine so große Relevanz haben. 

Das äußere Erscheinungsbild des Shops

Dennoch wurde auch eine grobe Skizze für das äußere Erscheinungsbild des Shops gemacht. Die Idee hierbei ist es, einen typisch englischen Shop mit einer dunklen, jedoch bereits etwas abgestoßener Holzfront zu kreieren. Im oberen Teil des Eingangsbereiches ist groß „Tobacco“ in Serifenschrift zu lesen. Die Auslage ist, im Gegensatz zu ähnlichen Shops, eher mager ausgestattet. Es werden eventuell die neuesten Magazine und Zeitschriften ausgestellt, sowie die momentan populärsten Tabaksorten. Die Eingangstür befindet sich in der Mitte der Auslage und ist über ein paar wenige Stufen zu erreichen. 

Ausblick auf den nächsten Blogbeitrag

Da besonders in Bezug auf die Gestaltung der Inneneinrichtung viele Gedankengänge erläutert werden müssen und dies den Umfang dieses Beitrages sprengen würde, wird diese im folgenden Blogbeitrag genauer unter die Lupe genommen. Hierbei werden sowohl unterschiedliche Platzierungsmöglichkeiten, als auch Designentscheidungen genauer betrachtet und erläutert. 

Recherche, Recherche, Recherche

Topic: Production Design

Nachdem die wichtigsten Informationen herausgeschrieben und analysiert wurden, geht es im zweiten Schritt nun darum, die dazugehörigen Fakten zu sammeln. Durch eine ausführliche Recherche werden epochenspezifische Gestaltungselemente und zur Szene passende Objekte gesucht und Informationen zum Jahrzehnt eingeholt. 

Das Erscheinungsbild

In diesem Zusammenhang habe ich damit begonnen, mir ein erstes Bild von üblichen englischen Tobacco Shops rund um die 1930er Jahre zu machen. Eine einfache Google-Recherche brachte rasche Erfolge sowohl in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild als auch auf die übliche Inneneinrichtung der Shops des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. 

Die dunklen Holzauslagen waren scheinbar geprägt von prominenten Schriftzügen und einer (meist) organisierten Ausstellung der verfügbaren Waren in Glasvitrinen. Das Innere der entsprechenden Läden war von außen oft nur spärlich durch die ausgestellten Produkte hindurch ersichtlich. 

Die Innenräume scheinen von dunklem Holz dominiert zu werden: Sowohl bei der Theke als auch bei Regalen und Wandvertäfelungen wurde auf stabiles Holz gesetzt. 

Von der heutigen Selbstbedienung ist noch nichts zu sehen, denn alle Produkte sind feinsäuberlich in den Regalen hinter der Theke verstaut, wo sie der/die Verkäufer:in auf Wunsch schnell erreichen kann. Eine alte Registrierkasse, vereinzelte Aufsteller mit Inseraten und für unsere Verhältnisse minimales Verpackungsdesign sind ebenso gegenwärtig. Man könnte sagen, dass Einfachheit und Praktikabilität zwei Wörter sind, die die Ausstattung bestens beschreiben.

Die Produkte

Die vorhandenen Produkte triefen geradezu von für uns heute „Vintage“ wirkendem Design. So zeigen etwa Magazine Frauen mit typischer Wasserwelle im gezeichneten/illustrierten Stil. Die Schriftarten beschränken sich vorwiegend auf bleisatzfähige Varianten. Bei Verpackungen wird wenig Farbe genutzt. 

Auch die im Buch genannten Süßigkeiten („barley sugar“ und „peppermint humbugs“) tragen zu diesem Vintage-Feeling bei. Sowohl ihre Form als auch ihre Verpackung in Glasbehältern anstelle von Plastiktüten vermitteln das Gefühl einer anderen Zeit.  Dies sind nur wenige Beispiele für das mögliche Erscheinungsbild der vorhandenen Produkte.

Der Railway Guide

Zu guter Letzt habe ich mich noch mit dem ABC Railway Guideauseinandergesetzt, welcher in der Geschichte explizit angesprochen wird und für die Handlung essenziell ist. Dieses Büchlein beinhaltete Fahrpläne, Routen und Haltestellen und listete diese in alphabetischer Reihenfolge auf.  (vgl. Royal Collection Trust o.D.)

Ebenso wie die sonstigen Produkte dieser Zeit ist auch der ABC Railway Guide farblich gesehen eher schlicht gehalten und von dicken, schwarzen Lettern und roten Akzenten geprägt. Auch das Papier wirkt im Vergleich zu den heutigen gebleichten Varianten vergilbt und abgegriffen.  

Conclusio

Was die Charakteristiken der Gestaltungselemente angeht, könnte man noch auf viele weitere Aspekte eingehen. Die in diesem Blogpost ausgewählten Beschreibungen dienen vorwiegend der Erzeugung eines Gefühls für die Elemente, die im frühen zwanzigsten Jahrhundert die Umgebung geprägt haben. Hierbei gibt es einige Punkte, die beachtet werden müssen, um ein authentisches Filmset zu erschaffen. 


Quellen:

Royal Collection Trust (o. D.): ABC Alphabetical Railway Guide. In: The Royal Collection, https://www.rct.uk/collection/1171572/abc-alphabetical-railway-guide (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Bilderquellen:

Tobacco Shop 1: The Black Country Living Museum. In: https://www.facebook.com/photo/?fbid=1314343127398356&set=did-you-know-alfred-preedys-chain-of-tobacconists-shops-stopped-trading-in-the-1 (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Tobacco Shop 2 : Andover Advertiser (14.02.2021): Andover History: The story of the tobacconist Baldock’s. In: Andover Advertiser, https://www.andoveradvertiser.co.uk/news/19080150.andover-history-story-high-street-tobacconist/ (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Tobacco Shop 3: Paul Britton (07.03.2021): New lease of life for historic former tobacco and sweet shop at Manchester Piccadilly. In: Manchester Evening News, https://www.manchestereveningnews.co.uk/news/greater-manchester-news/new-lease-of-life-piccadilly-19973036 (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Tobacco Shop Innen 1: alamy (o.D.): 1930s GENERAL STORE INTERIOR GROCER OWNER BEHIND COUNTER. In: Alamy, https://www.alamy.com/stock-photo-1930s-general-store-interior-grocer-owner-behind-counter-31574023.html?imageid=88D16708-C050-408F-9651-755ED14F4BE7&pn=1&searchId=516d3076cd0d451d044460a30e95b90e&searchtype=0 (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Tobacco Shop Innen 2: The London Column (09.06.2011): Londei’s London Shops. Photo & text: John Lonei (3/3). In: The London Column, https://thelondoncolumn.com/tag/tobacconists/ (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Tobacco Shop Innen 3: gettyimages (o.D.): Tobacco Shop. In: gettyimages, https://www.gettyimages.co.uk/photos/1920s-shop (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026) 

Magazine 1: The Vintage Inn (28.06.2022): June Magazine Covers 1920s-1960s. In: The Vintage Inn, https://www.vintageinn.ca/2022/06/june-magazine-covers-1920s-1960s/ (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Magazine 2: The Vintage Inn (04.07.2024): July Vintage Magazine Covers 1920s-1960s. In: The Vintage Inn, https://www.vintageinn.ca/2024/07/july-vintage-magazine-covers-1920s-1960s/ (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Screenshot 1: Screenshot Google Bilder. In: Google Bilder, peppermint humbugs. 

Screenshot 2: Screenshot Google Bilder. In Google Bilder, barley sugar. 

Railway Guide 1: Biblio (o.D.): The ABC Railway Guide ; July 1956. In: Biblio, https://www.biblio.com/book/abc-railway-guide-july-1956-abc/d/1490060514?srsltid=AfmBOop1uLD12MBttaUss0QvA6q9DeWTpF6q-MzJUB_uc0K8Owg3VlhB (zuletzt aufgerufen am 11.07.2026)

Railway Guide 2: Theprogshop (o.D.): 1060 ABC Railway Guide & Timetable (Shop Ref B1). In: ebay, https://www.ebay.ie/itm/298460089710?_skw=abc+railway+guide&itmmeta=01KX8E3JVPPX6WE3DQ1TJMKQVQ&hash=item457d9b8d6e:g:ySoAAeSwHjxqHbJn&itmprp=enc%3AAQALAAAA0GfYFPkwiKCW4ZNSs2u11xDsml1YDrwtR%2FSjuEyscAHVHd1mjEcZ%2Fvm5NT3iHB6ET1gP0OWNr7FyTEDh5Uxt9bEl%2FJJQeob2AoNNCfb8wrdSjcBkYqtwGVdiYl%2F4WGjqE91DwlZU6JzNRsrvwDcekZcu428Taf1NW1UDQ1ozYmeYMAeJa%2B9mvTAYUOCO20j9aBVlZJrHXrre6liPOLIWOulbvonzsjdSu84be3vkl%2B2RaV%2BRnPypbBCyL9LgwXNZYYWeF78CtFV%2FjleRvHNeR7s%3D%7Ctkp%3ABk9SR4iujo7qZw(zuletzt aufgerufen am 11.07.2026) 

Das Setting

Topic: Production Design

Einer der ersten Schritte auf dem Weg zu einem aussagekräftigen Szenenbild ist die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte und den bereits vorgegebenen Aspekten (Epoche, Jahreszeit, festgeschriebene Charaktereigenschaften, …) sowie das Lesen zwischen den Zeilen, um auch nicht explizit erwähnte Faktoren der Geschichte und der Charaktere zum Leben zu erwecken. In dem vorangegangenen Blogpost wurde die ausgewählte Geschichte bereits kurz vorgestellt und darauf hingewiesen, dass das Buch The ABC Murders einen guten Ausgangspunkt für die Gestaltung des Sets bietet. In diesem Blogbeitrag werden die wichtigsten Punkte, die aus der Szene im Buch hervorgehen, präsentiert und analysiert.

Die Basisinformationen

Bereits auf den ersten Seiten des Buches erfährt man, dass die Geschichte im Juni 1935 in England beginnt. Diese wenigen Informationen haben bereits einen sehr großen Einfluss darauf, in welche Richtung sich das Set Design bewegen wird. Anstelle von Laptops, Handys und Flachbildfernsehern werden somit beispielsweise wohl eher Schreibmaschinen, altmodische Festnetztelefone und Zeitungsaufsteller in der Filmwelt zu finden sein.  Das zeigt, dass jede noch so klein wirkende Information einen großen Einfluss darauf haben kann, wie authentisch die erzeugte Umgebung im Film wirken kann. Im ersten Schritt habe ich somit damit begonnen, die Szene aufmerksam durchzulesen und mir Notizen zu den wichtig erscheinenden Aussagen zu machen. Diese gesammelten Informationen und meine Gedanken dazu sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. 

Informationen aus dem BuchGedanken dazu
Location: 
There were a certain number of small shops interspersed between private houses of the poorer class.Es handelt sich um eine ärmere Gegend. Dies spiegelt sich auch im Shop wider. Vielleicht nur magere Ausstattung und eher billigere Produkte. Vielleicht wirkt die Ausstattung etwas heruntergekommen.
Opposite of the shop is a greengrocer’s shop – of the type that has most of its stock outside rather than inside.Falls die Umgebung durch ein Fenster zu sehen ist, sind kleine Obst- und Gemüseaufsteller auf der anderen Straßenseite, vor einem kleinen Laden zu sehen.
Shop:  
TABACCO & NEWSAGENT BUSINESSZeitungen, Zigaretten und Tabakwaren im Shop
Quite a tiny placeKleiner Raum, Platz muss gut genützt werden. Vielleicht hat das Einfluss auf die Platzierung der Produkte (gestapelt?)
Just Cheap cigarettes and a few newspapersProdukte wirken nicht sonderlich teuer und es sind nur wenige Produkte vorhanden
She just about managed to keep goingErneut ein Hinweis auf eine eher karge und arme Umgebung
At first look the room appears empty. Behind the counter is a dead body, not visible at first.Tresen muss so platziert werden, dass man die Leiche beim Betreten des Shops nicht sofort sieht. 
Packet of cigarettes on a shelf behind the counterAn der Rückwand des Raumes, hinter dem Tresen, befindet sich ein Regal mit den Tabakwaren 
Nothing was missing from the shop. Money still in the till. No signs of robbery.Alles wirkt unauffällig. Keine Einbruchspuren.
Railwayguide (an ABC) opened and turned face downward on the counter. Looked like someone had been looking up the trains from Andover. The Victim didn’t sell these kinds of things.Der ABC-Fahrplan muss gut sichtbar auf dem Tresen platziert liegen, darf aber nicht auffällig wirken. Im Shop werden keine Fahrpläne oder ähnliches verkauft! 
Weapon wasn’t found.!
Victim had been standing with her back to the counter when the blow had been struck. She had slipped down in a heap behind the counter quite out of sight of anyone entering the shop casually. Vielleicht sind ein paar Elemente hinter dem Tresen umgefallen, als das Opfer ermordet wurde. Eventuell nur eine subtile Andeutung des Fallweges durch verschobene Objekte (z.B. umgekippter Zeitungsstapel, …)
Electric light, low-powered bulb (dim light)Dunkler Raum mit schwachen Glühbirnen
A few cheap magazines strewn about and yesterday’s newspapers – all with a day’s dust on themZeitungen vom Vortag liegen herum. Eventuell sind teilweise Elemente verstaubt.
Behind the counter a row of shelves reaching to the ceiling and packed with tobacco and packets of cigarettes !
There were also a couple of jars of peppermint humbugs and barley sugarEin paar vereinzelte Gefäße mit Süßigkeiten sind im Shop vorhanden.
A commonplace little shop, like many othersDer Shop hat keinerlei Besonderheiten
A packet of Player’s down beside herEine Packung Zigaretten liegt neben dem Opfer am Boden.
A door at the back (leading up to her flat)Die Tür am anderen Ende des Raumes könnte ein kleines Glasfenster beinhalten, wodurch man einen Teil des Hinterraumes oder der Treppe sehen kann.  

Jedes Detail zählt

Ein Großteil dieser Informationen mag offensichtlich und nicht nennenswert wirken, doch besonders in einem Kriminalfilm kann eine unlogische Platzierung eines Gegenstandes zur Verwirrung des Publikums führen.  Während man in anderen Genres womöglich mit einem ungenauen Set Design davonkommt, ist besonders im Kriminalfilm Vorsicht geboten. Schließlich sind die Zuseher:innen hier quasi darauf programmiert, Ungereimtheiten genauer zu betrachten und zu hinterfragen. Bei der Ermittlungsarbeit der Ermittler:innen zählt immerhin auch jedes Detail. 

Die Geschichte – Der Ausgangspunkt für (fast) jedes Production Design

Topic: Production Design

Im letzten Blogeintrag habe ich erwähnt, dass ich mich bereits während des Verfassens meiner Bachelorarbeit mit dem Thema Production Design auseinandergesetzt habe. In diesem Zusammenhang hatte ich die großartige Möglichkeit, mit zwei professionellen Production Designerinnen zu sprechen, wodurch ich einen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewinnen konnte. Bei diesen Interviews habe ich gelernt, dass es zwei Arten gibt, wie man an das Szenenbild herantritt: 

Bei der ersten Variante hat man bereits vorab eine Vision, wie der Film aussehen soll und passt darauf dann die Geschichte an. Das beinhaltet beispielsweise die Farbgebung, verwendete Elemente, Orte und vieles mehr.

Die zweite Variante hingegen arbeitet genau umgekehrt: Man nimmt die Geschichte und passt das Szenenbild dementsprechend an. Beide Production Designerinnen waren sich während der Interviews unabhängig voneinander einig, dass für gewöhnlich diese Methode häufiger Verwendung findet. Dies macht objektiv betrachtet auch Sinn, schließlich ist die eigentliche Aufgabe des Production Designs, die Geschichte zu unterstützen und die Zuseher:innen in die Filmwelt zu versetzen.

Die Wahl

Da ich auf die professionelle Meinung meiner beiden Interviewpartnerinnen vertraue, habe ich mich für diese Übung ebenso dazu entschieden, die zweite Variante zu verwenden und mich auf die Suche nach einer passenden Geschichte zu machen. Nach eingehender Recherche rund um Theaterstücke, Kurzgeschichten und Bücher habe ich sie dann gefunden. Hierbei handelt es sich um ein Buch aus dem Jahr 1936, das von niemand Geringerem als der Queen of Crime geschrieben wurde: Agatha Christie’s The ABC Murders.

Mein Umfeld wird es nicht überraschen, dass ich dieses Buch gewählt habe, denn abgesehen davon, dass ich ein großer Agatha-Christie-Fan bin, zählt dieses Werk zu meinen Lieblingslektüren. Die spannende Geschichte ist nicht nur von der ein oder anderen unerwarteten Wendung geprägt, sondern beinhaltet ebenfalls viele unterschiedliche Tatorte, die ausführlich beschrieben werden. Dies bietet ein gutes Fundament, um ein durchdachtes Set Design zu erschaffen.

Die Geschichte

Doch worum geht es in diesem Buch? Die Geschichte handelt von dem berühmten Detektiv Hercule Poirot, der zu Beginn der Handlung eine skurrile Nachricht erhält, die nur mit den Initialen ABC unterzeichnet wurde. Als kurz darauf ein Mord gemeldet wird, der mit der Nachricht übereinstimmt, beginnt Hercules Poirot zu ermitteln. Im Verlauf der Geschichte tauchen immer mehr Briefe des Herrn ABC auf, die kurz darauf in Morden enden. Schnell stellt sich heraus, dass der Serienmörder seine Opfer keineswegs willkürlich auswählt: Alice Ascher in Andover, Betty Barnard in Bexhill und Sir Carmichael Clarke in Churston. Rasch beginnt ein Lauf gegen die Zeit, denn klar ist, dass der ABC-Mörder eine Mission hat, die erst bei dem Buchstaben Z zu enden scheint. Wird es Hercule Poirot schaffen, den ABC-Mörder aufzudecken, bevor er sein nächstes Opfer findet?

Die Szene

Da die Gestaltung des Set Designs für das gesamte Buch etwas den Rahmen dieser Lehrveranstaltung sprengen würde, wurde eine kurze Szene aus der Handlung ausgewählt. Dieser Ausschnitt beschreibt die Begehung des ersten Tatortes in Andover, wobei einige wichtige Hinweise sowohl zum Mörder als auch zum Charakter des Opfers gezeigt werden. Die Szene spielt in einem Tobacco & Newsagent Shop in einer englischen Stadt im Jahr 1935. In den folgenden Blogbeiträgen wird die ausgewählte Szene ausführlicher beschrieben werden. 

Conclusio

Wie im Text beschrieben wurde, ist die Geschichte für die Gestaltung des Production Designs essenziell. Das beschriebene Werk wurde nicht nur aufgrund der spannenden Handlung und der unerwarteten Wendungen ausgewählt, sondern auch wegen der detaillierten Beschreibung des Settings. Letzteres bildet einen passenden Ausgangspunkt für die Erstellung des Set Designs und wird in den nächsten Blogbeiträgen genauer analysiert. 

Creating my own Production Design – Das Konzept 

Topic: Production Design

In diesem Semester dreht sich alles darum, neue Fähigkeiten zu erlernen, oder bestehende Skills weiter auszuweiten. Jede:r, der/die schon einmal mit mir über die Produktion von Filmen geredet hat, weiß, dass ich fasziniert von Production Design bin. Demnach wird es wenig überraschend sein, dass ich mich sowohl in meiner Bachelorarbeit als auch in Teilen der DesRes-Blogbeiträge des vergangenen Semesters mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. Mit dieser Tradition möchte ich nicht brechen, weshalb ich mich auch dieses Semester erneut mit dem Thema beschäftige. Da ich mich bisher vorwiegend mit theoretischen Inhalten und der Analyse bestehender Production Designs befasst habe, möchte ich nun meine eigenen Fähigkeiten in der Gestaltung der Filmwelt verbessern.

Da Production Design aus vielen Elementen besteht, werde ich mich in den Blogbeiträgen vorwiegend mit dem Set Design auseinandersetzen. Als Ausgangspunkt für dieses Projekt wird eine Szene aus einem bestehenden Theaterstück oder Buch dienen, zu der ich ein passendes Set Design kreieren möchte. Die Frage hierbei ist: „Wie würde ich die Szene umsetzen, wenn ich das Stück oder Buch verfilmen würde?“.

Um diese Frage zu beantworten, werde ich mir zu Beginn einen Überblick über die Szene verschaffen und diese dann genauer analysieren. Dabei werden wichtige Fakten notiert, die einen Anhaltspunkt für den Zeitpunkt der Handlung, die Lebensumstände der vorkommenden Figuren und der Gestaltung der Umgebung geben.  Anschließend werden weitere Informationen zu epochenspezifischen Elementen und sonstigen wichtigen Punkten der Geschichte recherchiert und Inspirationen für die Gestaltung gesucht. Nach eingehender Recherche werden schließlich erste Skizzen angefertigt, die dann zu einem detaillierteren Plan des Sets ausgearbeitet werden.

What about Green Production?

Da ich mich in meiner Masterarbeit gerne mit dem Thema „Green Production“ auseinandersetzen möchte, sollte dieser Aspekt auch in diesem Semester berücksichtigt werden. Nachdem ich die Ausstattung der Szene fertig geplant habe, werde ich diese daher erneut analysieren, um herauszufinden, wie ich das gesamte Design umweltbewusster gestalten kann. Wo können Elemente Secondhand gekauft, ausgeliehen, oder durch nachhaltigere Alternativen ausgetauscht werden? Wird dadurch mein geplantes Design erheblich umgekrempelt, oder bleibt es mehr oder weniger gleich? Diese Fragen werden am Ende durch einen Vergleich der originalen Variante und der nachhaltigeren Variante beantwortet. 

Falls dann noch ein paar Blogbeiträge übrig sind, wäre es eine spannende Idee, meine Interpretation der Szene mit der bestehenden Verfilmung des Stückes oder Buches zu vergleichen. Es wäre sehr interessant zu sehen, ob sich die beiden Varianten stark ähneln, oder ob es große Unterschiede gibt. 

Unabhängig davon, wie das Ergebnis schlussendlich aussieht, freue ich mich sehr darauf, in die Rolle einer Production Designerin zu schlüpfen und meine eigene kleine Filmwelt aufzubauen. 

#5 – Schnitt und Vorbereitung

Nachdem der Videodreh abgeschlossen war, ging es für mich an den Schnitt und an die Vorbereitung für das Color Grading. In diesem Schritt wurde mir noch einmal klar, dass das spätere Grading schon viel früher beginnt, nämlich direkt beim Ordnen, Schneiden und Vorbereiten des Materials. Je sauberer dieser Teil ist, desto leichter lässt sich später mit den Farben arbeiten.

Importieren des Materials

Zuerst habe ich alle Aufnahmen in mein Schnittprogramm importiert und mir einen Überblick über das gesamte Material verschafft. Das war wichtig, weil ich nur so sehen konnte, welche Szenen technisch brauchbar sind und welche ich eher nicht verwenden kann. Gerade bei einem kleineren Projekt ist es hilfreich, das Material von Anfang an ordentlich zu sammeln, damit man später nicht den Überblick verliert.

Beim Import war für mich besonders wichtig, die Clips sinnvoll zu benennen und direkt in passende Ordner oder Bereiche einzuteilen. So musste ich später nicht lange suchen und konnte schneller zwischen den einzelnen Aufnahmen wechseln. Schon hier merkt man, dass gute Organisation Zeit spart und den gesamten Workflow einfacher macht.

Videoschnitt

Im nächsten Schritt habe ich mit dem eigentlichen Videoschnitt begonnen. Dabei ging es mir zuerst nicht um Perfektion, sondern darum, eine erste Reihenfolge zu finden, die zum Vlog passt. Ich wollte den Ablauf vom Aufstehen bis zum Weg in die FH so zusammenstellen, dass er logisch wirkt und sich natürlich anschauen lässt.

Beim Schneiden ist mir aufgefallen, wie stark die Wirkung eines Videos von der Reihenfolge der Bilder abhängt. Selbst einfache Alltagsszenen bekommen eine andere Wirkung, wenn man sie anders anordnet oder länger bzw. kürzer stehen lässt. Genau deshalb war der Schnitt für mich nicht nur ein technischer Schritt, sondern schon ein erster kreativer Teil des Projekts.

Auswahl der besten Szenen

Nicht jede Aufnahme war automatisch gut genug für die Endversion. Deshalb habe ich aus dem Material die Szenen ausgewählt, die am besten zur Stimmung des Videos passen und technisch am stärksten sind. Dabei habe ich vor allem auf Bildruhe, Licht, Bewegungsfluss und Verständlichkeit geachtet.

Die Auswahl war auch deshalb wichtig, weil ich mein Material später farblich angleichen wollte. Wenn einzelne Szenen zu unterschiedlich oder zu schwach aufgenommen sind, wird das Grading schwieriger. Deshalb habe ich lieber weniger, aber bessere Szenen verwendet, statt möglichst viel Material einzubauen.

Projektorganisation

Ein großer Teil dieses Schrittes war die Organisation des Projekts. Dazu gehört für mich nicht nur das Sortieren der Dateien, sondern auch das bewusste Entscheiden, welche Clips ich im Projekt behalten will und welche nicht. Gerade bei mehreren Versionen oder Versuchen kann es schnell unübersichtlich werden.

Ich habe gemerkt, dass eine gute Projektstruktur später auch den kreativen Prozess verbessert. Wenn man weiß, wo welches Material liegt, kann man sich mehr auf den Inhalt konzentrieren. Das ist besonders wichtig, wenn man das Color Grading nicht nur als letzten Feinschliff versteht, sondern als Teil eines durchdachten Workflows.

Vorbereitung für das Color Grading

Bevor ich mit dem Grading beginne, muss das Material technisch vorbereitet sein. Das bedeutet für mich vor allem, dass die Schnittfassung schon steht und die grundlegende Reihenfolge der Szenen festgelegt ist. So kann ich mich später im Grading auf die Bildwirkung konzentrieren, statt ständig noch am Schnitt zu verändern.

Die Vorbereitung fürs Color Grading ist also eine Art Zwischenstufe: Das Video ist schon strukturiert, aber noch nicht final gestaltet. In diesem Zustand kann man sehr gut sehen, welche Szenen zusammenpassen und wo eventuell noch Anpassungen nötig sind. Für mich ist das wichtig, weil das Grading nur dann sinnvoll funktioniert, wenn die Grundlage stimmt.

Erste technische Korrekturen

Noch bevor ich an kreative Farblooks denke, habe ich erste technische Korrekturen vorgenommen. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich Helligkeit, Kontrast und allgemeine Bildbalance prüfe. Solche Korrekturen sind wichtig, damit das Material überhaupt eine gute Ausgangsbasis für das eigentliche Grading bekommt.

Mir ist dabei besonders aufgefallen, dass man technische Korrekturen und kreatives Grading nicht miteinander verwechseln sollte. Erst wenn das Bild technisch sauber ist, kann man bewusst mit Farben, Stimmung und Stil arbeiten. Genau diese Reihenfolge macht den Prozess für mich logisch und nachvollziehbar.

Was ich dabei gelernt habe

Für mich waren diese Arbeitsschritte deshalb sehr wichtig, weil ich hier gemerkt habe, wie eng Schnitt und Farbgestaltung miteinander verbunden sind. Ein gut vorbereiteter Clip lässt sich später viel leichter graden als ein chaotisches oder schlecht strukturiertes Projekt. Genau deshalb sehe ich diesen Teil als eine der wichtigsten Phasen meines gesamten Semesterprojekts.

#4 – Der Videodreh

Der Videodreh war für mich der Moment, in dem sich gezeigt hat, wie schnell aus einer Idee ein praktisches Problem werden kann. Am Anfang hatte ich vor allem Schwierigkeiten mit den Kameraeinstellungen, weil mir ein kleiner, aber sehr wichtiger Fehler passiert ist: Ich dachte, ich hätte meine Nachtszenen in Log gefilmt, aber das war nicht der Fall.

Ablauf des Drehs

Zu Beginn wollte ich eigentlich verschiedene Szenen ausprobieren, vor allem auch Nachtaufnahmen. Das hat aber nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte, weil ich erst später gemerkt habe, dass die Einstellungen nicht so gespeichert waren, wie ich dachte. Dadurch musste ich viel Zeit damit verbringen, zu verstehen, was genau schiefgelaufen war.

Als ich den Fehler endlich gefunden hatte, war klar, dass ich die Kamera nicht mehr lange behalten konnte. Genau deshalb habe ich mich dann für die Vlog-Idee entschieden. Das war für mich die praktischste Lösung, weil ich so schneller drehen konnte und nicht erst bis spät am Abend auf gutes Licht oder Nachtszenen warten musste. Ich konnte also direkt loslegen und trotzdem genug Material für mein Projekt sammeln.

Kameraeinstellungen

Die Kameraeinstellungen waren am Anfang die größte Herausforderung. Ich wollte bewusst in einem Format filmen, das sich später gut für das Color Grading eignet, aber genau da ist mir der Fehler passiert. Ich hatte angenommen, dass die Aufnahmen in Log aufgenommen wurden, obwohl das nicht so war.

Gerade bei einem Projekt, bei dem man später mit Farbe arbeiten will, ist das natürlich ein Problem. Erst durch langes Nachforschen und Kontrollieren ist mir aufgefallen, was falsch eingestellt war. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, die Kameraeinstellungen vor jedem Dreh noch einmal genau zu überprüfen, statt sich auf die Erinnerung zu verlassen.

Lichtverhältnisse

Die Lichtverhältnisse waren sehr unterschiedlich, je nachdem, welche Szene ich drehen wollte. Die Nachtszenen wären für mein ursprüngliches Konzept eigentlich spannend gewesen, weil sie eine andere Stimmung erzeugen. Gleichzeitig sind sie aber auch schwieriger zu kontrollieren, vor allem wenn man wenig Zeit hat und noch nicht ganz sicher mit den Kameraeinstellungen ist.

Mit dem Vlog wurde das Ganze einfacher, weil ich nicht mehr auf einen bestimmten Zeitpunkt am Abend angewiesen war. Ich konnte Szenen am Morgen und unterwegs filmen, also unter Lichtbedingungen, die natürlicher und flexibler waren. Das war für mich hilfreich, weil ich mich dadurch mehr auf das eigentliche Drehen konzentrieren konnte und weniger auf technische Probleme.

Probleme beim Filmen

Das größte Problem beim Filmen war definitiv mein Fehler mit den Einstellungen. Ich dachte zuerst, ich hätte alles richtig vorbereitet, und genau deshalb habe ich den Fehler nicht sofort bemerkt. Als ich dann merkte, dass die Nachtszenen nicht wie geplant aufgenommen wurden, war das natürlich frustrierend.

Trotzdem war dieser Fehler am Ende auch ein wichtiger Lernmoment. Ich habe gemerkt, dass man beim Filmen nicht nur kreativ denken muss, sondern auch sehr genau arbeiten muss. Ein kleiner Fehler kann später große Auswirkungen auf das ganze Projekt haben, besonders wenn es um Color Grading geht.

Warum gutes Ausgangsmaterial wichtig ist

Für Color Grading ist gutes Ausgangsmaterial extrem wichtig, weil man beim Grading nicht alles retten kann. Wenn das Bild schon falsch aufgenommen wurde, fehlen oft wichtige Bildinformationen oder die Szene wirkt später schwerer bearbeitbar. Genau deshalb ist die Qualität des Rohmaterials so entscheidend.

Ich habe durch meinen eigenen Fehler besonders stark gemerkt, wie sehr die Vorbereitung über das spätere Ergebnis entscheidet. Wenn Kameraeinstellungen, Licht und Aufnahmeformat stimmen, hat man im Grading viel mehr Möglichkeiten. Wenn das Material aber schon vorher Probleme hat, wird die Nachbearbeitung schnell komplizierter.

Was ich beim nächsten Dreh anders machen würde

Beim nächsten Dreh würde ich auf jeden Fall noch genauer kontrollieren, ob alle Einstellungen wirklich so gespeichert sind, wie ich sie brauche. Vor allem würde ich mich nicht darauf verlassen, dass ich etwas „eh schon richtig“ eingestellt habe. Eine kurze Kontrolle vor dem Dreh wäre für mich in Zukunft Pflicht.

Außerdem würde ich mir wahrscheinlich früher ein einfaches und realistisches Konzept überlegen, damit ich nicht zu viel Zeit mit zu vielen Varianten verliere. Der Wechsel zum Vlog war am Ende zwar hilfreich, aber er kam auch erst, nachdem ich schon einiges ausprobiert und wieder verworfen hatte. Beim nächsten Mal würde ich schneller auf eine praktikable Idee setzen, damit mehr Zeit fürs eigentliche Drehen und später fürs Grading bleibt.

#3 – Planung des Videoprojekts

Am Anfang meines Semesterprojekts war ich mir nicht sofort sicher, wie mein Videoprojekt genau aussehen soll. Ich wusste nur, dass ich das Color Grading praktisch lernen möchte und dafür ein kleines eigenes Video drehen will. Während der Planung habe ich mich ungefähr viermal umentschieden, weil ich einerseits möglichst viel ausprobieren wollte, andererseits aber auch realistisch bleiben musste. Das Projekt sollte in einem Rahmen bleiben, der sich in diesem Semester tatsächlich umsetzen lässt.

Idee des Videos

Meine ursprüngliche Idee war es, ein kleines persönliches Video zu drehen, das nah an meinem Alltag ist. Am Ende habe ich mich für einen simplen Vlog entschieden, der meinen Morgen zeigt: vom Aufstehen bis zu meinem Weg in die FH. Diese Entscheidung fand ich passend, weil das Material dadurch alltäglich, ehrlich und gleichzeitig vielseitig genug ist, um mit Farben und Stimmung zu experimentieren.

Ich wollte bewusst kein großes, kompliziertes Projekt machen, sondern etwas, das ich gut selbst umsetzen kann. Gerade bei einem Semesterprojekt ist es für mich wichtig, dass die Idee nicht nur kreativ klingt, sondern auch praktisch machbar bleibt. Ein Vlog bietet dafür einen guten Rahmen, weil ich mit einfachen Alltagsszenen trotzdem verschiedene filmische Wirkungen ausprobieren kann.

Storyboard oder Konzept

Auch wenn ich kein klassisches, streng durchgeplantes Storyboard gemacht habe, hatte ich doch ein klares Grundkonzept. Ich wollte eine kleine Bewegung vom privaten Raum in den öffentlichen Raum zeigen: zuerst das Aufstehen, dann das Fertigmachen und schließlich der Weg zur FH. Diese kleine Struktur gibt dem Video eine Art Anfang, Mitte und Ende, ohne zu kompliziert zu werden.

Während der Planung habe ich gemerkt, dass ich eher in Bildern und Stimmungen denke als in einer starren Abfolge. Deshalb habe ich mein Konzept mehr als flexible Orientierung verstanden. Ich wollte genug Freiheit haben, um beim Drehen spontan zu reagieren, aber trotzdem einen roten Faden behalten.

Welche Stimmung das Video vermitteln soll

Für mich sollte das Video eine ruhige, persönliche und leicht beobachtende Stimmung haben. Der Morgen ist oft ein Moment zwischen Müdigkeit und Aktivwerden, und genau diese Atmosphäre wollte ich einfangen. Das Video sollte also nicht übertrieben dramatisch wirken, sondern eher ehrlich und nah am Alltag sein.

Gleichzeitig war es mir wichtig, dass das Video nicht langweilig oder rein dokumentarisch aussieht. Durch das Color Grading wollte ich versuchen, aus alltäglichen Bildern etwas Gestalterisches zu machen. Die Stimmung sollte deshalb ruhig bleiben, aber trotzdem visuell interessant sein.

Welche Farben und welchen Look ich anstrebe

Bei den Farben wollte ich vor allem mit einem Look arbeiten, der natürlich bleibt, aber nicht komplett neutral wirkt. Ich habe mich dabei für einen Stil interessiert, der eher weich, leicht kühl und etwas filmisch aussieht. Gerade Morgenszenen geben dafür gute Möglichkeiten, weil Licht und Farben je nach Uhrzeit schon eine eigene Wirkung haben.

Mir war wichtig, dass der Look nicht zu bunt oder zu stark bearbeitet wirkt. Ich wollte eher mit subtilen Veränderungen arbeiten, also mit Kontrast, Farbstimmung und Lichtwirkung. Besonders spannend fand ich den Kontrast zwischen den ruhigen Innenaufnahmen am Morgen und dem Weg nach draußen, wo das Licht und die Umgebung automatisch mehr Dynamik bringen.

Planung der Drehorte

Die Drehorte waren eigentlich relativ einfach, weil ich mich für eine sehr alltägliche Route entschieden habe. Ein Teil des Videos spielt bei mir zuhause, der andere Teil auf dem Weg zur FH. Genau diese Mischung hat mir gefallen, weil sie nah an meinem Alltag liegt und trotzdem verschiedene Bildsituationen bietet.

Für mich war wichtig, dass die Orte nicht perfekt oder aufwendig sein müssen. Gerade durch die Einfachheit entsteht ein ehrlicher Charakter. Außerdem konnte ich so mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen arbeiten, was für das spätere Grading spannend war. Innenräume, Straßen, Gehwege und die Umgebung der FH geben jeweils andere Farben und Kontraste.

Vorbereitung der Kameraeinstellungen

Bei den Kameraeinstellungen habe ich schon vor dem Dreh überlegt, wie ich das Material möglichst gut für das spätere Color Grading aufnehme. Ich wollte bewusst darauf achten, dass die Aufnahmen genug Bildinformationen enthalten und nicht schon zu stark „fertig“ aussehen. Das war mir wichtig, weil ich beim Grading möglichst viel selbst gestalten wollte.

Außerdem habe ich versucht, die Einstellungen so konstant wie möglich zu halten, damit das Material später besser zusammenpasst. Gerade wenn man verschiedene Orte und Lichtstimmungen filmt, ist es hilfreich, auf eine einheitliche Basis zu achten. Für mein Projekt war das besonders relevant, weil ich nicht nur ein schönes Video machen wollte, sondern auch das Lernen und Ausprobieren im Vordergrund stand.

Was ich bei der Planung gelernt habe

Die Planung hat mir gezeigt, dass ein Videoprojekt nicht nur aus dem eigentlichen Filmen besteht. Schon vorher muss man viele Entscheidungen treffen: Was will ich erzählen? Wie viel kann ich realistisch umsetzen? Welche Stimmung passt zu meinem Thema? Und wie kann ich das so planen, dass ich später beim Color Grading genug Spielraum habe?

Gerade mein Hin und Her bei der Storyline war am Ende nicht nur anstrengend, sondern auch hilfreich. Ich habe dadurch gemerkt, dass ich am liebsten vieles ausprobieren würde, aber trotzdem eine klare Grenze brauche, damit das Projekt fertig wird. Genau diese Balance zwischen Experiment und Struktur war für diesen Schritt am wichtigsten.

#2 – Recherche und Grundlagen des Color Gradings

Bevor ich mit meinem eigenen Videoprojekt angefangen habe, wollte ich zuerst verstehen, was Color Grading eigentlich genau ist. Mir war zwar klar, dass es etwas mit Farben im Film zu tun hat, aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto deutlicher wurde: Color Grading ist nicht nur „Farben schöner machen“, sondern ein eigener kreativer und technischer Schritt in der Postproduktion. Besonders wichtig war für mich auch die Unterscheidung zwischen Color Correction und Color Grading, weil beide Begriffe oft verwechselt werden, aber nicht dasselbe meinen.

Was ich über Color Grading recherchiert habe

Bei meiner Recherche habe ich gelernt, dass Color Grading im Grunde dazu dient, einen bestimmten Look oder eine Stimmung im Bild zu erzeugen. Es geht also nicht nur darum, Fehler zu korrigieren, sondern auch darum, Atmosphäre, Emotionen und einen visuellen Stil zu gestalten. In vielen Erklärungen wird betont, dass zuerst oft die technische Korrektur eines Bildes kommt und danach erst die kreative Gestaltung. Genau das hat mir geholfen, den Ablauf besser zu verstehen: erst ein neutrales, ausgewogenes Bild schaffen, dann bewusst mit Farben arbeiten.

Außerdem habe ich gemerkt, dass Color Grading stark mit dem Zuschauergefühl zusammenhängt. Warme Farben können Nähe, Licht oder Geborgenheit vermitteln, während kühle Töne eher Distanz, Ruhe oder Spannung erzeugen können. Das war für mich interessant, weil ich dadurch verstanden habe, dass Farben im Film nicht zufällig sind, sondern oft gezielt eingesetzt werden.

Geschichte des Color Gradings

Die Geschichte des Color Gradings ist eng mit der Entwicklung des Films selbst verbunden. Früher wurde die Farbgestaltung noch analog im Labor oder direkt bei der Filmbearbeitung beeinflusst, später kamen dann digitale Systeme dazu. Der große Unterschied war, dass man durch digitale Postproduktion viel mehr Kontrolle über einzelne Einstellungen und Bildbereiche bekam. Dadurch wurde Color Grading nicht nur präziser, sondern auch kreativer.

In älteren Workflows stand vor allem die technische Verbesserung des Bildes im Vordergrund. Heute geht es aber viel stärker um die bewusste Gestaltung eines filmischen Looks. Für mein Projekt ist das spannend, weil ich mich nicht nur auf Technik konzentriere, sondern auch auf die Frage, welche Wirkung mein Bild am Ende haben soll.

Wichtige Begriffe

Ein wichtiger Teil meiner Recherche waren die Grundbegriffe, die man im Zusammenhang mit Color Grading ständig hört. Dazu gehören vor allem LUTs, Log, Rec.709, Kontrast und Sättigung.

  • LUTs sind Farbumwandlungen oder Lookup Tables, die bestimmte Looks auf ein Bild anwenden oder Farben in ein anderes Farbsystem übersetzen.
  • Log bezeichnet ein flaches, kontrastarmes Kamerabild, das mehr Farbinformationen speichert und deshalb gut für die spätere Bearbeitung geeignet ist.
  • Rec.709 ist ein Standardfarbraum für Video, der oft als Ziel für die Ausgabe dient.
  • Kontrast beschreibt den Unterschied zwischen hellen und dunklen Bildbereichen und beeinflusst stark die Bildwirkung.
  • Sättigung meint, wie intensiv oder farbig ein Ton wirkt; geringe Sättigung wirkt oft grauer oder matter.

Besonders hilfreich fand ich auch die Grundlagen zu Helligkeit, Farbton und Sättigung. Diese drei Aspekte helfen dabei, Farben überhaupt systematisch zu beschreiben. Ohne dieses Verständnis wäre es für mich viel schwerer gewesen, mit dem Grading bewusst zu arbeiten.

Welche Tutorials und Kurse ich nutze

Für meinen Einstieg habe ich verschiedene Lernquellen angesehen. Besonders hilfreich waren kurze Tutorials auf YouTube und Instagram, weil sie die wichtigsten Begriffe direkt und verständlich erklären. Zusätzlich habe ich mir Einführungen und Grundlagenartikel angeschaut, die den Unterschied zwischen primärer und sekundärer Farbkorrektur erklären. Für das praktische Arbeiten ist es mir wichtig, nicht nur theoretisch zu lesen, sondern auch direkt zu sehen, wie andere Colorist:innen ihre Einstellungen aufbauen.

Ich nutze vor allem Tutorials, die den Workflow Schritt für Schritt zeigen: zuerst Bild korrigieren, dann den Look gestalten und schließlich den Gesamteindruck anpassen. Das gibt mir eine gute Orientierung für mein eigenes Projekt, weil ich so nicht planlos in die Bearbeitung starte.

Am Anfang hatte ich vor allem diese Fragen:

  • Am Anfang hatte ich vor allem diese Fragen:
  • Was ist der Unterschied zwischen Color Correction und Color Grading?
  • Welche Rolle spielen LUTs wirklich?
  • Warum werden Log-Aufnahmen überhaupt verwendet?
  • Was bedeutet Rec.709 genau?
  • Wie viel muss man technisch verstehen, bevor man kreativ arbeiten kann?
  • Wann wirkt ein Grading natürlich, und wann wirkt es zu stark?

Diese Fragen waren für mich wichtig, weil sie zeigen, dass Color Grading nicht nur ein „Filter-Thema“ ist, sondern ein Zusammenspiel aus Technik, Wahrnehmung und Gestaltung. Je mehr ich dazu gelesen habe, desto klarer wurde mir, dass ich nicht sofort perfekte Ergebnisse erwarten sollte. Viel wichtiger war für mich, zuerst die Grundlagen zu verstehen und dann mit kleinen Schritten zu experimentieren.

Fazit für meinen Lernprozess

Die Recherche hat mir gezeigt, dass Color Grading ein sehr breites Feld ist, in dem Technik und Kreativität eng zusammenarbeiten. Ich habe gelernt, dass ein gutes Grading nicht einfach nur bunt oder filmisch aussieht, sondern bewusst eingesetzt wird, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Gerade für mein Semesterprojekt ist das eine gute Grundlage, weil ich jetzt weiß, worauf ich beim Filmen und beim späteren Bearbeiten achten muss.

Für mich ist dieser Blogbeitrag deshalb vor allem ein Zwischenstand: Ich habe die wichtigsten Begriffe verstanden, passende Lernquellen gefunden und erste Fragen formuliert, die ich in den nächsten Arbeitsschritten weiterverfolgen werde.

#1 – Ideenfindung

Im Verlauf des Semesters möchte ich meinen Lernprozess im Bereich Color Grading dokumentieren. Dabei geht es mir vor allem darum zu zeigen, was ich ausprobiere, was funktioniert und wo ich Probleme habe. Der Blog soll dabei helfen, meine Entwicklung Schritt für Schritt festzuhalten.

Mir ist es wichtig, dass man meinen Prozess gut nachvollziehen kann. Das bedeutet, dass ich nicht nur fertige Ergebnisse zeige, sondern auch Zwischenschritte, Fehler und Veränderungen. Gerade beim Color Grading kann sich ein Bild durch kleine Anpassungen stark verändern, und genau das möchte ich sichtbar machen. So kann ich selbst besser verstehen, was ich gemacht habe, und andere können sehen, wie sich ein Look entwickelt.

Ein großer Teil meines Projekts wird auch darin bestehen, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden. Am Anfang werde ich wahrscheinlich oft unsicher sein, zum Beispiel bei der richtigen Belichtung, bei Farben oder beim Umgang mit verschiedenen Tools in DaVinci Resolve. Auch das Arbeiten mit verschiedenen Clips, die nicht gleich aussehen, könnte schwierig werden. Besonders beim Shot Matching stelle ich mir vor, dass es herausfordernd sein wird, mehrere Einstellungen einheitlich wirken zu lassen. Diese Schwierigkeiten gehören für mich aber ganz klar zum Lernprozess dazu.

Um meine Fortschritte besser zu zeigen, möchte ich auch mit Vorher-Nachher-Vergleichen arbeiten. So kann man direkt sehen, was sich durch das Color Grading verändert hat. Das hilft nicht nur anderen beim Verstehen, sondern auch mir selbst, um meine Arbeit besser einschätzen zu können. Ich möchte außerdem versuchen, meine Entscheidungen kurz zu erklären, also warum ich bestimmte Farben verändert habe oder warum ich mich für einen bestimmten Look entschieden habe.

Ein weiterer wichtiger Punkt für mich ist, einen eigenen Workflow zu entwickeln. Am Anfang werde ich wahrscheinlich noch viel ausprobieren und nicht genau wissen, in welcher Reihenfolge ich arbeiten soll. Mit der Zeit möchte ich aber eine Struktur finden, die für mich funktioniert. Dazu gehört zum Beispiel, zuerst eine saubere Farbkorrektur zu machen und danach erst mit dem eigentlichen Look zu arbeiten. Auch der Umgang mit Nodes wird dabei eine große Rolle spielen, da ich damit noch wenig Erfahrung habe.

Ich denke, dass vor allem die technischen Aspekte am Anfang schwierig sein werden. Programme wie DaVinci Resolve bieten sehr viele Möglichkeiten, die schnell überfordernd wirken können. Auch Begriffe und Funktionen sind oft neu für mich. Besonders gespannt bin ich auf die Arbeit mit S-Log Footage, da ich das bisher noch nie gemacht habe. Ich vermute, dass es am Anfang nicht leicht sein wird, ein gutes Ergebnis zu bekommen, aber genau deshalb möchte ich es lernen.

Trotzdem sehe ich das Ganze nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance. Ich beschäftige mich bewusst mit einem Bereich, den ich bisher eher vermieden habe. Dadurch kann ich neue Fähigkeiten entwickeln und mich insgesamt verbessern. Color Grading ist ein wichtiger Teil der Filmproduktion, weil es die Stimmung und Wirkung eines Films stark beeinflusst. Genau das finde ich spannend und möchte ich besser verstehen.

Ein weiterer Fokus meines Projekts ist es, verschiedene Looks auszuprobieren. Ich möchte sehen, wie sich Farben auf die Wirkung eines Bildes auswirken und wie man gezielt bestimmte Stimmungen erzeugen kann. Dabei werde ich auch darauf achten, wie Farben zusammenwirken, zum Beispiel warme und kalte Töne oder starke Kontraste. So kann ich Schritt für Schritt ein Gefühl dafür entwickeln, wie ich Bilder bewusst gestalten kann.

Außerdem möchte ich meine theoretischen Kenntnisse ein bisschen in die Praxis umsetzen. Ich habe mich ja schon damit beschäftigt, dass Farben in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen haben. Jetzt interessiert mich, wie man solche Überlegungen auch im Color Grading anwenden kann. Das heißt, ich möchte nicht nur „schöne Bilder“ machen, sondern auch darüber nachdenken, welche Wirkung dahinter steckt.

Am Ende des Semesters hoffe ich, dass ich mich im Bereich Color Grading deutlich verbessert habe. Ich möchte sicherer im Umgang mit der Software werden und besser verstehen, wie ich einen bestimmten Look erreiche. Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass ich meinen eigenen Lernprozess gut dokumentiert habe. Der Blog soll zeigen, wie ich gearbeitet habe, was ich gelernt habe und wie sich meine Fähigkeiten im Laufe der Zeit verändert haben.