Schauspieler:innen im Dauereinsatz: Die Herausforderung des One-Shot-Drehens am Beispiel „Adolescence“

Wie bereits in den letzten Blogposts ausführlichst beschrieben, gibt es immer mehr One-Shot-Filme bzw. nun auch eine Serie: Adolescence. Die neue Netflixserie (2025) ist wohl das aktuellste Beispiel für das Genre, das verstärkt Aufmerksamkeit sowohl bei Filmschaffenden als auch bei der Auseinandersetzung mit Technik oder psychologischer bzw. emotionaler Wahrnehmung findet. Dabei sind die Produktionsarbeiten nicht nur organisatorisch oder aus Kamerasicht äußerst herausfordernd: Auch für Schauspieler:innen erfordert das Filmen von One-Shot-Filmen eine lange Konzentrationsspanne und eine hohe Intensität. Adolescence ist dafür das perfekte Beispiel: Jede Folge der Netflix-Serie wurde als kontinuierlicher Shot gedreht. 

Bedeutung des Genres für Schauspieler:innen

Das Genre zeichnet sich eben dadurch aus, dass es keine (sichtbaren) Pausen innerhalb der Szenen gibt, sondern die Kamer sowohl die Handlung als auch die Akteur:innen ununterbrochen verfolgt. Das bedeutet für Schauspieler:innen vor allem eines: Die Möglichkeit, Pausen einzulegen, Text (neu) zu lernen oder eine Szene aus mehreren Blickwinkeln zu spielen entfällt. Somit muss alles perfekt während eines Takes stimmen: jede Bewegung, jede Reaktion und jeder emotionale Ausdruck. 

Adolescence versuchte diese Schwierigkeit von Anfang an zu minimieren, in dem ganze Folgen mehrere Male durchgeprobt wurden. Erst wenn ein Durchlauf stimmte, wurde er aufgenommen und der Beste für die finale Fassung verwendet. Laut des Kamerateams der Serie dauerte der Dreh pro Episode mit mehreren Takes pro Tag im Durchschnitt drei Wochen, inklusiv der Proben. 

Für Schauspieler:innen bedeutet dies ebenfalls etwas Neues: Die Dreharbeiten erinnern nun mehr an eine Theateraufführung als an einen Filmdreh, da alles von der ersten bis zur letzten Minute stimmen muss. Dabei wird höchste Präsenz und Aufmerksamkeit erfordert. Fehler oder Unachtsamkeiten können nicht mehr durch den Schnitt ausgebessert werden, sondern gefährden nun den gesamten Take. 

Erfahrungsbericht von Owen Cooper (Adolescence)

Die Hauptrolle der Netflix-Serie Adolescenc, Jamie Miller, wurde vom damals 15-jährigen Owen Cooper gespielt. Jamie war Coopers erste professionelle Filmrolle in seiner Karriere und er setzte sich durch über 500 Bewerber:innen für die Rolle durch. Seine Erfahrung bestand lediglich aus Schauspielkursen in der Schule. Trotzdem meisterte der 15-Jährige die Rolle mit Bravour und konnte auch Preise dafür gewinnen: Er ist der jüngste männliche Emmy-Gewinner für eine Hauptrolle. Für Cooper war das Schauspielen ein emotionales und technisches Training. Die Tage am Set waren eine Mischung aus Nervosität und gleichzeitig Freude. Entscheidend für den erfolgreichen Dreh der Serie waren jedoch die Vorbereitungen. Laut Cooper unterliefen die Schauspieler:innen ein zweiwöchiges intensives Training – zuerst mit den jeweiligen Schauspielpartner:innen, dann mit der Kamera – bevor es auch nur zu einer einzigen Aufnahme kam. Der Vorteil war aber, dass somit genug Zeit bestand, die Dialoge auswendig zu lernen und die Emotionen für die stark emotional aufgeladene Serie zu präzisieren und aufrecht zu erhalten. Cooper erzählte, dass seine Technik darin bestand, jeden Tag mehrere Stunden lang seinen Text auswendig zu lernen. Das zwang ihn gleichzeitig dazu, über längere Zeit narrativ und emotional in seiner Rolle als Jamie zu bleiben. Aus psychologischer Sicht ist die kontinuierliche Aufmerksamkeit, mit der Cooper und seine Schauspielkolleg:innen sich den Rollen zuwenden, eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Trotz der intensiven Befassung mit seiner Rolle bereitet es Owen Cooper Unbehagen sich selbst in der finalen Fassung der Serie zu sehen. Cooper sagt, dass ihm das „Erleben vor Ort“ wichtiger ist als die Betrachtung des finalen Produkts, was für die Doppelbedeutung der Schauspielkunst spricht. 

Wissenschaftlicher Kontext: die emotionale Belastung 

Aus (film-) wissenschaftlicher Sicht hat die Art der Kamera-Bewegung und die Kontinuität eines Takes entscheidende Auswirkungen – nicht nur auf das Publikum, sondern eben auch auf die Schauspieler:innen. Forschungen zu diesen Gebieten zeigen, dass bewegte Kameraeinstellungen und langanhaltende Takes das Immersionsgefühl erhöhen. Das Publikum wird stärker in die filmische Welt hineinversetzen. Das bedeutet aber auch, dass die Schauspieler:innen viel länger und intensiver in der erzählten Welt bleiben und diese spielen müssen. Das erhöht nicht nur das Zugehörigkeitsgefühl zur gespielten Rolle, sondern intensiviert extrem die emotionale Belastung. 

Fazit

One-Shot-Produktionen sind also nicht nur für das Publikum etwas ganz besonderes, sondern auch für die gesamte Filmcrew. Vom Ideenfinder bis zu den Konsument:innen ist das Genre ein einzigartiges Erlebnis. Auch die Erfahrungsberichte der Schauspieler:innen von Adolescence bestätigen das. One-Shot-Filme und -Serien verbinden Elemente aus dem Theater mit der Kunst des Filmemachens auf eine ganz besondere Art und Weise, was höchste Präsenz, emotionale Stabilität und Aufmerksamkeit, und viel Technik und Organisation erfordert. Dabei ist eine gute Vorbereitung das A und O. 

Auch aus filmwissenschaftlicher Perspektive wurde erwiesen, wie intensiv One-Shot-Produktionen sind. Die kontinuierliche Kamera und der daraus resultierende Immersionseffekt wirken sich sowohl auf das Publikum als auch auf die Schauspieler:innen aus. One-Shot-Drehs verlangen nicht nur höchste Perfektion, sondern auch eine dauerhafte Präsenz, was sowohl filmisch als auch kognitiv neue Einblicke eröffnet.

Quellen:

Baig, S. (2025). Casting Adolescence: Finding Jamie Miller [Video]. YouTube.
https://www.youtube.com/watch?v=F7BRIlYFpPY

Netflix UK & Ireland. (2025). Adolescence: Owen Cooper interview [Video]. YouTube.
https://www.youtube.com/watch?v=sXUu33oTkRo

Goldberg, L. (2025, März). Adolescence: Stephen Graham and Owen Cooper on the challenges of Netflix’s one-shot drama. The Hollywood Reporter.
https://www.hollywoodreporter.com/tv/tv-features/adolescence-interview-stephen-graham-owen-cooper-netflix-1236182905/

Netflix Tudum. (2025). How Owen Cooper landed the role of Jamie in Adolescence.
https://www.netflix.com/tudum/features/owen-cooper-shaheen-baig-adolescence

Whittock, J. (2025). Adolescence breakout star Owen Cooper set for Wuthering Heights role. Variety.
https://variety.com/2025/tv/global/adolescence-owen-cooper-netflix-wuthering-heights-1236333144/

Kisker, J., Gruber, T., & Schöne, B. (2023). Camera movement influences immersion and emotional engagement in audiovisual narratives. Frontiers in Neuroscience, 17, Artikel 1160843.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10352452/

Dieser Text basiert auf Literaturvorschlägen von Perplexity pro und wurde von ChatGPT korrigiert. Alle Inhalte wurden von mir selbst auf Richtigkeit und Relevanz überprüft und der Text selbst wurde von mir erstellt.

Can smart design limit the glare of billboards?

a bright billboard on a street at night
Billboards cannot be shielded, as opposed to other fixtures, DarkSky

Electronic billboards, also called electronic message centers (EMC) can be up to ten times brighter than traditionally lit billboards, therefore harming the nighttime environment. Unlike light fixtures, they cannot be shielded and due to the horizontal disposition of LEDs, light is also emitted laterally and upward, into the sky. Light from EMCs can cause glare (a visual condition where intense light reduces vision and causes discomfort) and be a dangerous distraction to drivers. Other than that, it can affect breeding, foraging, and orientation in wildlife.

Due to the impossibility to shield EMCs, design can only slightly mitigate their glare. What is most important is careful operation, programming, and location of this technology.

The DarkSky Technical Committee developed EMC guidelines to provide planners, lighting designers, architects, biologists, government officials, and the general public with solutions for EMC related harm. The guidelines were published in January 2019 and include:

  1. Best practices for the amount of light emitted for urban, suburban, and rural areas
  2. A Curfew when EMCs should be switched off completely, from 11:00 p.m. or 30 minutes after the close of business (for on-premises signs) until one hour before sunrise 
  3. Best management practices to decrease or eliminate negative impacts on the environment and improve safety for drivers and pedestrians

The best management practices consist in 6 points:

  1. Monitoring — The EMC should continuously be monitored by its owner 
  2. Sensitive area setback — EMCs should not be placed within or close to natural areas, beaches, wetlands, state and national parks, wildlife refuges and residential areas
  3. Distraction limitation — Messages should minimise distraction to drivers and pedestrians by setting a minimum message duration, a maximum transition time between messages, and maintaining adequate spacing between EMCs
  4. Gradual brightness reduction — EMC luminance levels should gradually dim between daytime and nighttime modes 
  5. Size limits — Larger EMCs should be avoided
  6. Density limits — The number or combined size of signs permitted for a given road or area could be limited

Unlike other types of lighting, which are quantified by their illuminance (how much light falls upon a surface), EMCs are quantified by thor luminance (the luminous intensity leaving the sign). For this reason, a standard luminance meter should measure the white screen at the moment of installation.

This being said, design also plays a role in light pollution. Sustainability directory states that bright, saturated colours and high contrast also increase light pollution. To protect the night sky designers should opt for darker backgrounds and minimise the overall illuminated area.

[DesRes 1] Agile_x_SelfCheckout No. 6: Customer Pain Points & Hypothesis

I kenn mi net aus mit der Neumodischen Einkauferei – S’verwirrt mich, man kann niemanden was fragen. Ollas muss man erst studieren.

(ORF, 1962)

Translated: “I’m overwhelmed with this modern way of shopping. It confuses me, there’s nobody I can confront with my questions. I have to study everything [all the products]

https://www.facebook.com/watch/?v=531496385902554

In my last Blog post I discussed the topic of interaction and communication of customers and employees in the supermarket. With WHY do people still appreciate it (e.g. at the “Feinkosttheke”) to have this personal interaction? as my focal research question, I wanted to get a better grasp of my ux research goals.

As recommended by Jakob Nielsen [2] I started out by formulating hypothesis. To keep these as lean as possible I based them on my loose observations in various supermarkets and a few insights I got from informal desktop researches. Additionally, after scanning a paper that empirically analyses consumer’s perception in supermarkets [3] I got a better grasp of the key challenges I would like to objectify.

Hypothesis

  1. Personal communication between staff is still of high value. However there are differences based on demographic and sociographic characteristics of the customers.
  2. Customers prefer large retail spaces in supermarkets because they value a huge variety of product offers
  3. When doing home and grocery shopping customers prefer doing so in store, however alternative options (e.g. delivery or click and collect) are starting to cross consumer’s minds as well.
  4. The more products a customer wants to purchase in the store the less likely they are to use self checkout.
  5. People in a rush with only a few items are more likely to use self checkout.
  6. Self checkout proves more successful in an urban landscape compared to rural or suburban areas.
  7. Customers view time efficiency as a benefit when using self checkout.
  8. In case of a crowded checkout queue customers are more willing to queue up for self checkout instead.
  9. Customers are afraid to lack expertise when using Self Checkout

Currently I have these nine hypothesis. However, I am planing on expanding and adapting them if possible and if necessary.


References:

[1]

“69K views · 613 reactions | Selbstbedienung und Warenvielfalt – in Europa gibt es Supermärkte erst seit den 1950er Jahren. 1962 war der ‘Supermarket’ in Österreich noch etwas Neues. (Telejournal, 1962)

Aktuelle Informationen für Konsumentinnen und Konsumenten gibt es in ‘konkret’ von Montag bis Donnerstag um 18.30 Uhr auf ORF ON (on.ORF.at) & in ORF 2.

#ORFarchiv #abgestaubt #ORFfüralle #ORFON #ORF2 | ORF,” Facebook.com, 2026. https://www.facebook.com/watch/?v=531496385902554 (accessed Jan. 06, 2026).

[2]

W. L. in R.-B. U. Experience, “Understanding Statistical Significance,” Nielsen Norman Group. https://www.nngroup.com/articles/understanding-statistical-significance/

[3]

Soundarraj, Prem & Kumar, K Kiran. (2025). An Empirical Analysis of Consumer Perception towards Supermarket and Online Shopping. European Economics Letters. 15. 2908-2918.

Zwischen Tafel und TikTok

TikTok und Konsorten sind aus der modernen Medienwelt nicht mehr wegzudenken, besonders für Jugendliche, die im Social Media Zeitalter geboren wurden und aufwachsen. Dass dies aber nicht unbedingt viel positives mit sich bringt zeigt sich besonders in der Schule. Für meine Bachelorarbeit (Eine Ente erklärt die DNA) führte ich zwei Interviews mit Lehrpersonen des Gymnasiums Dreihackengasse durch. Viele Lehrpersonen stehen auf Kriegsfuß mit den sozialen Plattformen, denn die Aufmerksamkeit ihrer Schüler:innen leide darunter. Professor Harbich, Lehrer für Deutsch und Musikgeschichte, redet gar von einer maximalen Aufmerksamkeitsspanne von 5 Minuten. Jede Information, die er seinen Schüler:innen lehren will, muss kürzer sein, sonst wird ihm nicht mehr zugehört. Frau Professor Eisenberger, Lehrerin für Biologie und Physik, erwähnt außerdem die fehlende Motivation. Schüler:innen würden sich lieber über online Trends unterhalten, als über gesellschaftsrelevante Themen, wie Klimaschutz.

Damit Schüler:innen nicht während des Unterrichtes auf ihre Smartphones schauen wurden in der Dreihackengasse Schließfächer in die Klassenräume gestellt, in denen sämtliche vom Unterricht ablenkende Geräte eingesperrt werden. Das klassische „Alle Handys aus und in den Rucksack“ aus meiner Schulzeit würde nicht mehr funktionieren.

Die Droge Social Media

Einige Studien haben bereits die problematische/anhängige Nutzung von TikTok untersucht, so viele, dass es hierfür gar eine eigene Bezeichnung gibt: „problematic TikTok use“, kurz: PTU. Diese geht mit übermäßig langen Aufenthalten am Handy einher, sowie mit Kontrollverlust, Prokrastination und Vernachlässigung anderer Tätigkeiten. Diese Abhängigkeit kann zu psychischer Belastung und einem erhöhten Risiko für Depressivität führen. [1]

Dabei kann TikTok jedoch nicht nur verteufelt werden. Während Benutzer:innen mit negativen und schädlichen Inhalten konfrontiert werden, berichten einige jedoch auch von positiven Aspekten, besonders in Bezug auf die Verbreitung von kulturellem, didaktischem und künstlerischem Content. [2]

Ich stellte mir nun die Frage: Wie gut, in welcher Form und in welchem Ausmaß würde sich TikTok oder eine ähnliche Plattform zur Verbreitung von didaktischen Inhalten eignen?

Didaktisches TikTok???

TikTok ist eine der meistgenutzten Apps bei Erwachsenen, jedoch vor allem auch bei Jugendlichen und ist auf Kurzvideo-Content optimiert. Dabei ist die App höchste aufmerksamkeitsbindend, was sie für Lernzwecke attraktiv macht. Lerninhalte könnten in kurzen Wissenshäppchen präsentiert werden.

Eine Studie [3], die den didaktischen Einfluss von TikTok aus der Sicht von Schüler:innen beschreibt kommt zu dem Ergebnis, dass 89% der Studienteilnehmenden die App für Unterhaltungszwecke verwendet. Es wurde jedoch auch die Fähigkeit hervorgehoben didaktische Inhalte effektiv zu vermitteln, besser gar als andere Methoden. TikTok würde die Schüler:innen besser dazu animieren Neues zu lernen als andere Sociel Media Plattformen. TikTok könne dabei jedoch aufgrund des Fokusses auf Unterhaltung auch ablenkend wirken. TikTok hätte das Potential ein effektives Tool zum Wissenserwerb zu sein, müsste dafür jedoch umgestaltet werden.

Für Lehrpersonen und Mediendesigner:innen ist interessant, dass viele Schüler:innen TikTok sowieso schon täglich verwenden. Die Plattform ist also genau dort, wo die Zielgruppe schon ist. Ein weiterer Vorteil ist das Microlearning: Informationen lassen sich in kleine Häppchen von unter einer Minute zerlegen. So lässt sich ein komplexes Thema in mehrere Videos aufteilen, die immer wieder wiederholt werden. Diese Wiederholungen reduzieren die kognitive Belastung, weil je nur wenige Informationen auf einmal verarbeitet werden müssen. [4]

Eine Mixed-Method-Studie [4], in der Lehrpersonen TikTok-Content für ihre Schüler:innen gestalteten zeigte, dass ein großer Teil der Schüler:innen die Inhalte der Kurzvideos direkt im Unterricht einbauen konnten. Studienteilnehmende sprachen außerdem von einer verbesserten Lehrer:innen-Schüler:innen Beziehung, da sich Lehrpersonen durch die Videos persönlicher und nahbarer präsentierten und mehr auf Augenhöge mit den Schüler:innen kommunizierten.

Umsetzbarkeit und konkrete Einsatzszenarien

(basierend auf den bereits genannten Studien und [5])

  • Erklär-Clips: Ein Fachbegriff, ein Stoffwechselvorgang oder ein Zwischenschritt aus einer komplexen Rechnung wird in einem unter 60-Sekunden-Video erklärt. Idealerweise mit Beispielen und visuellen Elementen.
  • Microlearning: Ein umfassenderes Thema (z.B. Klimawandel, Gender Studies, geschichtliches Ereignis) wird in mehrere kurzen Clips aufgeteilt, die jeweils nur einen Aspekt behandeln. So würde eine Lern-Playlist entstehen.
  • Challenges: Lehrpersonen geben ihren Schüler:innen Aufgaben in Form von Challenges. So müssen Schüler:innen z.B. eigene Kurzvideos produzieren, in denen diese wissenschaftliche Inhalte erklären.
  • Reflexion: Durch auf TikTok oftmals verwendete „Duette“ oder die „Stitch“ Funktion können Schüler:innen über gelerntes reflektieren.

TikTok trägt viel Potential für Bildung in sich, müsste hierfür jedoch noch optimiert werden. Zusätzliche Funktionen wären notwendig, um Lerninhalte gezielter auffindbar zu machen und dass Schüler:innen nicht in die Falle des „Doomscrollings“ tappen. Für Lehrpersonen kann die App, wenn richtig eingesetzt, ein zusätzlicher Lern-Space sein. Wichtig ist es allemal die Interessen der eigenen Schüler:innen nachvollziehen zu können und diese gezielt einzusetzen.

Quellen:

  1. Conte, Giulia u.a.: Scrolling through adolescence: a systematic review of the impact of TikTok on adolescent mental health. In: Eur Child Adolesc Psychiatry 2025. 34(5). S. 1511-1527, <10.1007/s00787-024-02581-w> (zuletzt abgerufen am 06.01.2026)
  2. Caponnetto, Pasquale u.a.: Does TikTok Addiction exist? A qualitative study. In: Health Psychol Res 2025. 6;13:127796, <10.52965/001c.127796> (zuletzt abgerufen am 06.01.2026)
  3. Xavierine,Jane/Shanthi, Alice (2024): Evaluating TikTok’s Educational Impact: An Analysis of Student Perspectives. In: International Journal of Research and Innovation in Social Science (IJRISS), 8(10), S.1931-1945, https://doi.org/https://dx.doi.org/10.47772/IJRISS.2024.8100166 (zuletzt abgerufen am 06.01.2026)
  4. Nochumson, Talia (2025): Exploring TikTok’s role in K-12 education: A mixed-methods study of teachers’ professional use.In: Contemporary Issues in Technology and Teacher Education, 25(1), https://citejournal.org/volume-25/issue-1-25/current-practice/exploring-tiktoks-role-in-k-12-education-a-mixed-methods-study-of-teachers-professional-use (zuletzt abgerufen am 06.01.2026)
  5. Yang, Yang u.a. (29.09.2025). TikTok in higher education: a systematic review of disciplinary applications, learning outcomes, and implementation factors. In: Interactive Learning Environments, S. 1–21, https://doi.org/10.1080/10494820.2025.2564736 (zuletzt abgerufen am 06.01.2026)

[DesRes 1] Agile_x_SelfCheckout No. 5: History of Supermarkets; Thoughts on Third Spaces and Consumerism

Supermarkets are objects of our everyday lives. They are so invisible almost, that we take them for granted and don’t think about them much, other than doing a quick google search on where the nearest supermarket is. I want to avoid the mistake of skipping the basic and most vital step for my research: putting everything in a bigger picture. To proceed so, I would like to gain a better overview and understanding of supermarkets. In order to do so, I did a quick and informal desktop research on the history of supermarkets. While I still remember the basics (e.g. 1930s USA) from my middle schools geography and economics class I want to get settled on some more details.

History

Thus I watched a TV documentary, followed by a discussion with a business economist. I also took a quick dive into the current status quo of the supermarket business in Germany and Austria and will also share some personal perspectives at the end of the blog post.

As already mentioned, the concept kicked off in the US in the 30s, in a store called King Kullen. A german pilot store opened in the year 1938 in Northern Germany’s town of Osnabrück. According to the researcher Lydia Langer the main pain points that held business people back from opening supermarkets themselves was, that they were afraid A) there will be less one on one interaction with customers and B) customers might steal products in self service stores.

Source: King Kullen

In the early 1950s Germany counts almost 40 stores that have adapted the self service concept. A milestone was reached a few years later when the first supermarket with a retail space of 1700 m2 opened to the public in North Rhine-Westphalia. The landscape of self service grocery shopping drastically changed in the 60s when the Albrecht brothers decided to give it a twist by introducing discounters. They identified high prices as a focal pain point for a lot of customers. By removing certain parts of the typical floor layout – e.g. the meat counter – and by sacrificing the aesthetic of the stores they opened up more possibilities for consumers. The documentary is followed by a discussion with the hosts of a talk show and the business economist where they discuss how the conventional supermarkets managed to backfire – e.g. by also introducing store owned brands. [1]

The fact that a retail space of 1700m2 was noted as revolutionary in the 1950s raised my attention and I got curious about nowadays conventions. For example, a hypermarket store like “INTERSPAR” commonly has something between 2500m2 and 5000m2. [2]

Personal Thoughts

As already mentioned, supermarkets are part of our everyday lives. Having everything in one place is convenient, but can also have downsides. The more products you can find in the store the more space the store requires. According to business economist Alexander Hennig supermarkets first peaked in the 70s when they would be located rather remotely for example in industrial areas of cities. During this time, people also changed their car driving habits. Today however, smaller supermarkets are becoming more and more attracting to customers, especially for those who live in cities and view a supermarket within walking distance as a necessity. [1]

Corporations like Kaufland are aware, that their stores are a focal point of people’s modern lives. In some stores they are currently testing so called “Medical Rooms” to make for example blood sampling possible on spot when grocery shopping [3]. From a personal standpoint however I will admit that I am skeptical towards these plans of the Schwarz-Gruppe. First of all, I fear that the company is rather interested in the profit they might retrieve from this concept, and that these medical check up spots will lack quality instead. Furthermore I am concerned about how this will influence the reduction of so called third spaces.

Why am I mentioning third spaces? As was already pointed out above, supermarkets are places of interaction. This raises the question: WHY do people still appreciate it (e.g. at the “Feinkosttheke”) to have this personal interaction? Düshorn, a village between Hannover and Bremen, has a non-capitalistic approach to grocery shopping. The so called “Dorfladen” in Dushorn originally started out as a compromise to find a solution for the post office, the local bakery and the Sparkasse. It is being operated as a non-profit association (”Genossenschaft”) by residents of the village. On top of buying groceries the aprox. 2.500 people living in Dushorn view the Dorfladen as a possibility to interact and catch up with others.


References

[1]

M. Janning, “Der Supermarkt – Erfolgsmodell unter Druck,” WDR Nachrichten, Dec. 20, 2022. https://www1.wdr.de/mediathek/video-der-supermarkt–erfolgsmodell-unter-druck-100.html (accessed Jan. 05, 2026).

[2]

copyrightInfo, “EUROSPAR, INTERSPAR & Co» Geschäftstypen | SPAR Österreich,” Spar.at, 2024. https://www.spar.at/unternehmen/geschaeftstypen

[3]

APOTHEKE ADHOC, “Telemedizin: „Medical Room“ im Kaufland | APOTHEKE ADHOC,” APOTHEKE ADHOC, Nov. 07, 2025. https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/telemedizin-medical-room-im-kaufland/# (accessed Jan. 05, 2026).

The world of billboards

During my previous research, I stumbled across Ankünder, the company that manages outdoor advertising in Graz. Allegedly this company is switching off their illuminated billboards at night, and I searched their website for further information relevant to interaction design and light pollution.

an Ankünder billboard in Graz
Billboard on Hauptplatz in Graz, Ankünder

I found information about their rolling advertising media “Poster Lights” and its advantages. It consists of backlit rolling (switching) posters. According to Ankünder, this method is effective due to its high visibility on the road. In addition, the rolling movement draws even more attention than the traditional billboard. They are intended to be used in combination with classic posters and are supposed to transmit high impact, recall and recognition values to the viewer.

“Poster Lights” rolling advertising media in action near Augarten in Graz

I then decided to find out more about the different types of billboards and how they are related to interaction design and light pollution.

According to the billboard service Blindspot, there are different types of billboards:

  • Static billboards, which are usually located on the side of highways and can be illuminated by another light source at night;
  • Digital billboards, which use LED or LCD screens to rotate multiple ads or display animated graphics;
  • Mobile billboards, placed on vehicles, which have the ability to reach strategic locations.
picture of static billboard
Static billboard, Pinpoint Media
picture of digital billboard
Digital billboards, Play Signage
picture of a mobile billboard
Mobile billboard on a truck, Lime Media

What changes between a digital and a static billboard is budget and flexibility. While LED or LCD billboards are more expensive, they allow content scheduling and catch more attention due to motion and bright colours. On the other hand, static billboards have higher installation costs, but they always occupy the same position, building brand familiarity. One example is the iconic Schweppes neon sign in Madrid’s Gran Vía, which is officially protected as a Monument of Cultural Interest.

picture of Schweppes billboard in Madrid
The huge Schweppes Billboard in Madrid is a mixture between static and digital, La Sexta

What caught my attention were interactive billboards. These use technology or analogue methods to create engagement with the viewer. Some methods are touchscreens, motion sensors, QR codes, and VR (in combination with one’s phone), but on another service called Media Venue I also read about scented billboards, a billboard that is a rock-climbing wall, or a company that gave its public the chance to vote on social media for the billboard to be displayed.

interactive billboard that can be climbed by Ikea Clermont-Ferrand
Billboard that can be climbed by Ikea Clermont-Ferrand, Archilovers

Die Geschichte darüber, wie ich mich auf die künstlerische Bühne bringen will ._. (Part 8&9. Analyse 👀)

Hallo wieder! Ich hoffe, eure Weihnachtszeit war schön und ihr seid wieder bereit für wissenschaftliches Zeug 🙂 Heute habe ich mit der Analyse begonnen, genauer gesagt damit, wie sich andere Künstler:innen nach außen präsentieren.

In den Analysen werden die visuelle Identität, Persona und Narrativ, die mediale Präsenz sowie Haltung und Werte untersucht. Im heutigen Beitrag wird die Künstlerin Ellen Sheidlin analysiert.

Wie sie angefangen hat?

Ellen Sheidlin wurde im Jahr 1994 in Russland geboren. (Sheidlin, o.J. a) Ellen Sheidlin begann ihre öffentliche Präsenz nicht im klassischen Kunstkontext, sondern auf digitalen Plattformen, insbesondere über einen YouTube-Kanal, mit einer der populärsten Videoreinen “Das Geheimnis meiner Fotos” in dem die Künstlerin Prozess ihrer Arbeit gezeigt hat. Bereits in diesen frühen Arbeiten zeigte sich ein starkes Bewusstsein für Bildkomposition, Farbigkeit und Inszenierung. Auch wenn der Content formal noch näher an Influencer-Formaten lag, wurde der eigene Körper früh als zentrales Ausdrucksmittel eingesetzt. Die Plattform YouTube fungierte dabei als Experimentierraum, in dem visuelle Identität, Persona und Erzählweise schrittweise entwickelt wurden. (Sheidlin, o.J. b)

Die frühe YouTube-Phase kann somit als Fundament verstanden werden, auf dem Elen Sheidlin ihre spätere künstlerische Identität aufbaute. Sie ermöglichte Sichtbarkeit, Selbstexperiment und Publikumsinteraktion und schuf jene mediale Kompetenz, die später zu einem zentralen Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis wurde.

Hat sie ihr eigenes Stil?

Ellen Sheidlin arbeitet mit einer hochgradig konsistenten visuellen Sprache, die sich durch intensive Farbigkeit, surrealistische Bildwelten und digitale Inszenierungen auszeichnet. Wiederkehrend sind vor allem kräftige, teils künstlich wirkende Farben, glatte Oberflächen sowie die Kombination aus Körper, Objekt und digitalem Raum.

Sie arbeitet in unterschiedlichen Medien: painting / photography / digital video art / sculpture / illustration (Sheidlin, o.J. a)

In den Arbeiten von Elen Sheidlin ist der eigene Körper nahezu durchgängig als zentrale visuelle Figur präsent. Die Künstlerin positioniert sich in ihren Fotografien und Inszenierungen bewusst im Mittelpunkt der Bildkomposition und übernimmt damit gleichzeitig die Rolle von Subjekt, Objekt und Medium der Darstellung (Sheidlin, o.J. c):

(sheidlina, 2020 a)

(sheidlina, 2020 b)

(sheidlina, 2020 c)

Durch die wiederholte Verwendung des eigenen Körpers entsteht eine hohe Wiedererkennbarkeit, die wesentlich zur Markenbildung beiträgt. Gleichzeitig erlaubt diese Strategie eine kontinuierliche Variation der erzählten Inhalte, ohne die visuelle Identität zu destabilisieren. Der Körper wird damit zum konstanten Anker innerhalb wechselnder Themenfelder.

Besonders relevant ist, dass Elen Sheidlin ihren Körper nicht im Sinne eines idealisierten oder normativen Schönheitsbildes einsetzt, sondern ihn bewusst als Projektionsfläche für Spannungen, Widersprüche und innere Zustände nutzt. Dadurch verschiebt sich der Fokus von Selbstdarstellung hin zu Selbstverhandlung: Der Körper wird zum Ort, an dem individuelle Erfahrungen mit kollektiven Problemen verschränkt werden.

Narrativ

Die Künstlerin selbst steht im Zentrum ihrer Arbeiten. Ellen Sheidlin agiert nicht nur als Produzentin der Kunst, sondern zugleich als Figur, Medium und Performance. Ihre Persona ist bewusst konstruiert und changiert zwischen Überzeichnung, Ironie und emotionaler Offenheit.

Ihr pseudonym hat sie von ihrem damaligen Ehemann Evgeniy Sheidlin genommen, mit dem sie 15 Jahren lang zusammen war und vor kurzen ihre Partnerschaft beendet hat. Über ihr privates leben hat Ellen Sheidlin viel in interviews erzählt und oft die interviews mit ihrem Man zusammen gegeben hat. Ihr Ehemann hat sie von Anfang sehr unterstützt und als erster Fotograf für ihre Kunstwerke diente. (vdud, 2023)

Das Narrativ ihrer Marke speist sich aus einer Spannung zwischen Intimität und Inszenierung. Einerseits zeigt Elen Sheidlin emotionale Zustände, persönliche Erfahrungen und subjektive Wahrnehmungen, wodurch beim Publikum der Eindruck von Nähe und Authentizität entsteht. Diese Offenheit ermöglicht Identifikation und verstärkt die Bindung zwischen Künstlerin und Rezipient:innen.

Andererseits bleibt diese Intimität stets ästhetisch kontrolliert und strategisch gerahmt. Die gezeigten Emotionen sind Teil einer bewusst konstruierten Bildsprache, die weder spontane Selbstenthüllung noch dokumentarische Unmittelbarkeit anstrebt. Stattdessen wird Nähe inszeniert, ohne die Grenze zwischen privatem Selbst und öffentlicher Persona aufzulösen. Die Distanz bleibt gewahrt und wird zum konstitutiven Bestandteil ihres Self-Brandings.

Gerade in dieser kontrollierten Balance zwischen Offenheit und Abgrenzung liegt die Stärke der künstlerischen Markenbildung: Intimität fungiert nicht als Selbstzweck, sondern als kommunikatives Mittel, das Sichtbarkeit erzeugt, ohne Autonomie aufzugeben.

Haltung & Werte

In der Arbeit von Ellen Sheidlin dienen persönliche Erfahrungen wiederholt als unmittelbarer Ausgangspunkt für künstlerische Arbeiten. (vdud, 2023) Private Lebensereignisse werden dabei nicht narrativ erklärt oder öffentlich kommentiert, sondern in verdichteter Form visuell verarbeitet. Die Künstlerin nutzt ihre eigene Bildsprache, um innere Zustände sichtbar zu machen, ohne diese explizit zu kontextualisieren.

Ein prägnantes Beispiel dafür ist die Phase nach einer Trennung, in der Ellen Sheidlin zwei Fotografien veröffentlichte, die deutlich von einer veränderten emotionalen Tonalität geprägt sind:

“It’s been like learning to breathe again – shedding an old skin that no longer fits, finding myself in a world I’ve never known before. I was 15 when I first fell in love, and at 30, I’ve discovered what it means to rebuild yourself after losing something that defined you for half your life.”

(sheidlina, 2025 a)

(sheidlina, 2025 b)

Anstelle von erklärenden Texten oder direkten Aussagen über das Ereignis wird der innere Zustand über Körperhaltung, Blick, Komposition und Atmosphäre vermittelt. Der eigene Körper fungiert dabei als Träger von Verlust, Leere und emotionaler Spannung, ohne dass das private Ereignis selbst ausgesprochen wird.

Ein weiteres Beispiel lässt sich in Arbeiten erkennen, die im Kontext einer langen räumlichen Trennung von ihren Eltern entstanden sind. In einer Fotografie, die diesen Zustand thematisiert, wird körperliche Nähe nicht gezeigt, sondern vielmehr ihr Fehlen visualisiert. Während der Körper Nähe und Geborgenheit vermittelt, ist ihr Kopf von einer transparenten Blase umschlossen. Dieses Element erzeugt eine visuelle Trennung zwischen physischer Nähe und innerer Wahrnehmung.

Die Blase steht dabei für emotionale Distanz und das Gefühl innerer Abgeschlossenheit, das trotz des Wiedersehens bestehen bleibt. Persönliche Erfahrung wird nicht erklärt, sondern über Körper, Raum und Symbolik in eine allgemein lesbare Bildsprache übersetzt:

(sheidlina, 2025 c)

Charakteristisch ist, dass Elen Sheidlin persönliche Krisen nicht isoliert oder dokumentarisch darstellt, sondern sie in ihre bestehende visuelle Identität integriert. Auch in Momenten emotionaler Verletzlichkeit bleibt die ästhetische Kontrolle erhalten. Die persönliche Erfahrung wird nicht zum Bruch mit der Marke, sondern zum Bestandteil ihres kontinuierlichen künstlerischen Narrativs.

Neben der Verarbeitung persönlicher Erfahrungen greift Elen Sheidlin in ihren Arbeiten auch gesellschaftliche Themen auf und integriert kommerzielle Aufträge in ihre visuelle Praxis:

(sheidlina, 2022)

(sheidlina, 2021)

Öffentliche Diskurse und Werbekampagnen werden dabei nicht getrennt von ihrer künstlerischen Identität behandelt, sondern in dieselbe ästhetische Sprache überführt. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen persönlichem Ausdruck, öffentlicher Kommunikation und kommerzieller Inszenierung.

Soziale Netzwerke

Wie bereits erwähnt, begann Elen Sheidlin ihren öffentlichen Weg auf YouTube, wo sie zunächst persönliche und visuell experimentelle Videoformate veröffentlichte. Diese frühe Phase diente als Ausgangspunkt für die Entwicklung ihrer medialen Kompetenz und ihres Gespürs für Inszenierung. Mit der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch zunehmend auf Instagram, das sich als zentraler Ort ihrer künstlerischen Praxis etablierte.

Ein weiteres zentrales Element ihres Self-Brandings ist der bewusste Einsatz ihres echten Nachnamens. Sie tritt konsequent unter ihrem realen Namen auf, den sie sowohl für die Benennung ihres Instagram-Accounts als auch ihrer Website nutzt. So wird der Name zur Marke: Er steht nicht primär für eine private Person, sondern für eine kuratierte künstlerische Identität. Die Konsistenz in der Namensverwendung über verschiedene Plattformen hinweg verstärkt die Wiedererkennbarkeit und sorgt für eine klare Zuordenbarkeit der Arbeiten.

Auf Instagram fungiert die Plattform nicht lediglich als Präsentations- oder Marketinginstrument, sondern als integraler Bestandteil des künstlerischen Werks. Einzelne Beiträge sind selten isoliert zu betrachten, sondern entfalten ihre Bedeutung im Zusammenspiel mit anderen Bildern, Serien und zeitlichen Abfolgen. Der Feed wird zu einer kuratierten Erzählfläche, in der visuelle Kohärenz, Wiederholung und Variation gezielt eingesetzt werden.

(Sheidlin, o.J. c)

Persönliche Themen, gesellschaftliche Fragestellungen und kommerzielle Inhalte werden innerhalb desselben ästhetischen Rahmens verhandelt. Auch bezahlte Kooperationen oder Werbekampagnen unterscheiden sich formal kaum von freien Arbeiten. Dadurch werden kommerzielle Inhalte nicht als Bruch wahrgenommen, sondern als Fortführung der bestehenden visuellen Identität. Werbung wird Teil der künstlerischen Erzählung, nicht ihr Gegenpol.

Instagram lässt sich somit als hybrider Raum beschreiben, in dem Kunst, Öffentlichkeit und Kommerz bewusst miteinander verschränkt werden. Die Plattform ist nicht nur Distributionskanal, sondern prägt maßgeblich die Form, Rezeption und Bedeutung der Arbeiten und wird damit selbst zu einem aktiven Bestandteil des künstlerischen Self-Brandings.

Elen Sheidlin nutzt in der Regel keine Hashtags und die Bildbeschreibungen sind meist sehr kurz gehalten oder bestehen lediglich aus einzelnen Worten oder knappen Aussagen. Diese reduzierte Textpraxis lenkt den Fokus konsequent auf das Bild selbst und vermeidet eine inhaltliche Vorinterpretation. Die Bedeutung der Arbeiten wird nicht erklärt, sondern bleibt offen für individuelle Lesarten.

(Sheidlin, o.J. c)

Auch der Instagram-Header von Ellen Sheidlin folgt einer bewusst reduzierten Branding-Strategie. Anstelle einer ausführlichen Selbstbeschreibung oder erklärender Texte beschränkt sich die Profilbeschreibung auf wenige Informationen sowie auf Links zu ihrer Website und weiteren sozialen Netzwerken. Der Fokus liegt nicht auf verbaler Selbsterklärung, sondern auf Weiterleitung und Struktur.

(Sheidlin, o.J. c)

Quellen:

Sheidlin, Ellen (o.J. a): CV. In: Ellen Sheidlin, https://sheidlina.com/artist-cv/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

Sheidlin, Elena (o.J. b): Elena Sheidlin. In: https://www.youtube.com/@ElenaSheidlina (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

sheidlina (08.06.2020 a): I’m burning in the sun [Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/CBLHbE0HA9c/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

sheidlina (26.03.2020 b): Selbstisolation. Geschichte Nummer eins. [Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/B-NIJUCKrAA/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

sheidlina (04.09.2020 c): Ms Scarecrow, you look messy. [Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/CEt6s6knuBv/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

Sheidlin, Ellen [@sheidlina] (o.J. c): Instagram‐Fotos und ‐Videos [Instagram‐Profil]. In: Instagram, https://www.instagram.com/sheidlina/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

vdud (06.09.2023): Ellen Sheidlin – Russischer Star der Weltkunst / vDud. In: Youtube, https://www.youtube.com/watch?v=3TEKiX9UoY4 (zuletzt aufgerufen am 03.01.2026)

sheidlina (09.03.2025 a): How do you exist alone after fifteen years as two? [Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/DG-z1-czMv9/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

sheidlina (19.03.2025 b): Casting for contenders is now open.[Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/DHY6jCnz12N/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

sheidlina (08.12.2025 c): Before leaving, I created a photograph with my mother..a small inner shelter made from her love. [Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/DSAoyVPk78s/?img_index=1 (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

sheidlina (14.02.2022): May love keep our home safe.[Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/CZ9tFLgqVP7/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

sheidlina (16.11.2021): A special ritual of berry picking, a beauty that can only fit in the new Raspberry-Bramble [Instagrampost]. In: Instagram, https://www.instagram.com/p/CWV1tCYK-Fy/ (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026)

#6 Technology Acceptance Across Ageing Societies

Central and Northern Europe: Austria, Finland and the Netherlands

In many European nations, the digital gap is defined by a sharp decline in internet use as individuals enter their late 70s and 80s.

  • Austria: A significant gap persists between younger and older cohorts. While 95% of Austrians aged 16 to 74 used the internet in 2023, only 53.8% of those aged 75 to 84 were online. Within this older group, the gap widens further: 64% of 75- to 79-year-olds are online, compared to just 43% of those aged 80 to 84. [3]
  • Finland: Research highlights that the gap is not just age-dependent but linked to frailty. While 80% of non-frail Finnish individuals have internet access, this drops to 46% among those considered frail, indicating that health status is a primary driver of the digital divide in this region. [4]
  • The Netherlands: Studies here show that technology use is negatively associated with lower social status and physical functioning, though gender differences in ICT use were not significantly observed in Dutch samples. [4]

Japan: Leading with Followers

Japan is a unique case due to its position as a world leader in demographic ageing, which has turned the country into a global laboratory for technology adoption.

  • Necessity as a Driver: Unlike other nations where technology may be viewed as a luxury, Japan’s acute labour shortages in agriculture and caregiving have forced a higher acceptance of automation. For example, the average age of a Japanese farmer is 68.4 years, leading to the widespread deployment of ICT-enabled heavy machinery to augment the skills of an ageing workforce. [1]
  • Psychological Drivers: A comparative study between Japan and the UK regarding online public services found that self-efficacy and ageing satisfaction were more prominent determinants of technology readiness and usage in the Japanese elderly population. [1]

What is ICT-enabled heavy machinery?

At its core, heavy tech machinery refers to large, powerful equipment integrated with modern technologies like GPS, telematics, IoT (Internet of Things) sensors and advanced software. Unlike their purely mechanical predecessors, these machines can communicate, self-diagnose and perform tasks with a high level of accuracy. [2]

The United States: Sociodemographic and Racial Patterns

In the United States, the digital age gap is heavily influenced by a combination of sociodemographic factors and physical health.

  • Patterns of Use: US data indicates that technology use among older adults is strongly correlated with younger age, male gender, white race, higher education and being married. [4]
  • Health as a Barrier: Also physical fitness is a major hurdle; more than 75% of the American population aged 65+ reports difficulties in physical functioning, which correlates with decreased technology use. Furthermore, approximately 21% of US seniors have visual impairments that complicate digital screen interaction. [4]

Developing Countries: China and Bangladesh

In developing regions, the gap is often influenced by cultural norms and the speed of infrastructure development.

  • China: This region has seen a surge in research, particularly regarding smartphone acceptance. However, findings suggest that Chinese seniors under 65 are more likely to adopt these technologies, while older cohorts remain more resistant. [5]
  • Bangladesh: A distinct cultural gap exists here; older adults traditionally use mobile phones only for typical voice calls. The concept of receiving health care advice via a phone is a relatively new and daunting concept, leading to higher levels of technology anxiety compared to developed nations. [5]

Sources

[1] K. Kushida, “Japan’s Aging Society as a Technological Opportunity,” 2024. Accessed: Dec. 23, 2025. [Online]. Available: https://carnegie-production-assets.s3.amazonaws.com/static/files/ Kushida_Demographics%20and%20Tech%20Trajectories_final.pdf#page=23.21

[2] “What Exactly is Heavy Tech Machinery?,” Heavytechservices.ca, 2025. https://www.heavytechservices.ca/what-exactly-is-heavy-tech-machinery (accessed Jan. 05, 2026).

[3] N. Djahangiri, V. Kropfreiter, and J. Peterbauer, Internetnutzung von älteren Menschen in Österreich: Ergebnisse der Erhebung zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in Haushalten 2023. Wien, Austria: Statistik Austria, 2023.

[4] N. Halmdienst, M. Radhuber, and R. Winter-Ebmer, “Attitudes of elderly Austrians towards new technologies: communication and entertainment versus health and support use,” European Journal of Ageing, vol. 16, no. 4, pp. 513–523, Apr. 2019, doi: https://doi.org/10.1007/s10433-019-00508-y.

[5] Y.-Y. Yap, S.-H. Tan, and S.-W. Choon, “Elderly’s intention to use technologies: A systematic literature review,” Heliyon, vol. 8, no. 1, p. e08765, Jan. 2022, doi: https://doi.org/10.1016/j.heliyon.2022.e08765.

Embodied Interaction: How the Body Influences Our Perception of Slowness 7/10

Some focus and writing tools deliberately avoid real-time notifications or visual noise, allowing users to remain physically settled for longer periods.

Good example is iA Writer, which minimizes interface elements to reduce physical and cognitive agitation.

Identitfiying the problem

The last weeks I was facing some struggles which is why this post was on-hold for a while. I felt a bit stuck and the reason is the size of this topic’s scope. While being unsure about the direction my research would take, I continued investigating about the neurological disorder and gathered more information. Although it made me feel like I could understand it better I felt a bit overwhelmed by the broadness of this topic and the lack of a cleary defined problem for my research.

Luckily I was able to organize a zoom meeting with a journalist that is diagnosed with migraine as well and dedicates their time to raise awareness about this disease. This conversation helped to identify core topics and possible themes i could look into.

These were some of the key takeaways from our meeting:

  • when talking to them and hearing about their own individual experience with migraine I realized how many aspects I could relate to but there were still several differences in how migraine affects us e.g.
    • the frequency of attacks (chronic migraine or episodical migraine)
    • intensity of an attack
    • aura
  • they mentioned the importance of talking to other migraineurs to feel more seen and understood
  • we have both used migraine apps to track our triggers and pain days
  • we agreed that awareness of this disease has increased over the last 20 years, but in our experience, it remains stigmatised and often misunderstood
  • they have created a very interesting sound installation to let people have an experience with an overwhelming migraine attack

This interview was essential to realize that my research and reflections outside of the investigation had already progressed so much and taken one direction without me noticing. The reason being that I didn’t take enough notes and that most of my thoughts weren’t written down to organize them which led to me feeling overwhelmed. I felt like I was already several steps ahead but this research diary was still on page 3. Another reason may be that since I am affected by this disorder I feel like already have a strong foundation of this topic and personal experiences with digital tools like Apps but at the same time I am trying to look into this topic from a scientifical and design perspective. Combining those perspectives turned out to be harder than I imagined, however I still belive that it could be significant for this research. As I have to find a way to incorporate both takes to have a meaningful result.

What does this topic have to do with design?

You may wonder about the relation of migraine with design as I haven’t really elaborated my intention. Design helps to create solutions whenever there are problems and a Designer decides to dedicate their time to ideate a creative solution to minimize the problem. But where does the problem lie in this case?

First of all one essential problem is the fact that there is no awareness about this complex disorder. I have mentioned this in previous blog posts but I realized it’s connection to the other problems. As this disease is not talked about enough it remains a stigmatized topic in our society with no space to talk about pain and sufferment caused by it. This could be a reason for migraineurs not being able to recognize their condition in the first place. With poor awareness and knowledge about this neurological disorder how should you even understand what is happening to you? Another problem is the difficulty of being diagnosed correctly and receive care by a healthcare professional and the time to get attended at a neurological appointment to be examined. I was about 19 years old when I learned that I had migraine with aura during my first appointment at a neurological institution I had been waiting for a year. The WHO (2025) states that the main clinical barrier lies in the lack of knowledge among health care providers.

The lack of effective communication between healthcare providers and their patients as a reason for unawareness of ways to reduce migraine attacks by lifestyle changes and stress management. Since almost everything is considered a trigger and the list of triggers is long and confusing and varies in most migraineurs. Why an attack is triggered at a certain point or what triggers it are questions that still need further investigation according to the Medical University Vienna (2016). But the patient education is a significant part of improving their condition (WHO,2025).

One approach to reduce the frequency of migraine attacks is to use so called pain calendars. There are physical paper templates (see image below) to write down the times you experienced a migraine and some of its characteristics e.g.

  • pain severity
  • symptoms
  • duration of pain
  • triggers (sleep quality, stress, menstruation, weather, etc.)

Personally I got tired of printing these templates my neurologist gave me and looked into digital solutions. Mobile apps have been developed for migraineurs to offer a fast and portable overview recognise triggers and warning signs and in the best case identify patterns (see image below). Currently, there are several apps that are either free or chargeable. My goal is to conduct a short evaluation of selected apps to analyze their design and effectiveness from a UX Design perspective. My hypothesis is that most of these apps are designed to track everything without even mentioning the risks on mental health and blame and controling self-management behaviour. From personal experience a few years ago when I used apps to track pain triggers I noticed a correlation in myself to developing a pesimistic and fearful mindset of sufferment. Therefore I am going to look into this issue and whether other patients also experience overanlalyzing and blaming oneself when an attack occurs although they made “healthy” choices.

My following approach

To distance myself a bit more from my own experiences and take the role of a User Researcher, i plan to create an online survey about migraine with and without aura. The goal will be to ask participants for the individual experience of aura and gather more insight into what migraineur’s struggles are. Besides, I would like to find out if they use any tools to track their pain days and if yes, which ones. Lastly, it could be interesting to ask them about a way to simulate an attack to raise awareness about migraine and if they can imagine it to be implemented in VR or with an App or an art installation?

Sources