IMPULS 03: a thousand boy kisses – Part 2 

Das Buch ist sehr emotional, sehr herzzerreißend und hat grundsätzlich eine sehr einfache Storyline. Es gibt einen klaren roten Faden und es lässt viele Tränen fließen. Die Charaktere sind sehr klar definiert und ausgearbeitet. Außerdem gibt es noch einen weiteren Punkt, warum sich dieses Buch sehr gut für eine Verfilmung (meiner Meinung nach und ohne bis jetzt viel Recherchiert zu haben) eignet: Es gibt nur zwei Charaktere, was das Casting einfacher machen würde. Außerdem gibt es einige (Schlüssel-) Szenen, die nicht nur wichtig für die Geschichte sind, sondern sich auch potenziell umsetzen lassen. 

  1. Das Wiedersehen bzw. die Nachricht von Poppys Krankheit an Rune: Es sind nur die beiden in der Szene vorhanden und sie spielt in einem Park. Eigentlich gibt es dabei die Kirschbäume, allerdings sind diese noch nicht bzw. schon geblüht, weshalb sie zu diesem Zeitpunkt nicht relevant sind. Die Szene funktioniert allerdings nur, wenn die Schauspieler:innen sehr gut spielen, da sie sehr emotional aufgeladen ist. Es ist aber eine sehr wichtige Szene im Buch. 
  2. Meine Lieblingsszene und das Ende des Buches: Diese Szene ist wahrscheinlich nicht umsetzbar, aber ich wollte sie trotzdem erwähnen, da es meine Lieblingsszene ist. Bevor Poppy stirbt, nimmt sie Rune das Versprechen ab, dass er ihr ihre Küsse „zurückschickt“, was er aber erst ein Jahr später machen darf, „weil Poppy gelesen hat, dass erst ein Jahr später etwas im Himmel ankommt“. Also organisiert Rune, dass die Nachbarschaft zusammenkommt, und sie schicken alle zusammen mit diesen chinesischen Laternen (die leider bei uns verboten sind) alle tausend Herzen in den Himmel zu Poppy. 
  3. Poppys Tod: Poppys Tod ist eine eigene Szene, die sich über mehrere Seiten zieht. Er ist sehr emotional und traurig, aber gleichzeitig passieren viele sehr wichtige Dinge dabei, die die Charaktere prägen und in der Geschichte mehrmals vorkommen. 
  4. Das Erfüllen der letzten Wünsche von Poppy: Das erstreckt sich über mehrere Kapitel und es gibt noch ein paar Dinge, die Poppy und Rune sich gegenseitig erfüllen bzw. zusammen erleben. Das würde das Werkstück allerdings länger machen und es ist die Frage, ob es machbar ist. 

Diese Szenen lassen sich theoretisch auch zusammenführen und vereinen. Ich glaube auch, dass es dabei auch viel auf den Theorie- bzw. Literaturteil der Arbeit rauskommt. Derzeit habe ich ein Kapitel geplant, in dem es um das Schreiben von Drehbüchern geht: Was kann man weglassen, was muss drinnen bleiben, wie verändert man Szenen etc.? 

Weiterführende Links: 

https://www.cinemaexpress.com/english/news/2024/Jun/28/stephen-chbosky-to-direct-adaptation-of-tillie-coles-novel-a-thousand-boy-kisses

https://www.tiktok.com/@thahirah.core/photo/7570450126985022738?q=a%20Thousand%20boy%20kisses&t=1792428778008

https://www.tiktok.com/@etc.bytiffanydawson/video/7622951945250049302?q=a%20Thousand%20boy%20kisses&t=1792428778008

IMPULS 02: a thousand boy kisses (SPOILER)

Mein erster Impuls-Beitrag bringt mich auch fließend zu meinem nächsten. In meinem Gespräch mit Daniel haben wir auch beredet, ob es schon ein konkretes Buch bzw. eine Buchszene gibt, die sich als Werkstück eignen würde. Generell würde ich als Werkstück für meine Masterarbeit eine bestimmte Buchszene umsetzen und verfilmen: Von Drehbuch umschreiben bis hin zu Filmen und die Postproduktion. 

Eines steht auf jeden Fall fest: Buchverfilmungen gibt es schon gefühlt immer und manche sogar mehrfach. Da lässt sich auf jeden Fall untersuchen, was bestimmte Produktionen erfolgreich gemacht hat und andere nicht. Außerdem lässt sich auch der Beliebtheitsgrad bzw. die Kritik dahinter analysieren. 

Der Impuls, um den es in diesem Beitrag geht, ist tatsächlich noch in den Sommerferien „passiert“. Ich liebe es zu lesen, meine Instagram For You Page ist voll von Booktok-Content (worum es in meinem nächsten Impuls-Beitrag gehen wird) und ich bin immer offen für Buch-Recommendations. Also habe ich mit einer Freundin mit ähnlichem Buchgeschmack geredet und sie hat mir ein seit einigen Jahren schon gehyptes Booktok-Buch vorgeschlagen: a thousand boy kisses. Also habe ich meine Sommerferien perfekt genutzt und viele Bücher gelesen – unter anderem auch das oben genannte. 

Grundsätzlich geht es in diesem Buch um Poppy und Rune. Die beiden sind, seit sie Kleinkinder sind, beste Freunde und wohnen nebeneinander, seit Runes Familie von Norwegen nach Amerika gezogen ist. Charakterlich könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein, trotzdem sind sie unzertrennlich. Poppy ist lebensfroh, energiegeladen und lebt sehr im Moment. Sie träumt groß, ist ehrlich und ihr ist ziemlich egal, was andere von ihr denken. Rune dagegen ist verschlossen, oft nicht so gut drauf und ein „Miesepeter“. Als die beiden neun sind, stirbt Poppys Großmutter, die bis dahin ihre größte Bezugsperson war. Bevor sie für immer einschläft, schenkt sie Poppy ein großes Einmachglas mit tausend rosa Papierherzen gefüllt. Sie erzählt ihrer Enkelin, dass ihre liebste Erinnerung die Küsse ihres Ehemannes – Poppys Opa – war. Besonders die, die in speziellen Momenten passiert sind oder sich einfach richtig angefühlt haben. Sie will, dass Poppy jeden dieser Küsse in ihrem Leben auf ein Herz schreibt, damit sie später ein Glas voller ihrer liebsten Erinnerungen hat und es auch eines Tages ihren Enkelkindern weiterreichen und erzählen kann. Poppy erzählt Rune davon, was die beiden noch mehr vereint. Auch wenn sie es noch nicht wissen, entsteht zwischen den beiden Neunjährigen schon damals eine innige Liebe. Bis Runes Familie, als er 15 ist, plötzlich auf unbestimmte Zeit wieder zurück nach Norwegen ziehen muss. Die beiden sind untröstlich und Rune verfällt in seiner Persönlichkeit in einen beinahe unausstehlichen Menschen. Nach nur zwei Monaten bricht Poppy plötzlich den Kontakt zu Rune ab, der die Welt nicht mehr versteht. Zwei Jahre später zieht seine Familie wieder zurück nach Amerika – in dasselbe Haus neben Poppy. Das Wiedersehen der beiden ist komisch, emotional aufgeladen und verläuft nicht sonderlich gut. Doch nachdem sie sich endlich versöhnt haben, kommt der nächste Schlag ins Gesicht: Poppy hat nur mehr wenige Monate zum Leben. Zwei Monate nachdem Rune weg war, erkrankte sie an einer unheilbaren Krankheit. Schon damals standen ihre Überlebenschancen sehr schlecht und sie dachte nicht, dass sie Rune jemals wiedersehen würde. Als es doch so weit ist, ist jedoch klar: Außer einigen wenigen Monaten wird es keine Zukunft für die beiden geben. Poppys einzigen Wünsche sind: Noch einmal die Kirschbaumblüte neben ihrem Haus erleben und ihre „thousand boy kisses“ voll zu bekommen. Rune ist wie verwandelt und setzt alles daran seiner Poppy ihre letzten Lebenswünsche zu erfüllen. Der letzte Kuss, den die beiden zusammen verbringen, ist nicht nur der tausendste, sondern auch Poppys allerletzter. Minuten später schließt sie ihre Augen für immer. 

Weiterführende Links: 

https://www.goodreads.com/book/show/25912358-a-thousand-boy-kisses (Funfact: Das Buch hat fast 500.000 Bewertungen)

https://deadline.com/2024/06/a-thousand-boy-kisses-movie-stephen-chbosky-netflix-1235984738

https://netflixlife.com/posts/a-thousand-boy-kisses-movie-adaptation-in-the-works-at-netflix

IMPULS 01: Gespräch mit Daniel Bauer und was es mit „Booktok“ auf sich hat

Ich bin in das Gespräch mit zwei bzw. zweieinhalb potenziellen Themen für eine Masterarbeit hineingegangen, unsicher ob DAS richtige dabei ist. Mein einziges Ziel ist bzw. war es, ein Thema zu finden, dass mir Spaß macht, das ich gerne mache und wo ich viel Liebe (zur zusätzlichen viel Zeit) hineinstecken kann. 

Meine Überlegungen waren die folgenden: Zuerst habe ich darüber nachgedacht und mit Daniel Bauer diskutiert, ob sich meine bisherigen Blogpost-Themen für eine Masterarbeit eignen und ob ich diese in meiner beruflichen Zukunft weiterverfolgen möchte. Da ich mich bereits in meinem Bachelorstudium (und in meiner Freizeit) viel mit dem Thema Sport und Sportdokumentationen beschäftige bzw. beschäftigt habe, war ich mir sehr unsicher, ob ich mich nochmal so intensiv damit befassen will und kann, ohne den Spaß an der Freude zu verlieren. Daniel war zwar der Meinung, dass, wenn ich Sport Videographie oder Content Creation beruflich verfolgen möchte, es sich auf jeden Fall lohnt, eine Masterarbeit zu diesem Thema zu verfassen, aber für mich hat es sich tatsächlich nicht ganz richtig angefühlt und ich wollte mal etwas Neues ausprobieren. Die One-Shot-Filme standen auch noch kurz im Raum, weshalb sie für mich als halbes mitgebrachtes Thema gelten.  

Womit wir auch schon zu meinem zweiten „ganzen“ Thema kommen:  Buchverfilmungen. Nachdem ich Daniel ausführlichst über das bestehende „Booktok-Universum“ aufgeklärt habe, sind wir dazu gekommen, das Themengebiet potenziell einzugrenzen. Während dem Gespräch habe ich auf jeden Fall gemerkt, dass mein Bauchgefühl definitiv auf dieser „Themengebietseite“ ist und es mir auch sehr Spaß macht, darüber nachzudenken, zu reden und zu recherchieren. Daniel hat mich auch gefragt, welcher Aspekt mich an dem Thema „Buchverfilmungen“ am meisten interessiert. Meine Antwort „eigentlich alles“ war ihm nicht eingrenzend genug, weshalb wir ein bisschen weiter darüber diskutiert haben mit dem Versuch, alles etwas konkreter zu gestalten.  Dabei hat sich herauskristallisiert, dass es doch etwas schwieriger ist, das Ganze einzugrenzen, da mich wirklich ALLES daran interessiert: Wie wird ein Buch zu einem Drehbuch, was lässt man weg bzw. tut man dazu? Wie sehr hält man sich an das Geschriebene? Wie sehr sind Autor:innen in dem Prozess involviert, vor allem auch beim Drehbuchschreiben? Wie gestaltet man das Casting und Setdesign, da man die verschiedensten Vorstellungen der Buchwelt für alle „real“ definiert? Wie läuft auch die Postproduktion ab, wie fängt man den „Vibe“ des Buches ein? Vor allem durch Booktok – also TikTok (bzw. alle Social Media Plattformen die Short Form Videos beinhalten) über Bücher – hat eine große Meinung zu Buchverfilmungen. Was wird dann ein Hit und was nicht? Wie groß ist der kommerzielle Vorteil für Produzenten, da man fast sicher ein gewisses Publikum für den Film bekommt und ganz sicher ist, dass sich Menschen den Film (oder die Serie) anschauen werden, wenn das Buch halbwegs erfolgreich und beliebt war? 

Man sieht also, dass sich hierbei viele Fragen aufgeworfen haben, die ich hoffentlich in meiner Masterarbeit beantworten kann – zumindest zum Teil. Ich habe mich jetzt dazu entschieden, mit der (eventuellen) Forschungsfrage „Wie wird ein Buch zu einem Film und wie wird es erfolgreich?“ zu beschäftigen. 

Weiterführende Links: 

https://eu.usatoday.com/story/entertainment/books/2026/08/15/booktok-adaptations-tv-movies/91203901007

https://www.medimops.de/buchverfilmungen

https://www.bbc.co.uk/bitesize/articles/z9cgnk7

IMPULSE #1 | 📓 Design Research 3

Summer-Break Update

Over the past several months I took some time to look into other areas of interaction design. Initially I wanted to research interface design for older adults, but I kept finding existing studies, bachelor’s and master’s theses that already covered the topic. It didn’t feel innovative. Since then I’ve shifted to the topic of deceptive patterns as it is currently in public discourse. (e.g. Engagement-Optimized Algorithms)

Recently, more related topics like solarpunk, capitalism, social media and as already mentioned deceptive patterns came to my attention. Social media platforms monetize on attention, which ties their revenue directly to how long users stay engaged. This incentivises comapnies to create addictive algorithms and to use deceptive patterns.

In this context, I found the book Desing after Capitalsim by Matthew Wizinsky which I am currently reading. The author argues that design needs to be reoriented away from exploitative and growth driven models towards much fairer and more sustainable ones.

For my first blog post I watched a lecture about this topic from the author.

This lecture was focused on Design design after Capitalism. Matthew Wizinsky was talking about difference of Design (with capital d or expert design) and design (lowercase d or diffuse design). He describes Design as the the design being practised by trained designers whereas design is performed by everybody. Most importantly he mentioned that expert design can help facilitate diffuse design.

Facing the Polycrisis

The speaker mentioned that humanity are currently facing a poly-crisis: ecological, economic and social crises. They are not separate problems but overlap and reinforce each another. He asked himself if design can help us imagine a life after capitalism.

How can we begin to think beyond capitalist logics and subjectivities, so that we can start to labor, work, act and live in different ways?

This question resonated with me because I have noticed in my own work that much of what I design is driven by business interests and not the users. Companies decide goals and metrics, so in the end our design decisions end up following their commercial interests.

Who owns attention?

Most interestingly humanity currently lives in a time where information is everywhere and its valuable because attention, data and knowledge are parts that drive economy as well. As Matthew Wizinsky pointed out, property and ownership have shifted. In the past, owning something meant owning a physical product, but today things are digital. This is also where big platforms come in. They are not just passive participants in the market, they are the market itself. They decide what users see, what creators earn and what advertisers pay. And Designers sit at the center of this system: they create the interfaces, brands and experiences of these platforms and are therefore directly responsible for decisions that affect millions of users and huge amounts of revenue.

Why it is related to my topic of deceptive patterns?

Looking back at everything, deceptive patterns are not accidents.They come from companies and their business models, where engagement equals revenue and Designers are the ones who create the tools that make this possible. For this reason and for many others this topic is important to me.

Right now I am trying to gather ideas and impulses from this talk.

Disclaimer: I will use the terms “Designers” and “designers” with their distinct meanings, that were mentioned by Matthew Wizinsky.

Related Links

Design After Capitalism

Eat the rich!

Community Economies – J.K. Gibson Graham

Kritische Analyse und Bewertung von „Weltenentwürfe im zeitgenössischen Science Fiction-Film“ von Haunschmid Alexandra

Vorstellung der Masterarbeit

„Weltenentwürfe im zeitgenössischen Science Fiction-Film“ ist eine Masterarbeit von Haunschmid Alexandra und erschien 2022. Die Arbeit setzt sich damit auseinander, wie Narrative und Welten in Sci-Fi Filmen aufgebaut werden, sowie wie diese den gesellschaftlichen Zustand ihrer Entstehungszeit reflektieren.

Bewertung der wissenschaftlichen Qualität der Masterarbeit

In Bezug auf Gestaltung ist nichts zu sagen – die Arbeit hält ein (vermutlich) vorgegebenes Format ein und ist reiner Blocktext ohne Bilder. Im Großen und Ganzen ist diese Masterarbeit nicht zwanghaft innovativ, es ist nicht ungewöhnlich ein Genre auf seine Bestandsteile zu dekonstruieren. Man merkt jedoch, dass die Autorin Leidenschaft für ihr Thema hat und bereit dazu war, es zu zerlegen und die Einzelteile zu verstehen. Dadurch nehme ich auch an, dass diese komplett selbstständig erstellt wurde, die Nummer an Quellenangaben und Zitaten zeigt Bereitwilligkeit für Recherche.

Obwohl die Arbeit sehr textlastig ist – mit 151 Seiten Blocksatz, ist sie durchgehend gegliedert, mit Unterkapiteln und Unter-Unterkapiteln, und generell übersichtlich. Die Arbeit ist klar, sachlich formuliert und scheint orthografisch einwandfrei. Es wurde eine breite Auswahl aus Literatur und Online-Quellen verwendet, die die persönliche Analyse weitgreifend ergänzt.

Bewertung des Werkstücks

Der Arbeit liegt kein Werkstück bei, daher kann ich hier nichts dazusagen.

Abschließendes Fazit

Die Arbeit ist ausführlich recherchiert und stellt einen analytischen Einblick in das Sci-Fi Genre dar. Der Mangel an Bildern fällt jedoch auf, an vielen Stellen könnten Visualisierungen gebraucht werden, um den Lesern ein besseres Bild zu malen. Deswegen würde ich der Arbeit bloß eine 2 geben.

Nutzen für die eigene Abschlussarbeit

Die Verknüpfung von Medienanalyse und dessen Bezug zu der realen Welt ist etwas, dass ich für meine eigene Arbeit übertragen will. Kunst entsteht nicht in einem Vakuum, selbst die Grundbausteine von Worldbuilding können genutzt werden, um eine Aussage über die gegenwärtige Welt zu schaffen. Was etwas ist, womit ich mich in meiner eigenen Arbeit auseinandersetzen möchte.

Kritische Analyse und Bewertung der Masterarbeit “The Casette: Documentary Film about Music and Personal Transformation” by Zachary Fernandez 

Die Arbeit von Herrn Zachary Fernandez besteht aus zwei Teilen: einem literarischen Teil, der sich theoretisch mit Dokumentationsfilmen und den Einflüssen von Recherchearbeit befasst, sowie einem praktischen Teil in Form eines Dokumentarfilms. Herr Zachary hat diese Masterarbeit auf Englisch und an der HAW Hamburg am Department Design, Media und Information im Jahr 2019 verfasst. Bereits im Abstract der Arbeit kommen die persönlichen Absichten und Hintergründe deutlich hervor. Dementsprechend handelt es sich bei dem Werkstück um einen Dokumentarfilm des Autos selbst und seiner persönlichen Verbindung zu Musik. 

Bewertung der wissenschaftlichen Qualität der Masterarbeit

Das erste Kriterium des Studiengangs Communication, Media, Sound and Interaction Design ist „Gestaltungshöhe“. Nachdem damit ein ästhetisches Urteil der Arbeit gemeint ist, konnte ich diesen Punkt nicht bewerten. Die Masterarbeit von Herrn Fernandez beinhaltet zwar das Werkstücks eines Dokumentarfilms über den Autor und seine Musik selbst, allerdings konnte ich keinen Link, QR-Code oder Hinweis auf das Verbleiben dieses in der digitalen Version der Masterarbeit finden. Dementsprechend kann dieser Punkt in der Analyse nicht berücksichtigt werden. 

Nach einiger Recherche konnte ich das Werkstück allerdings auf YouTube auffinden. Es wurde 2020 bei Filmfestivals eingereicht, was ein Grund für das vorherigen Nicht-Veröffentlichens sein könnte. Trotzdem findet sich in der Arbeit selbst kein Link o.ä. zu dem Werkstück. 

Das zweite Kriterium ist der Innovationsgrad. Der von Herrn Fernandez realisierte Dokumentarfilm nutzt kein gängiges oder modernes Kameraequipment. Das genutzte Equipment besaß der Autor bereits seit mehreren Jahren selbst. Außerdem gibt er an, wenig Erfahrung im Bereich der Videoproduktion zu haben und deshalb ein einfaches, billiges Equipment („Video Kit“) benutzt haben. 

Das dritte Kriterium behandelt den Umfang der Masterarbeit. Der vorgestellte literarische Teil ist eher kürzer gefasst und der Fokus liegt stark auf den persönlichen Aspekten des Inhalts. Die Projektdokumentation ist etwas ausführlicher als der literarische Theorieteil, allerdings umfasst die gesamte Arbeit nur knapp 40 (geschriebene) Seiten (ohne Anhang). Es gibt keine tiefgreifenden Analysen, Statistiken oder ein Eintauchen in ein bestimmtes Themengebiet. 

Der vierte Punkt ist die Selbstständigkeit des Autors. Die Arbeit von Herrn Fernandez ist sehr selbstständig verfasst und beinhaltet nur drei Quellen, die allerdings zum Zeitpunkt der Arbeit relativ neu waren. Zusätzlich gibt es noch drei Interviews, allerdings mit derselben Person. Es wurde wenig Initiative gezeigt, eine tiefere Literaturrecherche zu betreiben, was auch auf die eher persönliche und weniger wissenschaftliche Absicht der Arbeit hinweist. 

Die Gliederung bzw. Struktur der Arbeit macht zwar Sinn, allerdings fällt auch hier erneut auf, dass wenig Literaturrecherche bzw. Merkmal auf einen Theorieteil gelegt wurde. Es fehlt theoretischer Hintergrund. Der Autor gibt sich selbst einen unverhältnismäßig breiten Raum. Es fehlt der wissenschaftliche Vorteil bzw. Aspekt in der gesamten Arbeit. 

Das letzte Kriterium – der Kommunikationsgrad – ist klar erkennbar. Man spürt, dass dieses Thema und die gesamte Ausarbeitung der Masterarbeit Herrn Fernandez sehr am Herzen gelegen sind. Allerdings sind die vorgestellten Theoretisierungen sehr kurzatmig (wie bereits mehrmals erwähnt). Die Intentionen, etwas sehr Persönliches zu kreieren, sind jedoch von Anfang an klar erkennbar. 

Bewertung des Werkstücks 

Wie bereits im vorherigen Kapitel erwähnt, war das Werkstück in der Arbeit selbst nicht auffindbar. Allerdings konnte ich es hier auf YouTube finden. Ich bin mir nicht sicher, was die Forschungsfrage der Masterarbeit ist, da es keine Einleitung gibt und sie nicht (nochmals) im Fazit behandelt wird. Die Dokumentation ist eher kurz ausgefallen. Es gibt beispielsweise kein Storyboard, Drehbuch, Dokumentation vom Dreh selbst o.ä. Trotzdem hat sich der Autor bemüht, den für ihn noch unbekannten Prozess darzustellen. Die Qualität und Ausarbeitung des Werkstücks entspricht meiner Meinung nach nicht vollständig den Anforderungen an eine Masterarbeit, da noch viel Luft nach oben ist. Berücksichtigt man jedoch den Aspekt, dass der Autor zuvor noch sehr wenig Erfahrung mit der Produktion eines Films hatte, ist es in Ordnung. 

Abschließendes Fazit 

Ich habe zuvor noch keine Masterarbeit gesehen, die so einen persönlichen Bezug hatte, wie diese. Allerdings finde ich, dass eine Abschlussarbeit schon einen gewissen wissenschaftlichen Aspekt auch behandeln sollte, der hier deutlich gefehlt hat. Außerdem sind auch der Theorieteil und die Quantität und Qualität der genutzten Quellen nicht (gut genug) vorhanden. Das Werkstück ist sehr persönlich und die Hintergründe/Absichten sind gut dargestellt worden. 

Für meine eigene Abschlussarbeit nehme ich mit, dass ein persönlicher Touch dabei sein kann und auch als „Handschrift“ cool sein kann. Allerdings würde ich mir definitiv besser auf den Literaturteil und die Qualität/Quantität der Quellen fokussieren. Außerdem ist es mir wichtig, dass die Arbeit auch mein Werkstück (oder einen Hinweis darauf) beinhaltet, sowie ästhetisch ansprechend und nicht langweilig ist.

Masterarbeit:  

https://reposit.haw-hamburg.de/bitstream/20.500.12738/11045/3/MA_Cassette_Documentary_film.pdf

Kritische Analyse und Bewertung einer Masterarbeit

Autorin: Katarina Matić

Titel: TYRANNY OF THE PAST: Unveiling Hidden Female Legacies through Threads of Tradition

Erscheinungsjahr: 2026

Thema und Aufbau: Die Arbeit widmet sich der Untersuchung von verdrängten, vergessenen oder verzerrten weiblichen Biografien und historischen Vermächtnissen im serbischen und balkanischen Raum.

Entstandenes Werkstück: Als praktisches Werkstück entstand ein Triptychon aus drei doppelseitigen Textilporträts im Format 70 × 120 cm.

Hinsichtlich der wissenschaftlichen Qualität und der CMS-Beurteilungskriterien zeichnet sich die Arbeit durch eine außergewöhnlich hohe Gestaltungshöhe aus, bei der Typografie und Layout im Bereich der Visuellen Kommunikation professionell eingesetzt werden, wie etwa durch die interaktive Notwendigkeit, die doppelseitigen Stoffporträts physisch zu umrunden. Der Innovationsgrad zeigt sich in der Verbindung von praxisbasierter künstlerischer Forschung und der subversiven Umdeutung traditioneller, historisch weiblich konnotierter Handarbeitstechniken. Die Arbeit zeugt von großer Selbstständigkeit, da Matić ihre persönliche Familiengeschichte und Rolle als Künstlerin im Ausland autonom mit den historischen Schicksalen verknüpft, ohne dabei die strengen kulturtheoretischen Rückkopplungen zu vernachlässigen. Die Gliederung und Struktur sind stringent vom Makrokontext zum Mikrokontext aufgebaut, während der Kommunikationsgrad durch die offene Reflexion von methodischen Sackgassen und Entstehungsschritten hoch ausfällt. Mit über 200 Seiten ist die Arbeit sehr umfangreich und durchgehend fundiert bebildert sowie dokumentiert. Orthographie, Sorgfalt und Genauigkeit sind auf einem exakten wissenschaftlichen Niveau angesiedelt, was sich auch in dem präzisen Abbildungsverzeichnis und den Quellenangaben widerspiegelt. Das Literaturverzeichnis umfasst relevante Standardwerke der feministischen Kulturwissenschaft, der Traumaforschung und der Kunsttheorie sowie kritisch reflektierte historische Online-Archive des Balkans.

Das praktische Werkstück verbindet die Forschungsfragen, Theorien und die praktische Umsetzung mustergültig, indem die Stickerei als physische Metapher für Trauma, Generationenverflechtung und Reparatur dient. Die Dokumentation des Entstehungsprozesses im Kapitel über das künstlerische Projekt ist durch Prozessfotografien, Skizzen und Materialstudien äußerst nachvollziehbar und übertrifft die Anforderungen an eine Masterarbeit deutlich.

Überlegungen zu meinem Forschungsthema

Anfang des Masters habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie Leben vor uns, nach uns und auf anderen Planeten aussehen könnte, wo der Schnittpunkt zwischen Wissenschaft und Fiktion legt und wie wir dies in den Medien darstellen. Danach wollte ich versuchen das Gelernte anzuwenden, indem ich ein spekulatives Ökosystem entwickle – graphisch aber auch mit Text.

Ich wollte mich damit auseinandersetzen, wie man immersive Welten in einem Ökosystem gestaltet, das uns selbst fremd ist. An welchem Punkt die Wissenschaft endet und Fantasie beginnt. Wie all dies in den Medien umgesetzt wird – sowohl zur Unterhaltung, aber auch zur Bildung.

Was also ist meine Forschungsfrage? Was ist meine Hypothese? Und hat das Ganze einen wissenschaftlichen Mehrwert der über meinem bloßen Interesse in dem Thema reicht?

Mögliche Wege:

Wie stellt man Welten dar, die dem Leser nicht bekannt sind?

Inwiefern kann man unser Wissen über vergangenes und gegenwärtiges Leben nutzen, um Schlüsse über zukünftiges und fremdes Leben zu ziehen?

Wo liegt die Grenze zwischen Wissenschaft und Fantasie beim Gestalten von fremden Welten?

Wie baut man ein glaubhaftes fiktives Ökosystem auf und wie übermittelt man die Informationen ans Publikum auf eine ansprechende Weise?

Es gibt viele Möglichkeiten, doch um eine Forschungsfrage zu finden, sollte ich wahrscheinlich klären, wie ich mein Thema definieren will.

Geht es mir reinlich um wissenschaftliche Darstellungen und soll ich daher meinen Fokus auf prähistorisches Leben und spekulative Evolution legen? Soll ich daher eher eine sachliche Richtung einschlagen und sehen, wie ich wissenschaftliche Fakten verständlich aufbereiten kann?

Oder soll ich eine weniger ernste Perspektive verfolgen, schauen inwiefern ich mich in Biologie und Ökologie einlesen muss, um ein glaubhaftes fiktives Ökosystem zu schaffen. Hierbei wäre ein Fokus auf spekulativer Evolution nicht bloß als wissenschaftliches Gedankenexperiment, sondern auch als Tool zum Storytelling.

Gegeben, dass meine Leidenschaft fürs Geschichtenschreiben lange vor meinem Interesse in Design gekommen ist, werde ich die letztere Richtung einschlagen. Wie ich meine Forschungsfrage und Hypothese jedoch aufbauen will, braucht noch mehr Überlegung.

IMPULSE #2 – “Another Best Day” exhibition

IMPULSE #1 – steirischerherbst’26

Foto: steirischer herbst / Dietmar Reinbacher